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Geprüfter Artikel: Bayern [Bearbeiten in Wikipedia]

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Satz, der klein geschrieben beginntOK
Abschnitts-Titel, der klein geschrieben beginntOK
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"<i>" oder "<b>" statt "''" oder "'''"OK
Link zu Begriffsklärungs-SeiteOK
"..." (drei Zeichen) statt "…"OK
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect)OK
Häufige Tippfehler6
Minus statt Bis-StrichOK
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Potentielle FüllwörterSiehe
unten
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Wenige EinzelnachweiseOK
Zu viele Weblinks6
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Vorschlag: Kein Wiktionary-Link1
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Anzahl der Einzelnachweise: 136

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Allgemeine Anmerkungen (weitere unten in dem Wiki-Quelltext):

Legende:
Ist sehr selten sinnvoll.
Ist selten sinnvoll, bitte prüfen.
Ist manchmal sinnvoll, bitte prüfen.
Vorschlag, bitte prüfen, ob sinnvoll.



Wiki-Quelltext mit Anmerkungen:

{{Begriffsklärungshinweis}}
{{Infobox Bundesland
| NAME = Freistaat Bayern
| BILD-FLAGGE = Flag of Bavaria (striped).svg{{!}}border
| BILD-FLAGGE-RAHMEN = ja>;
| ARTIKEL-FLAGGE = Staatsflagge Bayerns
| BILD-FLAGGE2 = Flag of Bavaria (lozengy).svg{{!}}border
| FLAGGE-OPT = Staatsflaggen
| BILD-LAGE = {{Imagemap Deutschland|Locator map Bavaria in Germany.svg}}
| BILD-WAPPEN = Coat of arms of Bavaria.svg
| BILD-WAPPEN-BREITE = 110px
| ARTIKEL-WAPPEN = Bayerisches Staatswappen
| WAPPEN-OPT = Staatswappen
| WAHLSPRUCH =
| LANDESHYMNE = [[Bayernhymne]]
| SPRACHE = [[Deutsche Sprache|Deutsch]]<!-- Sprachen des Landes, die in der Verfassung des Landes einen offiziellen oder kooffiziellen Status zugewiesen bekommen oder darin als besonders schutzwürdig benannt sind, sowie Sprachen, die vom Land im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt sind. -->
| LANDESHAUPTSTADT = [[München]]
| FLÄCHE = 70.550,19
| EINWOHNER = 13.003.252 <small>(31. Januar 2018)</small><ref>[https://www.statistik.bayern.de/presse/archiv/2018/3_2018.php Bayerisches Landesamt für Statistik: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes]</ref><ref>[https://www.statistik.bayern.de/presse/archiv/2018/233_2018.php Bayerns Bevölkerung übersteigt erstmals die 13 Millionen Marke], Pressemitteilung 13. September 2018</ref>
| BEV-DICHTE = {{#expr:13003252/70550.19 round 0}}
| BIP = 594,4&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR&nbsp;<small>([[Liste der deutschen Bundesländer nach Bruttoinlandsprodukt|2.]])</small> <small>(2017)</small><ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/Presseinformationen/SI18_058.pdf |titel=Statistik informiert … Nr. 58/2018 |zugriff=2018-06-19}}</ref>
| BIP pro Kopf = 45.810&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR&nbsp;<small>([[Liste der deutschen Bundesländer nach Bruttoinlandsprodukt|3.]])</small> <small>(2017)</small><ref>{{Internetquelle |url=https://de.statista.com/statistik/daten/studie/73061/umfrage/bundeslaender-im-vergleich---bruttoinlandsprodukt/ |titel=Bundesländer nach BIP pro Kopf 2017 |zugriff=2018-06-19}}</ref>
| ARBEITSLOSENQUOTE = {{Aktuelle Arbeitslosenquoten DE|BY}}
| GRÜNDUNG = vor 555&nbsp;n.&nbsp;Chr. belegt
| STAATSFORM = [[parlamentarische Republik]], [[Souveränität|teilsouveräner Gliedstaat]] eines [[Bundesstaat (Föderaler Staat)|Bundesstaates]]
| SCHULDEN = (inkl. Gemeinden) 30,393&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR<ref>[https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/08/PD17_262_713.html Quelle: destatis, Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts beim nicht-öffentlichen Bereich am 31.12.2016]</ref> <small>(31.&nbsp;Dezember 2017)</small>;<br />(exkl. Gemeinden) 16,974&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR<ref>[https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/08/PD17_262_713.html Quelle: destatis, Schulden der öffentlichen Haushalte am 31. Dezember 2016]</ref><br /><small>(31.&nbsp;Dezember 2017)</small>
| ISO 3166-2 = DE-BY
| WWW = [https://www.bayern.de/ www.bayern.de]
| MINISTER = [[Bayerischer Ministerpräsident|Ministerpräsident]]<br />[[Markus Söder]] (CSU)
| LANDTAGSPRÄSIDENTIN = [[Landtagspräsident (Deutschland)|Landtagspräsidentin]]<br />[[Ilse Aigner]] ([[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]])
| REGPARTEI = [[Kabinett Söder II|CSU und FW]]
| SITZGRAFIKLANDTAG = [[Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (18. Wahlperiode)|Sitzverteilung des 18. Landtags]]:
{{Sitzverteilung
| Breite = 0.9
| Land = DE
|CSUE|SPD|FW(BY)|GRÜNE|FDP|AFD
| SPD = 22
| GRÜNE = 38
| FDP = 11
| FW(BY) = 27
| CSUE = 85
| AFD = 22
}}
| SITZLANDTAG = Von 205 Sitzen entfallen auf:<ref>[https://www.bayern.landtag.de/abgeordnete/landtagswahl-2018/vorlaeufiges-amtliches-endergebnisl Aktuelle Sitzplatzordnung im Landtag] ''Bayerischer Landtag''</ref>
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|CSUE|dunkel|DE}}|[[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] 85}}
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|SPD|dunkel|DE}}|[[BayernSPD|SPD]] 22}}
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|FW(BY)|dunkel|DE}}|[[Freie Wähler Bayern|FW]] 27}}
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|GRÜNE|dunkel|DE}}|[[Bündnis 90/Die Grünen Bayern|Grüne]] 38}}
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|FDP|dunkel|DE}}|[[FDP Bayern|FDP]] 11}}
{{Farblegende|#{{Wahldiagramm/Partei|AFD|dunkel|DE}}|[[AfD Bayern|AfD]] 22}}
| LWAHL = [[Landtagswahl in Bayern 2018|14. Oktober 2018]]
| NWAHL = [[Landtagswahl in Bayern 2023|Ende 2023]]
| SBUNDESRAT = 6
| BILD1 = Topografische Karte Bayern.tif
| BILD2 = Bavaria relief location map.jpg
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| BILD-FLAGGE2RAHMEN = ja
| KONTAKT =
}}

[[Datei:Rathaus and Marienplatz from Peterskirche - August 2006.jpg|mini|[[München]]]]
[[Datei:Nürnberg panorama.jpg|mini|[[Nürnberg]]]]
[[Datei:Augsburger Rathausplatz.jpg|mini|[[Augsburg]]]]
Der '''Freistaat Bayern''' ({{IPA|ˈbaɪ̯ɐn|Tondatei=Bar-Bayern.oga}}) ist mit mehr als 70.500&nbsp;Quadratkilometern das flächengrößte der 16 [[Land (Deutschland)|Länder]] in [[Deutschland]] und liegt in dessen Südosten. Mit rund 13&nbsp;Millionen Einwohnern ist er, nach [[Nordrhein-Westfalen]], das zweitbevölkerungsreichste deutsche Land.

Der Freistaat hat im Süden Anteil am [[Hochgebirge]] der [[Ostalpen]] und dem bis zur [[Donau]] reichenden flachen [[Alpenvorland#Nördliches Alpenvorland 2|Alpenvorland]]. Nördlich der Donau bestimmen [[Mittelgebirge]] wie etwa der [[Bayerischer Wald|Bayerische Wald]] oder das [[Fichtelgebirge]] das Landschaftsbild. [[Liste der größten Städte in Bayern|Größte Stadt]] Bayerns ist die Landeshauptstadt und Millionenmetropole [[München]], gefolgt von [[Nürnberg]] und [[Augsburg]]. Weitere [[Großstadt|Großstädte]] sind [[Regensburg]], [[Ingolstadt]], [[Würzburg]], [[Fürth]] und [[Erlangen]].

Bayern ist eine [[Parlamentarisches Regierungssystem|parlamentarische Republik]] mit dem [[Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] als Legislative und der [[Bayerische Staatsregierung|Bayerischen Staatsregierung]], an deren Spitze der [[Bayerischer Ministerpräsident|Ministerpräsident]] als Regierungschef steht, als Exekutive. Grundlage der Politik ist die [[Verfassung des Freistaates Bayern]], gemäß der Bayern ein [[Volksstaat|Volks-]], [[Rechtsstaat|Rechts-]], [[Kulturstaatlichkeit|Kultur-]] und [[Sozialstaat]] ist. Die Bezeichnung ''Freier Volksstaat'' bzw.[ABBREVIATION] ''[[Freistaat (Republik)|Freistaat]]'' als monarchiefreie [[Republik]] trägt Bayern seit 1918, mit der Ausrufung durch den revolutionären Ministerpräsidenten [[Kurt Eisner]] am 8.&nbsp;November 1918.

Bereits im Jahre 555&nbsp;n.&nbsp;Chr. (und damit rund 500 Jahre[NBSP] vor der Verwendung des Begriffs „deutsch“ im heutigen Sinn) ist das ältere bayerische [[Herzogtum#Stammesherzogtümer|Stammesherzogtum]] nachgewiesen, das unter den [[Merowinger]]n Teil des [[Fränkisches Reich|fränkischen Herrschaftsbereichs]] wurde. Unter den [[Karolinger]]n entstand erstmals ein baierisches Königtum, das diese entweder in Personalunion als Könige oder Unterkönige regierten oder Statthalter einsetzten. Nach dem Ende der Herrschaft der Karolinger erstarkte die baierische Eigenständigkeit im jüngeren bayerischen Stammesherzogtum. Mit Beginn der Herrschaft der [[Wittelsbach]]er 1180 folgte der Übergang zum [[Herzogtum#Territorialherzogtum|Territorialstaat]]. Sie regierten Bayern über 700 Jahre[NBSP] bis 1918. Baiern war Kurfürstentum des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] und ab 1806 Königreich. Durch die Gewährung der Verfassungen von 1808, 1818 und 1848 wurde Bayern [[konstitutionelle Monarchie]]. Bayern konnte auf dem [[Wiener Kongress]] 1814 als eine der Siegermächte einen großen Teil der Gebietsgewinne behalten; unter anderem kamen das heutige [[Nordbayern]], Teile [[Schwaben]]s und die neugeschaffene linksrheinische [[Pfalz (Region)|Pfalz]] zu Bayern. 1918 brach die Wittelsbachermonarchie<!-- Vergleiche Duden: Habsburgermonarchie. --> in der [[Novemberrevolution]] zusammen. Nach der [[Deutsche Besatzungszeit|Besetzung]] durch US-amerikanische Truppen wurde Bayern 1949 Teil der neu gegründeten Bundesrepublik. Die [[Pfalz (Bayern)|Pfalz]] wurde 1946 von Bayern abgetrennt und ist heute Teil von [[Rheinland-Pfalz]]. Es begann ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine Entwicklung vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat.

Bayern liegt fast vollständig im [[Oberdeutsche Dialekte|oberdeutschen Sprachraum]]. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile [[Franken (Region)|Franken]] (heute die [[Regierungsbezirk]]e [[Oberfranken|Ober-]], [[Mittelfranken|Mittel-]] und [[Unterfranken]]), [[Schwaben (Bayern)|Schwaben]] (gleichnamiger Regierungsbezirk) und [[Altbayern]] (Regierungsbezirke [[Oberpfalz]], [[Oberbayern|Ober-]] sowie [[Niederbayern]]).

== Etymologie und Schreibweise ==
Die allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König [[Ludwig I. (Bayern)|Ludwig I.]], König von Bayern, vom 20.&nbsp;Oktober 1825 zurück, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ [[Ypsilon]]s steht im Zusammenhang mit dem [[Philhellenismus]]. Bis dahin wurde der Landesname oft mit „i“ geschrieben, wenngleich es viele ältere Belege mit einem „y“ gibt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.bairische-sprache.at/Index/Bairischer%20Sprachraum.htm |titel=Bayerisch, Bayrisch oder Bairisch??? |werk=www.bairische-sprache.at |hrsg=Marc Giegerich |datum=2018-03-09 |zugriff=2018-04-23}}</ref> Während der [[Münchner Räterepublik]] kehrte man vorübergehend zur Schreibweise „Baiern“ zurück.<ref>''An das Volk in Baiern'', Deklaration der Räterepublik. In: ''[[Münchner Neueste Nachrichten]]'' vom 7. April 1919, S.&nbsp;1.</ref>

Der Stamm der einheimischen Bevölkerung Altbayerns (also ohne [[Franken (Region)|Franken]] und [[Schwaben (Bayern)|bayerisches Schwaben]]) wird aber[FILLWORD?] weiterhin als ''die Baiern'' (in anderen Abschnitten auch[FILLWORD?] Altbayern genannt) bezeichnet.<ref>[[Wiesbadener Kurier]], 20. Oktober 2015, Chronik, Seite 19.</ref> Vgl. auch[FILLWORD?]: [[Bairische Dialekte#Bairisch und Bayern|Bairisch]] bzw.[ABBREVIATION] [[Bajuwaren]].

Der Begriff Bayern bzw.[ABBREVIATION] Baiern ist auf das Volk der Bajuwaren zurückzuführen. Der volle Name der Bajuwaren wird hergeleitet aus einem mutmaßlichen [[Urgermanische Sprache|germanischen]] [[Komposition (Grammatik)|Kompositum]] *''Bajowarjōz'' (Plural). Überliefert ist dieser Name als [[althochdeutsch]] ''Beiara, Peigira,'' [[Latein|latinisiert]] ''Baiovarii''.<ref>Ludwig Rübekeil: ''Der Name „Baiovarii“ und seine typologische Nachbarschaft.'' In: ''Die Anfänge Bayerns. Von Raetien und Noricum zur frühmittelalterlichen Baiovaria''. St.&nbsp;Ottilien, Universität Zurich 2012, S.&nbsp;152 ([http://www.zora.uzh.ch/64385/1/Rübekeil_-_Der_Name_Baioarii_und_seine_typologische_Nachbarschaft_(St._Ottilien_2012).pdf Als PDF online]).</ref> Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein [[Exonym und Endonym|Endonym]] handelt. Hinter dem Erstglied ''Baio'' steckt das [[Ethnie|Ethnikon]] des zuvorbewohnenden keltischen Stammes der [[Boier]], der im althochdeutschen Landschaftsnamen ''Bēheima'' ‚Böhmen‘ (germanisch *''Bajohaimaz'' ‚Heim der Boier‘, spätlateinisch dann ''Boiohaemum'') und im [[Namenforschung|onomastischen]] Anknüpfungspunkt (''Baias, Bainaib'' usw.)<ref>Ludwig Rübekeil: ''Diachrone Studien,'' 337&nbsp;f.</ref> erhalten ist. Das Zweitglied ''-ware'' bzw.[ABBREVIATION] ''-varii'' der Bewohnerbezeichnung ''Bajuwaren'' stammt aus *''warjaz'' ‚Bewohner‘ (vgl. [[Altnordische Sprache|altnordisch]] ''Rómverjar'' ‚Römer‘, [[altenglisch]] ''burhware'' ‚Stadtbewohner‘),<ref>Vladimir Orel: ''A Handbook of Germanic Etymology''. Leiden, Brill 2003, S.&nbsp;449.</ref> die noch aus [[Indogermanische Ursprache|indogermanischer]] Zeit stammt (vgl. [[Walisische Sprache|walisisch]] ''gwerin'' ‚Menschenmenge‘). Der Baiernname wird deshalb als ‚Männer aus Böhmen‘ gedeutet. Die Namensdeutung ist allerdings[FILLWORD?] weiterhin umstritten.

== Geographie ==
[[Datei:Ramsau (ja).jpg|mini|Landschaft in den Bayerischen Alpen: [[Ramsau bei Berchtesgaden]], im Hintergrund die [[Reiteralpe]]]]
[[Datei:Grünten10.JPG|mini|Der [[Grünten]], „Wächter des Allgäus“]]
[[Datei:Luftbild Wörth an der Donau.JPG|mini|[[Wörth an der Donau]]: Übergang der Donauebene ([[Gäuboden]], Dungau), rechts – zum [[Bayerischer Wald|Bayerischen Wald]], links]]
[[Datei:Geographical center of bavaria Kipfenberg.jpg|mini|hochkant|Kipfenberg: Geographischer Mittelpunkt Bayerns]]
=== Gebiet und Landschaft ===

[[Datei:Bayern Landschaften.png|mini|Karte der Landschaften von Bayern mit Flüssen.]]

Als [[Binnenland]] grenzt Bayern an folgende Staaten: im Osten an [[Tschechien]], im Südosten und Süden an [[Österreich]], im Südwesten über den [[Bodensee]] indirekt an die [[Schweiz]]. Hinzu kommen die deutschen Bundesländer [[Baden-Württemberg]] (im Westen), [[Hessen]] (im Nordwesten), [[Thüringen]] (im Norden) und [[Sachsen]] (im Nordosten). Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705&nbsp;Kilometer lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an Baden-Württemberg (829&nbsp;Kilometer Grenzlänge), Hessen (262&nbsp;Kilometer), Thüringen (381&nbsp;Kilometer), Sachsen (41&nbsp;Kilometer), an die tschechischen Regionen [[Karlovarský kraj|Karlsbad]], [[Plzeňský kraj|Pilsen]] und [[Jihočeský kraj|Südböhmen]] (357&nbsp;Kilometer), an die österreichischen Länder [[Oberösterreich]], [[Land Salzburg|Salzburg]], [[Tirol (Bundesland)|Tirol]] und [[Vorarlberg]] (816&nbsp;Kilometer) sowie an den Schweizer [[Kanton St. Gallen]] (19&nbsp;Kilometer), wobei der Grenzverlauf im Bodensee nicht festgelegt ist.

Bis 1990 bildete die Grenze zu Thüringen, Sachsen und der damaligen [[Tschechoslowakei]] einen Abschnitt des [[Eiserner Vorhang|Eisernen Vorhangs]]. Sie stellte durch die Grenzsicherungsanlagen eine physisch nahezu unüberwindbare Trennung zwischen der [[NATO]] und dem [[Warschauer Pakt]] dar. Bei [[Prex]] gab es [[Dreiländereck (BRD, DDR, Tschechoslowakei)|ein Dreiländereck]]. Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher nicht zum deutschen Bundesgebiet gehören die in Österreich gelegenen [[Saalforste]]n, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen. Andererseits gehört der Egerer Stadtwald, der historisch zur böhmischen Stadt [[Cheb|Eger]] (tschechisch. Cheb) gehört, zum bayerischen Staatsgebiet und wird von einer Stiftung verwaltet.

Bayern liegt in [[Süddeutschland]] und umfasst:

* die [[Bayerische Alpen|Bayerischen Alpen]] im Süden
* davon nördlich das [[Alpenvorland]] bis zur [[Donau]] mit den drei großen [[See]]n [[Oberbayern]]s
* das ostbayerische [[Mittelgebirge]] und
* die Stufenlandschaft der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen]] und [[Fränkische Alb|Fränkischen Alb]].

Die Bayerischen Alpen im äußersten Süden Bayerns gehören den [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] an. Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, das Anteil an den [[Alpen]] hat. Meist werden unter den Bayerischen Alpen nur die zwischen den Flüssen [[Lech]] und [[Saalach]] gelegenen Gebirgsteile verstanden. In diesem engeren Sinn zählen daher die [[Allgäuer Alpen]], auf die sich das bayerische Staatsgebiet erst seit jüngerer Zeit erstreckt, und die [[Berchtesgadener Alpen]] nicht zu den Bayerischen Alpen. Er ist nicht mit dem Begriff der [[Bayerische Voralpen|Bayerischen Voralpen]], die nördlich an das Gebirge angrenzen, zu verwechseln. Letztere umfassen nur den bayerischen Anteil der [[Voralpenland|Voralpen]] zwischen der [[Loisach]] im Westen und dem [[Inn]] im Osten. Während die Voralpen nur vereinzelt ausgeprägte Kalkfelswände zeigen, sind die Alpen durch die im [[Jungpleistozän]] entstandenen [[Kar (Talform)|Kare]], Seen und die typischen U-Täler durch Gletscher geprägt. Ablagerungen der eiszeitlichen Flüsse sowie vor allem die Gletscher ließen insbesondere im [[Alpenvorland]] eine hügelige Landschaft mit Seen und [[Moor]]en entstehen. Hier liegen etwa der [[Chiemgau]], das [[Fünfseenland]] und das [[Allgäu]].

Während zwischen den Alpen und südlich der Donau das Gelände flach bis hügelig ist, liegen nördlich davon mehrere Gebirge, die eine Höhe von über Tausend&nbsp;Metern erreichen, darunter beispielsweise der [[Bayerischer Wald|Bayerische Wald]] mit dem [[Großer Arber|Großen Arber]] als höchstem Berg Bayens außerhalb der [[Alpen]] und das [[Fichtelgebirge]] mit dem [[Schneeberg (Fichtelgebirge)|Schneeberg]] als höchstem Berg Frankens. Die [[Fränkische Alb]] als geologische Fortsetzung des [[Jura (Gebirge)|Schweizer Juras]] und der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] zieht sich um einen Bogen durch den Norden Bayerns und schirmt Teile Frankens von Altbayern ab. Nördlich davon liegen zahlreiche [[Zeugenberg]]e wie etwa der [[Hesselberg]]. Der äußerste Südwesten der Alb grenzt ans [[Nördlinger Ries]], Rest eines während des [[Ries-Ereignis]]ses vor etwa 14,6&nbsp;Millionen Jahren entstandenen Einschlagkraters. Das [[Fränkisches Keuper-Lias-Land|Fränkische Keuper-Lias-Land]], in dem etwa [[Aischgrund]], [[Steigerwald]] und [[Frankenhöhe]] liegen, geht in die [[Mainfränkische Platten|Mainfränkischen Platten]] über. Südwestlich davon liegen die Mittelgebirge [[Odenwald]], [[Spessart]] und [[Rhön]]. Die östliche Hälfte Bayerns wird hingegen von Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald oder dem [[Frankenwald]] geprägt. Hier befindet sich das größte nicht zerschnittene Waldgebiet Mitteleuropas. Teile des [[Vogtland]]s liegen in Bayern. Der westliche Teil Unterfrankens als Bestandteil der Tiefebene des Rheins gehört zum [[Bayerischer Untermain|Bayerischen Untermain]].

Die niedrigste Stelle Bayerns ist mit {{Höhe|100}} der Wasserspiegel des Mains in [[Kahl am Main]] (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der [[Zugspitze]] ({{Höhe|2962|DE|link=true}}), des höchsten deutschen Berges im [[Wettersteingebirge]]. Alle 30 höchsten Berggipfel Deutschlands liegen in den Bayerischen Alpen, konzentriert in den [[Berchtesgadener Alpen]], den Allgäuer Alpen und dem Wettersteingebirge.

Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500&nbsp;Meter östlich des [[Marktgemeinde|Marktes]] [[Kipfenberg]] im [[Landkreis Eichstätt]] {{Coordinate|NS=48.946607|EW=11.404567|type=landmark|region=DE-BY|text=Lage|name=Geografischer Mittelpunkt BY}}. Historisch betrachteten sich mehrere Orte in Bayern als [[Mittelpunkt Europas]]. Seit dem EU-Beitritt [[Kroatien]]s am 1.&nbsp;Juli 2013 lag der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union im [[Landkreis Aschaffenburg]], im Ortsteil [[Oberwestern]] der bayerischen Gemeinde [[Westerngrund]] ({{Coordinate|type=landmark|text= Lage|NS=50.117286|EW=9.247768|region=DE-BY |name=geographischer Mittelpunkt der EU}}).<ref>Frank Müller:{{Webarchiv | url=http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/regionalzeit-franken/gespraech-mitte-eu-100.html | wayback=20140222153147 | text=Westerngrund (Lkr. AB): Der Nabel Europas in Franken.}} Radioreportage, Bayern 2, regionalZeit – Franken</ref> Durch den Beitritt des französischen [[Übersee-Département]]s [[Mayotte]], einer Inselgruppe in Nordwesten [[Madagaskar]]s, hat er sich nochmals um 500&nbsp;Meter verschoben ({{Coordinate|type=landmark|text= Lage|NS=50.68004|EW=9.151501|region=DE-BY |name=geographischer Mittelpunkt der EU}}).

{{Siehe auch|Liste von Bergen in Bayern|Liste der Landschaften in Bayern|Liste der Menhire in Bayern}}

=== Gewässer ===
[[Datei:Brombach luft.jpg|mini|Luftaufnahme des [[Großer Brombachsee|Brombachsees]] vom Westen aus in Richtung Staudamm. Auf der rechten Bildseite sind [[Ramsberg am Brombachsee|Ramsberg]] und der Bergrücken [[Schwarzleite]] zu sehen.]]

Der bedeutendste[WORDS?] Fluss des Bundeslandes ist die [[Donau]], diese fließt in der Südhälfte des Landes von West nach Ost, gelangt bei Ulm auf das Landesgebiet und tritt bei [[Passau]] nach Österreich über. Ihre größten [[Nebenfluss|Nebenflüsse]] sind (stromabwärts):

* [[Iller]], [[Lech]], [[Isar]], [[Inn]] (von Süden)
* [[Wörnitz]], [[Altmühl]], [[Naab]] und [[Regen (Fluss)|Regen]] (von Norden)

Die vier südlichen Nebenflüsse entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Inn und Lech führen (wegen des langen [[Flusslängsprofil|Oberlaufs]]) bei ihrer [[Mündung (Gewässer)|Mündung]] meist etwas mehr Wasser als die Donau.

Im Heimatkundeunterricht wird zur Donau vielerorts folgender [[Merkspruch]] aufgesagt: „Brigach und Breg bringen die Donau zu weg. Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen fließen links dagegen.“

Der größte Teil Frankens wird durch den [[Main]] von Ost nach West in den [[Rhein]] entwässert. In seinem markant geschwungenen Lauf bildet er das sog.[ABBREVIATION] [[Main#Maindreieck|Maindreieck]] und [[Main#Mainviereck|Mainviereck]]. Seine größten Nebenflüsse sind die [[Regnitz]] und [[Tauber]] von links und die [[Fränkische Saale]] von rechts. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken Nebenflüsse der [[Elbe]], die [[Sächsische Saale]] und die [[Eger (Elbe)|Eger]].

In den Endmoränenlandschaften im südlichen Teil des nördlichen Alpenvorlandes gibt es viele Seen, die teilweise ins Gebirge hineinragen, etwa der [[Tegernsee]], der [[Starnberger See]] und der [[Schliersee]]. Bayern hat Anteil am [[Bodensee]], dem größten See des westlichen Mitteleuropa. Der größte See innerhalb Bayerns ist der [[Chiemsee]]. Nördlich der Fränkischen Alb wurden die Stauseen des [[Fränkisches Seenland|Fränkischen Seenlands]] gebildet. Sie dienen zur Wasserregulierung Nordbayerns, insbesondere der Wasserversorgung des [[Main-Donau-Kanal]]s, einer wichtigen Wasserstraße in Nordbayern. In den Alpen wurde 1924 das [[Walchenseekraftwerk]] in Betrieb genommen, das das natürliche Gefälle zwischen dem als „Oberbecken“ fungierenden [[Walchensee]] und dem „Unterbecken“ [[Kochelsee]] zur Stromerzeugung nutzt.

Durch Teile Bayerns führt die [[Europäische Hauptwasserscheide]]. Sie trennt die Flusssysteme von Rhein im nördlichen und Donau im südlichen Teil Bayerns.

Entlang dem Nordrand der Alb gibt es etliche [[Steinerne Rinne]]n. Die etwa 150&nbsp;Meter lange und 0,2&nbsp;Meter hohe [[Käsrinne bei Heidenheim]] und die [[Steinerne Rinne bei Wolfsbronn]] mit 128&nbsp;Metern Länge und 1,5&nbsp;Metern Höhe sind die längsten dieser „wachsenden Bäche“ in Bayern.

{{Siehe auch|Liste der Steinernen Rinnen in Bayern}}
{{Siehe auch|Liste der Flüsse in Bayern|Liste der Seen in Bayern|Liste von Karstquellen in Bayern}}

=== Schutzgebiete ===
[[Datei:Bodenloses Loch2.JPG|mini|Bayerns schönste Geotope: Gipskarstquelle [[Bodenloses Loch]]]]
In Bayern liegen der [[Nationalpark Bayerischer Wald]] und der [[Nationalpark Berchtesgaden]]. Von der [[UNESCO]] anerkannte Biosphärenreservate sind das [[Biosphärenreservat Berchtesgadener Land]] und das [[Biosphärenreservat Rhön]]. Es gibt 18 [[Naturpark]]e in Bayern, das älteste ist das 1969 gegründete [[Naturpark Altmühltal]].

In Bayern sind 603&nbsp;[[Naturschutzgebiet (Deutschland)|Naturschutzgebiete]], 702&nbsp;[[Landschaftsschutzgebiet]]e, 674&nbsp;[[FFH-Gebiet]]e, 84&nbsp;[[Europäisches Vogelschutzgebiet|Europäischen Vogelschutzgebiete]], 160 [[Naturwaldreservat]]e und über 3.400&nbsp;[[Geotop]]e vom [[Bayerisches Landesamt für Umwelt|Bayerischen Landesamt für Umwelt]] ausgewiesen (Stand: März 2017). Einhundert besonders sehenswerte Geotope sind als [[Liste der schönsten Geotope in Bayern|Bayerns schönste Geotope]] ausgewiesen.<ref>Bayerisches Landesamt für Umwelt: [http://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/index.htm ''Bayerns schönste Geotope'']. Online auf www.lfu.bayern.de, abgerufen am 5.&nbsp;Oktober 2013.</ref> Größtes Naturschutzgebiet sind die [[Allgäuer Hochalpen]], kleinstes ist der [[Drabafelsen]].

Siehe auch:
{{Mehrspaltige Liste|breite=20em|
* [[Liste der Naturschutzgebiete in Bayern]]
* [[Liste der Landschaftsschutzgebiete in Bayern]]
* [[Liste der FFH-Gebiete in Bayern]]
* [[Liste der EU-Vogelschutzgebiete in Bayern]]
* [[Liste der Naturwaldreservate in Bayern]]
* [[Liste der Geotope in Bayern]]
* [[Naturparks in Bayern]]
}}

=== Ausdehnung und Flächennutzung ===
{| class="wikitable zebra float-right" style="text-align:right"
|-
|+ Flächennutzung im Freistaat Bayern
|- class="hintergrundfarbe5"
! Flächennutzung<br />am 31. Dezember 2012 !! Fläche<br />(km²) !! Anteil<br />in Prozent
|-
| style="text-align:left"| Landwirtschaft || 34.703 || 49,2
|-
| style="text-align:left"| Waldgebiete || 24.732 || 35,1
|-
| style="text-align:left"| Gebäude und Freiraum<br />(einschl. Friedhöfe) || 4.207 || 6,0
|-
| style="text-align:left"| Verkehr || 3.400 || 4,8
|-
| style="text-align:left"| Wasser || 1.446 || 2,0
|-
| style="text-align:left"| Flächen anderer Nutzung<br />(ohne Friedhöfe) || 1.394 || 2,0
|-
| style="text-align:left"| Erholung || 391 || 0,6
|-
| style="text-align:left"| Abbauland || 153 || 0,2
|-
| style="text-align:left"| Betriebsfläche ohne Abbauland || 124 || 0,2
|}

Mit 70.550,19&nbsp;Quadratkilometern ist Bayern das flächenmäßig größte deutsche Bundesland und hat damit knapp 22.000&nbsp;Quadratkilometer mehr Fläche als [[Niedersachsen]]. Der Freistaat entspricht etwa 19&nbsp;Prozent der deutschen Staatsfläche. Bayern ist größer als die meisten Staaten Europas, etwa die [[Niederlande]] oder [[Irland]].

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47°&nbsp;16′ bis zu 50°&nbsp;34′ nördlicher Breite und von 8°&nbsp;58′ bis 13°&nbsp;50′ östlicher Länge. Bayern erstreckt sich in west-östlicher Richtung über maximal 384, in nord-südlicher über 362&nbsp;Kilometer. Der südlichst gelegene Ort in Bayern ist [[Einödsbach]], der westlichste [[Großwelzheim]],<ref>[http://www.vermessung.bayern.de/file/pdf/2606/kundeninformation_10_01.pdf Zeitschrift der Bayerischen Vermessungsverwaltung] (PDF; 753&nbsp;kB)</ref> der nördlichste [[Fladungen|Weimarschmieden]] und der östlichste [[Breitenberg (Niederbayern)|Breitenberg]]. Die südlichste Stelle Bayerns und ganz Deutschlands ist der [[Haldenwanger Eck]]. Die [[Mitteleuropäische Zeit]] (MEZ) ist der Ortszeit an der äußersten Westgrenze des Landes um 24&nbsp;Minuten und 8&nbsp;Sekunden, an der äußersten Ostgrenze um 4&nbsp;Minuten und 40&nbsp;Sekunden voraus.<ref name="Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung">{{Internetquelle |url=https://www.statistik.bayern.de/statistik/gebiet/ |titel=Gebiet, Flächennutzung |hrsg=Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung |zugriff=2012-06-20}}</ref>

Etwa fünf Sechstel (84,2&nbsp;Prozent) der Fläche werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. 11,5&nbsp;Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsflächen.<ref name="lstdv" />

=== Klima ===
[[Datei:Hochwasser Passau 2013-06-03.jpg|mini|Passau bei Hochwasser]]
Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten vom [[Seeklima]] (''Cfb'') ins [[Kontinentalklima]] (''Dfb'') über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 700&nbsp;mm Niederschlag, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800&nbsp;mm pro Jahr. Die mittlere jährliche [[Sonnenscheindauer]] beträgt 1600 bis 1900&nbsp;Stunden.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.bayern.by/wetter-webcams |titel=Wetter in Bayern |hrsg=BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH |zugriff=2012-06-20}}</ref> Der wärmste Monat ist meist der Juli, kältester der Januar. Der [[Föhn]] beeinflusst das Wetter im gesamten Alpenvorland und kann stellenweise bis an die Fränkische Alb reichen. Der Norden Bayerns ist trockener und wärmer als der Süden;<ref>[http://www.lfu.bayern.de/wasser/klima_wandel/bayern/lufttemperatur/index.htm ''Lufttemperatur''], [[Bayerisches Landesamt für Umwelt]], abgerufen am 6. Juni 2015</ref> die Region um Würzburg weist die meisten Sonnentage Süddeutschlands auf. Der [[Klimawandel]] zeigt sich auch[FILLWORD?] verstärkt in Bayern: Gletscher schmelzen und extreme Wetterlagen, wie etwa das [[Hochwasser in Mitteleuropa 2013]], nehmen zu.

=== Flora ===
[[Datei:Bergmischwald Allgäu.jpg|mini|[[Bergwald|Bergmischwald]] im Herbst bei [[Burgberg im Allgäu|Burgberg]], [[Landkreis Oberallgäu|Lkr. Oberallgäu]]]]

Bayern wäre von Natur aus hauptsächlich von Wäldern bedeckt. Im Flach- und Hügelland würden buchendominierte [[Mischwald|Mischwälder]] vorherrschen, die in den Gebirgen in [[Bergwald|Bergmischwälder]] übergehen würden. In den höheren Gebirgslagen würden Fichtenwälder vorkommen und die Flüsse würden von ausgedehnten [[Auwald|Auwäldern]] begleitet. Nur die Gewässer und die Gebirgslagen oberhalb der [[Waldgrenze]] sowie Sonderstandorte wie [[Hochmoor]]e wären natürlicherweise nicht bewaldet. Durch umfangreiche [[Rodung]]en für landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen hat der Mensch bereits aber[FILLWORD?] im [[Mittelalter]] die Waldfläche in Bayern zurückgedrängt. Aktuell sind mit 2,6&nbsp;Millionen Hektar 36,9 Prozent[NBSP] der bayerischen Landesfläche bewaldet. Damit befindet sich rund ein Viertel der [[Wald in Deutschland|deutschen Wälder]] in Bayern. Die Baumartenzusammensetzung der Wälder in Bayern ist stark von der forstwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Die häufigste Baumart in Bayerns Wälder ist die [[Gemeine Fichte]] mit 41,8&nbsp;Prozent Flächenanteil, gefolgt von der [[Waldkiefer]] mit 17,9&nbsp;Prozent, der [[Rotbuche]] mit 13,9&nbsp;Prozent und den [[Eichen]] mit 6,8&nbsp;Prozent Anteilen.<ref>Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) (Hrsg.): ''Nachhaltig und naturnah – Wald und Forstwirtschaft in Bayern – Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur''.</ref> Besonders große Waldgebiete finden sich noch in den Mittelgebirgen in Nord- und Ostbayern, wie zum Beispiel im [[Spessart]], im [[Fichtelgebirge]], im [[Steigerwald]] und im [[Bayerischer Wald|Bayerischen Wald]], sowie in den [[Bayerische Alpen|Bayerischen Alpen]].

Dagegen sind insbesondere die Gegenden mit fruchtbaren Böden im Voralpenland, im Hügelland und in den Flussniederungen von überwiegend landwirtschaftlich genutzten Offenlandschaften mit [[Wiese (Grünland)|Wiesen]], [[Acker|Äckern]] und nur wenigen Einzelbäumen und kleineren Wäldern geprägt. Franken weist gebietsweise für Süddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als [[Sandachse Franken]] geschützt sind.<ref>Projektbüro SandAchse: [http://www.sandachse.de/Sandwege.html ''Sandwege'']. Online auf www.sandachse.de, abgerufen am 16.&nbsp;April 2015.</ref> In den Flusstälern entlang von Main und Tauber wurde die Landschaft für den Weinanbau umgestaltet. Weit verbreitet sind [[Magerrasen]], ein extensiv genutztes [[Grünland]] an besonders [[Nährstoff (Pflanze)|nährstoffarmen]], „mageren“ [[Standort (Ökologie)|Standorten]]. Besonders die [[Südliche Frankenalb]] mit dem [[Altmühltal]] ist gekennzeichnet von solchen Magerrasen. Viele dieser Gebiete sind als Schutzgebiet ausgewiesen.

=== Fauna ===
[[Datei:Biberdamm bei Veitserlbach2.JPG|mini|Biberdamm am ''[[Buxbach]]'' bei [[Veitserlbach]]]]
In den Wäldern Bayerns leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige Großtierarten. Es gibt hier unter anderem verschiedene [[Marder]]arten, [[Damhirsch|Dam-]] und [[Rothirsch]]e, [[Reh]]e sowie [[Wildschwein]]e und [[Rotfuchs|Füchse]]. In naturnahen Gebieten wie dem Fichtelgebirge leben [[Luchse]] und [[Auerhuhn|Auerhähne]], aber auch [[Biber]] und [[Otter]] verbreiten sich wieder. Vereinzelt gibt es Sichtungen von seit längerem in Mitteleuropa ausgerotteten Tieren in Bayern, beispielsweise vom Wolf.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.br.de/themen/wissen/wildtiere-bayern-wolf-wildtier110.html | wayback=20130624074953 | text=''Wildtiere in Bayern: Der Wolf – ein Ureinwohner Bayerns''}}, www.br.de, bayerischer Rundfunk, abgerufen am 6. Juni 2015</ref> In hochalpinen Regionen leben der wieder eingebürgerte [[Alpensteinbock]] und das [[Alpenmurmeltier]]. Seltener ist die [[Gämse]] in einigen Mittelgebirgen, wie der Fränkischen Alb, beheimatet. Der [[Steinadler]] kommt in den Bayerischen Alpen vor.

== Geschichte ==
[[Datei:Wappen Deutsches Reich - Königreich Bayern (Grosses).png|mini|Großes Wappen des Königreichs Bayern]]
[[Datei:Bayern um 788.png|mini|Das bairische Stammesherzogtum<br />im 8.&nbsp;Jahrhundert]]

{{Hauptartikel|Urgeschichte Bayerns|Geschichte Bayerns|Königreich Bayern|Geschichte Frankens}}

=== Antike ===
{{Hauptartikel|Bajuwaren}}
Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten die [[Kelten|keltischen]] Stämme im Alpenvorland erste befestigte, stadtähnliche Siedlungen. In dem [[Oppidum von Manching]] lebten damals bereits etwa 5.000 bis 10.000 Kelten innerhalb einer Stadtbefestigung. Zur Zeit des Kaisers [[Augustus]] wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns südlich der Donau Teil des [[Römisches Reich|Römischen Reiches]] und seiner Provinzen [[Raetia]] und [[Noricum]]. Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildete sich das Volk der [[Bajuwaren]]. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet:

* aus Resten der keltischen Bevölkerung ([[Vindeliker]], [[Boier]])
* aus einheimischen Römern
* aus [[Alamannen|alemannischen]], [[Franken (Volk)|fränkischen]] bzw.[ABBREVIATION] [[Thüringer|thüringischen]], [[Goten|ostgotischen]] und [[Langobarden|langobardischen]] Volkssplittern
* aus germanischen [[Söldner]]n der [[Limitanei|römischen Grenztruppen]]
Es wird von einer Stammesbildung der Bajuwaren im eigenen Land, also dem Land zwischen Donau und Alpen, ausgegangen.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.hdbg.de/polges/pages/kap1a.htm |titel=Bayern im Frankenreich |hrsg=Haus der Bayerischen Geschichte |werk=hdgb.de |zugriff=2018-04-01}}</ref>

=== Älteres Stammesherzogtum ===
Für das Jahr 555&nbsp;n.&nbsp;Chr. ist die Existenz eines bairischen [[Herzogtum#Stammesherzogtümer|Stammesherzogtumes]] mit Sitz in [[Freising]] und [[Regensburg]] unter den [[Agilolfinger]]n belegt, das unter den [[Merowinger]]n Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs ''[[Austrasien]]'' wurde. Der Sieg [[Karl der Große|Karls des Großen]] über den Bayernherzog [[Tassilo III.]] 788 markiert das Ende des sogenannten Älteren Stammesherzogtums. Seit 788 bis zum Beginn des 10.&nbsp;Jahrhunderts gab es keinen baierischen Herzog. Die Karolinger regierten als bayerische Könige oder Unterkönige und setzten zur Herrschaftsausübung bisweilen Statthalter (Präfekten) ein.

=== Jüngeres Stammesherzogtum ===
Der Niedergang der [[Karolinger]] ermöglichte ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der [[Herzogtum Bayern|bayerischen Herzöge]] im sogenannten Jüngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die Eigenständigkeit der einzelnen Gebiete allmählich erstarkte. Unterstützt wurde dies durch die Bedrohung von außen durch die [[Ungarneinfälle]] ab etwa 862. Markgraf [[Luitpold (Karantanien und Oberpannonien)|Luitpold von Bayern]] fiel 907 in der [[Schlacht von Pressburg]] in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns [[Arnulf I. (Bayern)|Arnulf I.]] als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des jüngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der [[Schlacht auf dem Lechfeld]] erfolgte eine zweite Welle baierischer [[Deutsche Ostsiedlung|Ostsiedlung]] mit Gewinn von Gebieten im heutigen [[Niederösterreich]], [[Istrien]] und der [[Krain]]. Der Streit mit den [[Liudolfinger|Ottonen]] führte wieder zu einer starken Abhängigkeit vom deutschen Königtum. 976 wurde der Südosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen [[Geschichte Kärntens|Herzogtums Kärnten]] abgetrennt. Zusätzlich regierte das Geschlecht der [[Babenberger]] in der ''Marcha Orientalis'' ([[Ostarrichi]]) zunehmend unabhängiger vom bayerischen Herzog. 1014 wurde Herzog [[Heinrich II. (HRR)|Heinrich IV.]] aus der bayerischen Linie der Ottonen als Heinrich II. [[römisch-deutscher Kaiser]].

Ab 1070 kam es unter den [[Welfen]] zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herzöge. 1180 stürzte [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich I. Barbarossa]] auf Betreiben der Fürsten Herzog [[Heinrich der Löwe|Heinrich den Löwen]], den Herzog von Bayern und Sachsen. Das Herzogtum Bayern wurde durch die Abtrennung der [[Steiermark]] und der [[Andechs (Adelsgeschlecht)|andechsischen]] Markgrafschaft [[Istrien]] weiter verkleinert. Auch die [[Grafen von Tirol]] agierten zunehmend unabhängiger vom bayerischen Herzog und profitierten später wie die Wittelsbacher vom Aussterben der Grafen von Andechs, die zuletzt auch[FILLWORD?] das von Bayern abgetrennte [[Herzogtum Meranien]]
besessen hatten.

=== Territorialherzogtum ===

Ab 1180 wurde das verkleinerte Bayern als [[Herzogtum#Territorialherzogtümer|Territorialherzogtum]] von den [[Wittelsbach]]ern regiert, die bis zum Ende der Monarchie 1918 an der Macht blieben. 1214 fiel auch[FILLWORD?] die [[Kurpfalz|Pfalz]] von den Welfen an die Wittelsbacher. Bayern erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogtümer. In einer kurzen Zeit der Wiedervereinigung erlangte [[Ludwig IV. (HRR)|Ludwig IV.]] 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserwürde, was für Bayern einen neuen Höhepunkt der Macht bedeutete. Gleichzeitig löste sich jedoch das [[Fürsterzbistum Salzburg]] endgültig vom Mutterland Bayern. Im [[Hausvertrag von Pavia]] von 1329 teilte Ludwig den Besitz in eine pfälzische Linie mit der Rheinpfalz und der später so genannten [[Oberpfalz]] und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzugewonnenen Gebiete [[Brandenburg]], [[Gefürstete Grafschaft Tirol|Tirol]], die niederländischen Provinzen [[Holland]], [[Provinz Zeeland|Seeland]] und [[Provinz Friesland|Friesland]] sowie der [[Grafschaft Hennegau|Hennegau]] gingen unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die [[Habsburg]]er, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der [[Goldene Bulle|Goldenen Bulle]] 1356 ging die Kurfürstenwürde für die altbayerische Linie an die Pfalz verloren.

1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum [[Straubing-Holland|Bayern-Straubing]] unter den Linien München, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel [[Bayern-Ingolstadt]] an [[Bayern-Landshut]], das seinerseits 1503 im [[Landshuter Erbfolgekrieg]] von [[Bayern-München]] gewonnen wurde. Durch das [[Primogeniturgesetz]] von Herzog [[Albrecht IV. (Bayern)|Albrecht IV.]] von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende.

=== Kurfürstentum ===
{{Hauptartikel|Kurfürstentum Bayern}}
In der [[Gegenreformation]] nahm Bayern eine führende Stellung ein und ging aus dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum [[Kurfürstentum Bayern|Kurfürstentum]] hervor: 1620 besiegten die Truppen der [[Katholische Liga (1609)|Katholischen Liga]] unter Führung des bayerischen Feldherrn [[Johann t’Serclaes von Tilly|Tilly]] in der [[Schlacht am Weißen Berge]] bei Prag die Protestanten. Anschließend ließ Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt [[Maximilian I. (Bayern)|Maximilian I.]] 1623 die [[Kurfürstentum Bayern|Kurfürstenwürde]] und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als Kriegsentschädigung. Nach dem Krieg widmete sich Kurfürst [[Ferdinand Maria (Bayern)|Ferdinand Maria]] dem Wiederaufbau des verwüsteten Landes und verfolgte eine vorsichtige Neutralitätspolitik.

Während des [[Spanischer Erbfolgekrieg|Spanischen]] und [[Österreichischer Erbfolgekrieg|Österreichischen Erbfolgekrieges]] und im Zuge der Großmachtpolitik [[Maximilian II. Emanuel (Bayern)|Maximilians II. Emanuels]] und später seines Sohnes [[Karl VII. (HRR)|Karl Albrecht]] wurde das absolutistische Bayern zweimal vorübergehend von Österreich besetzt. 1705 erhob sich das bayerische Volk gegen die kaiserliche Besatzung. Die [[bayerische Volkserhebung]] umfasste weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das östliche Oberbayern. Ein [[Braunauer Parlament|Landesdefensionskongress]] tagte im Dezember 1705 im damals noch bayerischen Braunau am Inn. Erst die [[Schlacht von Aidenbach]] am 8.&nbsp;Januar 1706 endete mit der völligen Niederlage der Volkserhebung. Nach der Kaiserkrönung Karl Albrechts wurden weite Teile des Kurfürstentums bis 1744 erneut besetzt. Karl Albrechts Sohn [[Maximilian III. Joseph]] beendete 1745 endgültig die Großmachtpolitik seiner Vorgänger und widmete sich inneren Reformen.

Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurfürstentum [[Kurpfalz-Bayern]] unter der Regentschaft des Kurfürsten [[Karl Theodor (Pfalz und Bayern)|Karl Theodor]] aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher.

=== Königreich ===
{{Hauptartikel|Königreich Bayern}}
[[Datei:Kingdom of Bavaria 1815.svg|mini|Königreich Bayern 1816 nach dem [[Vertrag von München (1816)|Vertrag von München]]]]
Zur Zeit [[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] stand Bayern anfangs auf der Seite [[Erstes Kaiserreich|Frankreichs]] und konnte durch [[Säkularisation in Bayern|Säkularisation]] und [[Mediatisierung]] große Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen [[Fürsterzbistum Salzburg|Salzburg]], [[Gefürstete Grafschaft Tirol|Tirol]], [[Vorarlberg]] sowie das 1779 verlorene [[Innviertel]] vorübergehend an Bayern. Im [[Friede von Pressburg|Frieden von Pressburg]], der am 26.&nbsp;Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem [[Römisch-deutscher Kaiser|deutschen Kaiser]] [[Franz II. (HRR)|Franz II.]] abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verbündete Bayern zum [[Königreich Bayern|Königreich]] proklamiert. König [[Maximilian I. Joseph (Bayern)|Max I. Josephs]] Minister [[Maximilian von Montgelas|Maximilian Graf von Montgelas]] gilt dabei als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. Das neue [[Königreich Bayern|Königreich]] beseitigte alle Relikte der [[Leibeigenschaft]], die das [[Heiliges Römisches Reich|alte Reich]] hinterlassen hatte. Durch das Religionsedikt von 1803 wurden alle drei christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt – Katholiken, Reformierte und Lutheraner. 1807 wurden die ständischen Steuerprivilegien abgeschafft. 1805 wurden alle erblichen und käuflichen Ämter durch die große Dienstespragmatik abgeschafft. Das [[Münchner Regulativ]] von 1805 und das [[Bayerisches Judenedikt von 1813|Juden-Edikt von 1813]] gewährte den Israeliten im neuen Bayern erste Freiheiten. Am 27.&nbsp;August 1807 führte Bayern als erstes Land der Welt eine [[Pocken]]impfung ein. 1812 wurde die [[Königlich Bayerisches Gendarmeriekorps|bayerische Gendarmerie]] gegründet. Durch ein neues Strafgesetzbuch, das [[Paul Johann Anselm von Feuerbach|Anselm von Feuerbach]] entworfen hatte, wurde 1813 die Folter abgeschafft. Das [[Fürstentum Ansbach]] fiel 1806 durch einen von [[Napoleon Bonaparte|Napoleon]] erzwungenen Gebietstausch an das Königreich Bayern, das protestantische [[Fürstentum Bayreuth]] wurde 1810 von Napoleon an Bayern verkauft. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons im [[Vertrag von Ried]] konnte Bayern auf dem [[Wiener Kongress]] 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. Für den Verlust Tirols und der [[Pfalz (Region)|rechtsrheinischen Pfalz]] wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte Gebiete um Würzburg und Aschaffenburg entschädigt. Der 1816 neugeschaffene linksrheinische Rheinkreis kam zu Bayern und war ab 1837 die bayerische [[Pfalz (Bayern)|Rheinpfalz]].

[[Liste der Herrscher Bayerns#(Unter-) Königtum der Karolinger|König]] [[Ludwig I. (Bayern)|Ludwig I.]], der seit 1825 regierte, baute die bayerische Hauptstadt [[München]] zur Kunst- und Universitätsstadt aus. Er führte die Zensur wieder ein und beseitigte die Pressefreiheit. Das [[Hambacher Fest]] 1832 in der Pfalz auf dem [[Hambacher Schloss]] bei [[Neustadt an der Weinstraße]] hatte seine Wurzeln in der Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung mit der bayerischen Verwaltung. Wegen einer Affäre mit der Tänzerin [[Lola Montez]] musste er 1848 im Zuge der [[Märzrevolution|Märzunruhen]] abdanken. Unter seinem Sohn und Nachfolger [[Maximilian II. Joseph (Bayern)|Max II. Joseph]] kam es zu einer schrittweisen Liberalisierung aber auch zum [[Pfälzischer Aufstand]]. Der König war ein Anhänger der Trias-Politik, die vorsah die deutschen Mittelstaaten unter Führung Bayerns zur dritten Kraft neben den beiden Großmächten Preußen und Österreich zu entwickeln. 1864 wurde Maximilians Sohn [[Ludwig II. (Bayern)|Ludwig II.]] zum König von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von [[Schloss Neuschwanstein|Neuschwanstein]] und anderer Schlösser als ''Märchenkönig'' in die Geschichte ein. Im [[Deutscher Krieg|Deutschen Krieg]] 1866 erlitt Bayern an der Seite Österreichs eine Niederlage gegen [[Preußen]]. 1868 erfolgte die Gründung der konservativen, großdeutschen Patriotenpartei (1887 umbenannt in [[Bayerische Patriotenpartei|Bayerisches Zentrum]]).

1871 wurde Bayern Teil des neu gegründeten [[Deutsches Reich|Deutschen Reiches]], erhielt dabei sogenannte [[Reservatrechte (Deutsches Kaiserreich)|Reservatrechte]] (eigenes Post-, Eisenbahn- und [[Bayerische Armee|Heereswesen]] sowie eigene Diplomatie). 1886 übernahm Prinzregent [[Luitpold von Bayern|Luitpold]] die Regentschaft. Die „Prinzregentenzeit“, wie die Epoche Prinz Luitpolds häufig bezeichnet wird, gilt aufgrund der politischen Passivität Luitpolds als Ära der allmählichen Rückstellung bayerischer Interessen hinter die des Reichs. 1893 erfolgte der erste Einzug der [[Bayerische SPD|SPD]] in den bayerischen Landtag, 1906 die Angleichung des Landtagswahlgesetzes an das Reichswahlrecht. 1913 wurde [[Ludwig III. (Bayern)|Ludwig III.]] König, im Jahr darauf brach der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] aus. Noch am 02. November 1918 kam es zu einer Wahlrechts- und Parlamentsreform. Im Rahmen der [[Novemberrevolution]] 1918 wurde jedoch kurz darauf die Wittelsbacher Monarchie abgesetzt.
{{Siehe auch|Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Bayerns im Ersten Weltkrieg}}

=== Freistaat ===

Im Verlauf der [[Novemberrevolution]] rief am 8. November 1918 [[Kurt Eisner]], Schriftsteller und Journalist, Gründungsmitglied der [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]], Bayern als [[Volksstaat]] bzw.[ABBREVIATION] [[Freistaat (Republik)|Freistaat]] aus, den ''Freien Volksstaat Bayern''. 1919 konnten [[Sozialisten|sozialistische Gruppen]] für kurze Zeit die [[Münchner Räterepublik|Räterepublik]] installieren.<ref>Daniel Schlögl: ''Stationen des Parlamentarismus in Bayern. Ein Überblick.'' In: Walter Ziegler (Hrsg.): ''Der Bayerische Landtag vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Probleme und Desiderate historischer Forschung.'' München 1995.</ref> Im September 1919 trat die [[Bamberger Verfassung]] in Kraft.

Durch eine Volksabstimmung kam 1920 der [[Freistaat Coburg]] zu Bayern (→ [[Landkreis Coburg#Bezirksamt|Landkreis Coburg]]). Durch die Bestimmungen des [[Versailler Vertrag]] mussten am 10. Januar 1920 das Bezirksamt [[Landkreis Sankt Ingbert|St. Ingbert]] sowie Teile der Bezirksämter [[Landkreis Homburg|Homburg]] und [[Landkreis Zweibrücken|Zweibrücken]] an das neugeschaffene, unter [[Völkerbund]]sverwaltung stehende [[Saargebiet]] abgetreten werden.<ref>Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: ''Geschichte des Saarlandes.'' Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58456-5, S. 94–102.</ref>

Nach der [[Münchner Räterepublik]] wurde Bayern eine Hochburg konservativer und nationalistischer Kräfte, sie wurde als „[[Ordnungszelle|Ordnungszelle des Reiches]]“ bezeichnet. Am 8. und 9. November 1923, zur Zeit der [[Weimarer Republik]], wurde Bayern Schauplatz des [[Hitlerputsch]]es, der aber[FILLWORD?] von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen werden konnte. Stärkste Partei war die [[Bayerische Volkspartei]], die meist auch[FILLWORD?] den Ministerpräsidenten stellte.

Als Verwaltungseinheit bestand Bayern auch[FILLWORD?] während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] (1933 bis 1945), war aber[FILLWORD?] weitgehend bedeutungslos. Die Stadt München, in der [[Adolf Hitler]] seit 1913 lange gelebt und seinen politischen Aufstieg begonnen hatte, wurde von den Nationalsozialisten allerdings[FILLWORD?] propagandistisch zur [[Hauptstadt der Bewegung]] stilisiert. Mit dem [[KZ Dachau]] errichtete das NS-Regime nur wenige Wochen nach der sogenannten [[Machtergreifung]] das erste durchgehend betriebene [[Konzentrationslager]]. Im fränkischen Nürnberg hielt die NSDAP von 1933 bis 1938 auf dem [[Reichsparteitagsgelände]] ihre Reichsparteitage und andere Propagandaveranstaltungen ab. 1935 traten die ''[[Nürnberger Gesetze]]'' in Kraft. Auf dem Obersalzberg nahe Berchtesgaden ließ Hitler den [[Berghof (Obersalzberg)|Berghof]] errichten, der ihm als zweiter Regierungssitz diente und sich zu einem zentralen Ort der Macht im nationalsozialistischen Deutschen Reich entwickelte.

Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] erlitten bayerische Städte wie [[München]], [[Nürnberg]], [[Würzburg]], [[Aschaffenburg]]
und [[Augsburg]] starke Zerstörungen (siehe [[Luftangriffe auf München]], [[Luftangriffe auf Nürnberg|Nürnberg]], [[Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945|Würzburg]], [[Luftangriffe auf Aschaffenburg|Aschaffenburg]] und [[Luftangriffe auf Augsburg|Augsburg]]).

Die [[Besatzungsmächte]] leiteten Vertriebene aus [[Schlesien]] und dem [[Sudetenland]] gezielt in das dünn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bevölkerung bis 1949 um ein Viertel. Es entstanden mehrere [[Vertriebenenstadt|Vertriebenenstädte]].

General [[Dwight D. Eisenhower|Eisenhower]] stellte mit der Proklamation Nummer 2 vom 28. September 1945 Bayern offiziell als Staat wieder her; die Exekutive lag zwischen 1945 und 1952 in den Händen von [[Liste der US-amerikanischen Militärgouverneure von Bayern|US-amerikanischen Militärgouverneuren]]. Nach der Besetzung durch [[Vereinigte Staaten|US]]-Truppen wurde Bayern Bestandteil der [[Amerikanische Besatzungszone|amerikanischen Besatzungszone]], während im Jahr 1946 die in der [[Französische Besatzungszone|französischen Besatzungszone]] gelegene stark industrialisierte [[Pfalz (Bayern)|Rheinpfalz]] dem neugebildeten Land [[Rheinland-Pfalz]] eingegliedert wurde.

Da die [[Amerikanische Besatzungszone|US-Militärregierung]] entschieden gegen die [[Monarchismus im deutschsprachigen Raum#Bayern|Wiederherstellung einer Monarchie]] eingestellt war, verbot sie 1946 die wiedergegründete [[Bayerische Heimat- und Königspartei]]. Diese wurde jedoch 1949 – nach dem Ende der Militärregierung – neu instituiert. Der noch immer populäre frühere [[Kronprinz]] [[Rupprecht von Bayern]] (1869–1955), den die Nationalsozialisten in den Untergrund getrieben hatten, vertrat die Auffassung, wenn es schon im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] auf Länderebene republikanische Landesverfassungen gegeben habe (so in den [[Hansestadt|Hansestädten]] [[Hamburg]] und [[Bremen]]), dann[FILLWORD?] könne sich doch[FILLWORD?] auch[FILLWORD?] Bayern als [[Land (Deutschland)|Bundesland]] innerhalb der [[Bundesrepublik Deutschland]] eine monarchische Verfassung geben, bei der die politischen Kompetenzen des [[Ministerpräsident]]en von diesem gewählten Politiker, die Repräsentationsaufgaben des Landesvaters jedoch von einem erblichen Monarchen wahrgenommen würden. Ab dem 30.&nbsp;Juni 1946 tagte in München eine ''Verfassungsgebende Versammlung''. Eine neue, republikanische Verfassung des Freistaates Bayern<ref>[http://www.verfassungen.de/de/by/bayern46-index.htm Verfassung des Freistaates Bayern vom 2. Dezember 1946]</ref> wurde 1946 mit großer Mehrheit durch das Volk angenommen (Näheres im Artikel [[Bayerische Verfassungsgeschichte]]).

1948 entschied der Landtag auf Antrag der Staatsregierung, das [[Grundgesetz]] abzulehnen, es aber[FILLWORD?] dann[FILLWORD?] als verbindlich anzuerkennen, wenn zwei Drittel der Bundesländer es annehmen würden. 1949 wurde Bayern auf dieser Basis als [[Land (Deutschland)|Land]] Teil der [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]].<ref>{{Internetquelle |url=http://www.deutschlandfunk.de/warum-bayern-das-grundgesetz-ablehnte.934.de.html?dram:article_id=131554 |titel=- Warum Bayern das Grundgesetz ablehnte |zugriff=2016-08-31}}</ref> Die Rückgliederung des [[Landkreis Lindau|Landkreises Lindau]] nach Bayern erfolgte am 1. September 1955. Ein langanhaltender Wirtschaftsaufschwung („[[Wirtschaftswunder]]“) trug dazu bei, dass Bayern nicht nur Agrarland blieb, sondern Heimat vieler Industriebetriebe wurde.<ref>Gabriele Wolf: [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Laptop_und_Lederhose ''Laptop und Lederhose''] in: [[Historisches Lexikon Bayerns]], 7. September 2012</ref> Von 1962 bis 2008 sowie von 2013 bis 2018 hatte die [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] die absolute Mehrheit in Bayern inne. Die Schwerpunkte in der bayerischen Politik waren seither die Förderung von Wirtschaftswachstum, die Pflege der Kulturstaatlichkeit und die Wahrung der föderalistischen Ordnung der Bundesrepublik. Bayern wechselte in Folge 1987 erstmals im [[Länderfinanzausgleich]] vom Nehmerland zum Geberland und ist seit 2008 ununterbrochen das größte Geberland.

== Bevölkerung ==
{| class="wikitable zebra float-right" style="text-align:right;"
|-
|+ Einwohnerentwicklung des Freistaates Bayern<ref name="lstdv">{{LStDV GKZ|09}}</ref>
|- class="hintergrundfarbe5"
! Jahr
! Bevölkerung
! Bevölkerungsdichte<br /><small>(Einwohner pro km²)</small>
|-
| style="text-align:left"| 1840
| 3.802.515
| 54
|-
| style="text-align:left"| 1871
| 4.292.484
| 61
|-
| style="text-align:left"| 1900
| 5.414.831
| 77
|-
| style="text-align:left"| 1925
| 6.451.380
| 91
|-
| style="text-align:left"| 1939
| 7.084.086
| 100
|-
| style="text-align:left"| 1950
| 9.184.466
| 130
|-
| style="text-align:left"| 1961
| 9.515.479
| 135
|-
| style="text-align:left"| 1970
| 10.479.386
| 149
|-
| style="text-align:left"| 1987
| 10.902.643
| 155
|-
| style="text-align:left"| 2011
| 12.397.614
| 176
|}
Rund 13&nbsp;Millionen Menschen oder 16 Prozent[NBSP] der deutschen Bevölkerung leben im Freistaat Bayern. Das sind 5&nbsp;Millionen Menschen weniger als im bevölkerungsreicheren [[Nordrhein-Westfalen]] und rund 2&nbsp;Millionen Menschen mehr als in [[Baden-Württemberg]]. Nach [[England]] und NRW ist Bayern die drittbevölkerungsreichste subnationale Entität der Europäischen Union und einer der bevölkerungsreicheren [[Gliedstaat]]en in der Westlichen Welt. Wäre Bayern ein eigenes Land, wäre es bevölkerungsmäßig an elfter Stelle der Staaten Europas.

Bayerns Bevölkerung wächst. Seit 1840 hat sich die Einwohnerzahl Bayerns mehr als verdreifacht. Zur Volkszählung 1970 wurden erstmals mehr als 10&nbsp;Millionen Einwohner gezählt.<ref name="lstdv">{{LStDV GKZ|09}}</ref> Rund 50,92&nbsp;Prozent der Bevölkerung ist weiblich. Von der Gesamtbevölkerung war etwas unter einem&nbsp;Fünftel zwischen 0 und 18&nbsp;Jahre alt und etwas unter einem Fünftel älter als 65. 2012 gab es im Gebiet des Freistaates Bayern 107.039&nbsp;Geburten, 125.448&nbsp;Todesfälle, 845.228&nbsp;Zuzüge und 753.642&nbsp;Wegzüge; dies entspricht einer Bevölkerungszunahme von 73.177&nbsp;Menschen.<ref name="lstdv" /> Ende 2012 entsprach der Ausländeranteil 9,6&nbsp;Prozent.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.br.de/nachrichten/migration-auslaender-bayern-100.html |titel=Ausländer in Bayern: Aktuelle Zahlen und historische Entwicklung |werk=br.de |zugriff=2018-04-01}}</ref>

Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er&nbsp;Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der Türkei, dem damaligen Jugoslawien und Italien und verstärkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus ostmitteleuropäischen und osteuropäischen Ländern.

Am 9.&nbsp;Mai 2011 lebten in Bayern 12.397.614&nbsp;Menschen. Der Ausländeranteil betrug 8,2&nbsp;Prozent. Es existierten 5.679.508&nbsp;Privathaushalte, davon waren rund 40&nbsp;Prozent Einpersonenhaushalte. Etwa ein Sechstel der Bevölkerung ist unter 18&nbsp;Jahre alt, rund ein Fünftel ist über 65. 2013 gab es im Freistaat Bayern 109.562&nbsp;Geburten, 126.903&nbsp;Gestorbene, 888.596&nbsp;Zugezogene sowie 790.949&nbsp;Fortgezogene.<ref name="lstdv" />

=== „Vier Stämme Bayerns“ ===
[[Datei:Maxmonument in München, Bayern.jpg|mini|[[Maxmonument]] in München; Die Putten zu Füßen König Maximilians&nbsp;II. halten Schilde mit den Wappen der Landesteile [[Altbayern]], [[Pfalz (Region)#Bayerische Zeit|Pfalz]], [[Franken (Region)|Franken]] und [[Schwaben (Bayern)|Schwaben]]]]
Anfang 1778 wurden das [[Kurfürstentum Bayern]] und die [[Kurpfalz]] durch Erbfolge der Wittelsbacher [[Kurpfalz-Bayern|wiedervereinigt]]. Während in napoleonischer Zeit die rechtsrheinische Pfalz an Baden kam, fielen große Teile der linksrheinischen Pfalz 1816 als [[Pfalz (Bayern)|Rheinkreis]] an Bayern zurück. Gleichzeitig kamen durch Napoleon weitere schwäbische Gebiete und große Teile Frankens an das Königreich Bayern. Bis zum Zweiten Weltkrieg verstand man[WORDS?] unter den vier Stämmen Bayerns die [[Altbayern]], [[Franken (Volk)|Franken]], [[Schwaben]] und [[Pfälzer]]. Zahlreiche Monumente aus dieser Zeit betonen diesen Sachverhalt.

Nach 1945 gelangten über zwei&nbsp;Millionen Flüchtlinge und [[Heimatvertriebene]], vor allem die als [[Sudetendeutsche]] bezeichneten [[Deutschböhmen und Deutschmährer|Deutschböhmen, Deutschmährer und Sudetenschlesier]], nach Bayern. Die Sudetendeutschen wurden von [[Franz Josef Strauß]] als „vierter Stamm“ bezeichnet, wobei die deutschböhmische, -mährische und sudetenschlesische Bevölkerung aus unterschiedlichen Dialekt- und Kulturräumen des deutschen Sprachraumes innerhalb der damaligen Tschechoslowakei stammte und somit heterogen ist.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.kreisbote.de/lokales/kaufbeuren/der-vierte-stamm-bayerns-2570979.html |titel="Der vierte Stamm Bayerns" |werk=Kreisbote |datum=2011-06-29 |zugriff=2017-04-05}}</ref> [[Sinti]] und [[Jenische]] haben ebenfalls eine staatlich bisher nicht anerkannte lange Tradition in Bayern.

Seit dem Zweiten Weltkrieg und dem endgültigen Verlust der Rheinpfalz 1946 wird nun[FILLWORD?] die ursprünglich ansässige und die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zugewanderte deutschböhmische Bevölkerung Bayerns in „Vier Stämme“ (siehe [[Deutsche Stämme]] für die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus den drei traditionell ansässigen Stämmen, den Franken, den Schwaben und den für den Freistaat namensgebenden Altbayern sowie als viertem Stamm den Sudetendeutschen, für die Bayern die "Schirmherrschaft"[QUOTATION?] übernahm.

Unterscheidungsmerkmale der drei ursprünglich ansässigen Stämme sind etwa eigene Dialekte ([[Bairische Dialekte|bairisch]], [[Ostfränkische Dialekte|ostfränkisch]], [[Alemannische Dialekte|alemannisch]]), eigene Küchen ([[Bayerische Küche|bayerisch]], [[Fränkische Küche|fränkisch]], [[Schwäbische Küche|schwäbisch]]), eigene Traditionen, Trachten und teilweise Architekturstile. Es werden gelegentlich den einzelnen Stämmen sogar[WORDS?] unterschiedliche Mentalitäten zugeschrieben, so etwa sind laut Bayerischer Staatsregierung die Altbayern weltoffen, beharrlich und musisch begabt, Franken hingegen zeichnen ein ausgeprägter „Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ aus, während man Schwaben als sparsame Menschen sieht, die einen „Hang zur Untertreibung“ haben.<ref>[[Bayerische Staatsregierung]]: [http://www.bayern.de/unser-bayern/menschen-in-bayern-tradition-und-zukunft/ ''Menschen in Bayern'']. Online auf www.bayern.de, abgerufen am 9.&nbsp;September 2015.</ref> Bei Kabinettsbildungen werden aus [[Proporz]]gründen die Ämter nach den Stämmen verteilt. Auch die drei CSU-Ministerposten des [[Kabinett Merkel III|Bundeskabinetts Merkel III]] waren auf die drei Stämme Franken, Baiern und Schwaben verteilt.

Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Bayern. Franken sei einigen Organisationen gemäß in den Parteistrukturen unterrepräsentiert und bekomme weniger Steuermittel. Auch werde sich generell weniger um Belange und Probleme der fränkischen Regierungsbezirke gekümmert.<ref>[https://www.mainpost.de/regional/franken/Fraenkischer-Bund-kritisiert-Staatsregierung-Franken-massiv-benachteiligt;art1727,5423877 ''Fränkischer Bund kritisiert Staatsregierung: „Franken massiv benachteiligt“''], [[Mainpost]], abgerufen am 19. Juli 2014.</ref><ref>[http://www.partei-fuer-franken.de/tag/benachteiligung ''Benachteiligung''], Partei für Franken, abgerufen am 19. Juli 2014.</ref> Gelegentlich wird auch[FILLWORD?] die Rückgabe von sogenannter ''[[Fränkische Beutekunst|Beutekunst]]'', Kunstwerke aus fränkischen Städten und Schatzkammern, die vom Königreich Bayern im 19. Jahrhundert konfisziert und nach München gebracht wurden, gefordert.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/uf-fraenkische-beutekunst100.html | wayback=20120209012729 | text=''"Beutekunst": Das Gezerre um fränkische Kunstgüter''}}, www.br.de, Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 19. Juli 2014.</ref> Viele derartige Beschwerden gelten allerdings als gegenstandslos. So sind beispielsweise fränkische Politiker in den Strukturen der großen Parteien nicht unterrepräsentiert.<ref>Florian Steidl: {{Webarchiv|text=''“Franken. Frei statt Bayern!?”'' |url=http://up-campusmagazin.com/1/2007/01/franken-frei-statt-bayern/ |wayback=20141107112634}}. In: ''up-campusmagazin.de'', 1. Januar 2007.</ref> Auch ist die Forderung der Rückgabe von Kunstschätzen problematisch, da etwa der ''[[Hofer Altar]]'' in München und einige Dürer-Gemälde in der [[Alte Pinakothek|Alten Pinakothek]] nicht geraubt, sondern freiwillig abgegeben wurden.<ref>[http://www.frankenpost.de/regional/oberfranken/laenderspiegel/Hofer-Altar-bleibt-in-Muenchen;art2388,1208954 ''"Hofer Altar" bleibt in München''], [[Frankenpost]], erschienen am 11. März 2010, abgerufen am 19. Juli 2014.</ref>

=== Religion und Weltanschauung ===
{| class="wikitable zebra float-right" style="text-align:right"
|-
|+ Konfessionszugehörigkeiten der bayerischen Bevölkerung (in Prozent)
|- class="hintergrundfarbe5"
!
! 1840<ref name="hlb">{{Internetquelle |titel=Konfessionsstruktur (19./20. Jahrhundert) |hrsg=historisches-lexikon-bayerns.de |zugriff=2011-06-21 |url=http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44533}}</ref> *
! 1900<ref name="hlb" /> *
! 1933<ref name="hlb" /> *
! 1950<ref name="hlb" />
! 1970<ref name="fowid">Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid).</ref>
! 2006
! 2011<ref name="statistisa">[http://de.statista.com/statistik/daten/studie/201622/umfrage/religionszugehoerigkeit-der-deutschen-nach-bundeslaendern/ Religionszugehörigkeit der Deutschen nach Bundesländern im Jahr 2011*]</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://ergebnisse.zensus2011.de/#StaticContent:09,BEG_4_2_6,m,table |titel=Zensus 2011: Bevölkerung im regionalen Vergleich nach Religion (ausführlich) |zugriff=2018-09-01}}</ref>
! 2015<ref name="DBK16">{{Internetquelle |url=http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Allgemein_-_Zahlen_und_Fakten/AH287_Zahlen-und-Fakten-2015-16_internet.pdf |titel=Broschüre „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2015/2016“ |hrsg=[[Deutsche Bischofskonferenz]] |zugriff=2016-09-13 |format=PDF}}</ref><ref name="EKD16">{{Internetquelle |url=https://www.ekd.de/download/zahlen_und_fakten_2016.pdf |titel=Zahlen und Fakten zum kirchlichem Leben 2016 |zugriff=2016-09-13 |format=PDF}}</ref><ref name="br">{{Webarchiv | url=http://www.br.de/themen/religion/kirchenaustritte-katholisch-zahlen-100.html | wayback=20150720015606 | text=BR-Bericht vom 17. Juli 2015}}</ref>
! 2016<ref name=dbk17>[https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/BL_Eckdaten/2016_Laendertabelle-Eckdaten.pdf DBK: Eckdaten der Bundesländer 2016]</ref><ref>[https://archiv.ekd.de/download/Kurzbericht_Kirchenmitglieder_2016.pdf EKD: Kurzbericht Kirchenmitglieder]</ref>
! 2017<ref name=dbk18>[https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/BL_Eckdaten/2017_Laendertabelle.pdf DBK: Eckdaten der Bundesländer 2017]</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.ekd.de/ekd-statistik-2018-36432.htm |titel=EKD-Statistik: Demografischer Wandel macht Kirche weiter zu schaffen |zugriff=2018-07-20}}</ref>
|-
| style="text-align:left"| [[römisch-katholische Kirche|römisch-katholisch]]
| 71,1
| 70,5
| 70,0
| 71,9
| 70,4
| 57,2<ref name="dbkstat2006">Deutsche Bischofskonferenz Statistik 2006 ([http://www.dbk.de/imperia/md/content/kirchlichestatistik/2006_bev_kath_laender.pdf PDF]{{Toter Link|date=2018-03 |url=http://www.dbk.de/imperia/md/content/kirchlichestatistik/2006_bev_kath_laender.pdf }})</ref>
| 55
| 51,2
| 50,5
| 49,6
|-
| style="text-align:left"| [[Evangelische Kirche#Deutschland<!-- schließt auch Freikirchen ein -->|evangelisch]]
| 27,4
| 28,3
| 28,7
| 26,5
| 25,2
| 21,3<ref>{{Internetquelle |titel=Die Bayerische Landeskirche in Zahlen |hrsg=www.bayern-evangelisch.de |zugriff=2011-06-21 |archiv-datum=2008-03-09 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20080309211939/http://www.bayern-evangelisch.de/web/ueber_uns_zahlen_fakten_landeskirche_zahlen.php |url=http://www.bayern-evangelisch.de/web/ueber_uns_zahlen_fakten_landeskirche_zahlen.php}}</ref>
| 21
| 18,9
| 18,8
| 18,2
|-
| style="text-align:left"| [[muslimisch]]
| –
| –
| –
| –
| 0,9
| 2,2
| 4
|
|
|
|-
| style="text-align:left"| [[Orthodoxe Kirchen|christlich-orthodox]]
| –
| –
| –
| –
| –
| –
| 1,6
|
|
|
|-
| style="text-align:left"| [[Jüdische Religion|jüdisch]]
| 1,4
| 0,9
| 0,5
| 0,1
| 0,1
| 0,1
| 0,1
|
|
|
|-
| style="text-align:left"| andere [[Konfession]]en<br />und [[Konfessionslosigkeit|Konfessionslose]]
| 0,1
| 0,3
| 0,8
| 1,5
| 3,4
| 19,2
| 18,3
|
| >25
| >26
|-
| style="text-align:left" colspan="11" | <small>* einschließlich der [[Pfalz (Region)|Region Pfalz]]</small>
|}

[[Datei:Wieskirche01.JPG|mini|[[Wieskirche]] in Oberbayern]]
[[Datei:Augsburg Synagoge Eingang.jpg|mini|Eingang zur [[Synagoge (Augsburg)|Augsburger Synagoge]]]]

Bayern ist mit 49,6 % (Stand: 2017) nach dem [[Saarland]] das Bundesland mit dem höchsten römisch-katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.<ref name="dbk18" /> Weitere 18,8 % der Bevölkerung sind evangelisch-lutherisch.<ref name="EKD16" /> Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich über die Bezirke. So sind Altbayern und Unterfranken überwiegend katholisch, Mittelfranken und Teile Oberfrankens protestantisch geprägt. Sowohl die Markgraftümer [[Fürstentum Ansbach|Ansbach]] und [[Fürstentum Bayreuth|Bayreuth]] als auch die Mehrzahl der freien [[Reichsstadt|Reichsstädte]] (wie etwa [[Nürnberg]] oder [[Rothenburg ob der Tauber]]) sind [[Evangelisch-lutherische Kirchen|lutherisches]] Kernland und waren Hochburgen der [[Reformation]]. Die Zahl der Katholiken und Protestanten hat sich seit 1970 deutlich verringert.

Der bayerische Staat zahlt der römisch-katholischen Kirche jährlich 65&nbsp;Millionen&nbsp;Euro und der evangelischen Kirche 21&nbsp;Millionen&nbsp;Euro [[Dotation|Staatsdotationen]] aus dem allgemeinen Haushalt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699422,00.html |titel=Staat zahlt 442&nbsp;Millionen&nbsp;Euro für Kirchengehälter |werk=Spiegel Online |datum=2010-06-08 |zugriff=2011-06-21}}</ref> Die katholischen Pfarreien gehören dem [[Bistum Würzburg]], dem [[Bistum Eichstätt]] und dem [[Erzbistum Bamberg]] in der [[Kirchenprovinz Bamberg]] sowie dem [[Bistum Regensburg]], dem [[Bistum Passau]], dem [[Bistum Augsburg]], und dem [[Erzbistum München und Freising]] in der [[Kirchenprovinz München und Freising]] an. Weitere katholische Gemeinden unterstehen der Jurisdiktion [[katholische Ostkirchen|katholischer Ostkirchen]].

Die [[Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern]] ist eine Gliedkirche der [[Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)]] und gliedert sich in sechs Kirchenkreise [[Kirchenkreis Ansbach-Würzburg|Ansbach-Würzburg]], [[Kirchenkreis Augsburg|Augsburg]], [[Kirchenkreis Bayreuth|Bayreuth]], [[Kirchenkreis München|München]], [[Kirchenkreis Nürnberg|Nürnberg]] und [[Kirchenkreis Regensburg|Regensburg]]. Zur EKD gehören ebenfalls die zehn bayerischen Gemeinden der [[Evangelisch-reformierte Kirche (Landeskirche)|Evangelisch-reformierten Kirche]].

Evangelische [[Freikirche]]n finden sich vor allem in den Ballungsräumen. Die [[altkatholische Kirche]] verfügt über ein bayerisches [[Dekanat]].

Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19.&nbsp;Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie etwa in [[Nürnberg]] (Ansiedlungsverbot 1499 bis 1850) und [[Regensburg]]. Im [[wittelsbach]]ischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der [[Judenemanzipation]] aber[FILLWORD?] zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200&nbsp;jüdischen Gemeinden vor dem [[Holocaust]] existieren in Bayern noch oder wieder 13 Gemeinden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.zentralratderjuden.de/vor-ort/landesverbaende/Landesverband%20der%20Israelitischen%20Kultusgemeinden%20in%20Bayern%20K.d.%C3%B6.R./ |titel=Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern K.d.ö.R. |hrsg=Zentralrat der Juden in Deutschland |zugriff=2018-08-28}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=http://athmann.de/synamap/synamap21.php |titel=Interaktive Karte "Jüdische Gemeinden in Bayern" |hrsg=Peter Athmann/Israel Schwierz |zugriff=2012-06-20}}</ref>

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in Großstädten der [[Islam]]. Viele [[Moschee]]gemeinden versuchen, ihre bisherigen [[Hinterhofmoschee]]n durch repräsentative Neubauten zu ersetzen.
Eine Studie des [[Bundesministerium des Innern|Bundesministeriums des Innern]] beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf ungefähr 4&nbsp;Prozent (etwa 13&nbsp;Prozent der in Deutschland wohnhaften Muslime).<ref>Anne Kuhl: {{Webarchiv|url=http://www.deutsche-islam-konferenz.de/nn_1325560/SubSites/DIK/DE/Magazin/ZahlenDatenFakten/ZahlMLD/zahl-mld-inhalt.html|wayback=20110817065015|text=''Etwa vier Millionen Muslime in Deutschland''}}. In: ''deutsche-islam-konferenz.de'', 6. August 2009. Abgerufen am 5. April 2017.</ref>

Wie in vielen Gegenden in Deutschland wächst der Anteil [[Konfessionslos|konfessionell ungebundener]] Einwohner in Bayern. So gibt es einen [[Humanistischer Verband Bayern|Humanistischen Verband Bayern]], Landesverband im [[Humanistischer Verband Deutschlands|Humanistischen Verbands Deutschlands]]. Dieser versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.hvd-bayern.de/index.php?q=inhalt/%C3%BCber-uns | wayback=20131109103839 | text=Selbstdarstellung des HVD Bayern}}.</ref> Der Verband, der im März 2007 eine Zahl von 1.800 Mitgliedern ausgewiesen hatte,<ref>[http://www.hvd-bayern.de/index.php?q=node/25 Webseite des HVD Bayern].</ref> ist in Bayern unter anderem Träger des Humanistischen [[Lebenskundeunterricht]]s, er betreibt seit 2008 eine Grundschule in freier Trägerschaft<ref>[http://www.humanistische-schule.de/ Humanistische Grundschulen in Fürth und München].</ref> sowie über ein Dutzend Kindertagesstätten.<ref>[http://www.hvd-kitas.de/ Humanistische Kindertagesstätten in Bayern].</ref> Er unterhält ferner ein eigenes Sozialwerk und den [[Turm der Sinne]] in Nürnberg.

Besonders in Ballungszentren gibt es kleinere [[Buddhismus|buddhistische]], [[Aleviten|alevitische]], [[Bahaitum|bahaiistische]] und [[Hinduismus|hinduistische]] Gemeinden, [[Königreichssaal|Königreichssäle]] der [[Zeugen Jehovas]] und Kirchen kleinerer christlicher Kirchen wie den [[Siebenten-Tags-Adventisten]]. Zuflucht gefunden etwa in München hat die fast ausgestorbene Religionsgemeinschaft der [[Mandäer|mandäischen]] Gemeinde. Aufgrund des Konflikts mit dem deutschen Staat wegen der Schulpflicht gerieten die [[Zwölf Stämme (Glaubensgemeinschaft)|Zwölf Stämme]] bei Nördlingen negativ in die Schlagzeilen.

=== Bevölkerungsreichste Städte ===
{| class="wikitable zebra float-right" style="text-align:right;"
|-
|+ Bevölkerungsreichste Städte des Freistaates Bayern ([[Mittelstadt|Große Mittelstädte]] mit mehr als 50.000 Einwohner)<ref>[https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung]</ref>
|- class="hintergrundfarbe5"
! Rang (2017)
! Stadt
! Einwohner am<br />31. Dez. 2000
! Einwohner am<br />31. Dez. 2017
! Veränderung<br />2000–2017 in Prozent
|-
| 1.
| style="text-align:left"| [[München]], Landeshauptstadt
| 1.210.223
| 1.456.039
| +20,3
|-
| 2.
| style="text-align:left"| [[Nürnberg]]
| 488.400
| 515.201
| +5,5
|-
| 3.
| style="text-align:left"| [[Augsburg]]
| 254.982
| 292.851
| +14,9
|-
| 4.
| style="text-align:left"| [[Regensburg]]
| 125.676
| 150.894
| +20,1
|-
| 5.
| style="text-align:left"| [[Ingolstadt]]
| 115.722
| 135.244
| +16,9
|-
| 6.
| style="text-align:left"| [[Würzburg]]
| 127.966
| 126.635
| −1,0
|-
| 7.
| style="text-align:left"| [[Fürth]]
| 110.477
| 126.526
| +14,5
|-
| 8.
| style="text-align:left"| [[Erlangen]]
| 100.778
| 110.998
| +10,1
|-
| 9.
| style="text-align:left" | [[Bamberg]]
| 69.036
| 77.179
| +11,8
|-
| 10.
| style="text-align:left" | [[Bayreuth]]
| 74.153
| 73.999
| −0,2
|-
| 11.
| style="text-align:left"| [[Landshut]]
| 58.746
| 71.193
| +21,2
|-
| 12.
| style="text-align:left"| [[Aschaffenburg]]
| 67.592
| 69.928
| +3,5
|-
| 13.
| style="text-align:left"| [[Kempten (Allgäu)]]
| 61.389
| 68.330
| +11,3
|-
| 14.
| style="text-align:left"| [[Rosenheim]]
| 58.908
| 63.080
| +7,1
|-
| 15.
| style="text-align:left"| [[Neu-Ulm]]
| 50.188
| 57.727
| +15,0
|-
| 16.
| style="text-align:left"| [[Schweinfurt]]
| 54.325
| 53.437
| −1,6
|-
| 17.
| style="text-align:left"| [[Passau]]
| 50.536
| 51.781
| +2,5
|-
| colspan="5" style="text-align:left"| <small>Anmerkung: Alle aufgeführten Städte&nbsp;– außer Neu-Ulm&nbsp;– sind [[Kreisfreie Stadt|kreisfrei]].</small>
|}
Größte Stadt sowie einzige Millionenstadt und [[Weltstadt]] Bayerns ist die Landeshauptstadt München mit rund 1,45&nbsp;Millionen Einwohnern. Sie ist deutschlandweit die drittgrößte Stadt und die zwölftgrößte Stadt der Europäischen Union. Sie ist die größte [[Kreisfreie Stadt|Stadt]] Deutschlands, die kein [[Stadtstaat]] ist. Zudem ist München mit rund 4670&nbsp;Einwohnern je Quadratkilometer (Dezember 2015) die am [[Liste deutscher Gemeinden, nach der Bevölkerungsdichte geordnet|dichtesten bevölkerte Gemeinde Deutschlands]] sowie mit {{Höhe|519|DE-NN|link=true}} dessen höchstgelegene [[Großstadt]]. Nürnberg ist mit seinen rund 510.000&nbsp;Einwohnern die bayernweit zweitgrößte Stadt und belegt deutschlandweit den 14. Platz. Augsburg ist die bayernweit drittgrößte Stadt belegt den deutschlandweit 23. Platz. In Bayern gibt es insgesamt acht Großstädte. Jüngste Großstadt (mindestens 100.000&nbsp;Einwohner) Bayerns ist Fürth (seit 1990), das zuvor bereits von 1951 bis 1956 und von 1972 bis 1976 eine Großstadt war. Nürnberg bildet zusammen mit [[Erlangen]], [[Fürth]] und [[Schwabach]] ein ausgeprägtes Städteband. [[Metropolregion]]en in Bayern stellen die [[Metropolregion München]], die [[Metropolregion Nürnberg]] und das [[Rhein-Main-Gebiet]] dar.

=== Gesundheitswesen ===
In Bayern gibt es über 400 [[Krankenhaus|Krankenhäuser]], davon fünf [[Universitätsklinikum|Universitätskliniken]]. Sie verfügen insgesamt über rund 73.000&nbsp;Betten und rund 4.000&nbsp;teilstationäre. Etwa 60 Prozent[NBSP] der Krankenhäuser befinden sich in öffentlicher Trägerschaft.<ref>[https://www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/krankenhaeuser/krankenhaeuser-in-bayern/ ''Krankenhäuser in Bayern''], [[Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege]], abgerufen am 24. Mai 2016</ref> In Bayern gibt es zudem über 3200&nbsp;Apotheken<ref>[https://www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/apotheken-arzneimittelversorgung/ ''Apotheken und Arzneimittelversorgung in Bayern''], Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, abgerufen am 24. Mai 2016</ref> und rund 60.000&nbsp;Ärzte.<ref>[http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2015/Stat15AbbTab.pdf Tabelle 2: Bundesärztekammer, abgerufen am 24. Mai 2016, Stand: 2015]</ref> Die Arztdichte beträgt 208&nbsp;Einwohner je Arzt, damit hat Bayern nach dem [[Saarland]] einen Spitzenwert unter den Flächenländern.<ref>[http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2015/Stat15AbbTab.pdf Abbildung 2: Bundesärztekammer, abgerufen am 24. Mai 2016]</ref> Dennoch wird vor den Folgen eines [[Ärztemangel]]s in Bayern, vor allem auf dem Land und unter Fachärzten, gewarnt.<ref>{{Webarchiv|text=''Ärztemangel in Bayern. Kein Ende in Sicht!'' |url=https://www.br.de/nachrichten/aktuelles/arzt-zahlen-bayern-100.html |wayback=20161214121633}}, Bayerischer Rundfunk vom 12. Januar 2016.</ref> Die meisten Bewohner Bayerns sind bei der [[AOK Bayern]] krankenversichert.

=== Sprache und Dialekt ===
{{Hauptartikel|Dialekte in Bayern}}

[[Amtssprache|Amts-]] und [[Verkehrssprache]] ist [[Deutsche Sprache|Deutsch]]. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw.[ABBREVIATION] den entsprechenden [[Migrationshintergrund]] haben.

In Bayern dominieren Dialekte der oberdeutschen Dialektfamilie. Daneben werden räumlich eng begrenzt mitteldeutsche Mundarten gesprochen.

Die Dialekte in Bayern lassen sich folgenden Dialektgruppen zuordnen (von Nord nach Süd):

''[[Mitteldeutsche Dialekte]]:''
* [[Rheinfränkisch]] als [[Südhessisch]] um [[Aschaffenburg]] (Unterfranken)
* [[Thüringisch-Obersächsisch]] als [[Südostthüringisch]] in [[Ludwigsstadt]] ([[Landkreis Kronach]], Oberfranken)

''[[Oberdeutsche Dialekte]]:''
* [[Ostfränkisch]] als [[Mainfränkisch]] und [[Oberfränkisch]] vor allem in den fränkischen Regierungsbezirken
* [[Bairische Dialekte|Bairisch]] als [[Nordbairisch|Nord-]] und [[Mittelbairisch]], am Rand zu [[Tirol (Bundesland)|Tirol]] [[Südbairisch]], vor allem in [[Altbayern]]
* [[Alemannische Dialekte|Alemannisch]] als [[Schwäbischer Dialekt|Schwäbisch]] und [[Niederalemannisch]] vor allem im Regierungsbezirk Schwaben

Zwischen diesen Mundarträumen bestehen nicht zu unterschätzende Übergangsgebiete, die sich nicht ohne Bruch einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fränkische (etwa [[Nürnberg]] und Umgebung), bairisch-schwäbische (unter anderem [[Lechrain]]) und schwäbisch-fränkische (Gebiet um [[Dinkelsbühl]] und [[Hesselberg]]gebiet) Übergangsgebiete, in manchen Orten sogar[WORDS?] bairisch-schwäbisch-fränkische Mischdialekte (zum Beispiel [[Treuchtlingen]], [[Eichstätt]]).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders außerhalb der großen Städte, sehr verbreitet, wobei in Ballungsgebieten wie München ein Aussterben der Dialekte zu beobachten ist.

Lexikographisch erfasst werden die bairischen Dialekte durch das [[Bayerisches Wörterbuch|Bayerische Wörterbuch]], die schwäbischen durch das [[Schwäbisches Wörterbuch|Schwäbische Wörterbuch]] und die ostfränkischen durch das [[Fränkisches Wörterbuch|Fränkische Wörterbuch]], wozu noch zahlreiche Wörterbücher über Orts- und Regionalmundarten kommen. Areallinguistisch werden die Dialekte Bayerns vom [[Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben]], dem [[Sprachatlas von Mittelfranken]], dem [[Sprachatlas von Niederbayern]], dem [[Sprachatlas von Nordostbayern]], dem [[Sprachatlas von Oberbayern]] und dem [[Sprachatlas von Unterfranken]] aufgearbeitet.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

== Politik ==
{{Hauptartikel|Politisches System Bayerns}}

=== Staatsaufbau ===
[[Datei:Bayerische Staatskanzlei Munich 2014 02.jpg|mini|[[Bayerische Staatskanzlei]], München]]
Grundlage der Politik in Bayern ist die durch [[Referendum|Volksabstimmung]] am 1.&nbsp;Dezember 1946 angenommene [[Verfassung des Freistaates Bayern]]. Die Verfassung trat am 8.&nbsp;Dezember 1946 in Kraft. Bayern ist demnach [[Freistaat (Republik)|Freistaat]] ([[Republik]]) und [[Volksstaat]] ([[Demokratie]]). Seit dem 1.&nbsp;Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches [[Einkammersystem]].

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim [[Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]], dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem [[Bayerischer Senat|Senat]] eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8.&nbsp;Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land mit einer zweiten Kammer. Sie hatte jedoch nur bedingten Einfluss, weil sie keine Gesetze einbringen durfte, sondern nur das Recht der Mitwirkung besaß.

Die [[Bayerische Staatsregierung|Staatsregierung]] wird vom [[Bayerischer Ministerpräsident|Bayerischen Ministerpräsidenten]] geführt. Er leitet die Geschäfte, bestimmt die Richtlinien der Politik, vertritt Bayern nach außen und ernennt die Staatsminister und -sekretäre.

Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen durch [[Volksgesetzgebung in Bayern|Volksbegehren und Volksentscheid]] beschlossen werden. Zwingend notwendig ist ein Volksentscheid bei jeder Änderung der [[Verfassung des Freistaates Bayern|Bayerischen Verfassung]].

{{Siehe auch|Bayerischer Ministerpräsident|Gesetzgebungsverfahren in Bayern}}

=== Legislative ===
{{Hauptartikel|Bayerischer Landtag|Ergebnisse der Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland#Landtag in Bayern|titel1=Ergebnisse der Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland|Landtagswahlen in Bayern|Bayerisches Landtagswahlsystem}}

[[Datei:Bayerischer Landtag Logo.svg|mini|Bayerischer Landtag]]
{{Sitzverteilung
| float = right
| Beschriftung = Sitze
| Bildbeschreibung = Sitzverteilung der 17. Wahlperiode des Bayerischen Landtages seit 2013
|GRÜNE|SPD|FW(BV)|Sonstige|FDP|CSU
| SPD = 42
| GRÜNE = 18
| FW(BV) = 19
| CSU = 101
}}

Der Bayerische Landtag ist das [[Landesparlament]] des Freistaates Bayern. Sein Sitz ist das [[Maximilianeum]] in München. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Im Bayerischen Landtag sind vier Parteien vertreten. Nach der [[Landtagswahl in Bayern 2013|Wahl vom 15. September 2013]] ergaben sich folgende [[Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (17. Wahlperiode)|Sitzverteilung und Stimmenanteile]] (insgesamt 180 Sitze):<ref>[http://www.landtagswahl2013.bayern.de/taba2990.html Wahl zum 17. Bayerischen Landtag am 15. September 2013 – Erst- und Gesamtstimmen (absolut und in Prozent) sowie deren Veränderung gegenüber 2008]. Der Landeswahlleiter des Freistaates Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 9. November 2014.</ref>

{| class="wikitable zebra" style="text-align:right;"
|-
|+ Wahl zum Bayerischen Landtag am 15.&nbsp;September 2013
|- class="hintergrundfarbe5"
! Partei !! Stimmenanteil<br />in Prozent !! Sitze !! Veränderung gegenüber<br />2008 in Prozent
|-
| style="text-align:left"| [[Christlich-Soziale Union in Bayern|Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)]] || 47,7 || 101 || +4,3
|-
| style="text-align:left"| [[BayernSPD|Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)]] || 20,6 || 42 || +2,0
|-
| style="text-align:left"| [[Freie Wähler Bayern|Freie Wähler (FW)]] || 9,0 || 19 || −1,2
|-
| style="text-align:left"| [[Bündnis 90/Die Grünen Bayern|Bündnis 90/Die Grünen (Grüne)]] || 8,6 || 18 || −0,8
|-
| style="text-align:left"| [[FDP Bayern|Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP)]] || 3,3 || – || −4,7
|-
| style="text-align:left"| [[Die Linke|Die Linke (Linke)]] || 2,1 || – || −2,2
|-
| style="text-align:left"| [[Bayernpartei|Bayernpartei (BP)]] || 2,1 || – || +1,0
|-
| style="text-align:left"| [[Ökologisch-Demokratische Partei|Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)]] || 2,0 || – || ±0,0
|-
| style="text-align:left"| Andere || 2,6 || – || −0,4
|}

=== Exekutive ===
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F011950-0010, Hans Ehard.jpg|mini|[[Hans Ehard]], erster gewählter Ministerpräsident Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg]]
{{Hauptartikel|Bayerische Staatsregierung}}

Die Staatsregierung ist die oberste Behörde des Freistaates Bayern. Der vom Landtag gewählte Ministerpräsident beruft und entlässt die Staatsminister und die Staatssekretäre mit Zustimmung des Landtags. Er weist den Staatsministern einen Geschäftsbereich oder eine Sonderaufgabe zu, den diese nach dem [[Ressortprinzip]] und den vom Ministerpräsidenten bestimmten Richtlinien der Politik ([[Richtlinienkompetenz]]) eigenverantwortlich verwalten. Die Staatssekretäre sind gegenüber ihren Staatsministern weisungsgebunden. Die [[Bayerische Staatskanzlei]] unterstützt den Ministerpräsidenten und die Staatsregierung in ihren verfassungsmäßigen Aufgaben. Die verfassungsrechtliche Höchstgrenze der 18 Mitglieder im Kabinett der Staatsregierung wird meist voll ausgeschöpft.

[[Datei:Oberlandesgericht München 2014.jpg|mini|links|hochkant|Der [[Bayerischer Verfassungsgerichtshof|Bayerische Verfassungsgerichtshof]] ist im [[Neues Justizgebäude (München)|Neuen Justizgebäude]] in München untergebracht.]]

=== Judikative ===
{{Hauptartikel|Liste der Gerichte des Freistaats Bayern}}
Das oberste bayerische Gericht ist der [[Bayerischer Verfassungsgerichtshof|Bayerische Verfassungsgerichtshof]]. Des Weiteren gibt es diverse obere Landesgerichte, darunter drei Oberlandesgerichte in [[Oberlandesgericht München|München]], [[Oberlandesgericht Nürnberg|Nürnberg]] und [[Oberlandesgericht Bamberg|Bamberg]], den [[Bayerischer Verwaltungsgerichtshof|Bayerischen Verwaltungsgerichtshof]], zwei Landesarbeitsgerichte ([[Landesarbeitsgericht München|München]] und [[Landesarbeitsgericht Nürnberg|Nürnberg]]), das [[Bayerisches Landessozialgericht|Bayerische Landessozialgericht]] sowie die restliche [[Judikative]]. Das [[Bayerisches Oberstes Landesgericht|Bayerische Oberste Landesgericht]] als oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1.&nbsp;Juli 2006 aufgelöst, zum 15. September 2018 wiedererrichtet, jedoch mit weniger Kompetenzen.<ref>https://www.zeit.de/2018/40/bayrisches-oberstes-landesgericht-justiz-identitaet-bayern/komplettansicht?cid=22442130#cid-22442130</ref>

=== Wahlrecht ===
[[Datei:Westseite des Maximilianeum, 2013.jpg|mini|Das bayerische Landtagsgebäude ([[Maximilianeum]]) in München]]
Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das [[Bayerisches Wahlsystem|bayerische Wahlrecht]] mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk ([[Stimmkreis]]) die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch[FILLWORD?] ihre Partei die Hürde von fünf&nbsp;Prozent erreicht hat.

Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die [[Erststimme]] über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die [[Zweitstimme]] bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen wählt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugutekommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die Möglichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegenüber den von den Parteien aufgestellten Listen ändern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die Möglichkeit des [[Kumulieren]]s („Häufeln“, bis zu drei Stimmen können für einen Kandidaten abgegeben werden) und des [[Panaschieren]]s (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

{{Siehe auch|Liste der Wahl- und Stimmkreise in Bayern|Wahlkreis (Bayern)}}

=== Direkte Demokratie ===
[[Datei:Volksgesetzgebungsverfahren DE BY.png|mini|Aufbau des dreistufigen Volksgesetzgebungsverfahrens im Land Bayern]]
{{Hauptartikel|Direkte Demokratie in Bayern|Volksgesetzgebung in Bayern}}

In Bayern gibt es zahlreiche [[Direkte Demokratie|direktdemokratische Elemente]]. Neben [[Volksbegehren (Deutschland)|Volksbegehren]] und [[Volksentscheid]] auf Landesebene wurde am 1.&nbsp;Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die [[Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in Bayern|direkte Demokratie auf Kommunalebene]] eingeführt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar verschärft (unter anderem durch Einführung eines Abstimmungsquorums), dennoch initiieren die Bayern jährlich rund 100 [[Bürgerentscheid]]e.

=== Landräte und Bürgermeister ===
Bei den Kommunalwahlen sind die drei größten Kräfte meist CSU, SPD und Freie Wähler. Von den 71 [[Landrat (Deutschland)|Landräten]] werden 50 von der CSU, 6 von der SPD, 13 von den Freien Wählern und zwei von den Grünen gestellt; fünf Landräte sind weiblich.<ref>[http://www.wahlen.bayern.de/kw/lr.php?sort=geschlecht&richtung=desc ''Kommunalwahlen in Bayern. Landräte/-rätinnen in den Landkreisen Bayerns''], abgerufen am 25. Mai 2016</ref> Von den [[Oberbürgermeister]]n der 25 kreisfreien Städte werden elf von der CSU und elf von der SPD, darunter in Nürnberg ([[Ulrich Maly]]) und München ([[Dieter Reiter]]) gestellt. Ferner sind je ein CDU-Mitglied, eine Parteilose und ein Kandidat der Wählervereinigung [[Bayreuther Gemeinschaft]] ins Amt gewählt worden. Die letzte [[Kommunalwahlen in Bayern 2014|Bayerische Kommunalwahl]] fand am 16.&nbsp;März 2014 statt.

{{Siehe auch|Kommunalwahlrecht (Bayern)|Bürgermeister#Bayern}}

=== Parteienlandschaft ===
Die Parteienlandschaft im Freistaat Bayern weist Merkmale auf, die in der übrigen Bundesrepublik nicht vorhanden sind: die [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]] als [[Volkspartei (Parteityp)|Volkspartei]] ist mit keinem eigenen Landesverband vertreten und nimmt nicht an Wahlen teil. Stattdessen überlässt sie der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] als [[Schwesterpartei]] den Vortritt. Ungewöhnlich für ein deutsches Flächenland ist auch[FILLWORD?], dass die CSU seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt; des Öfteren in Verbindung mit einer absoluten Mehrheit im Landtag.

Die [[BayernSPD|SPD]] hat in Bayern den geringsten Zuspruch aller SPD-Landesverbände. Sie war die größte Oppositionspartei mit einem Fünftel bis zu einem Drittel der Stimmen bei Landtagswahlen bis zur [[Landtagswahl in Bayern 2018]]. Bei dieser Wahl erreichte sie nur noch knapp 10 % und wurde damit nach CSU, Grünen (17,5 %), den Freien Wählern und der AfD. Hingegen zogen in der Vergangenheit die [[Bündnis 90/Die Grünen Bayern|bayerischen Grünen]] stets mit etwas unter zehn&nbsp;Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Bei der letzten Landtagswahl erhielten sie erstmals sechs Direktma date.
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern und zur Bundesebene ziehen in Bayern die [[Freie Wähler Bayern|Freien Wähler]] regelmäßig ins Landesparlament ein, während [[Die Linke]], die [[Piratenpartei Bayern|Piratenpartei]] und die [[FDP Bayern|FDP]] politisch kaum eine Rolle spielen und nur selten bzw.[ABBREVIATION] noch nie in den Landtag gewählt wurden.
Der [[Alternative für Deutschland|AfD]] gelang es 2018, als sie das erste Mal zur Wahl antrat, in den neuen bayrischen Landtag einzuziehen.

In Bayern sind mehrere [[Regionalpartei]]en aktiv. Die [[Bayernpartei]] z.&nbsp;B. setzt sich für die Möglichkeit einer Volksabstimmung über den Austritt Bayerns aus dem deutschen Staatsverband ein. Während sie in den 1950er und 1960er Jahren in den Landtag und Bundestag einzog und sich von 1962 bis 1966 an der Staatsregierung beteiligte, verlor diese Partei nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag vollkommen an Bedeutung. 2009 gründete sich in Bamberg die [[Partei für Franken]], eine [[Regionalpartei|regionale]] [[Kleinpartei]], die sich unter anderem für eine bessere wirtschaftliche Gleichstellung Frankens innerhalb des Freistaates einsetzt.<ref>[http://www.partei-fuer-franken.de/grundsatzprogramm#Grundwerte Partei für Franken: Grundsatzprogramm] (abgerufen am 23. Mai 2014).</ref> Außer bei den Kommunalwahlen 2014 konnte diese Partei bisher keine besonderen Wahlerfolge vorweisen.

=== Partner- und Patenschaften ===
Am 5.&nbsp;Juni 1954 übernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung unter [[Hans Ehard]] die Patenschaft für die [[Deutschböhmen und Deutschmährer|sudetendeutsche Volksgruppe]], die nach der [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei]] in die Bundesrepublik zogen.

Mit folgenden Partnerregionen pflegt der Freistaat Bayern Kontakte:<ref>{{Webarchiv|url=http://www.bayern.de/staatsregierung/bayern-in-der-welt/bayern-global/ |wayback=20170408070805 |text=''BAYERN.GLOBAL.''}} In: ''bayern.de''.</ref>

* seit 1987: {{CHN|#}} [[Shandong]], [[Volksrepublik China]]
* seit 1989: {{CAN|#}} [[Québec]], [[Kanada]]
* seit 1995: {{RSA|#}} [[Westkap]], [[Südafrika]]
* seit 1995: {{RSA|#}} [[Gauteng]], Südafrika
* seit 1997: {{BRA|#}} [[São Paulo (Bundesstaat)|São Paulo]], [[Brasilien]]
* seit 2004: {{CHN|#}} [[Guangdong]], Volksrepublik China
* seit 2007: {{IND|#}} [[Karnataka]], [[Indien]]
* seit 2007: {{USA|#}} [[Georgia]], [[Vereinigte Staaten]]

=== Staatsverschuldung ===
[[Datei:By schulden.svg|mini|Schuldenentwicklung in Bayern]]
Die [[Staatsverschuldung]] des Freistaates Bayern entwickelte sich wie auf [[Bundesebene]] und in anderen Bundesländern langfristig nach oben. Seit 2011 werden jährlich Schulden getilgt. 1992 lagen die Schulden noch bei rund 15&nbsp;Milliarden, 2010 wurde ein Höchststand von 29&nbsp;Milliarden erreicht. 2016 waren es 19&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro Schulden.<ref name="ReferenceA">[https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/data;jsessionid=988D4B143D361B88BF38AF5264DD6564.tomcat_GO_2_2?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=2&levelid=1474280191611&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&selectionname=71321-0006&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf Schulden der öffentlichen Gesamthaushalte: Bundesländer]</ref> Die Staatsregierung möchte mittelfristig bis 2030 alle Schulden tilgen.

=== Innere Sicherheit ===
{{Hauptartikel|Polizei Bayern|Liste der Justizvollzugsanstalten in Bayern}}

Die bayerische Polizei ist der größte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807&nbsp;Straftaten statistisch erfasst. 428.766&nbsp;Fälle (64,3&nbsp;Prozent) konnten aufgeklärt, 305.711&nbsp;Tatverdächtige ermittelt werden. Dies stellt die höchste Aufklärungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhält mit der [[Polizeihubschrauberstaffel Bayern]] außerdem die größte Polizeihubschrauberstaffel einer [[Landespolizei (Deutschland)|Landespolizei]].

=== Militär ===
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-64549-0006, Sonthofen, Generalslehrgang, Besuch Blank.jpg|mini|[[Wilhelm Hoegner]] und [[Theodor Blank]] beim Besuch eines Offizierslehrgang in [[Sonthofen]] am 15. Mai 1956]]
Eine [[Bayerische Armee]] existierte als stehendes Heer von 1682 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1919. Über eine gewisse Eigenständigkeit verfügte bis 1924 die [[Bayerische Reichswehr]]. In der Gegenwart hat die [[Bundeswehr]] rund 60&nbsp;Standorte in Bayern mit insgesamt 50.700&nbsp;Dienstposten, im Zuge der [[Neuausrichtung der Bundeswehr]] schließen in Bayern drei Standorte und die Anzahl an Dienstposten sinkt auf 31.000. Größte Kaserne Bayerns ist die [[Hochstaufen-Kaserne]] in [[Bad Reichenhall]].<ref>Bundeswehr in Bayern, Stand 2011</ref>

In München und Würzburg befinden sich [[Bundeswehrfachschule]]n. Die aus der [[Division Süd]] entstandene [[10. Panzerdivision (Bundeswehr)|10. Panzerdivision der Bundeswehr]] sitzt in [[Veitshöchheim]]. In München haben die [[Sanitätsakademie der Bundeswehr]], das [[Truppendienstgericht Süd]] und die [[Universität der Bundeswehr München|Universität der Bundeswehr]], in [[Erding]] das [[Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und Betriebsstoffe]] ihren Sitz. Oberste Kommandobehörde Bayerns ist das [[Landeskommando Bayern]]. Im Freistaat gibt es über 150.000 verbandlich organisierte [[Reservist]]en.<ref>[http://www.kommando.streitkraeftebasis.de/portal/a/kdoskb/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK94uyk-OyUfL2S1KKixNK0dL0cIC-pUq80NSm1qDSvWL8g21ERAEsFi5s!/ ''Über uns''], Landeskommando Bayern, abgerufen am 24. Mai 2016</ref>

In Bayern gibt es zahlreiche [[Ausländische Militärbasen in Deutschland#Bayern|ausländische Militärbasen]]. Drittgrößter Truppenübungsplatz Europas ist der [[Truppenübungsplatz Grafenwöhr]].

=== Bayern in Europa ===
[[Datei:Institutsgebäude Dezember2010.jpg|mini|Institutsgebäude der Bayerischen Vertretung bei der EU (2010)]]
Mit der Verbindung zur [[Europäische Union|Europäischen Politik und Verwaltung]] ist der [[Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen|Bayerische Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen]] [[Georg Eisenreich]] betraut. Die Bayerische Staatskanzlei besitzt eine [[Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union|Vertretung bei der Europäischen Union]] in [[Brüssel]].<ref>[https://www.bayern.de/staatsregierung/bayern-in-europa/ ''Bayern in Brüssel''], abgerufen am 12. August 2018.</ref>

Bayern hat viele Beziehungen und Kooperationen zu den europäischen Nachbarstaaten, unter anderem zur Koordinierung der Alpen- und Donaupolitik. Der Freistaat Bayern wird durch Politiker im [[Ausschuss der Regionen]] vertreten. Dem [[Europäisches Parlament|Europäischen Parlament]] gehören zwölf Abgeordnete aus Bayern an: fünf von der CSU, drei von der SPD jeweils[FILLWORD?] einer von Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, ÖDP und Linkspartei.

Der Freistaat Bayern erhält zahlreiche Förderungen von der EU, etwa 495&nbsp;Millionen&nbsp;Euro aus dem [[Europäischer Fonds für regionale Entwicklung|Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung]] (EFRE)<ref>{{Internetquelle |url=https://www.efre-bayern.de/ |titel=Europäischer Fonds für regionale Entwicklung in Bayern |werk=efre-bayern.de |hrsg=Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie |zugriff=2018-08-12}}</ref> und knapp 300&nbsp;Millionen&nbsp;Euro aus dem [[Europäischer Sozialfonds|Europäischen Sozialfonds]] (ESF),<ref>{{Internetquelle |url=http://www.esf.bayern.de/esf/bayern/index.php |titel=Der ESF in Bayern |werk=esf.bayern.de |hrsg=Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales |zugriff=2018-08-12}}</ref> jeweils[FILLWORD?] in der Förderperiode 2014 bis 2020.

=== Bayern im Bund ===
[[Datei:Bayerische Vertretung Berlin2008 3.jpg|mini|Bayerische Vertretung in Berlin]]
Im [[Bundesrat (Deutschland)|Bundesrat]] hat Bayern ebenso wie [[Niedersachsen]], [[Baden-Württemberg]] und [[Nordrhein-Westfalen]] die höchstmögliche Anzahl von sechs Stimmen. Vertreten wird Bayern durch den Ministerpräsidenten [[Markus Söder]] sowie [[Ilse Aigner]], [[Winfried Bausback]], [[Albert Füracker]], [[Florian Herrmann]], [[Joachim Herrmann (Politiker, 1956)|Joachim Herrmann]].<ref>{{Internetquelle |url=https://www.bundesrat.de/DE/bundesrat/laender/by/by-node.html |titel=Bundesrat – Mitglieder des Freistaats Bayern |zugriff=2018-08-12}}</ref> Die Arbeit im Bundesrat wird von der [[Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund]] koordiniert. Für Bundesangelegenheiten zuständig ist im bayerischen Kabinett Florian Herrmann.

=== Konsulate ===
Die wirtschaftliche Bedeutung Bayerns für den [[Außenwirtschaft|Außenhandel]] der Bundesrepublik [[Deutschland]] sowie die Bedeutung als wichtiges Zentrum von Industrie, Handel und Logistik, als Sitz von ausländischen Unternehmen und mit einer Bevölkerung, in der zahlreiche verschiedene Staatsangehörigkeiten vertreten sind, hat dazu geführt, dass auf dem Gebiet des Freistaats Bayern 115 Staaten mit ihren [[Konsul]]aten (Juni 2015) vertreten sind. Darunter sind 42 berufs- sowie 73 [[honorarkonsul]]arische Vertretungen.<ref>Bayerische Staatskanzlei: ''Die Welt in Bayern. Konsulate im Freistaat'', München 2015, S. 12 (als [https://www.bayern.de/wp-content/uploads/2015/07/STK_Die-Welt-in-Bayern.pdf PDF] herunterladbar)</ref> Die meisten Vertretungen befinden sich in München und seinem Umland. Ferner sind ausländische Vertretungen in Nürnberg, Fürth und Regensburg vorhanden. [[Doyen]] des bayerischen [[Corps Consulaire]] ist der italienische Generalkonsul [[Filippo Del Murgo|Filippo Scammacca Del Murgo]].<ref>Bayerische Staatskanzlei: ''Die Welt in Bayern. Konsulate im Freistaat'', München 2015, S. 6 (als [https://www.bayern.de/wp-content/uploads/2015/07/STK_Die-Welt-in-Bayern.pdf PDF] herunterladbar)</ref>

=== Auszeichnungen ===
[[Datei:Maximiliaansorde 1980.jpg|mini|hochkant|Der Maximiliansorden]]
[[Datei:Muenchen 7477-Michelides.jpg|mini|hochkant|Die bayerische Fahne an der [[Bayerische Staatsoper|Bayerischen Staatsoper]] in München]]
Die höchste Auszeichnung, die der Freistaat Bayern verleiht, ist der 1853 gestiftete [[Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst|Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst]]. Zur Anerkennung für hervorragende Verdienste werden etwa der [[Bayerischer Verdienstorden|Bayerische Verdienstorden]], die [[Bayerische Verfassungsmedaille]] und zahlreiche weitere Orden, Medaillen und Ehrenzeichen verliehen. Auf Vorschlag von Jurys verleiht der Freistaat zahlreiche Auszeichnungen wie etwa der [[Bayerischer Filmpreis|Bayerische Filmpreis]] oder der [[Bayerischer Printmedienpreis|Bayerische Printmedienpreis]].

== Hoheitliche Symbole ==
{{Hauptartikel|Bayerisches Staatswappen|Staatsflagge Bayerns|Bayernhymne}}
Das [[Bayerisches Staatswappen|Bayerische Staatswappen]] besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der [[Bayerischer Löwe|goldene Löwe]], ursprünglich mit der [[wittelsbach]]ischen Pfalz am Rhein verbunden, steht für die Oberpfalz, der „[[Fränkischer Rechen|fränkische Rechen]]“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Der weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die [[Volkskrone]] bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität. Das Kleine Staatswappen zeigt die bayerischen Rauten und die Volkskrone. Als [[Wappenzeichen]] fungieren die bayerischen Rauten und der fränkische Rechen.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte [[Staatsflagge]]n, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten. Die gleichen weiß-blauen Rauten sind in vielen Städte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen [[Kurpfalz]] zu finden, da die Wittelsbacher auch in der Pfalz begütet waren. Ein [[Flaggenstreit]] besteht um die ''[[Frankenfahne]]''.

Die [[Landeshymne]] ist das ''[[Bayernlied]]''. Der Ursprungstext umfasst drei Strophen und wurde von [[Michael Öchsner]] verfasst, die Melodie stammt von [[Konrad Max Kunz]]. Dieser historisch-korrekte Text ist auch[FILLWORD?] heute noch die offizielle Version (ersten beiden Strophen), wird in Schulen gelehrt sowie zu offiziellen und staatlichen Veranstaltungen gespielt. Das Bayernlied (Originalfassung) hat seit 1966 Hymnen-Status der Bundesrepublik Deutschland.

Die [[Bavaria]] (der [[Latinisierung|latinisierte]] Ausdruck für Bayern) ist die weibliche Symbolgestalt Bayerns und tritt als personifizierte [[Allegorie]] für das Staatsgebilde Bayern in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf. Sie stellt damit das säkulare Gegenstück zu [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]] als religiöser [[Patrona Bavariae]] dar. Der [[Bayerischer Löwe|Bayerische Löwe]] ist Symbolfigur des Freistaats Bayern, unter anderem auf Denkmälern und Auszeichnungen. Die [[Landesfarben]] sind weiß-blau.

{{Siehe auch|Liste der Wappen in Bayern}}

{| class="wikitable centered" style="background:#F0F0F0; text-align:center;"
| [[Datei:Coat of arms of Bavaria.svg|130px|Großes Staatswappen]]
| [[Datei:Bayern Wappen.svg|60px|Kleines Staatswappen]]
| [[Datei:Flag of Bavaria (lozengy).svg|120px|Rautenflagge]]
| [[Datei:Flag of Bavaria (striped).svg|120px|Streifenflagge]]
| [[Datei:Landessymbol Freistaat Bayern.svg|70px|Landessymbol „Freistaat Bayern“]]
| [[Datei:Landessymbol Freistaat Bayern – Franken.svg|70px|Landessymbol „Freistaat Bayern“ – Franken]]
|-
| Großes Staatswappen
| Kleines Staatswappen
| Staatsflagge (Rautenflagge)
| Staatsflagge (Streifenflagge)
| Landessymbol „Freistaat Bayern“
| Wappen Frankens
|}

== Verwaltungsgliederung ==
{{Hauptartikel|Verwaltungsgliederung Bayerns}}

{{Imagemap Bayern1|Bavaria, administrative divisions (government districts only) - de - [GS?]colored.svg|mini|300px|rechts|Die bayerischen Regierungsbezirke, deckungsgleich mit den Bezirken}}

=== Regierungsbezirke und Bezirke ===
Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist für den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, die [[Regierungsbezirk]]e (laut Verfassung ''Kreise'') genannt werden. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein [[Regierungspräsident (Deutschland)|Regierungspräsident]] vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem [[Amtlicher Gemeindeschlüssel|Amtlichen Gemeindeschlüssel (AGS)]] und mit den Abkürzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.

Geographisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die ''[[Bezirk (Bayern)|Bezirke]]'' gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die örtliche Zuständigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale [[Gebietskörperschaft (Deutschland)|Gebietskörperschaften]] des öffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene über den [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] (erste Ebene) und [[Landkreis]]en (zweite Ebene). Sie sind Selbstverwaltungskörperschaften und haben daher demokratisch gewählte Verwaltungsorgane, den [[Bezirkstag (Bayern)|Bezirkstag]], der alle fünf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gewählt wird und einen Bezirkstagspräsidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gewählt wird. Sie können anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis führen.

{{Siehe auch|Liste der Regierungsbezirke Bayerns}}

{| class="wikitable zebra sortable"
|- class="hintergrundfarbe5"
! Regierungsbezirk
! class="unsortable"| Regierung
!Hauptstadt
! [[Amtlicher Gemeindeschlüssel|AGS]]
! Abk.
! Fläche<br />in km²
! Einwohner<br /><small>(31. Dez. 2015)</small><ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?language=de&sequenz=TabelleErgebnis&selectionname=12411-005r |titel=Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bevölkerung: Kreise, Geschlecht, Nationalität, Stichtag |zugriff=2016-10-16}}</ref>
! Einwohner<br />pro km²
|-
| [[Oberbayern]]
| [[Regierung von Oberbayern]]
| [[München]]
| 091 || | OB
| style="text-align:right"| 17.530,21
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|091}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|091}}/17530.21 round 0}}}}
|-
| [[Niederbayern]]
| [[Regierung von Niederbayern]]
| [[Landshut]]
| 092 || | NB
| style="text-align:right"| 10.328,65
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|092}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|092}}/10328.65 round 0}}}}
|-
| [[Oberpfalz]]
| [[Regierung der Oberpfalz]]
| [[Regensburg]]
| 093
| OPf.
| style="text-align:right"| 9.690,19
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|093}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|093}}/9690.19 round 0}}}}
|-
| [[Oberfranken]]
| [[Regierung von Oberfranken]]
| [[Bayreuth]]
| 094
| Ofr.
| style="text-align:right"| 7.231,49
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|094}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|094}}/7231.49 round 0}}}}
|-
| [[Mittelfranken]]
| [[Regierung von Mittelfranken]]
| [[Ansbach]]
| 095
| Mfr.
| style="text-align:right"| 7.244,89
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|095}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|095}}/7244.89 round 0}}}}
|-
| [[Unterfranken]]
| [[Regierung von Unterfranken]]
| [[Würzburg]]
| 096
| Ufr.
| style="text-align:right"| 8.531,40
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|096}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|096}}/8531.40 round 0}}}}
|-
| [[Schwaben (Bayern)|Schwaben]]
| [[Regierung von Schwaben]]
| [[Augsburg]]
| 097
| Schw.
| style="text-align:right"| 9.993,38
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|097}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|097}}/9993.38 round 0}}}}
|- class="sortbottom hintergrundfarbe5" style="border-top:double;"
| Freistaat Bayern
| [[Bayerische Staatsregierung]]
| [[München]]
| 09
| BY
| style="text-align:right"| 70.550,19
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|09}}}}
| style="text-align:right"| {{formatnum:{{#expr:{{Metadaten Einwohnerzahl DE-BY|09}}/70550.19 round 0}}}}
|}

<gallery widths="67" heights="72" caption="Wappen der Bezirke">
Wappen Oberbayern.svg|[[Oberbayern]]
Wappen Bezirk Niederbayern.svg|[[Niederbayern]]
Wappen Oberpfalz.svg|[[Oberpfalz]]
Wappen Bezirk Oberfranken2.svg|[[Oberfranken]]
Mittelfranken Wappen.svg|[[Mittelfranken]]
Unterfranken Wappen.svg|[[Unterfranken]]
Wappen Schwaben Bayern.svg|[[Schwaben (Bayern)|Schwaben]]
</gallery>

=== Planungsregionen ===
{{Hauptartikel|Planungsregionen in Bayern}}

In Bayern gibt es 18 Planungsregionen. Sie sind regionale Planungsräume, in denen nach dem Bayerischen [[Landesentwicklungsprogramm]] ausgewogene Lebens- und Wirtschaftsbeziehungen erhalten oder entwickelt werden sollen. Hierzu wird für jede Region ein [[Regionalplan]] aufgestellt. Die [[Region Donau-Iller]] (15) ist die erste länderübergreifende Planungsregion Deutschlands mit einem östlichen Teil in Bayern und einem westlichen Teil in [[Baden-Württemberg]].

{| width="100%"
|- style="vertical-align:top"
|
Unterfranken:
* [[Bayerischer Untermain]] (1)
* [[Planungsregion Würzburg|Würzburg]] (2)
* [[Planungsregion Main-Rhön|Main-Rhön]] (3)

Mittelfranken:
* [[Planungsregion Nürnberg|Nürnberg]] (7)
* [[Planungsregion Westmittelfranken|Westmittelfranken]] (8)
|
Oberfranken:
* [[Planungsregion Oberfranken-West|Oberfranken-West]] (4)
* [[Planungsregion Oberfranken-Ost|Oberfranken-Ost]] (5)

Oberpfalz:
* (Oberfranken-Ost; 5)
* [[Planungsregion Oberpfalz-Nord|Oberpfalz-Nord]] (6)
* [[Planungsregion Regensburg|Regensburg]] (11)

Niederbayern:
* (Regensburg; 11)
* [[Planungsregion Donau-Wald|Donau-Wald]] (12)
* [[Planungsregion Landshut|Landshut]] (13)
|
Schwaben:
* [[Planungsregion Augsburg|Augsburg]] (9)
* [[Region Donau-Iller|Donau-Iller]] (15)
* [[Planungsregion Allgäu|Allgäu]] (16)

Oberbayern:
* [[Planungsregion Ingolstadt|Ingolstadt]] (10)
* [[Planungsregion München|München]] (14)
* [[Planungsregion Oberland|Oberland]] (17)
* [[Planungsregion Südostoberbayern|Südostoberbayern]] (18)

|[[Datei:Bayern Regionenplanung Uebersicht.svg|mini|hochkant=1.3|Die Planungsregionen]]
|}

=== Landkreise und kreisfreie Städte ===
{{Imagemap Bayern2|Bavaria, administrative divisions - [GS?]de - colored.svg|mini|550px<!--1/2-->|Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern}}
{{Hauptartikel|Liste der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern|Landkreise in Bayern|Liste der Landkreise und Bezirksämter Bayerns}}

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71&nbsp;[[Landkreis]]e und 25&nbsp;[[Kreisfreie Stadt|kreisfreie Städte]].<ref name="PolitischeGliederung">Bayerisches Staatsministerium des Innern: [https://www.verkuendung-bayern.de/allmbl/jahrgang:2013/heftnummer:3/seite:65 ''Verzeichnis der Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften und gemeindefreien Gebiete in Bayern nach dem Stand am 1.&nbsp;Januar 2013'']. Online auf www.verkuendung-bayern.de, abgerufen am 19.&nbsp;Juni 2016.</ref> Die Landkreise und die kreisfreien Städte sind kommunale Gebietskörperschaften mit [[Selbstverwaltungsrecht]]. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den [[Kreistag]] und den [[Landrat (Deutschland)|Landrat]]. Die kreisfreie Stadt handelt durch den [[Stadtrat]] und den [[Oberbürgermeister]]. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberbürgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gewählt ([[süddeutsche Ratsverfassung]]).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die örtliche Zuständigkeit der Unterbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Behörden errichtet, sondern bedient sich durch [[Organleihe]] des Landrates zur Erfüllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbehörde. Bei den kreisfreien Städten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde zur selbstständigen Erledigung übertragen werden.

Flächengrößter Landkreis Bayerns ist der [[Landkreis Ansbach]] (Mittelfranken). Der [[Landkreis München]] (Oberbayern) ist mit rund 330.000&nbsp;Einwohnern der einwohnerstärkste Landkreis des Freistaates. [[Schwabach]] (Mittelfranken) ist Bayerns kleinste kreisfreie Stadt.
{{Absatz}}
{|
| colspan="3"| Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit [[Kfz-Kennzeichen (Deutschland)|Kfz-Kennzeichen]]:
|---
| valign="top"|
# [[Landkreis Aichach-Friedberg|Aichach-Friedberg]] ({{Kfz|DE|09771}})
# [[Landkreis Altötting|Altötting]] ({{Kfz|DE|09171}})
# [[Landkreis Amberg-Sulzbach|Amberg-Sulzbach]] ({{Kfz|DE|09371}})
# [[Landkreis Ansbach|Ansbach]] ({{Kfz|DE|09571}})
# [[Landkreis Aschaffenburg|Aschaffenburg]] ({{Kfz|DE|09671}})
# [[Landkreis Augsburg|Augsburg]] ({{Kfz|DE|09772}})
# [[Landkreis Bad Kissingen|Bad Kissingen]] ({{Kfz|DE|09672}})
# [[Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen|Bad Tölz-Wolfratshausen]] ({{Kfz|DE|09173}})
# [[Landkreis Bamberg|Bamberg]] ({{Kfz|DE|09471}})
# [[Landkreis Bayreuth|Bayreuth]] ({{Kfz|DE|09472}})
# [[Landkreis Berchtesgadener Land|Berchtesgadener Land]] ({{Kfz|DE|09172}})
# [[Landkreis Cham|Cham]] ({{Kfz|DE|09372}})
# [[Landkreis Coburg|Coburg]] ({{Kfz|DE|09473}})
# [[Landkreis Dachau|Dachau]] ({{Kfz|DE|09174}})
# [[Landkreis Deggendorf|Deggendorf]] ({{Kfz|DE|09271}})
# [[Landkreis Dillingen an der Donau|Dillingen an der Donau]] ({{Kfz|DE|09773}})
# [[Landkreis Dingolfing-Landau|Dingolfing-Landau]] ({{Kfz|DE|09279}})
# [[Landkreis Donau-Ries|Donau-Ries]] ({{Kfz|DE|09779}})
# [[Landkreis Ebersberg|Ebersberg]] ({{Kfz|DE|09175}})
# [[Landkreis Eichstätt|Eichstätt]] ({{Kfz|DE|09176}})
# [[Landkreis Erding|Erding]] ({{Kfz|DE|09177}})
# [[Landkreis Erlangen-Höchstadt|Erlangen-Höchstadt]] ({{Kfz|DE|09572}})
# [[Landkreis Forchheim|Forchheim]] ({{Kfz|DE|09474}})
# [[Landkreis Freising|Freising]] ({{Kfz|DE|09178}})
| valign="top"|
# <li value="25"> [[Landkreis Freyung-Grafenau|Freyung-Grafenau]] ({{Kfz|DE|09272}})</li>
# [[Landkreis Fürstenfeldbruck|Fürstenfeldbruck]] ({{Kfz|DE|09179}})
# [[Landkreis Fürth|Fürth]] ({{Kfz|DE|09573}})
# [[Landkreis Garmisch-Partenkirchen|Garmisch-Partenkirchen]] ({{Kfz|DE|09180}})
# [[Landkreis Günzburg|Günzburg]] ({{Kfz|DE|09774}})
# [[Landkreis Haßberge|Haßberge]] ({{Kfz|DE|09674}})
# [[Landkreis Hof|Hof]] ({{Kfz|DE|09475}})
# [[Landkreis Kelheim|Kelheim]] ({{Kfz|DE|09273}})
# [[Landkreis Kitzingen|Kitzingen]] ({{Kfz|DE|09675}})
# [[Landkreis Kronach|Kronach]] ({{Kfz|DE|09476}})
# [[Landkreis Kulmbach|Kulmbach]] ({{Kfz|DE|09477}})
# [[Landkreis Landsberg am Lech|Landsberg am Lech]] ({{Kfz|DE|09181}})
# [[Landkreis Landshut|Landshut]] ({{Kfz|DE|09274}})
# [[Landkreis Lichtenfels|Lichtenfels]] ({{Kfz|DE|09478}})
# [[Landkreis Lindau (Bodensee)|Lindau (Bodensee)]] ({{Kfz|DE|09776}})
# [[Landkreis Main-Spessart|Main-Spessart]] ({{Kfz|DE|09677}})
# [[Landkreis Miesbach|Miesbach]] ({{Kfz|DE|09182}})
# [[Landkreis Miltenberg|Miltenberg]] ({{Kfz|DE|09676}})
# [[Landkreis Mühldorf am Inn|Mühldorf am Inn]] ({{Kfz|DE|09183}})
# [[Landkreis München|München]] ({{Kfz|DE|09184}})
# [[Landkreis Neuburg-Schrobenhausen|Neuburg-Schrobenhausen]] ({{Kfz|DE|09185}})
# [[Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz|Neumarkt in der Oberpfalz]] ({{Kfz|DE|09373}})
# [[Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim|Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim]] ({{Kfz|DE|09575}})
# [[Landkreis Neustadt an der Waldnaab|Neustadt an der Waldnaab]] ({{Kfz|DE|09374}})
| valign="top"|
# <li value="49"> [[Landkreis Neu-Ulm|Neu-Ulm]] ({{Kfz|DE|09775}})</li>
# [[Landkreis Nürnberger Land|Nürnberger Land]] ({{Kfz|DE|09574}})
# [[Landkreis Oberallgäu|Oberallgäu]] ({{Kfz|DE|09780}})
# [[Landkreis Ostallgäu|Ostallgäu]] ({{Kfz|DE|09777}})
# [[Landkreis Passau|Passau]] ({{Kfz|DE|09275}})
# [[Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm|Pfaffenhofen an der Ilm]] ({{Kfz|DE|09186}})
# [[Landkreis Regen|Regen]] ({{Kfz|DE|09276}})
# [[Landkreis Regensburg|Regensburg]] ({{Kfz|DE|09375}})
# [[Landkreis Rhön-Grabfeld|Rhön-Grabfeld]] ({{Kfz|DE|09673}})
# [[Landkreis Rosenheim|Rosenheim]] ({{Kfz|DE|09187}})
# [[Landkreis Roth|Roth]] ({{Kfz|DE|09576}})
# [[Landkreis Rottal-Inn|Rottal-Inn]] ({{Kfz|DE|09277}})
# [[Landkreis Schwandorf|Schwandorf]] ({{Kfz|DE|09376}})
# [[Landkreis Schweinfurt|Schweinfurt]] ({{Kfz|DE|09678}})
# [[Landkreis Starnberg|Starnberg]] ({{Kfz|DE|09188}})
# [[Landkreis Straubing-Bogen|Straubing-Bogen]] ({{Kfz|DE|09278}})
# [[Landkreis Tirschenreuth|Tirschenreuth]] ({{Kfz|DE|09377}})
# [[Landkreis Traunstein|Traunstein]] ({{Kfz|DE|09189}})
# [[Landkreis Unterallgäu|Unterallgäu]] ({{Kfz|DE|09778}})
# [[Landkreis Weilheim-Schongau|Weilheim-Schongau]] ({{Kfz|DE|09190}})
# [[Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen|Weißenburg-Gunzenhausen]] ({{Kfz|DE|09577}})
# [[Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge|Wunsiedel im Fichtelgebirge]] ({{Kfz|DE|09479}})
# [[Landkreis Würzburg|Würzburg]] ({{Kfz|DE|09679}})
|}

{|
| colspan="3"| Die 25 kreisfreien Städte in Bayern mit [[Kfz-Kennzeichen (Deutschland)|Kfz-Kennzeichen]]:
|----
| width="30%" valign="top"|
# [[Amberg]] ({{Kfz|DE|09361000}})
# [[Ansbach]] ({{Kfz|DE|09561000}})
# [[Aschaffenburg]] ({{Kfz|DE|09661000}})
# [[Augsburg]] ({{Kfz|DE|09761000}})
# [[Bamberg]] ({{Kfz|DE|09461000}})
# [[Bayreuth]] ({{Kfz|DE|09462000}})
# [[Coburg]] ({{Kfz|DE|09463000}})
# [[Erlangen]] ({{Kfz|DE|09562000}})
# [[Fürth]] ({{Kfz|DE|09563000}})
| width="35%" valign="top"|
# <li value="10"> [[Hof (Saale)|Hof]] ({{Kfz|DE|09464000}})</li>
# [[Ingolstadt]] ({{Kfz|DE|09161000}})
# [[Kaufbeuren]] ({{Kfz|DE|09762000}})
# [[Kempten (Allgäu)]] ({{Kfz|DE|09763000}})
# [[Landshut]] ({{Kfz|DE|09261000}})
# [[Memmingen]] ({{Kfz|DE|09764000}})
# [[München]] ({{Kfz|DE|09162000}})
# [[Nürnberg]] ({{Kfz|DE|09564000}})
| width="35%" valign="top"|
# <li value="18"> [[Passau]] ({{Kfz|DE|09262000}})</li>
# [[Regensburg]] ({{Kfz|DE|09362000}})
# [[Rosenheim]] ({{Kfz|DE|09163000}})
# [[Schwabach]] ({{Kfz|DE|09565000}})
# [[Schweinfurt]] ({{Kfz|DE|09662000}})
# [[Straubing]] ({{Kfz|DE|09263000}})
# [[Weiden in der Oberpfalz]] ({{Kfz|DE|09363000}})
# [[Würzburg]] ({{Kfz|DE|09663000}})
|}

=== Gemeinden ===
[[Datei:Municipalities in Bavaria.svg|mini|Die bayerischen Kommunen und Landkreise. Dunkelgrau sind die gemeindefreien Gebiete markiert. Hinweis: Die wenigen dargestellten Seen (aber nicht der Bodensee) sind ebenfalls gemeindefreie Gebiete]]
{{Hauptartikel|Liste der Städte und Gemeinden in Bayern|Liste der Märkte in Bayern|Liste der gemeindefreien Gebiete in Bayern}}
{{Hauptartikel|Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland#Bayern|titel1=„Bayern“ im Artikel Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland}}
Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbständigen [[Gemeinde (Deutschland)|Gemeinden]] sowie 192 [[Gemeindefreies Gebiet|gemeindefreien Gebieten]], meist Seen und Forste (Stand: 13.&nbsp;Februar 2013).<ref name="PolitischeGliederung" /> Von den 2031&nbsp;kreisangehörigen Gemeinden sind 985&nbsp;Mitgliedsgemeinden in einer der 312&nbsp;[[Verwaltungsgemeinschaft (Bayern)|Verwaltungsgemeinschaften]] (Stand: 12.&nbsp;Februar 2013).<ref name="PolitischeGliederung" />

Die Gemeinden verteilen sich (Stand: 12.&nbsp;Februar 2013) auf 25 [[Kreisfreie Stadt|kreisfreie Städte]] und 29 [[Große Kreisstadt|Große Kreisstädte]].<ref name="PolitischeGliederung" /> Zum 1.&nbsp;Januar 2009 gab es 262 sonstige [[Gemeinde (Deutschland)#Stadt|Städte]], 386 [[Gemeinde (Deutschland)#Markt|Märkte]] und 1355 sonstige Gemeinden. Zusätzlich sind 13 Orte zu [[Leistungsfähige kreisangehörige Gemeinde|leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden]] ernannt worden, die bestimmte Aufgaben der Bauaufsicht übernehmen. Während kreisfreie Städte die gleichen Aufgaben wie Landkreise übernehmen, haben Große Kreisstädte nur einige Aufgaben, die über die einer „normalen“ kreisangehörigen Gemeinde hinausgehen. Obwohl das [[Marktrecht]] heute keine rechtliche Bedeutung hat, können größere kreisangehörige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Bayerischen Staatsregierung offiziell zum „Markt“ erklärt werden. Der Begriff „[[Marktgemeinde#Bayern|Marktgemeinde]]“ ist in Bayern keine offizielle Bezeichnung für eine Kommune. Es kommt dort aber vor, dass der Begriff „Markt“ offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, zum Beispiel [[Markt Berolzheim]] oder [[Markt Einersheim]].

Flächengrößte und einwohnerstärkste Gemeinde Bayerns ist München, flächenkleinste Gemeinde ist [[Buckenhof]] im [[Landkreis Erlangen-Höchstadt]], einwohnerärmste Gemeinde ist [[Chiemsee (Gemeinde)|Chiemsee]] im [[Landkreis Rosenheim]]. [[Unterhaching]] ist die einwohnerstärkste Gemeinde Bayerns ohne eigenes Markt- oder Stadtrecht.

=== Verwaltungsreformen ===
[[Datei:Kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern 1970.png|mini|hochkant|Kreisfreie Städte und Landkreise vor der Gebietsreform, 1970]]
Die einzige Kreisreform in Bayern fand mit Wirkung vom 1.&nbsp;Juli 1972 statt. Alle weiteren Änderungen der Kreisgrenzen sind auf kleinere, nicht grundlegende Reformen zurückzuführen, bei denen es sich hauptsächlich um Gemeindegebietsreformen handelte. Manchmal wurden Gemeinden in bestehende Gemeinden eingemeindet, manchmal wurde auch[FILLWORD?] eine neue Gemeinde gebildet. Von 1971 bis 1980 wurden in Folge von [[Gemeindefusion]]en die Effizienz der Gemeinden stark vergrößert. Die Zahl der Gemeinden wurde von etwa 7000 auf rund 2050 reduziert, die Zahl der Landkreise sank von 143 auf 71, die Zahl der kreisfreien Städte sank von 48 auf 25. Zugleich wurde die Verwaltungseinheit der [[Große Kreisstadt|Großen Kreisstadt]] eingeführt.

{{Siehe auch|Gebietsreform in Bayern|Kreisreformen in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990#Bayern}}

== Wirtschaft und Verkehr ==
[[Datei:Uptown München, Múnich, Alemania2.JPG|mini|Das [[Hochhaus Uptown München]] ist eines der höchsten Gebäude im Freistaat Bayern]]
[[Datei:Schweinfurt und der Main bei Nacht.jpg|mini|Deutsche Hauptverwaltung des größten Wälzlagerkonzerns der Welt [[Svenska Kullagerfabriken|SKF]] in Schweinfurt]]
[[Datei:Raffinerie Esso Ingolstadt.jpg|mini|Die [[Gunvorraffinerie]] (ehem. [[Petroplus]], [[Esso]]) in Ingolstadt]]
[[Datei:Continental Automotive, Regensburg.jpg|mini|Continental Automotive, Regensburg]]

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, er hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologiestandort entwickelt. Das [[Bruttoinlandsprodukt]] betrug 2014 522&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro; das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2014 39.691&nbsp;Euro, der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung betrug 18,0&nbsp;Prozent.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik.bayern.de/statistik/vgr/# |titel=Bruttoinlandsprodukt – In jeweiligen Preisen – 1991 bis 2014 |hrsg=Bayerisches Landesamt für Statistik |datum=2015-02 |zugriff=2015-06-17}}</ref> Die wirtschaftlich stärkste Region ist der Großraum München mit Automobilindustrie ([[BMW]], [[Audi]], [[MAN]], [[Knorr-Bremse]]), IT-Sektor ([[Siemens]], [[Nokia Networks]], [[Infineon]], [[Microsoft]], [[Wirecard]], [[Nemetschek SE]]), Medien und Verlagen ([[ProSiebenSat.1 Media]], [[Vodafone Kabel Deutschland]], [[Hubert Burda Media]]), Rüstungsindustrie ([[Airbus Group|Airbus]], [[Krauss-Maffei Wegmann|Krauss-Maffei]]), Touristik (Museen, [[Oktoberfest]], Kongressen, Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in Südbayern sind [[Augsburg]] (Airbus, [[Fujitsu Technology Solutions]], MAN, [[Kuka AG|KUKA]], [[UPM-Kymmene]], [[Weltbild (Unternehmen)|Verlagsgruppe Weltbild]]), Ingolstadt (Audi, [[MediaMarktSaturn Retail Group]]) und das [[Bayerisches Chemiedreieck|Bayerische Chemiedreieck]] zwischen [[Chiemsee]], [[Inn]] und [[Salzach]].

Eine große Bedeutung haben in Bayern die [[Familienunternehmen]]. Im Ranking der 1000 größten Unternehmen<ref>Ranking der größten Familienunternehmen in Deutschland auf dem Medium DDW unter https://die-deutsche-wirtschaft.de/die-liste-der-1000-groessten-familienunternehmen-in-deutschland/</ref> dieses Typus liegt Bayern mit 193 Unternehmen im Bundesländervergleich (nach Nordrhein-Westfalen) auf Rang zwei.<ref>https://die-deutsche-wirtschaft.de/bundeslaender-nach-top-familienunternehmen/</ref> Die größten Unternehmen in maßgeblichem Unternehmerbesitz sind [[BMW]], [[Schaeffler-Gruppe|Schaeffler]] und [[Knauf]].<ref>https://die-deutsche-wirtschaft.de/die-30-groessten-familienunternehmen-in-bayern/</ref>

In Nordbayern ist die [[Metropolregion]] [[Nürnberg]]–[[Fürth]]–[[Erlangen]] ([[Siemens]], [[Adidas]], [[Schaeffler-Gruppe]], [[Uvex]], [[Ergo Direkt]], [[Playmobil]], [[Diehl Stiftung]]) ein wichtiger Standort. Daneben kann der Raum zwischen [[Aschaffenburg]] und [[Würzburg]]/[[Schweinfurt]] sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs&nbsp;Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt für [[Regensburg]] ([[VDO Automotive|Continental Automotive]], [[Maschinenfabrik Reinhausen]], BMW, Siemens, [[Infineon]], [[Osram#Osram Opto Semiconductors|Osram Opto Semiconductors]]), das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von [[Subvention]]en abhängig. Speziell der [[Bayerischer Wald|Bayerische Wald]] hatte zu Zeiten des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] durch seine abseitige Lage im [[Zonenrandgebiet]] wenig Standortattraktivität besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur [[Tschechoslowakei|CSFR]], gleichzeitig wurde im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandförderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende [[Tschechien]] –&nbsp;ab 2004 [[Europäische Union|EU]]-Mitglied&nbsp;– oft bessere Investitionsanreize.

Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 4,0&nbsp;Prozent verbuchen. Dieser Wert entsprach 2006 etwa dem Bundesdurchschnitt. Nach zwischenzeitlichem Rückgang des Wachstums 2008 (+0,8&nbsp;Prozent) und dem Fall in die Rezession im Jahr 2009 (−2,4&nbsp;Prozent) infolge der weltweiten [[Finanzkrise ab 2007|Finanzkrise]] erholte sich die Bayerische Wirtschaft wieder und konnte bereits 2010 wieder ein Wirtschaftswachstum von 5,5&nbsp;Prozent verzeichnen. Im Jahr 2011 erreichte es 6,6&nbsp;Prozent, 2012 2,6&nbsp;Prozent, 2013 2,7&nbsp;Prozent und 2014 stieg das Wachstum auf 3,5&nbsp;Prozent.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.vgrdl.de/VGRdL/tbls/tab.asp?rev=RV2014&tbl=tab01&lang=de-DE |titel=Bruttoinlandsprodukt – Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % |hrsg=Statistische Ämter des Bundes und der Länder |datum=2015-02 |zugriff=2015-06-17 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151217225649/http://www.vgrdl.de/VGRdL/tbls/tab.asp?rev=RV2014&tbl=tab01&lang=de-DE |archiv-datum=2015-12-17}}</ref>

Im Vergleich mit dem [[Bruttoinlandsprodukt]] der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Bayern 2014 einen Index von 151 (Oberbayern: 186; EU-28: 100; Deutschland: 131; Hamburg: 215).<ref name="eurostat">{{Internetquelle |url=http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=nama_10r_3gdp&lang=de |titel=Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen nach NUTS-3-Regionen |hrsg=[[Eurostat]] |datum=2016-02-26 |zugriff=2016-12-01}}</ref> Die Arbeitslosenquote betrug {{Aktuelle Arbeitslosenquoten DE|BY}}; damit hat Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland.<ref>''[https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur-Nav.html Arbeitslosenquoten Deutschland]''. In: ''statistik.arbeitsagentur.de''. Abgerufen am 5. April 2017.</ref> Die höchste Arbeitslosenquote Bayerns hat Nürnberg.<ref>''[https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern-Nav.html Arbeitsmarkt in Bayern]''. In: ''statistik.arbeitsagentur.de''. Abgerufen am 1.&nbsp;April 2018.</ref>

Bayern musste immer wieder Werkschließungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen hinnehmen. Mitte der 1980er Jahre begann der Niedergang des Büromaschinenherstellers [[Triumph-Adler]]; 2003 löste sich die [[Grundig (Unternehmen)|Grundig AG]] auf. Der ehemals weltgrößte [[Versandhandel|Versandhaus]]-Konzern [[Quelle (Versandhandel)|Quelle GmbH]] ging im Juni 2009 in [[Insolvenz]] und wurde ab Oktober des Jahres aufgelöst. Wichtige Messen befinden sich in [[Messe Augsburg|Augsburg]], [[Messe München|München]] und [[Messe Nürnberg|Nürnberg]].

{| class="wikitable sortable zebra" style="text-align:right;"
|-
|+ Wichtigste Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung<ref>[http://statistik.arbeitsagentur.de/nn_31966/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Suchergebnis_Form.html?view=processForm&resourceId=210358&input_=&pageLocale=de&topicId=17372®ion=&year_month=200706&year_month.GROUP=1&search=Suchen Statistik der Bundesagentur für Arbeit].</ref>
|- class="hintergrundfarbe5"
! Stadt (Arbeitsort)
! sozialvers.<br />Beschäftigte<br />30. Juni 2012
! data-sort-type="number"| Veränderung in Prozent<br />seit 30. Juni 2007
! data-sort-type="number"| [[Pendlersaldo]]<br />30. Juni 2012
! [[Arbeitsplatzdichte|Arbeitsplatz-<br />dichte]]{{FN|1}}
|-
| style="text-align:left"| [[München]], Landeshauptstadt
| 733.967
| +8,99
| +197.245
| 806
|-
| style="text-align:left"| [[Nürnberg]]
| 275.210
| +4,77
| +88.404
| 879
|-
| style="text-align:left"| [[Augsburg]]
| 130.900
| +5,97
| +32.004
| 760
|-
| style="text-align:left"| [[Regensburg]]
| 105.142
| +8,25
| +53.702
| 1150
|-
| style="text-align:left"| [[Ingolstadt]]
| 87.945
| +15,25
| +36.550
| 1097
|-
| style="text-align:left"| [[Erlangen]]
| 87.262
| +14,39
| +44.898
| 1271
|-
| style="text-align:left"| [[Würzburg]]
| 80.178
| +8,68
| +36.570
| 946
|-
| style="text-align:left"| [[Schweinfurt]]
| 52.123
| +4,35
| +34.054
| 1646
|-
| style="text-align:left"| [[Bamberg]]
| 48.755
| +3,76
| +24.766
| 1062
|-
| style="text-align:left"| [[Aschaffenburg]]
| 45.956
| +8,27
| +20.740
| 1062
|}

{{FNZ|1|Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.<ref>[https://ergebnisse.zensus2011.de/#StaticContent:00,BEV_1_3_0,m,table Zensusdatenbank]</ref>}}
{{siehe auch|Exportpreis Bayern}}
=== Tourismus ===
[[Datei:Rothenburg BW 4.JPG|mini|Eine der bekanntesten Touristenattraktionen Bayerns ist Rothenburg ob der Tauber.]]

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als „Leitökonomie“. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2016 fast 24&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro, die Tagesreisen stellten mit 63&nbsp;Prozent den größten Anteil davon. Die Beherbergungsindustrie spielt in Bayern mit 13.400 Beherbergungsbetrieben mit mindestens neun Betten und 548.000 Gästebetten eine große Rolle. Das bedeutet, dass sich etwa jeder vierte deutsche Beherbergungsbetrieb in Bayern befindet.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.wissen.dsft-berlin.de/medien/DEU/deu_tourismus_broschuere.pdf |titel=Tourismus in Bayern (Juni 2005) |hrsg=Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie |datum=2005-06 |archiv-url=http://wayback.archive.org/web/20140408215135/http://www.wissen.dsft-berlin.de/medien/DEU/deu_tourismus_broschuere.pdf |archiv-datum=2014-04-08 |zugriff=2012-06-20 |format=PDF; 632&nbsp;kB}}</ref> Nach [[Mecklenburg-Vorpommern]] war Bayern im Jahre 2014 das zweitbeliebteste innerdeutsche Urlaubsziel (gemessen an Reisen ab fünf Tagen Dauer).<ref>Maximilian Weingartner: ''Rügen statt Toskana. Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum Touristenmagnet entwickelt''. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. September 2015, S. 20.</ref> 2015 hat der Tourismus in Bayern mit 34,2 Mio. Ankünften und 88,1 Mio. Übernachtungen den vierten Ankunfts- und Übernachtungsrekord in Folge erzielt.<ref>[https://www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen/product_info.php?info=p42789_Tourismus-in-Bayern---Dezember-2015-und-im-Jahr-2015--Dateiausgabe.html&XTCsid=7a4f5ef69bd420d0bd1438b75a8a6f62/ Tourismus in Bayern im Dezember 2015 und im Jahr 2015] Bayerisches Landesamt für Statistik, Februar 2016. Abgerufen am 15. Februar 2016.</ref> Bayern war 2016 das beliebteste Reiseziel ausländischer Gäste in Deutschland.<ref>[https://www.stmwi.bayern.de/tourismus/daten-fakten/ ''Daten & Fakten: Wirtschaftsministerium Bayern''] In: ''stmwi.bayern.de'', abgerufen am 6. Februar 2018.</ref>

Touristisch sind neben München besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, die kulturhistorisch bedeutende Stadt [[Augsburg]] mit der [[Fuggerei]], Stadtmauer, Renaissancebauten, sowie [[Regensburg]] mit der historischen Altstadt als [[UNESCO-Welterbe]] seit 2007 stark. [[Oberbayern]] nimmt mit 38,0 Mio. Übernachtungen einen Spitzenplatz unter den Regierungsbezirken ein, die zweitstärkste Destination ist [[Schwaben (Bayern)|Bayerisch Schwaben]] mit 15,5 Mio.<ref>Zahlenwerk 2016</ref> Die offizielle Marketinggesellschaft der bayerischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist seit Jahresbeginn 2000<ref>[https://daby.bayern.by/unternehmen/ ''Unternehmen | BAYERN TOURISMUS''] In: ''bayern.by'', abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> die BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (München).<ref>[http://www.btw.de/der-btw/die-mitglieder/bayern-tourismus-marketing-gmbh.html ''Bayern Tourismus Marketing GmbH: Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.''] In: ''btw.de'', abgerufen am 6. Februar 2018.</ref> Der [[Claim (Werbung)|Claim]] lautet: „Bayern – traditionell anders“. <!-- Wortbild-Marke Bayern®-->

{{Siehe auch|Liste der Tourismusregionen in Bayern}}

=== Energie ===
[[Datei:KKI.jpg|mini|[[Kernkraftwerk Isar]]]]
[[Datei:Powerline Border Crossing.JPG|mini|Die 380 kV-Leitung Etzenricht-Hradec überquert die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien. Der Mast im Vordergrund steht in Bayern, der im Hintergrund in Tschechien.]]

==== Verbrauch ====
Der [[Primärenergie]]verbrauch im Land ist recht konstant und lag im Jahr 2010 bei 578,2&nbsp;Mrd.&nbsp;kWh, nach 556,8&nbsp; Mrd.&nbsp;kWh im Jahr 2009 und 566,6&nbsp;Mrd.&nbsp;kWh im Jahr 2008.<ref>[http://www.foederal-erneuerbar.de/landesinfo/kategorie/energiemix/bundesland/BY/auswahl/259-primaerenergieverbra/sicht/diagramm/#goto_259 Föderal Erneuerbar: Primärenergieverbrauch in Bayern], abgerufen am 1. August 2013.</ref> Dies kann einer steigenden Energieproduktivität zugeschrieben werden, also einer verbesserten wirtschaftlichen Produktivität im Verhältnis zur eingesetzten Energie. Diese ist seit 1995, das als Basisjahr angelegt wird, fast durchgehend gestiegen. Die Jahre 2008 und 2009 fallen hinter den Bestwert im Jahr 2007 zurück.<ref>[http://www.energieatlas.bayern.de/thema_energie/daten.html Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren], abgerufen am 1. August 2013.</ref>

Die größten Energieverbraucher im Jahr 2010 waren die Privathaushalte, die 29&nbsp;Prozent des [[Endenergie]]verbrauches ausmachten. Die Bereiche Industrie und Verkehr benötigten gleichermaßen 28&nbsp;Prozent der Endenergie und damit nur geringfügig weniger als die Haushalte. Etwas abgeschlagen war der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mit insgesamt 15&nbsp;Prozent am Endenergieverbrauch.<ref>Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft: {{Webarchiv|url=http://www.vbew.de/fileadmin/Daten/datei_anhaenge/V_185.20_VBEW-Grafiken/V_185.20_Energiewirtschaft/203-2_EfB2013-S17_End-Energieverbrauch-Verbrauchergruppen.pdf|wayback=20140408223653|text=''Endenergieverbrauch nach Verbrauchergruppen''}}. In: ''vbwe.de''. Stand 2010 (PDF; 66&nbsp;kB).</ref>

==== Energieversorger ====
In Bayern sind im Jahr 2013 ungefähr 420 Energieversorger angesiedelt, die in einem oder mehreren Bereichen tätig sind: Circa 350 dieser Versorger engagieren sich in der Stromversorgung, ungefähr 100 wirtschaften im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung, etwa 140 befassen sich mit der Erdgas-Sparte.<ref>Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft: {{Webarchiv|url=http://www.vbew.de/fileadmin/Daten/datei_anhaenge/V_185.20_VBEW-Grafiken/V_185.20_Energiewirtschaft/202_EfB2013-S4__Energieversorger_in_Bayern.pdf|wayback=20160816172700|text=''Energieversorger in Bayern''}}. In: ''vbew.de''. Stand 2013 (PDF; 109&nbsp;kB).</ref>

==== Strommix ====
Die [[Kernenergie]] bildet mit 48,7&nbsp;Prozent den größten Anteil an der [[Nettostromerzeugung]]. Auf dem zweiten Platz folgen [[erneuerbare Energie]]n mit 29,2&nbsp;Prozent. Beide Anteile sind damit im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (18 bzw.[ABBREVIATION] 21&nbsp;Prozent) überdurchschnittlich groß. [[Erdgas|Konventionelle Gase]] tragen mit 15,5&nbsp;Prozent zur Nettostromerzeugung bei – dieser Anteil liegt nahezu im Bundesdurchschnitt (14&nbsp;Prozent). Die Stromerzeugung aus [[Kohlekraftwerk]]en ist relativ unbedeutend, ihr Anteil beträgt 4,1&nbsp;Prozent (Bundesweiter Durchschnitt von Braun- und Steinkohle insgesamt 42&nbsp;Prozent). Einen noch geringeren Anteil besitzen mineralische [[Ölkraftwerk|Öle]] mit 2,6&nbsp;Prozent, die bundesweit im Schnitt seltener genutzt werden (Heizöl, Pumpspeicher und andere hier insgesamt 5&nbsp;Prozent) (Stand: jeweils[FILLWORD?] 2011).<ref>[http://www.energieatlas.bayern.de/thema_energie/daten.html Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren], abgerufen am 1.&nbsp;August 2013.</ref><ref>[http://de.statista.com/statistik/daten/studie/164197/umfrage/anteile-der-energietraeger-an-der-stromerzeugung/ Statista – Verteilung der Nettostromerzeugung in Deutschland nach Energieträger im Jahresvergleich 2001 und 2011], abgerufen am 1.&nbsp;August 2013.</ref>

==== Kernenergie ====
An zwei Standorten in Bayern befinden sich [[Kernkraftwerk]]e ([[Kernkraftwerk Isar|KKW Isar]] und [[Kernkraftwerk Gundremmingen|KKW Gundremmingen]]), außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben ([[Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz|FRM II]]). Eine Studie des [[Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung|Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung]] (DIW) stellte 2015 fest, dass der Atomausstieg die Versorgungssicherheit in Bayern und Deutschland nicht gefährdet.<ref>DIW: ''Perspektiven für eine sichere, preiswerte und umweltverträgliche Energieversorgung in Bayern.'' Berlin, 2015 ([http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.506603.de/diwkompakt_2015-097.pdf PDF])</ref>

==== Erneuerbare Energien ====
[[Datei:20150807 xl P1010973 Erneuerbare Energien in Oberstdorf Photovoltaik-Solaranlagen.JPG|mini|Verschiedene Dächer mit [[Photovoltaikanlage]]n in [[Oberstdorf]]]]
[[Datei:Windpark Berching01.JPG|mini|Windkraftanlage des [[Windpark Berching|Windparks Berching]]]]
Erneuerbare Energien trugen 2014 mit 36,2 % zur Bruttostromerzeugung bei.<ref name="Energieatlas" /> Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung fußt vor allem auf dem bedeutenden Anteil der bereits seit Jahrzehnten genutzten [[Wasserkraft]]: Ihr Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt bei 35,3&nbsp;Prozent. Zweitwichtigster regenerativer Energielieferant ist mittlerweile die [[Photovoltaik]] mit 35,2&nbsp;Prozent am Gesamtanteil der erneuerbaren Energien, die mit im Rahmen der [[Energiewende]] stark ausgebaut wurde. Die Stromerzeugung aus [[Bioenergie|Biomasse]] hatte einen Anteil von 25,4&nbsp;Prozent. Weiterhin eher unbedeutend ist die Nutzung der [[Windenergie]] – der Beitrag beläuft sich auf 5,6&nbsp;Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung (Stand: jeweils[FILLWORD?] 2014).<ref name="Energieatlas">[http://www.energieatlas.bayern.de/thema_energie/daten.html Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren], abgerufen am 31.&nbsp;Juli 2016.</ref> Im Bundesländervergleich „Erneuerbare Energien“ belegte Bayern im Jahr 2012 den zweiten Platz nach [[Brandenburg]]. Bis 2021 sollen erneuerbare Energien dem Bayerischen Energiekonzept (2011) zufolge einen Anteil von 20&nbsp;Prozent am [[Endenergieverbrauch]] und 50&nbsp;Prozent am Stromverbrauch erreichen.<ref>[http://www.unendlich-viel-energie.de/de/der-deutsche-erneuerbare-energie-preis/leitstern-2012/laenderprofile/bayern.html Bundesländervergleich Erneuerbare Energien – Ergebnisse]</ref>

Nach diesem Energiekonzept sollte die Windenergie bis 2025 ca.[ABBREVIATION]&nbsp;6 bis 10&nbsp;Prozent des Strombedarfes decken, was etwa dem Neubau von 1.000 bis 1.500&nbsp;zusätzlichen [[Windkraftanlage]]n entspricht. Im Widerspruch zu diesem Ziel wurden 2014 deutlich verschärfte restriktive Abstandsregelungen in Form der [[Bayerische Bauordnung|10-H-Regelung]] eingeführt und ein Jahr später das Windenergieausbauziel auf 5 bis 6&nbsp;Prozent des Strombedarfes reduziert. Daraufhin brachen die Zahl der Baugenehmigungen von 336 im Jahr 2014 auf 25 im Jahr 2015 ein. Bei einer Gesamthöhe von 200&nbsp;m stehen für die Windenergienutzung theoretisch nur 0,05 % der Landesfläche zur Verfügung; unter Berücksichtigung, dass nur manche Standorte auch[FILLWORD?] genügend Wind aufweisen nur 0,01 %.<ref>{{Literatur |Autor=Katharina Langer et al. |Titel=A qualitative analysis to understand the acceptance of wind energy in Bavaria |Sammelwerk=[[Renewable and Sustainable Energy Reviews]] |Band=64 |Nummer= |Datum=2016 |Seiten=248–259 |DOI=10.1016/j.rser.2016.05.084}}</ref> Bis Mitte 2018 waren 1159 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2510&nbsp;MW installiert.<ref>[https://www.windguard.de/veroeffentlichungen.html?file=files/cto_layout/img/unternehmen/veroeffentlichungen/2018/Status%20des%20Windenergieausbaus%20an%20Land%20in%20Deutschland%2C%201.%20Halbjahr%202018.pdf ''Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland, 1. Halbjahr 2018'']. Internetseite der Deutschen Windguard. Abgerufen am 28. August 2018 (PDF; 683&nbsp;kB).</ref>

{{Siehe auch|Liste von Windkraftanlagen in Bayern}}

=== Medien ===
[[Datei:Nürnberger-nachrichten.jpg|mini|Verlagsgebäude der [[Nürnberger Nachrichten]] in Nürnberg (2010)]]
Bayern ist Sitz mehrerer bedeutender Medienunternehmen, insbesondere in der Landeshauptstadt [[München#Medien|München]]. Dort, beziehungsweise im Umland von München, befinden sich etwa [[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk|öffentlich-rechtliche]] Medien wie der [[Bayerischer Rundfunk|Bayerische Rundfunk]] und die Programmdirektion des [[ARD]]-Gemeinschaftsprogramms [[Das Erste]] und des [[ZDF]]-Landesstudios Bayern sowie private Fernseh- und Hörfunkanbieter wie [[ProSiebenSat.1 Media]], [[Sport1]] oder [[Sky Deutschland]]. Des Weiteren sind in München etwa 250 ansässige Verlage und große Zeitungen wie etwa die [[Süddeutsche Zeitung]] (SZ) angesiedelt. [[Nürnberg#Medien|Nürnberg]] bildet einen der größten Verlagsstandorte Deutschland; dort werden beispielsweise das bundesweit erscheinende Sportmagazin [[Kicker-Sportmagazin|Kicker]] des Nürnberger Olympia-Verlags und die [[Nürnberger Nachrichten]], eine der größten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren, herausgegeben.
{{siehe auch|Verband Bayerischer Lokalrundfunk}}
==== .bayern-Domains ====
{{Infobox TLD
|TLD=.bayern
|Start=
|Kategorie=nTLD
|Registry=Bayern Connect GmbH
|Vergabe=uneingeschränkt
}}
Im Jahr 2012 bewarb sich Bayern im Rahmen des [[Internet Corporation for Assigned Names and Numbers#Neue Domains|Bewerbungsverfahrens für neue generische Top Level Domains (gTLD)]] um die eigene Top Level Domain ''.bayern''.<ref>[https://blog.united-domains.de/2012/04/gtld-der-woche-bayern/ gTLD der Woche: .bayern], united-domains.de, abgerufen am 28. August 2018.</ref> Verantwortlich dafür ist die ''Bayern Connect GmbH''.<ref>{{Internetquelle |url=https://gtldresult.icann.org/applicationstatus/applicationdetails/1011 |titel=Application Details |werk=icann.org |zugriff=2018-08-28 |sprache=en}}</ref> Am 29.&nbsp;September 2014 erhielt das Unternehmen die gTLD ''.bayern'' zugesprochen.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.br.de/nachrichten/bayern-domain-internet-102.html | wayback=20141004101052 | text=Bayerischer Rundfunk, Online-Meldung vom 29. September 2014}}, abgerufen am 1. Oktober 2014.</ref>

Eine Domain darf zwischen 3 und 63 Zeichen beinhalten (ohne Endung). Umlaute sind möglich.<ref>{{Internetquelle|url=https://www.united-domains.de/bayern-domain/ |titel=.bayern-Domain. Die Domain für den Freistaat|zugriff=2018-08-28}}</ref>

=== Verkehr ===
[[Datei:Bayern Flughäfen und Landeplätze.png|mini|Karte der Flughäfen und Landeplätze in Bayern]]

==== Internationaler Verkehr ====
Im internationalen Straßen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach [[Österreich]] und darüber hinaus nach [[Italien]] und [[Südosteuropa]] von überragender Bedeutung. Beispielhaft sind hier die Verbindungen von Nürnberg über Regensburg und Passau nach Linz, die Verbindungen von Würzburg bzw.[ABBREVIATION] Nürnberg und München über Rosenheim nach Salzburg beziehungsweise Innsbruck sowie die Verbindung von München über Lindau nach Bregenz und Zürich zu erwähnen. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte [[Tschechien]] bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die [[Bundesautobahn&nbsp;6]] wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsfähig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien führenden Verbindung umgesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der tschechoslowakischen Stadt [[Cheb]] ''(Eger)'' ein [[Bahnhof Cheb|Bahnknotenpunkt]], der mittels Korridorverbindungen im deutschen Binnenverkehr genutzt wurde. Seit seinem Bestehen unterstand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bayerischen beziehungsweise deutschen Bahnverwaltungen. Zu Zeiten des Kalten Krieges besaß die Verbindung von Nürnberg über Cheb nach Prag eine vergleichsweise wichtige Bedeutung. Heute besteht von Nürnberg aus nur noch Umsteigeverbindungen mit Regionalzügen über Cheb und [[Furth im Wald]], während von München aus mit dem [[Alex (Zug)|Alex]] eine Direktverbindung über Regensburg (Richtungswechsel), Schwandorf (erneuter Richtungswechsel) und Furth im Wald nach Prag besteht. Für die Zukunft wird im Rahmen des Projektes [[Donau-Moldau-Bahn]] eine Elektrifizierung der Verbindung geplant. Für den Fernverkehr von Nürnberg nach Prag bietet die Deutsche Bahn Fernbusse an.

==== Straßen ====
[[Datei:Autobahnkreuz A6 A93 Oberpfälzer Wald 2011.jpg|mini|[[Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald]] (2011)]]
Bayern ist straßenverkehrsmäßig gut erschlossen. Dennoch stammen mit 344 Projekten zu Bundesautobahnen und Bundesstraßen 18,5&nbsp;Prozent der Anmeldungen zum [[Bundesverkehrswegeplan 2030]] aus Bayern.

Durch Bayern führen unter anderem die [[Liste der Bundesautobahnen in Deutschland|Autobahnen]] [[Bundesautobahn 3|A&nbsp;3]], [[Bundesautobahn 6|6]], [[Bundesautobahn 7|7]], [[Bundesautobahn 8|8]], [[Bundesautobahn 9|9]] und [[Bundesautobahn 70|70]] sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte [[Bundesautobahn 71|A&nbsp;71]] und die im August 2008 fertiggestellte [[Bundesautobahn 73|A&nbsp;73]], die beide Bayern mit Thüringen verbinden. Anbindung an das Bundesland [[Hessen]] besteht über die A&nbsp;3, die A&nbsp;7 sowie ein kleines Teilstück der [[Bundesautobahn 45|A&nbsp;45]]. Über die [[Bundesautobahn 72|A&nbsp;72]] erhält man[WORDS?] Anschluss an den [[Freistaat Sachsen]]. Sternförmig von München aus führen die [[Bundesautobahn 95|A&nbsp;95]] nach Garmisch-Partenkirchen, die [[Bundesautobahn 96|A&nbsp;96]] über Memmingen nach Lindau, die [[Bundesautobahn 93|A&nbsp;93]] über Regensburg nach Hof, die [[Bundesautobahn 92|A&nbsp;92]] über Landshut nach Deggendorf und die [[Bundesautobahn 94|A&nbsp;94]] in Abschnitten nach Passau. Von der A&nbsp;95 zweigt die [[Bundesautobahn 952|A&nbsp;952]] als Verbindung zum [[Starnberger See]] ab. Südlich verbindet ein Stück der A&nbsp;93 die A&nbsp;8 mit der [[Brenner Autobahn]]. Seit den 1970er Jahren geplant, bisher wegen Streitigkeiten um die Trassenführung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die [[Bundesautobahn 94|A&nbsp;94]] von München über Altötting nach Passau. Daneben führt auch eine große Anzahl an Bundesstraßen durch Bayern. Den Münchner Ring bilden die Autobahnen [[Bundesautobahn 99|A&nbsp;99]] mit der [[Eschenrieder Spange]] (auch A&nbsp;99a genannt) und die [[Bundesautobahn 995|A&nbsp;995]]. Ergänzt werden diese durch Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen.

Im Süden wird Bayern überdies gerne als Abkürzung im ''innerösterreichischen'' Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem länger ist als von [[Innsbruck]] über die A&nbsp;8 oder von [[Lofer]] über die [[Bundesstraße 21|B&nbsp;21]] oder [[Bundesstraße 305|B&nbsp;305]] nach [[Salzburg]] („[[Großes Deutsches Eck|Großes]]“ bzw.[ABBREVIATION] „[[Kleines Deutsches Eck]]“).

{{Siehe auch|Liste der Staatsstraßen in Bayern}}

==== Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr ====
[[Datei:Munich Airport Aerial View T1 T2 MAC.jpg|mini|Flughafen München mit Terminal 1, Terminal 2 und München Airport Center]]
Bayern verfügt über ein dichtes Streckennetz im [[Eisenbahn]]verkehr mit [[Liste der Personenbahnhöfe in Bayern|zahlreichen Bahnhöfen]]. Der [[München Hauptbahnhof|Münchener Hauptbahnhof]]&nbsp;– einer der größten in Deutschland&nbsp;– stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt im [[Transeuropäische Netze|transeuropäischen Verkehr]] dar. Die Städte [[München]] und [[Nürnberg]] verfügen über [[U-Bahn|U-]] und [[S-Bahn]]en mit einem weiten Einzugsgebiet.

Eines der größten europäischen Drehkreuze für den Flugverkehr ist der [[Flughafen München|Flughafen München „Franz Josef Strauß“]]. Zwei weitere internationale Verkehrsflughäfen befinden sich in [[Flughafen Nürnberg|Nürnberg]] und [[Flughafen Memmingen|Memmingen]], überdies gibt es zahlreiche [[Verkehrslandeplatz|Verkehrslandeplätze]].

Die meisten [[Binnenschifffahrt]]en finden auf der [[Donau]], dem [[Main]] sowie auf dem [[Main-Donau-Kanal]] statt. Hierfür gibt es zahlreiche [[Hafen|Güterhäfen]].

{{Siehe auch|Liste der stillgelegten Eisenbahnstrecken in Bayern|Liste der SPNV-Linien in Bayern|Liste der Personenbahnhöfe in Bayern}}

== Kultur ==
=== Theater, Schauspiel und Oper ===
[[Datei:Theater Nurembergs.jpg|mini|[[Staatstheater Nürnberg|Nürnberger Opernhaus]] (2014)]]
Bayern verfügt über vier Staatstheater. Die [[Bayerische Staatsoper]] im [[Nationaltheater München]] gilt als das national und international renommierteste Haus in Bayern. Des Weiteren spielen in München das [[Bayerisches Staatsschauspiel|Bayerische Staatsschauspiel]], das [[Residenztheater München]], das [[Bayerisches Staatsballett|Bayerische Staatsballett]] und das [[Staatstheater am Gärtnerplatz]]. Als letzte große Neugründung eines Staatstheaters ging 2005 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das [[Staatstheater Nürnberg]] hervor.

17 Theater werden von bayerischen Kommunen getragen. Mehrspartenhäuser sind hierbei die Theater in [[Staatstheater Augsburg|Augsburg]], [[Stadttheater Regensburg|Regensburg]], [[Mainfranken Theater Würzburg|Würzburg]] und [[Landestheater Coburg|Coburg]]. Vorwiegend oder ausschließlich Sprechtheater bieten das [[E.T.A.-Hoffmann-Theater]] in Bamberg, [[Das Theater Erlangen]], das [[Stadttheater Fürth]] und das [[Stadttheater Ingolstadt]] sowie in der bayerischen Landeshauptstadt die [[Münchner Kammerspiele]] und das [[Münchner Volkstheater]]. Die vier [[Landesbühne]]n sind in [[Landestheater Schwaben|Memmingen]], [[Landestheater Niederbayern|Landshut/Passau/Straubing]], [[Landestheater Coburg|Coburg]] und [[Dinkelsbühl]] beheimatet.<ref>''[https://www.km.bayern.de/kunst-und-kultur/theater-und-musik.html Theater: „Die ganze Welt ist Bühne“.]'' In: ''km.bayern.de''. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 1. April 2018.</ref>

Theater für Kinder und Jugendliche bieten neben den Kinder- und Jugendsparten der kommunal geförderten Häuser unter anderem die [[Schauburg (München)|Schauburg]] in München oder das [[Theater Pfütze]] und das [[Theater Mummpitz]] in Nürnberg an. Internationale Bekanntheit erlangte die [[Augsburger Puppenkiste]] durch ihre Fernsehproduktionen, das Figurentheater bietet jedoch auch[FILLWORD?] ein Programm für Erwachsene an.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an freien und privaten Theatern sowie Volks- und Bauerntheatergruppen.<ref>[http://www.kulturportal-bayern.de/index.php?id=8 Kulturportal Bayern], abgerufen am 9. Februar 2013.</ref>

Die von [[Richard Wagner]] gegründeten [[Bayreuther Festspiele]] sind ein international bedeutendes Festival. Jährlich finden in wechselnden Städten die [[Bayerische Theatertage|Bayerischen Theatertage]] statt.

=== Musik ===
[[Datei:Bayr Festspielhaus 1995 Frontansicht.jpg|mini|Das [[Bayreuther Festspielhaus]] auf dem [[Grüner Hügel|Grünen Hügel]]]]

Bayern wird traditionell als die Heimat der [[Volksmusik]], der [[Jodler]] und [[Schuhplattler]] angesehen. Aus Bayern stammen bekannte[WORDS?] [[Komponist]]en wie [[Max Reger]], [[Carl Orff]], [[Wilfried Hiller]], [[Richard Strauss]] und [[Christoph Willibald Gluck]]. Die [[Regensburger Domspatzen]], die [[Augsburger Domsingknaben]], der [[Tölzer Knabenchor]] und der [[Windsbacher Knabenchor]] sowie der [[Münchener Bach-Chor]] sind weltweit bekannte[WORDS?] Chöre. Zu den bekanntesten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen die [[Münchner Philharmoniker]], das [[Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks]], die [[Bamberger Symphoniker]], das [[Bayerisches Staatsorchester|Bayerische Staatsorchester]] am Nationaltheater, das [[Münchener Bach-Orchester]], die [[Bayerische Kammerphilharmonie]] in Augsburg, die [[Münchner Symphoniker]], das [[Münchener Kammerorchester]], das [[Georgisches Kammerorchester|Georgische Kammerorchester]] in Ingolstadt, die [[Nürnberger Philharmoniker]] am [[Staatstheater Nürnberg]], die [[Nürnberger Symphoniker]] und die [[Hofer Symphoniker]].

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die [[Bayreuther Festspiele]] und die [[Münchner Opernfestspiele]].
Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die [[Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele]], die in [[Regensburg]] seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von [[Gloria von Thurn und Taxis]] gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der [[München|Münchner]] Kaiserball sowie der [[Nürnberg]]er Opernball.

Auch erfreuten sich in den letzten Jahren[WORDS?] lokale Bands und Solokünstler größerer Beliebtheit. Die Gruppe [[LaBrassBanda]] feiert seit 2008 große Erfolge nicht nur in Bayern, sondern auch[FILLWORD?] auf Bundesebene und in benachbarten deutschsprachigen Ländern.

=== Film ===
[[Datei:Bavaria1.png|mini|Ehemalige Außenkulissen auf dem [[Bavaria Film|Bavaria-Film-Gelände]]]]
Bayern ist zusammen mit seiner Landeshauptstadt [[München]], dem [[Bayerischer Rundfunk|Bayerischen Rundfunk]] sowie der [[Spitzenorganisation der Filmwirtschaft]] Gesellschafter der ''Internationalen Münchner Filmwochen GmbH'', die sowohl das alljährliche [[Filmfest München]] als auch das [[Internationales Festival der Filmhochschulen München|Internationale Festival der Filmhochschulen München]] organisieren.

=== Küche ===
Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen Stämme Altbayern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die [[bayerische Küche]] sehr vielfältig:

* [[Schweinsbraten]], [[Schweinshaxe]], [[Schäufele]] (Schweineschulter), [[Kalbshaxe]], [[Spanferkel]]
* [[Semmelknödel]], [[Kartoffelkloß|Kartoffelknödel]] oder fränkisch [[Kartoffelkloß|Kloß]], [[Leberknödel]] und -suppe
* [[Sauerkraut]], [[Krautwickel]], [[Spätzle|Krautspätzle]], [[Krautkrapfen]]
* [[Leberspätzle]](suppe), [[Speckknödel]](suppe), [[Pfannkuchensuppe]] (Fädlesuppe)
* [[Weißwurst]], [[Wollwurst]], [[Stockwurst]], [[Regensburger Wurst]], [[Nürnberger Rostbratwurst#Nürnberger Rostbratwurst|Nürnberger Rostbratwurst]], [[Blaue Zipfel]]
* [[Dampfnudel]]n, [[Rohrnudel]]n, [[Ausgezogene|Schmalznudeln]], [[Bayerisch Creme]]
* [[Kartoffelsalat#Mit Essig und Öl|Bayerischer Kartoffelsalat]], [[Wurstsalat|Bayerischer Wurstsalat]]
* [[Obatzter|Obazda]] oder fränkisch: [[Obatzter|Gerupfter]]
* [[Leberkäse]]
* [[Schwaben (Bayern)|Schwaben]] und [[Allgäu]]: [[Kässpatzen]]
* [[Fingernudeln]] (Schupfnudeln)
* [[Saures Lüngerl]]

=== Veranstaltungen ===
[[Datei:Oktoberfest.JPG|mini|Oktoberfest 2007]]
[[Volksfest]]e und [[Kirchweihe]]n sind in Bayern weit verbreitet. Anfänglich gedachte man[WORDS?] damit der [[Kirchenweihe]]. Vielerorts gibt es viele Kirchweih-Traditionen, wie etwa das Aufstellen eines Kirchweihbaumes.<ref>[http://www.braukultur-franken.de/fraenkische-kerwa/fraenkische-kerwa.html ''Kirchweih in Franken''], Verein zur Förderung der fränkischen Braukultur, abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> In größeren Städten wird meist anstatt einer Kirchweih ein Volksfest begangen. Das größte Volksfest der Welt ist das Münchner [[Oktoberfest]] ''(Wiesn)'' mit 6,3&nbsp;Millionen Besuchern im Jahr 2014.<ref>[http://www.dirndl.com/magazin/millionengeschaeft-oktoberfest-wie-das-muenchner-volksfest-die-wirtschaft-ankurbelt/ Millionengeschäft Oktoberfest – Wie das Münchner Volksfest die Wirtschaft ankurbelt] Abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> Weitere große Volksfeste in Bayern sind das [[Gäubodenvolksfest]] in [[Straubing]], das [[Nürnberger Volksfest]], die [[Regensburger Dult]], die Fürther [[Michaeliskirchweih]], [[Fürth]] und die Erlanger [[Bergkirchweih]].

Bayern hat offiziell kein [[Landesfesttage in Deutschland|Landesfest]], jedoch hat der [[Tag der Franken]], der seit 2006 in Franken begangen wird, den Charakter eines Landesfesttags. Der [[Nürnberger Christkindlesmarkt]] ist ein [[Weihnachtsmarkt]] auf dem [[Hauptmarkt (Nürnberg)|Hauptmarkt]] und gehört mit über zwei&nbsp;Millionen Besuchern jährlich<ref>''[https://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/bilanz-christkindlesmarkt-nuernberg-102.html Mehr als zwei Millionen Besucher]''. In: ''br.de'', 22. Dezember 2017. Abgerufen am 1. April 2018.</ref> zu den größten Weihnachtsmärkten Deutschlands und den bekanntesten weltweit.

Aushängeschild unter den traditionellen Dorfkirchweihfesten ist die ''[[Limmersdorfer Lindenkirchweih]]'' im oberfränkischen [[Thurnau]] ([[Landkreis Kulmbach]]), in deren Mittelpunkt der Tanz in der Lindenkrone zählt. Sie wird seit mindestens 1729 als fränkische ''[[Plankirchweih]]'' ununterbrochen durchgeführt. 2014 wurde sie deshalb als Sinnbild dörflicher fränkischer Festkultur als einer von 27 Bräuchen in Deutschland in die Nationale Liste des [[Immaterielles Kulturerbe|Immateriellen Kulturerbes]] aufgenommen.

=== Kartenspieltradition ===
''Siehe:'' [[Schafkopf]], [[Watten]]

=== Kleidung ===
''Siehe:'' [[Bayerische Tracht]]

=== Industriekultur ===
[[Datei:Rail MH 1979.jpg|mini|Schiene, hergestellt in der Maxhütte]]
Mit der [[Maxhütte (Sulzbach-Rosenberg)]] verfügt Bayern über eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird trotz bestehenden Denkmalschutzes teilweise demontiert. Aktuell wird versucht, das Industriedenkmal vor einem endgültigen Abriss zu bewahren.<ref name="sz-1418075-3">{{Internetquelle |url=http://www.sueddeutsche.de/bayern/verfall-der-maxhuette-schichtende-1.1418075-3 |titel=Verfall der Maxhütte – Schichtende |werk=sueddeutsche.de |datum=2012-07-21 |zugriff=2014-12-10}}</ref>

=== Sehenswürdigkeiten ===
Bayern kann auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken.
Laut Artikel&nbsp;3 der [[Verfassung des Freistaates Bayern]] ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat Bayern fördert in seinem [[Haushaltsplan|Haushalt]] 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500&nbsp;Millionen Euro, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen [[Gemeinde (Deutschland)|Kommunen]] und privater Träger hinzu.

Die ersten Steinbauten in Bayern entstanden in der Römerzeit. Beispielsweise wurde in [[Weißenburg in Bayern|Weißenburg]] eine [[Römische Thermen (Weißenburg)|römische Therme]] ausgegraben.
Zeugnisse aus dem Frühmittelalter gibt es nur wenige. Ein Beispiel ist jedoch die Krypta des [[Bamberger Dom]]s aus der Zeit [[Heinrich II. (HRR)|Heinrichs II.]]
Im Hochmittelalter wurden Würzburg und Regensburg zu wohlhabenden Handelsstädten. In Regensburg entstanden wie in Italien mächtige [[Geschlechterturm|Geschlechtertürme]]. Der [[Regensburger Dom]] ist ein Hauptwerk der gotischen Architektur in Süddeutschland. Da die [[Steinerne Brücke]] lange Zeit die einzige Brücke zwischen Ulm und Wien an der Donau war, führte sie den Handel hierher. Zu den historischen Stadtkernen gehören neben den großen Städten auch[FILLWORD?] [[Rothenburg ob der Tauber]], [[Dinkelsbühl]], [[Straubing]] und [[Nördlingen]]. Die Stadt Landshut ist für die Martinskirche, den größten Backsteinturm der Welt sowie für die Stadtresidenz mit ihren Renaissancemalereien bekannt. In Augsburg errichteten die [[Fugger]] die [[Fuggerei]], die älteste Sozialsiedlung der Welt. Das [[Augsburger Rathaus|Rathaus der Stadt]] gilt als das Paradestück dieser Zeit. Zu den Sehenswürdigkeiten in München gehören das [[Siegestor]] und die [[Antikensammlungen München|Antikensammlungen]]. Unter [[Ludwig II. (Bayern)|Ludwig II.]] entstanden [[Schloss Neuschwanstein]], [[Schloss Linderhof]] und [[Herrenchiemsee]]. Das [[Reichsparteitagsgelände]] aus der Zeit der Nationalsozialisten kann noch heute besichtigt werden.

{{Siehe auch|Liste von Burgen und Schlössern in Bayern|Denkmäler in Bayern}}

<gallery>
Schloss Neuschwanstein 2013.jpg|[[Schloss Neuschwanstein]]
Würzburger Residenz, Gartenfront.jpg|[[Würzburger Residenz]]
Bamberger Dom BW 6.JPG|[[Bamberger Dom]]
Coburg-Ehrenburg1.jpg|[[Schloss Ehrenburg]] in Coburg
Nuernberg-Burg.jpg|Nürnberger [[Nürnberger Burg|Kaiserburg]]
Regensburg-steinerne-Bruecke.jpg|[[Steinerne Brücke]] und [[Regensburger Dom|Dom]] in Regensburg
Walhalla, Donaustauf.JPG|[[Walhalla]], Donaustauf bei Regensburg
Befreiungshalle1, Kelheim, Deutschland.JPG|[[Befreiungshalle]], Kelheim
A rathausplatz.jpg|[[Augsburger Rathaus]] und [[Perlachturm]]
Bartholomae-2005.jpg|[[St. Bartholomä (Königssee)|St. Bartholomä]] am Königssee
Hintersee.jpg|[[Hintersee (Ramsauer Ache)|Hintersee]] in [[Ramsau bei Berchtesgaden]]
Suro mh.jpg|Hochofen 3 der [[Maxhütte (Sulzbach-Rosenberg)]]
St. Martin in Landshut.jpg|Der Kirchturm von [[Martinskirche (Landshut)|St. Martin]] ([[Landshut]]) ist mit 130,60&nbsp;Metern der höchste Backsteinturm der Welt.
Passauer Dom.jpg|[[Dom St. Stephan (Passau)|Stephansdom]] in [[Passau]] mit der [[Orgeln des Domes St. Stephan (Passau)|größten Domorgel der Welt]]
</gallery>

=== UNESCO-Welterbe ===
[[Datei:Markgräfliches Opernhaus - Bayreuth - 2013.jpg|mini|hochkant|Das [[Markgräfliches Opernhaus|Markgräfliche Opernhaus]] in [[Bayreuth]], seit dem 30.&nbsp;Juni 2012 eine [[UNESCO-Weltkulturerbe]]stätte]]

Zum [[UNESCO-Welterbe|Welterbe]] der [[UNESCO]]<ref>[http://www.unesco.de/welterbe-deutschland.html?&L=0 ''Welterbestätten in Deutschland''], Deutsche UNESCO-Kommission e.&nbsp;V., abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> innerhalb Bayerns gehört unter anderem seit 1981 die [[Würzburger Residenz]], ein Schlossbau des süddeutschen Barocks, samt Hofgarten und angrenzendem [[Residenzplatz (Würzburg)|Residenzplatz]]. Die bemerkenswert prächtig ausgestattete [[Wieskirche]] bei [[Steingaden]] wurde 1983 zum Welterbe erklärt. 1993 wurde die Altstadt von [[Bamberg]] zum Weltkulturerbe erklärt. Seit dem 15.&nbsp;Juli 2005 gehört der [[Obergermanisch-Raetischer Limes|Obergermanisch-Raetische Limes]], mit insgesamt 550&nbsp;Kilometern Länge das längste [[Bodendenkmal]] [[Europa]]s, zum Welterbe. Teil des Welterbes sind mehrere zum Limes gehörende Bauten wie die [[Römische Thermen (Weißenburg)|Thermen in Weißenburg]]. 2006 wurde die Altstadt von [[Regensburg]] mit [[Altes Rathaus (Regensburg)|Altem Rathaus]], [[Würzburger Dom|Dom]] und [[Steinerne Brücke|Steinerner Brücke]] aufgenommen, 2012 folgte das [[Markgräfliches Opernhaus|Markgräfliche Opernhaus]] in [[Bayreuth]]. Zu den [[Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen]] (Welterbe seit 2011) gehören mehrere in Bayern gelegene urgeschichtlichen Siedlungen.

Zum [[Weltdokumentenerbe]] der UNESCO gehören seit 2003 die [[Bamberger Apokalypse]], einer [[Reichenauer Malschule|Handschrift]] des [[Kloster Reichenau|Klosters Reichenau]], sowie seit 2013 das [[Lorscher Arzneibuch]]. Beide Schriften werden in der [[Staatsbibliothek Bamberg]] aufbewahrt. In der [[Bayerische Staatsbibliothek|Bayerischen Staatsbibliothek]] in München liegen das 2003 aufgenommene [[Perikopenbuch Heinrichs II.]], das 2009 aufgenommene [[Hohenems-Münchener Handschrift A]], das 2003 aufgenommene [[Evangeliar aus dem Bamberger Dom]], das 2003 aufgenommene [[Evangeliar Ottos III. (München)|Evangeliar Ottos III.]] und das 2005 aufgenommene [[Bibliotheca Corviniana]]. Eine [[Goldene Bulle]] (aufgenommen 2013) lagert im [[Bayerisches Hauptstaatsarchiv|Bayerischen Hauptstaatsarchiv]], eine weitere im [[Staatsarchiv Nürnberg]].

=== Museen ===
[[Datei:GNM-Eigenthum.jpg|mini|Der Schriftzug „Eigenthum der deutschen Nation“ über dem Haupteingang des Germanischen Nationalmuseums]]
{{Hauptartikel|Liste der Museen in Bayern|Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern}}
Bayern ist mit rund 1350 [[Museum|Museen]] das museumsreichste Bundesland Deutschlands und eine der museumsreichsten Regionen des Kontinents.<ref>[http://www.bayerische-museumsakademie.de/ ''Die Bayerische Museumsakademie''], Bayerische Museumsakademie, abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> Zur vielfältigen Museumslandschaft zählen Sammlungen, Schlösser, Gärten und private Sammlungen. Zu den größten und bekanntesten gehören das [[Germanisches Nationalmuseum|Germanische Nationalmuseum]] in Nürnberg und das [[Bayerisches Nationalmuseum|Bayerische Nationalmuseum]] in München. Größtes naturwissenschaftlich-technisches Museum der Welt ist das [[Deutsches Museum|Deutsche Museum]]. Zu den größten und bedeutendsten ihrer Art gehören das seit 1976 bestehende [[Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim|Fränkische Freilandmuseum]] in [[Bad Windsheim]] und das seit 1990 bestehende [[Fränkisches Freilandmuseum Fladungen|Fränkische Freilandmuseum]] in [[Fladungen]]. Einen wesentlichen Teil des Gemälde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern betreuen die [[Bayerische Staatsgemäldesammlungen|Bayerischen Staatsgemäldesammlungen]].

=== Bibliotheken und Archive ===
{{Hauptartikel|Staatliche Archive Bayerns|Liste der größten Bibliotheken in Bayern}}
Größte Bibliothek des Freistaates ist die [[Bayerische Staatsbibliothek]] in München. Sie ist die zentrale [[Regionalbibliothek|Landesbibliothek]] Bayerns und eine der bedeutendsten europäischen [[Forschungsbibliothek|Forschungs-]] und [[Universalbibliothek]]en mit internationalem Rang. Mit 10,22&nbsp;Millionen Medieneinheiten ist sie die drittgrößte Bibliothek Deutschlands und besitzt eine der größten Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Größte [[Universitätsbibliothek]] ist die Münchner [[Universitätsbibliothek der LMU München|Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität]]. Größte [[öffentliche Bibliothek]] ist die [[Münchner Stadtbibliothek]]. Größte Bibliothek Bayerns außerhalb Münchens ist die [[Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg|Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg]]. Um die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur in allen Regionen zu gewährleisten, existieren zehn [[Bayerische Staatsbibliothek#Staatliche Regionalbibliotheken|staatliche Regionalbibliotheken]], die größte ist die [[Staatsbibliothek Bamberg]].

Das [[Bayerisches Hauptstaatsarchiv|Bayerische Hauptstaatsarchiv]] in München ist das größte [[Staatliche Archive Bayerns|bayerische Staatsarchiv]] und aufgrund der langen staatlichen Existenz Bayerns auch[FILLWORD?] eines der bedeutendsten Archive in Europa. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Staatsarchive.

=== Zoologische Gärten, Tierparks, Parkanlagen und Gärten ===
[[Datei:Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn Muenchen-6.jpg|mini|Tierpark Hellabrunn]]
(Auswahl)
{{Mehrspaltige Liste|breite=20em|
* [[Zoo Augsburg]]
* [[Zoologischer Garten Hof]]
* [[Tierpark Hellabrunn]], München
* [[Tiergarten Nürnberg]]
* [[Wildpark Klaushof]], [[Bad Kissingen]]
* [[Wildpark Poing]]
* [[Wildpark an den Eichen]], [[Schweinfurt]]
* [[Tiergarten Straubing]]
* [[Jura-Zoo]], [[Neumarkt in der Oberpfalz]]
* [[Wildpark Tambach]], [[Coburg]]
* Bayerwald-Tierpark, [[Lohberg (Bayern)|Lohberg]] am [[Großer Arber|Großen Arber]]
}}

=== Gartenschauen ===
In Bayern fand schon zweimal die [[Bundesgartenschau]] statt: Die [[Westpark (München)|Bundesgartenschau 1983]], die mit der [[Internationale Gartenbauausstellung|Internationalen Gartenbauausstellung]] zusammenfiel, und die [[Bundesgartenschau 2005]], die beide jeweils[FILLWORD?] in München stattfanden.

Bayern konzipierte als eines der ersten Bundesländer eine eigene [[Landesgartenschau#Bayern|Landesgartenschau]], die erstmals 1980 zusammen mit dem Land Baden-Württemberg in [[Neu-Ulm]]/[[Ulm]] stattfand.

=== Münzen ===
Seit 2006 erscheinen jährlich [[2-Euro-Gedenkmünzen]] mit einem Motiv des Landes, das den [[Bundesratspräsident (Deutschland)|Präsidenten des Bundesrates]] stellt. 2012 war dies Bayern, somit wurden mit dem Ausgabedatum 3.&nbsp;Februar 2012 rund 30&nbsp;Millionen 2-Euro-Münzen mit dem [[Schloss Neuschwanstein]] als Motiv geprägt, die als offizielles Zahlungsmittel im Umlauf sind und beim [[Münzen sammeln]] beliebt sind.

=== Feiertage ===
[[Datei:Augsburg Friedenstafel.JPG|mini|hochkant|Friedenstafel am [[Rathaus Augsburg|Augsburger Rathaus]] während des [[Augsburger Hohes Friedensfest|Augsburger Hohen Friedensfestes]]]]
Neben den [[Feiertage in Deutschland|bundesweit gültigen Feiertagen]] [[Neujahr]] (1.&nbsp;Januar), [[Karfreitag]], [[Ostersonntag]] und [[Ostermontag]], [[Erster Mai|Tag der Arbeit]] (1.&nbsp;Mai), [[Christi Himmelfahrt]], [[Pfingstsonntag]] und [[Pfingstmontag]], [[Tag der Deutschen Einheit]] (3.&nbsp;Oktober) sowie der [[Weihnachten|1. und 2.&nbsp;Weihnachtsfeiertag]] (25./26.&nbsp;Dezember) gibt es im Freistaat Bayern gemäß dem ''Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage'' noch weitere Feiertage.<ref>[http://gesetze-bayern.de/Content/Document/BayFTG?AspxAutoDetectCookieSupport=1 Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz – FTG) Vom 21. Mai 1980 (BayRS 1983 II S. 172) BayRS 1131-3-I], abgerufen am 23. Mai 2016</ref> In ganz Bayern als Feiertag gültig sind [[Heilige Drei Könige]] (6.&nbsp;Januar), [[Fronleichnam]] und [[Allerheiligen]] (1.&nbsp;November). Aus Anlass des [[Reformation|500.&nbsp;Reformationsjubiläums]] im Jahr 2017 war der [[Reformationstag]] am 31.&nbsp;Oktober 2017 ein einmaliger gesetzlicher Feiertag. [[Mariä Aufnahme in den Himmel|Mariä Himmelfahrt]] (15.&nbsp;August) ist nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung ein gesetzlicher Feiertag. Das [[Augsburger Friedensfest]] (8.&nbsp;August) ist nur in der Stadt [[Augsburg]] ein gesetzlicher Feiertag. [[Buß- und Bettag]] war bis 1994 Feiertag. Seitdem ist der Tag zwar Werktag, jedoch haben Schüler unterrichtsfrei.

Mit zwölf landesweit gültigen Feiertagen ist Bayern das Bundesland mit den meisten Feiertagen, inklusive Mariä Himmelfahrt sind es in katholischen Gebieten 13&nbsp;Feiertage, in Augsburg sind es 14.

Neben den Feiertagen sind [[Stiller Tag|stille Tage]], an denen besondere Einschränkungen zu beachten sind, festgelegt. Es sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen verboten, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen, beispielsweise herrscht an Karfreitag [[Tanzverbot]]. Die stillen Tage in Bayern sind [[Aschermittwoch]], [[Gründonnerstag]], [[Karfreitag]], [[Karsamstag]], [[Allerheiligen]], [[Volkstrauertag]], [[Totensonntag]], [[Buß- und Bettag]] sowie der [[Heiliger Abend|Heilige Abend]] (24.&nbsp;Dezember).<ref>[https://www.innenministerium.bayern.de/suv/bayern/feiertage/index.php ''Feiertage in Bayern''], Bayerisches Innenministerium, abgerufen am 28. August 2018.</ref>

== Bildung ==
=== Schulsystem ===
[[Datei:Wilhelmsgymnasium.JPG|mini|Das [[Wilhelmsgymnasium München]] gehört zu den ältesten Gymnasien Bayerns]]
Es sind etwa 5500 Schulen im Freistaat Bayern vorhanden, die nach dem [[Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen|Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen]] arbeiten. Es folgt nach der vierjährigen [[Grundschule]] das [[Dreigliedriges Schulsystem|dreigliedrige Schulsystem]] mit [[Mittelschule (Bayern)|Mittelschule]], [[Realschule]] und [[Gymnasium (Bayern)|Gymnasium]] mit [[Abitur in Bayern (G8)|Abitur nach der zwölften Klasse]]. Ab der siebten Klasse gibt es die Möglichkeit, die [[Wirtschaftsschule (Bayern)|Wirtschaftsschule]], und ab der zehnten, die [[Berufliche Oberschule Bayern|Berufliche Oberschule]] ([[Fachoberschule]] und [[Berufsoberschule (Bayern)|Berufsoberschule]]) mit Erlangung des [[Abitur in Bayern (G9)|bayerischen Abiturs nach der 13. Klasse]] zu besuchen. Hinzu treten sonderpädagogische [[Förderschule (Deutschland)|Förderschulen]] sowie [[Schule für Kranke|Schulen für Kranke]]. Das Schulsystem ist generell durchlässig, und jedem Schüler steht mit jedem erreichten Abschluss der Weg zum nächsthöheren schulischen Abschluss offen.<ref>[http://www.km.bayern.de/schularten Das bayerische Schulsystem], abgerufen am 23. Mai 2016</ref>

Als [[Schulen besonderer Art]] sind in Bayern fünf [[Gesamtschule]]n vorhanden. Ferner gibt es in Bayern zahlreiche [[Internat]]e, [[Privatschule]]n sowie Einrichtungen des [[Zweiter Bildungsweg|zweiten Bildungswegs]]. Eine Besonderheit im bayerischen Bildungswesen sind [[Schulvorbereitende Einrichtung|Schulvorbereitenden Einrichtungen für Kinder]] mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die es so in der Form in keinem anderen Bundesland gibt. Weitere Besonderheiten des bayerischen Schulsystems sind [[Jahrgangsstufentest]]s, [[Absentenheftführer]] sowie das [[Elitenetzwerk Bayern]] zur akademischen Spitzenausbildung.

In den von der [[OECD]] durchgeführten [[PISA-Studien]] erreichen die Schüler Bayerns regelmäßig Spitzenplätze.<ref name="faz-1899865">{{Internetquelle |url=http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/studie-bayern-und-baden-wuerttemberg-an-der-spitze-1899865.html |titel=Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze |werk=faz.net |datum=2010-06-23 |zugriff=2014-12-11}}</ref>

{{Siehe auch|Liste der Gymnasien in Bayern|Basiskonzepte der Naturwissenschaften im bayerischen Lehrplan}}

[[Datei:Schloss-Erlangen02.JPG|mini|''Erlanger Schloss'': Das 1702 als markgräfliche Residenz fertiggestellte Schloss ging 1817 an die Universität von Erlangen über.]]

=== Universitäten und Hochschulen ===
In Bayern existieren neun staatliche [[Universität]]en des Freistaates, sowie die [[Universität der Bundeswehr München]]. Bis 1962 existierten lediglich vier Universitäten in München ([[Ludwig-Maximilians-Universität München|LMU]], [[Technische Universität München|TU]]), [[Julius-Maximilians-Universität Würzburg|Würzburg]] und Erlangen (ab 1966 [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Erlangen-Nürnberg]]). Zwischen 1962 und 1975 wurden in [[Universität Regensburg|Regensburg]], [[Universität Augsburg|Augsburg]], [[Universität Bamberg|Bamberg]], [[Universität Bayreuth|Bayreuth]] und [[Universität Passau|Passau]] fünf weitere durch den Freistaat gegründet. Hinzu kam 1973 noch die neu gegründete Bundeswehruniversität.

Daneben gibt es 18 staatliche [[Fachhochschule (Deutschland)|Fachhochschulen]] in Bayern, die zwischen 1971 und 1996 gegründet wurden. Darüber hinaus existiert mit der 1980 gegründeten [[Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt|Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt]] eine kirchliche Universität, sowie vier weitere [[Private Hochschule|private]] bzw.[ABBREVIATION] [[kirchliche Hochschule]]n und 10 [[Kunsthochschule]]n.

== Sport ==
=== Ballsportarten ===
[[Datei:Allianz arena golden hour Richard Bartz.jpg|mini|Die [[Allianz Arena]], Heimstadion des [[FC Bayern München]]]]
Zu den beliebtesten Sportarten gehört der [[Fußball]]. Der [[Bayerischer Fußball-Verband|Bayerische Fußball-Verband]] zählt rund 1,5&nbsp;Millionen Mitglieder<ref>DFB-Mitgliederstatistik 2014, siehe http://www.dfb.de/verbandsstruktur/mitglieder/</ref> und ist damit der mitgliederstärkste Verband des [[Deutscher Fußball-Bund|Deutschen Fußball-Bunds]]. International bekannt ist der [[FC Bayern München]], er ist Rekordmeister der [[Fußball-Bundesliga]], der er seit 1965 angehört, und darüber hinaus mehrfacher Gewinner von internationalen Fußballwettbewerben wie der [[UEFA Champions League]]. Ebenfalls in der höchsten deutschen Spielklasse spielen seit 2011 der [[FC Augsburg]] und seit 2018 wieder der neunfache deutsche Meister [[1. FC Nürnberg]]. In der zweithöchsten Spielklasse, der [[2. Fußball-Bundesliga]], spielen drei bayerische Vereine: Der [[FC Ingolstadt 04]], der [[SSV Jahn Regensburg]] und die [[SpVgg Greuther Fürth]]. In der Saison 2018/19 spielen zudem die [[Würzburger Kickers]], die [[SpVgg Unterhaching]] sowie der langjährige Erstligist [[TSV 1860 München]] in der [[3. Fußball-Liga]].

Im [[Volleyball]] sind der mehrmalige deutsche Meister des Frauen-Vereins [[Rote Raben Vilsbiburg|Roten Raben Vilsbiburg]] und die Herren-Abteilung von [[TSV Unterhaching|Generali Haching]] spielen in der obersten Volleyball-Bundesliga aktiv. Die [[Basketball]]mannschaften der [[s.Oliver Würzburg]], [[medi Bayreuth]] und die von [[München]] spielen in der höchsten deutschen Spielklasse. Die [[Brose Baskets]] aus Bamberg ist die beste bayerische Herrenmannschaft. Neben mehreren Vizemeistertiteln wurden sie 2005, 2007, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 Deutscher Meister und Pokalsieger 2010, 2011 und 2012. Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den Deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005–2007 Deutscher Pokalsieger.

Derzeit (Saison 2018/19) sind der [[HC Erlangen]] ([[Handball-Bundesliga|Bundesliga]]) sowie der [[HSC 2000 Coburg]] und der [[DJK Rimpar]] (beide [[2. Handball-Bundesliga|2.&nbsp;Bundesliga]]) die höchstklassig spielenden Handballvereine der Männer im Freistaat Bayern. Die [[Handball]]abteilung des [[TV Großwallstadt]] aus dem [[Landkreis Miltenberg]] spielte lange Jahre in der 1. [[Handball-Bundesliga]]. Bekannt, wenn auch[FILLWORD?] ebenso nicht mehr erstklassig, sind die Münchener Vereine [[TSV Milbertshofen]] und [[MTSV Schwabing]].

Im Damenhandball ist der [[1. FC Nürnberg Handball 2009|1. FC Nürnberg]] das erfolgreichste bayerische Team. In der jüngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stießen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der [[EHF Champions League der Frauen 2007/08|EHF Champions League]] vor.

Jedes Jahr findet in München ein großes [[Tennis]]turnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die [[ATP München|BMW Open]]. Sie gelten als Eingangstor für spätere Karrieren. Namhafte Tennisspieler der ganzen Welt reisen dorthin, um wichtige [[ATP Tour 2007|ATP]]-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspieler nehmen an den [[Women’s Tennis Association|WTA]]-Wettkämpfen teil. Bekannte Repräsentanten des bayerischen Tennis sind [[Philipp Kohlschreiber]] aus Augsburg und [[David Prinosil]] aus [[Amberg]]. Bayern steht mit 163 [[Golf (Sport)|Golfplätzen]] deutschlandweit an der Spitze, [[Oberbayern]] hat gemeinsam mit der [[Metropolregion Hamburg]] die größte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.<ref>[http://www.golf.de/dgv/imagedata/marktbericht_golf_2008_v8.pdf Bericht 2008 des Deutschen Golfverbandes] (PDF; 367&nbsp;kB).</ref>

Im [[Baseball]] haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu zählt unter anderem der Deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus [[Regensburg]], die [[Regensburg Legionäre]]. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams gehören die [[Gauting Indians]], die [[Ingolstadt Schanzer]] und die [[Haar Disciples]]. Auf Landesverbandsebene gehören unter anderem die [[Augsburg]] Gators, die [[Erlangen]] White Sox, die [[Fürth Pirates]], die [[Deggendorf]] Dragons und die [[Garching bei München|Garching]] Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit rund 60 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der [[Bayerischer Baseball und Softball Verband|Bayerische Baseball und Softball Verband]], einer der größten in Deutschland.

Auch im [[American Football]] ist Bayern mit einigen Mannschaften in den höchsten Spielklassen vertreten. In der Bundesliga, genannt GFL ([[German Football League]]), spielen 2018 die [[Munich Cowboys]], die [[Ingolstadt Dukes]], die [[Allgäu Comets]] (aus Kempten) und der Aufsteiger [[Kirchdorf Wildcats]] aus [[Kirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn)|Kirchdorf am Inn]].<ref>{{Literatur |Titel=GFL |Sammelwerk=AFVBy - American Football Verband Bayern e.V. |Datum=2013-12-28 |Online=http://afvby.de/spielbetrieb/herren/gfl/ |Abruf=2018-04-04}}</ref> In der zweithöchsten Spielklasse, [[German Football League 2|GFL2]], sind zwei bayerische Mannschaften vertreten, die [[Nürnberg Rams]] und der Aufsteiger [[Straubing Spiders]].<ref>{{Literatur |Titel=GFL 2 |Sammelwerk=AFVBy - American Football Verband Bayern e.V. |Datum=2013-12-28 |Online=http://afvby.de/spielbetrieb/herren/gfl-2/ |Abruf=2018-04-04}}</ref> Im Damenfootball sind die Munich Cowboys Ladies[TYPO?] und die [[München Rangers]] Ladies[TYPO?] in der Bundesliga<ref>{{Literatur |Titel=1. Bundesliga |Sammelwerk=AFVBy - American Football Verband Bayern e.V. |Datum=2013-12-28 |Online=http://afvby.de/spielbetrieb/damen/1-bundesliga/ |Abruf=2018-04-04}}</ref> vertreten, sowie die Allgäu Comets Ladies[TYPO?], die Nürnberg Rams Ladies[TYPO?], die Erlangen Sharks Ladies[TYPO?] und Regensburg Phoenix Ladies[TYPO?] in der zweiten Liga.<ref>{{Literatur |Titel=2. Bundesliga |Sammelwerk=AFVBy - American Football Verband Bayern e.V. |Datum=2013-12-28 |Online=http://afvby.de/spielbetrieb/damen/2-bundesliga/ |Abruf=2018-04-04}}</ref>

[[Korbball]] wird vor allem in Franken, aber auch im Allgäu gespielt. [[Schweinfurt]] gilt seit 1937 als Zentrum des Korbballs.<ref>{{Literatur |Autor=Alexander Priebe |Titel=Korbball und Basketball im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland |Sammelwerk=SportZeiten. Sport in Geschichte, Kultur und Gesellschaft |Band=13. Jahrgang |Nummer=1 |Verlag=Verlag Die Werkstatt |Ort=Göttingen |Datum=2013 |ISSN=1617-7606 |Seiten=85}}</ref> In der Region nehmen mehr als 80 Vereine am Spielbetrieb teil.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.mainpost.de/sport/schweinfurt/Fussballspiele-Korbball-Sportgelaende-Gemeinschaft-im-Vordergrund;art795,8921676 |titel=Gemeinschaft im Vordergrund |zugriff=2016-10-09 |datum=2015-09-22 |hrsg=[[Main-Post]] }}</ref>

=== Wintersport ===
[[Datei:Schattenberg20061230.jpg|mini|Schattenbergschanze in Oberstdorf beim Auftaktspringen zur Vierschanzentournee am 30. Dezember 2006]]
Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell große Bedeutung. Günstige Bedingungen für Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind [[Mirl Buchner]], [[Heidi Biebl]], [[Rosi Mittermaier]], [[Marina Kiehl]], [[Christa Kinshofer]], [[Martina Ertl-Renz]], [[Hilde Gerg]], [[Maria Höfl-Riesch]], [[Franz Pfnür]] und [[Markus Wasmeier]]. Aus dem [[Biathlon]]-Bundesleistungszentrum in [[Ruhpolding]] gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind [[Fritz Fischer (Biathlet)|Fritz Fischer]], [[Michael Greis]], [[Uschi Disl]], [[Martina Beck|Martina Glagow]] und [[Magdalena Neuner]]. Im Langlauf erreichten [[Tobias Angerer]] und [[Evi Sachenbacher-Stehle]] bedeutende Resultate.

In Bayern gibt es fünf [[Eishockey]]-Vereine in der [[Deutsche Eishockey Liga|Deutschen Eishockey Liga]]; die [[Augsburger Panther]], der [[ERC Ingolstadt]], die [[Nürnberg Ice Tigers]], der [[EHC Red Bull München]] und die [[Straubing Tigers]].
In der [[DEL2]] spielen die Mannschaften des [[EHC Bayreuth]], der [[Deggendorfer SC]], der [[ESV Kaufbeuren]] und die [[Tölzer Löwen]], sowie in der Oberliga der [[SC Riessersee]] und die [[Starbulls Rosenheim]]. Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte[WORDS?] Vereine sind der [[TEV Miesbach]] sowie der [[EV Füssen]].

Vor allem im Gebiet des Oberallgäuer Orts [[Oberstdorf]] und in [[Garmisch-Partenkirchen]] finden zahlreiche Sportveranstaltungen statt, etwa der Auftakt der [[Vierschanzentournee]] oder der [[Zugspitz-Extremberglauf]]. In Garmisch fanden die [[Olympische Winterspiele 1936|Olympischen Winterspiele 1936]] statt. Auch zahlreiche Welt- und Europameisterschaften, etwa im Bereich [[Rennrodeln]], [[Eiskunstlauf]], [[Curling]] oder [[Skiflug]], fanden dort statt.

=== Weitere Sportarten ===
Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm ''[[Am Limit]]'' wurden im Bereich des Bergklettern die Sportkletterer [[Thomas Huber (Bergsteiger)|Thomas]] und [[Alexander Huber (Bergsteiger)|Alexander Huber]] einem größeren Publikum ein Begriff. Auch früher waren Bayern unter den weltbesten Gipfelstürmern, unter anderen [[Johann Grill]], [[Josef Enzensperger]], [[Otto Herzog (Bergsteiger)|Otto Herzog]], [[Anderl Heckmair]] oder [[Toni Schmid]].

{{Anker|Brauchtumssportarten}}
In Bayern haben sich einige [[Brauch]]tumssportarten wie [[Fingerhakeln]] und [[Stockschießen|Eisstockschießen]] erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden.
Das [[Brühtrog|Sautrogrennen]] gehört zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im Süden Bayerns an den Flüssen [[Donau]], [[Iller]], [[Isar]] und [[Lech]]. In Franken wird anlässlich von [[Volksfest]]en in den meist noch vorhandenen örtlichen Dorf- bzw.[ABBREVIATION] [[Löschwasserteich]]en diesem Sport gehuldigt. Unter größter Belustigung der Zuschauer werden ernste regionale und überregionale [[Meisterschaft (Sport)|Meisterschaften]] bestritten. Seit 2010 in [[Schwarzenbach an der Saale]] sogar[WORDS?] echte [[Weltmeisterschaft]]en.<ref>[http://www.saaleschiffer.de/ Die Badewannen- und Sautrogweltmeisterschaft], abgerufen am 28. August 2016</ref>

[[Datei:Norisring 2008.jpg|mini|hochkant|Der Nürnberger [[Norisring]]]]

Im Bereich des [[Motorsport]]s gibt es die alljährliche Tourenwagenrennen zur [[DTM]] auf dem [[Norisring]] in Nürnberg-Dutzendteich. [[Speedway (Bahnsport)|Speedwayrennen]] gibt es in Landshut, Pocking, Abensberg und Olching, sowie [[Sandbahnrennen]] in Mühldorf am Inn, Pfarrkirchen, Vilshofen, Dingolfing und Plattling. In [[Inzell]] gibt es internationale Eisspeedwayrennen. [[Sportschießen]] wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausgeübt. Die Sportschützen stellen mit dem Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) den viertgrößten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

Im [[Tanzsport]] spielen die Latein- und die Standardformation des RGC Nürnberg tanzen in der zweiten Bundesliga. Im Einzeltanzbereich gibt es sehr viele erfolgreiche Tänzer. Viele [[Turnen|Turnvereine]] haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in [[Nürnberg]], wurde aber[FILLWORD?] mit dem Bundesleistungszentrum in [[Frankfurt am Main]] zusammengelegt. Zentren sind Augsburg, Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg, Landshut, Passau und Rosenheim.
Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er Jahren oftmals weltweit Spitzenplätze.<ref>Hans Fischer: ''Die Geschichte des Turnens in Bayern. Eine historische Begegnung.'' 3. Auflage, Berlin 1958.</ref>

Seit 2000 gibt es für Kinder eine „Bayerische Kinderturnolympiade“. Austragungsort war fünf Mal [[Neumarkt in der Oberpfalz]], im Jahre 2000, 2004, 2008, 2012 und 2016.<ref>[http://www.turnpapperl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=64&Itemid=200033 Offizielle Seite der Kinderturnolympiade Neumarkt 2012] (abgerufen am 18.&nbsp;Mai 2012).</ref> 2012 fand in Neumarkt zudem die 31.&nbsp;Turnerjugend-Festspiele im Rahmen der Kinderturnolympiade statt. Im Jahre 2020 wird die nächste Kinderturnolympiade ausgetragen.

== Siehe auch ==
{{Portal|Bayern}}

== Literatur ==
* [[Institut für Bayerische Geschichte]]: [http://www.bayerischegeschichte.uni-muenchen.de/dasfach/infosbaygesch/bibliobayern.pdf Einführende Bibliographie zur Geschichte Bayerns.] (Zusammenstellung grundlegender Literatur und Quellensammlungen; PDF; 51&nbsp;kB).
* [http://opac.bayerische-bibliographie.de/ Bayerische Bibliographie]
* [[Karl Bosl]] (Hrsg.): ''Bayern.'' (= ''Handbuch der historischen Stätten Deutschlands.'' Band 7), 3. Auflage. Stuttgart 1961 (= ''Kröners Taschenausgabe.'' Band 277).
* [[Max Spindler]] (Hrsg.), Gertrud Diepolder: ''Bayerischer Geschichtsatlas.'' [[Bayerischer Schulbuch Verlag]], München 1969.
* Max Spindler, [[Alois Schmid (Historiker)|Alois Schmid]] (Hrsg.): ''Handbuch der bayerischen Geschichte.'' Beck, München 1971ff. (4 Bände).
* [[Wilhelm Volkert]], [[Richard Bauer (Historiker)|Richard Bauer]]: ''Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte: 1799–1980.'' Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
* [[Peter Claus Hartmann]]: ''Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute.'' 2. Auflage. Pustet, Regensburg 2004, ISBN 3-7917-1875-4.
* [[Benno Hubensteiner]]: ''Bayerische Geschichte. Staat und Volk, Kunst und Kultur'', 18. Auflage, Rosenheim 2013, ISBN 978-3-475-53756-1.
* [[Gerald Huber]]: ''Kleine Geschichte Niederbayerns''. 2. Auflage. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2048-7.
* [[Gerald Huber]]: ''Lecker derbleckt. Eine kleine bairische Wortkunde''. Societätsverlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-7973-1100-9.
* Fritz Koller, Hermann Rumschöttel: ''Bayern und Salzburg im 19. und 20. Jahrhundert, vom Salzachkreis zur Euregio.'' Samson, München 2006, ISBN 3-921635-98-5.
* [[Dirk Götschmann]]: ''Wirtschaftsgeschichte Bayerns, 19. und 20. Jahrhundert.'' Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2230-6.
* Peter Fassl, Wilhelm Liebhart, Doris Pfister, Wolfgang Wüst (Hrsg.): Bayern, Schwaben und das Reich. Festschrift für Pankraz Fried zum 75. Geburtstag (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 11) Augsburg 2007, ISBN 978-3-89639-589-4.
* ''Bayerisches Jahrbuch.'' 86. Jahrgang, K. G. Saur, München 2007, XIII, 611 S., ISBN 978-3-598-23666-2; auch [[CD-ROM]]-Ausgabe: ISBN 978-3-598-23667-9 (wichtiges Nachschlagewerk mit Informationen zu mehr als 7.000 Institutionen und ca. 12.500 Personen).
* Michael Beer: ''Bayerns Boom im Bauernland. Landesplanung und Strukturwandel der bayerischen Wirtschaft im ländlichen Raum von 1945 bis 1975.'' Lulu, Morrisville 2008, ISBN 978-1-4092-0580-7.
* Franz X. Bogner: ''Bayern aus der Luft''. Stürtz, Würzburg 2009. ISBN 978-3-8003-4014-9.
* Martin Wittmann: ''Total alles über Bayern / The Complete Bavaria.'' [[Folio Verlag]], Wien-Bozen 2014. ISBN 978-3-85256-646-7.

== Weblinks ==
{{Commonscat|Bavaria|Bayern}}
{{Wiktionary}}
{{Wikinews|Portal:Bayern}}
{{Wikisource|Topographia Bavariae}}
{{Wikiquote}}
{{Wikivoyage}}
* [https://www.bayern.de/ Website der Bayerischen Staatsregierung]
* [http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ Bayerische Landesbibliothek Online]
* [http://www.hdbg.de/ Haus der Bayerischen Geschichte]<!-- einmal Hauptseite statt drei subdomains -->
*[http://www.bayernatlas.de Detaillierte Karten flächendeckend]
* [http://www.auwi-portal.de/awp/inhalte/ Außenwirtschaftsportal Bayern]
* [http://www.bavarikon.de/ bavarikon Kunst- und Wissensschätze Bayerns]
* {{DNB-Portal|4005044-0|TEXT=Literatur über|NAME=Bayern}}

== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Region in Europa]]
[[Kategorie:Bayern| ]]
[[Kategorie:Bundesland (Deutschland)]]
[[Kategorie:Land der Weimarer Republik]]

Erläuterungen

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