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Geprüfter Artikel: Buchenau (Dautphetal) [Bearbeiten in Wikipedia]

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Allgemeine Anmerkungen (weitere unten in dem Wiki-Quelltext):

Legende:
Ist sehr selten sinnvoll.
Ist selten sinnvoll, bitte prüfen.
Ist manchmal sinnvoll, bitte prüfen.
Vorschlag, bitte prüfen, ob sinnvoll.



Wiki-Quelltext mit Anmerkungen:

{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland
| Ortsteil = Buchenau
| Gemeindeart =
| Gemeindename = Dautphetal
| Alternativanzeige-Gemeindename =
| Ortswappen = Wappen Buchenau([BRACKET2?]Lahn).svg
| Ortswappen-Beschreibung =
| Breitengrad = 50/52/31/N
| Längengrad = 8/35/57/E
| Bundesland = Hessen
| Höhe = 235 <!-- Geodatenzentrum -->
| Höhe-von = 235
| Höhe-bis = 471
| Höhe-Bezug = DE-NHN
| Fläche = 12.09
| Fläche-Quelle = <ref name="lagis" />
| Einwohner = 1853 <!-- hier nur Hauptwohnsitze -->
| Einwohner-Stand-Datum = 2017-12-31
| Einwohner-Quelle = <ref>[http://www.dautphetal.de/Unsere-Gemeinde/Einwohnerzahlen „Einwohnerzahlen der Gemeinde Dautphetal“] im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen am 28. März 2018</ref>
| Eingemeindungsdatum = 1974-07-01
| Postleitzahl1 = 35232
| Postleitzahl2 =
| Vorwahl1 = 06466
| Vorwahl2 =
| Lagekarte = Lage des Ortsteils Buchenau in der Gemeinde Dautphetal (Karte).png
| Lagekarte-Beschreibung = Lage von Buchenau in der Gemeinde Dautphetal
| Bild = Dautphetal Buchenau Luftaufnahme Hermann Achenbach 20060620.jpg
| Bild-Beschreibung = Luftaufnahme von Buchenau aus Südwesten
}}
'''Buchenau''' (''Buchenau/Lahn''; ''Buchenau an der Lahn'') ist ein etwa 1900 Einwohner zählender Ortsteil der Großgemeinde [[Dautphetal]] im Nordwesten [[Mittelhessen]]s, etwa zwölf Kilometer westlich von [[Marburg]]. Die [[Lahn]], die durch den Ort fließt, das alte Dorf mit den Fachwerkhäusern und der Kirche an deren Rand, sowie die Bebauung der Talhänge mit den herausstechenden „Hochhäusern“ charakterisieren den Ort.<ref name="GemDautphetal">Datenquelle: Gemeinde Dautphetal</ref>

Bis zum Zusammenschluss mit elf anderen Gemeinden zur Gemeinde Dautphetal im Jahr 1974 war Buchenau eine selbstständige Gemeinde, zu der neben der Industriesiedlung [[Carlshütte (Dautphetal)|Carlshütte]] von 1972 bis 1974 auch[FILLWORD?] der Biedenkopfer Ortsteil [[Katzenbach (Biedenkopf)|Katzenbach]] gehörte. Der Ort wurde 1238 in einer Urkunde des [[Kloster Caldern|Klosters Caldern]] erstmals erwähnt. Daher hat der Ort im Jahr 2015 sein 777-jähriges Bestehen gefeiert.<ref>{{Internetquelle |autor=Sascha Valentin |url=https://www.mittelhessen.de/lokales/region-marburg-biedenkopf_artikel,-Buchenau-feiert-777-Geburtstag-_arid,459069.html |titel=Buchenau feiert 777. Geburtstag |werk=[[Hinterländer Anzeiger]] online |datum=2015-03-31 |zugriff=2017-10-17}}</ref>

== Geographie ==
[[Datei:Dautphetal-Übersichtskarte.png|mini|Lage des Ortes innerhalb der Gemeinde Dautphetal]]

=== Lage ===
Buchenau liegt am östlichen Rand des [[Rheinisches Schiefergebirge|Rheinischen Schiefergebirges]] im engen oberen Lahntal in einem [[Tal]]kessel, umgeben von den [[Sackpfeifen-Vorhöhen]] Vorderstöffel (366&nbsp;m), Ellenberg (438&nbsp;m) und Bundeberg (385&nbsp;m). Östlich des Ortes und des Bundeberges schließt sich, durch den Einschnitt des Lauterbachs getrennt, der 460&nbsp;Meter hohe Homberg mit dem Naturschutzgebiet Homberg bei Buchenau an, dessen östliche Hälfte bereits auf der Gemarkung der Nachbargemeinde [[Lahntal]] liegt.

Der alte Ortskern liegt auf etwa {{Höhe|240|DE-NN|link=true}} und umfasst die Alte Landstraße, den Gassenweg, die Hollergasse, Grabenstraße und Bachstraße. In dem [[Dorf#Haufendorf|Haufendorf]] sind hauptsächlich [[Dreiseithof|Dreiseit-]] und Hakenhöfe zu finden. Im Laufe der Zeit hat sich die Bebauung an die Talhänge bis an den Waldrand ausgedehnt. <!--Die Kirche war in der damaligen Zeit am Rande des Ortes gelegen. -->

Der höchste Punkt der Buchenauer [[Gemarkung]] befindet sich auf den Salzköpfen mit knapp {{Höhe|500|DE-NN}} an der nordöstlichen Gemarkungsgrenze, der niedrigste mit unter 235&nbsp;Metern im Osten an der Lahn an der Gemarkungs- und Gemeindegrenze.
{{Panorama|Buchenau Pano 2.jpg|780|Panorama-Ansicht des Orts}}

=== Nachbargemeinden ===
Die angrenzenden Orte sind von Norden im Uhrzeigersinn die Stadtteile [[Treisbach (Wetter)|Treisbach]] und [[Warzenbach]] der Stadt [[Wetter (Hessen)|Wetter]], im Osten der Ortsteil Brungershausen der Gemeinde [[Lahntal]], im Südosten bis Südwesten die Dautphetaler Ortsteile [[Elmshausen (Dautphetal)|Elmshausen]], [[Allendorf (Dautphetal)|Allendorf]] und [[Friedensdorf (Dautphetal)|Friedensdorf]] sowie im Westen und Nordwesten die [[Biedenkopf|Biedenköpfer]] Stadtteile [[Kombach (Biedenkopf)|Kombach]] und Katzenbach.

Eingebettet zwischen der Bundesstraße 62 und der Bahnstrecke der Oberen Lahntalbahn befindet sich im westlichen Bereich der Gemarkung von Buchenau sowie südöstlich der Ortslage ein Abschnitt des [[Landschaftsschutzgebiet]]s Auenverbund Lahn-Ohm mit einer Gesamtgröße von rund 5915 Hektar. Ziele der Unterschutzstellung sind „[…] die Erhaltung und Entwicklung des typischen Charakters der Talauen von Lahn und Ohm mit ihren Nebenbächen in ihren Funktionen als Lebensstätte auentypischer Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensgemeinschaften, als Überflutungsgebiet und als Erholungsraum sowie wegen ihrer Bedeutung für das Lokalklima.“<ref>[http://www.hgon-mr.de/downloads/auen.pdf Hintergrundinformationen zum Projekt im Landkreis-Marburg-Biedenkopf] (PDF; 724&nbsp;KB)</ref> Östlich des Ortes im Bereich des namensgebenden Berges liegt das Naturschutzgebiet Homberg bei Buchenau mit einer Größe von etwa 33,7 Hektar.<ref name="Umweltatlas">[http://atlas.umwelt.hessen.de/atlas/ Umweltatlas Hessen (abgerufen am 11. November 2013, Stand der Daten: 2009, Letzte Aktualisierung: 2010)]</ref>

=== Geologie ===
[[Datei:Geologische Karte Dillmulde.png|mini|Geologische Karte der Dillmulde und angrenzender Gebiete]]
[[Datei:Kalksteinbruch Buchenau Schützenplatz.jpg|mini|Kalksteinbruch am nordöstlichen Rand des Ortes beim Schützenplatz am Fuße des Wollenspeiert]]
[[Datei:Ehemaliger Steinbruch Irrlachenfeld.jpg|mini|Der ehemalige Steinbruch am Silberg ist heute ein Biotop]]
Die Landschaft um Buchenau liegt am äußersten Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges und ist von Gesteinen geprägt, die während des [[Devon (Geologie)|Devons]] und [[Karbon]]s in einem Meer abgelagert wurden. Die Meeresküste lag lange Zeit etwa dort, wo sich heute der Nordrand des Schiefergebirges befindet, also etwa im Raum Düsseldorf, Wuppertal und Brilon. Während der [[Variszische Orogenese|variszischen Gebirgsbildung]] am Ende des Karbons wurden die Ablagerungen [[Falte (Geologie)|gefaltet]] und von zahlreichen [[Störung (Geologie)|Störungen]] durchzogen. Das so entstandene Gebirge wurde im [[Perm (Geologie)|Perm]] wieder abgetragen und bildete ein wenig gegliedertes Hügelland, das zu den Zeiten, in denen flache Meere Teile des heutigen Deutschlands bedeckten, immer nur am Rand von diesen überflutet wurde. Seit dem Ende des [[Tertiär]]s wurde das Schiefergebirge wieder gehoben, sodass sich Bäche und Flüsse einschneiden konnten und sich die heutige Landschaft bildete.

==== Geologische Gliederung ====
Nach der Einteilung des Schiefergebirges in Großstrukturen liegt Buchenau am Ostende der [[Lahn-Dill-Gebiet#Geologie|Dillmulde]] unmittelbar nördlich der [[Hörre]]-Zone. Die Großeinheit der Dillmulde ist ein [[Synklinorium]] und wird in mehrere Untereinheiten gegliedert, die als langgestreckte, aber[FILLWORD?] nur wenige Kilometer breite Falten oder [[tektonische Schuppe]]n in Südwest-Nordost-Richtung vom [[Westerwald]] bis zum Rand des Schiefergebirges ziehen. Von Nordwesten nach Südosten werden im Gebiet von Buchenau unterschieden:
* die Kombacher Mulde
* die Eisemröther Schuppe, auf ihrer Nordwestseite an der Eisemröther [[Überschiebung]] auf die Kombacher Mulde überschoben
* die Endbacher Schuppe, auf ihrer Nordwestseite an der Endbacher Überschiebung auf die Eisemröther Schuppe überschoben
Das [[Fallen (Geologie)|Einfallen]] der [[Schichtung]] ist mit nur wenigen und meist kleinräumigen Ausnahmen nach Südosten gerichtet. Auch die Überschiebungen fallen nach Südosten ein. Die Gesteine sind je nach ihrer Härte mehr oder weniger [[Schieferung|geschiefert]], die harten Gesteine sind meist senkrecht zur Schichtung [[Kluft (Geologie)|geklüftet]].

==== Gesteine ====
Die [[Grauwacke]]n und [[Schiefer#Tonschiefer|Tonschiefer]] der Kombacher Mulde stammen aus dem Karbon und bauen die Höhen des Hirschsteins und des Stöffels auf. Über Mornshausen und das Lahnknie nördlich von Friedensdorf erreicht die Eisemröther Überschiebung die Umgebung von Buchenau und zieht sich an der Ostseite von Hirschstein und Stöffel entlang. Sie ist im Gelände nicht direkt zu beobachten, allenfalls die abweichenden Gesteine der Eisemröther Schuppe südöstlich davon verraten ihre Lage. Es handelt sich um [[Wissenbacher Schiefer]], [[Sandstein|Sand-]] und [[Kalkstein]]e des [[Devon (Geologie)|Oberdevons]], in die im [[Mississippium|Unterkarbon]] zahlreiche [[Diabas]]e eingedrungen sind. Diese Gesteine bilden den Untergrund von Buchenau und reichen nach Südosten bis zum Hauwald. Die Endbacher Überschiebung erreicht das Lahntal von Südwesten bei Elmshausen, ist auf dessen Nordseite jedoch nicht mehr aufgeschlossen. Die von ihr begrenzte Endbacher Schuppe baut die Höhen südlich von Elmshausen auf und besteht aus Tonschiefern und Sandsteinen des [[Devon (Geologie)|Mitteldevons]]. Alle diese geologischen Einheiten sind aufgrund der wenig ergiebigen Böden dicht bewaldet.

[[Tonstein]]e, Sandsteine, untergeordnet auch[FILLWORD?] [[Konglomerat (Gestein)|Konglomerate]] und [[Dolomit (Gestein)|Dolomite]] des [[Zechstein]]s bilden die offene Landschaft um Warzenbach und nördlich davon. Die jüngsten Gesteinsbildungen um Buchenau sind die Flussablagerungen der Lahn ([[Locker-, Halbfest- und Festgestein|Lockergesteine]] wie [[Kies]], [[Sand]], [[Auelehm]]).

=== Gewässer ===
Buchenau besitzt seit jeher ergiebige Wasserquellen und reichlich nutzbares Grundwasser. In früheren Zeiten entnahmen die Einwohner das Wasser von Brunnen, die im Umfeld des Ortes gegraben worden waren. Auch wurden die durch den Ort fließenden Bäche als [[Viehtränke]] genutzt. Die [[Lahn]], in die eine Vielzahl kleinerer Bäche und Gräben in der Ortslage von Buchenau münden, durchzieht als größtes Gewässer die Gemarkung von West nach Ost. Linksseitig öffnet sich von Nordwesten kommend das Katzenbachtal, das den namensgebenden Bach an die Lahn führt. Der Ellenbach kommt vom Ellenberg in den Ort, ist dort verrohrt und fließt entlang der Bachstraße und der Alten Landstraße ebenso in den sogenannten Mühlgraben wie der Goldbach und der Seelbach. Der Allbach sowie der Hüttengraben der [[Carlshütte (Dautphetal)|Carlshütte]] im Westen der Gemarkung fließen [[Orografie|orographisch]] rechtsseitig nahe der Hütte, der Lauterbach mündet im Osten der Gemarkung linksseitig in der Nähe des Hauses Lahneck in die Lahn.

=== Klima ===
Buchenau liegt im [[Warmgemäßigtes Klima|warm-gemäßigten Regenklima]] der mittleren Breiten. Die Tagesmitteltemperatur beträgt im Sommer 16 bis 17 und im Winter etwa −1 bis 1&nbsp;°C. Die mittlere Niederschlagshöhe beträgt im Bereich Buchenau ungefähr 700 bis 800&nbsp;Millimeter.<ref>[http://atlas.umwelt.hessen.de/atlas/index-ie.html Umweltatlas Hessen]. In: ''Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie'' 2005, [1. Februar 2006]</ref>
{{Klimatabelle
| TABELLE =
| DIAGRAMM TEMPERATUR =
| DIAGRAMM NIEDERSCHLAG = deaktiviert
| DIAGRAMM NIEDERSCHLAG HÖHE =
| QUELLE = <ref name="Klima">[http://www.msn.com/de-de/wetter/historisches/Buchenau-%28Lahn%29,HE,Deutschland/we-city-50.872,8.599?iso=DE Mittelwerte] bei msn.com (Zugriff am 10. Februar 2016)</ref>
| Überschrift =
| Ort =
<!-- durchschnittliche Höchsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| hmjan = 1
| hmfeb = 1
| hmmär = 6
| hmapr = 12
| hmmai = 15
| hmjun = 18
| hmjul = 20
| hmaug = 19
| hmsep = 16
| hmokt = 11
| hmnov = 5
| hmdez = 1
<!-- durchschnittliche Niedrigsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| lmjan = -2
| lmfeb = -3
| lmmär = 0
| lmapr = 5
| lmmai = 8
| lmjun = 12
| lmjul = 14
| lmaug = 13
| lmsep = 10
| lmokt = 6
| lmnov = 2
| lmdez = -2
}}

== Geschichte ==
=== Frühgeschichte ===
Erste Anzeichen menschlichen Wirkens in der Buchenauer [[Gemarkung]] reichen bis in die [[Jungsteinzeit]] zurück. Es wurden bereits viele Gefäßreste, [[Feuerstein]]späne, Pfeilspitzen sowie [[Steinbeil (Steinzeit)|Steinbeile]] und weitere steinzeitliche Gegenstände gefunden, die zumindest auf Siedlungen aus dieser Zeit in der Umgebung hinweisen. Aus der späten [[Hallstattzeit]] bis in die [[Latènezeit]] ist der Ringwall am [[Rimberg (Hinterland)|Rimberg]], etwa vier Kilometer südlich von Buchenau, datiert. In der benachbarten [[Elmshausen (Dautphetal)|Elmshäuser]] Gemarkung wurden römische Münzen des [[Valerian|Kaisers Valerian]] (253–260) gefunden.<ref>[[Verein für hessische Geschichte und Landeskunde]]: ''Mittheilungen an die Mitglieder des Verein für hessische Geschichte und Landeskunde'', Jahrgang 1896, Kassel 1897, S. 46 ([http://www.vhghessen.de/mhg/1896/1896_01_046.htm Digitalisierte Version])</ref>

=== Mittelalter und Neuzeit ===
Die erste urkundliche Erwähnung Buchenaus erfolgte 1238 in einer Urkunde des Klosters Caldern. Vorher gelangte die [[Cent Dautphe]] mit dem Tod des Grafen [[Giso IV.]] an die [[Ludowinger]] und somit an die Landgrafschaft Thüringen. Nachdem dort der letzte männliche Erbe gestorben war, kam es zum [[Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg|Thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg]], in dem [[Sophie von Brabant]] die hessischen Besitzungen für ihren Sohn [[Heinrich I. (Hessen)|Heinrich]] unter anderem gegen das [[Bistum Mainz|Erzbistum Mainz]], das ebenfalls Gebietsansprüche stellte, in der [[Landgrafschaft Hessen]] sichern konnte. Eine Adelsfamilie ''[[Buchenau (Adelsgeschlecht, Dautphetal)|von Buchenau/de Bokenowe]]'' wurde zwischen 1210 und 1575 mehrfach erwähnt.

Im Jahr 1567 fiel Buchenau an die Landgrafschaft [[Hessen-Marburg]] unter Ludwig IV., nachdem Landgraf [[Philipp I. (Hessen)|Philipp I. (Der Großmütige)]] gestorben war. 1604 fiel mit Hessen-Marburg Buchenau an [[Moritz (Hessen-Kassel)|Moritz den Gelehrten]] von [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]], der das reformierte calvinistische Bekenntnis einführte. 20&nbsp;Jahre später ging Hessen-Marburg nach Erbstreitigkeiten mit [[Ludwig V. (Hessen-Darmstadt)|Ludwig V., dem Getreuen]], von [[Landgrafschaft Hessen-Darmstadt|Hessen-Darmstadt]] und nach dem Religionskonflikt im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] an diesen. Zum Ende des Krieges 1649 fielen Buchenau und das [[Hessisches Hinterland|Hinterland]] an Hessen-Darmstadt, die Nachbarorte [[Warzenbach]] und [[Brungershausen]], wie auch[FILLWORD?] Marburg, kam zu Hessen-Kassel. 16&nbsp;Jahre darauf fand in Buchenau die erste dokumentierte [[Grenzgang Buchenau|Grenzbegehung]] statt.

[[Datei:Nicolas luckner.jpg|mini|hochkant|General Nikolaus von Luckner]]
[[Datei:Übersichtskarte Feldzug des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg 1762.jpg|mini|Feldzug des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg 1762]]

Während des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieges]] (1756–1763) zogen sowohl französische als auch preußische Truppen durch das [[Hessisches Hinterland|Hinterland]]. Beide hinterließen zum Teil große Schäden, insbesondere das Jahr 1761 war für die Buchenauer schlimm. Ab Mitte Februar besetzten die französischen Truppen die Region und rissen alle vorhandenen Brücken über die Lahn ab. Zugleich wurden die Vorräte der Bewohner konfisziert. Zusätzlich zerstörte ein Hagelunwetter im August einen Großteil der Ernte, so dass die Besatzungstruppen selbst das Stroh der Dächer abdeckten, um es den Pferden zu verfüttern. 1763 standen sich die gegnerischen Truppen bei Buchenau gegenüber. Der preußische General [[Nikolaus von Luckner|Luckner]] besetzte mit seinen Husaren und [[Braunschweiger Jäger]]n den Wald zwischen Buchenau und [[Lahntal|Brungershausen]]. Er selbst hatte sein Quartier im benachbarten [[Warzenbach]]. Die Stellungen der Franzosen mit dem Freicorps Dauphiné sowie den Grenadieren de France und du Roi erstreckten sich von der [[Burg Buchenau|Burg]] bis zum Roßberg in [[Elmshausen (Dautphetal)|Elmshausen]]. Nach einem Angriff der Franzosen am 7. November auf Luckners Posten in Buchenau startete dieser einen Gegenangriff, der erfolgreich endete, was letztlich zur Beendigung der Auseinandersetzungen an dieser Stelle führte.<ref>Salbuch der Kirche (Zentralarchiv der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt) in Karl Huth, Gemeindevorstand Buchenau/Lahn (Hrsg.) 1972, S. 26f.</ref> Heute steht bei der im benachbarten Brungershausen nach Graf Luckner benannten Quelle eine Gedenktafel, die an ihn erinnert.<!-- <ref>{{Webarchiv | url=http://www.lahntal.de/lahntal.de/aktuell/artikel/luckner.pdf | wayback=20071024115537 | text=Einladung der Gemeinde Lahntal zur Enthüllung des Denkmals}}, Seitenaufruf 15. Mai 2008 (PDF-Datei; 111&nbsp;KB).</ref> --><ref>[[Oberhessische Presse|OP Marburg]], 4. Oktober 2007: ''Gedenktafel für einen besonderen Menschen''</ref>

[[Datei:Carlshuette (Dautphetal) in germany.jpg|mini|Carlshütte, im Hintergrund die „Villa“]]
[[Datei:Town Hall Buchenau (Lahn).jpg|mini|Rathaus]]

Friedrich Carl Klein gründete 1844 die [[Carlshütte (Dautphetal)|Carlshütte]] und läutete damit in Buchenau die Industrialisierung ein. Bereits vorher verdienten sich die Bewohner, die überwiegend in der Landwirtschaft tätig waren, durch die Abfuhr von Erzen und Gesteinen ein Zubrot (Zum Bergbau in der Region: → ''Hauptartikel [[Lahn-Dill-Gebiet]]''). Mit der Errichtung der Carlshütte fanden viele Menschen dort Arbeit. Infolgedessen war das Wohl der Gemeinde mit dem des Betriebes verbunden. Im Jahr 1883 wurde die Eisenbahnstrecke von Cölbe nach Biedenkopf in Betrieb genommen, was zusammen mit dem Bau weiterer Verkehrswege (ab 1848) ebenfalls vielen Menschen Arbeit verschaffte. Auch die weitere Infrastruktur fiel in den Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Das zentrale Wasserleitungsnetz wurde 1908 in Betrieb genommen, nachdem bereits 1890 die neue Schule und 1905 das Rathaus erbaut worden war. Elektrisches Licht gab es erstmals am 24. Dezember 1920.

=== Erster Weltkrieg bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ===
Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] (1914–1918) herrschte in Buchenau keine große Kriegsbegeisterung, was sich mit den ersten Siegen in Ost und West änderte. Im November 1914 wurden im Ort Flüchtlinge aus [[Erster Weltkrieg#Russland|russisch]] besetzten Grenzgebieten etwa einen Monat einquartiert. In den weiteren Kriegsjahren wurden immer wieder Kinder aus Städten in Buchenau untergebracht, da dort die Versorgungslage nicht ganz so katastrophal schien. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Versorgungslage immer schwieriger. Aufgrund des Arbeitskräftemangels wurden sogenannte Schülerkolonnen eingesetzt, die den Bauern bei der Ernte helfen mussten. Trotz [[Rationierung]] der Lebensmittel und [[Mangelwirtschaft]] blieb die Lage ruhig. Insgesamt fielen im Ersten Weltkrieg 23 Buchenauer, sechs blieben vermisst.<ref name="Jürgen Westmeier 1988">Buchenauer Schulchronik in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1988, S. 23&nbsp;ff.</ref>

In der darauf folgenden Zeit litten die Bewohner unter der anhaltenden [[Inflation]], die ihren Höhepunkt 1923 hatte. Durch die Einführung der [[Rentenmark]] wurden sämtliche Ersparnisse praktisch wertlos, lediglich Grundbesitz und [[Immobilie]]n behielten ihren Wert. Die gemeindeeigene Spar- und Darlehenskasse besaß nur noch 21&nbsp;Mark. Die Verhältnisse führten zu einer nie da gewesenen Arbeitslosigkeit, bedingt durch den Stillstand der Carlshütte mit über 120 Beschäftigten. In der Folge erholte sich die Lage, so dass die Carlshütte 1929 wieder etwa 440 Personen beschäftigte. Der ungewöhnlich strenge Winter 1928/1929 bescherte der Gemeinde Temperaturen bis −33&nbsp;°C. Die Lahn und die ihr zufließenden Bäche waren beinahe vollständig vereist und fast alle Wasserleitungen zugefroren. Erst Ende April 1929 tauten die letzten Wasserleitungen wieder auf.<ref name="Jürgen Westmeier 1988" />

Die [[Weltwirtschaftskrise]] traf die Carlshütte und damit das zu dieser Zeit etwa 1000 Einwohner zählende Buchenau hart. Zeitweise stand der Betrieb ganz still und die Menschen im Ort konnten kaum noch ihre Familien ernähren. Hinzu kamen Differenzen eines Teils der Einwohnerschaft mit dem amtierenden linken Bürgermeister Göcking, so dass die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bis 1932 409 der 604 abgegebenen Stimmen bei der [[Reichstagswahl November 1932|Reichstagswahl]] für sich verbuchen konnte. Die Heimatforscherin Anneliese Westmeier schrieb in diesem Zusammenhang:<ref>Anneliese Westmeier: ''Aus der Buchenauer Schulchronik: Anfang und Ende des Dritten Reiches'' in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1992, S. 33</ref> {{Zitat|(…) Was berichtet wird, ist ein Lehrstück für den unbedachten Umgang mit demokratischer Freiheit: Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, Reparationszahlungen führen zu wirtschaftlicher Not, und eine freigewählte demokratische Regierung wird der Lage nicht mehr Herr. Eine Mehrheit der Bürger, vom Parteienzwist abgestoßen, läßt sich von falschen Propheten verführen, verhilft ihnen zur Macht, ist zufrieden mit einer anfänglichen Verbesserung der materiellen Verhältnisse, sieht zu spät oder will nicht sehen, daß das Volk entmündigt wird und Macht vor Recht geht. Dann ist es zu spät, und am Ende steht ein furchtbarer Zusammenbruch mit Tod und Verderben.}}

Weiteren Unmut löste im Sommer desselben Jahres die Auflösung des [[Kreis Biedenkopf|Kreises Biedenkopf]] und die Eingliederung in den [[Kreis Dillenburg]] aus. Nach der Machtergreifung 1933 fuhr Hermann Göring anlässlich der Einführung des neuen Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, [[Philipp von Hessen (Politiker)|Philipp von Hessen]], durch den Ort. Dies nutzten die Buchenauer Bürger, um Göring im Kreis Biedenkopf zu begrüßen, obwohl es diesen nicht mehr gab. Die Durchgangsstraße wurde von Neue Landstraße in Straße der SA umbenannt. Gegen Ende des Jahres wurde der Kreis Biedenkopf verkleinert um einige Orte wiederhergestellt. Die Arbeitslosigkeit wurde nach der Machtergreifung, indem viele Arbeiter am Bau der [[Reichsautobahn]] Frankfurt am Main – Gießen – Kassel oder von Kreisstraßen eingesetzt wurden, nahezu beseitigt. Im Jahr 1936 wurde das Eisenwerk Buchenau in der Nähe des Bahnhofs gegründet, womit die Abhängigkeit des Ortes von der Carlshütte als einzigem Industriebetrieb etwas verringert werden konnte. 1941 wurde die evangelische Schule aufgelöst und in eine [[Simultanschule|Gemeinschaftsschule]] umgewandelt. In dieser Zeit legte die letzte Schülerin ihre [[Hinterländer Trachten|Tracht]] ab.

Den ersten Beschuss durch feindliche Flugzeuge erlebte Buchenau am 12. Dezember 1941, als ein Jagdbomber den [[Bahnhof Buchenau (Lahn)|Bahnhof]] beschoss. Ein Lokführer starb an seinen Verletzungen. In der darauf folgenden Zeit kam es immer wieder zu feindlichen Luftangriffen. Am 28. Februar 1945 wurde die Carlshütte bombardiert und je drei Personen wurden getötet und verwundet. Einen Monat später wurde der Volkssturm losgeschickt, um feindliche Panzer abzufangen. Nachdem 18 Gewehre an die 90 Personen zählende Gruppe verteilt wurden, gingen der Ortsgruppenleiter und der Bürgermeister Muth voran, um die Gruppe zu ermutigen. Der Marsch dauerte allerdings[FILLWORD?] nicht sehr lang, denn bereits auf der Straße nach Allendorf kamen ihnen fliehende Truppenteile entgegen. Gegen Nachmittag kamen der [[Struktur der NSDAP#Kreisleiter|Kreisleiter der NSDAP]], [[Wilhelm Thiele (Politiker)|Wilhelm Thiele]], und Landrat Dr.&nbsp;Burghof nach Buchenau, um den Volkssturm erneut loszuschicken und um die letzten Reserven der Tankstelle in Buchenau zu beschlagnahmen. Später stellte sich heraus, dass der politische Stab versucht hatte, mit Hilfe dieses Benzins zu flüchten.

Als am 29. März 1945&nbsp;um 5:45 Uhr die [[US Army|amerikanischen Streitkräfte]] Buchenau erreichten, hingen weiße Fahnen in den Fenstern. Der Militärkonvoi war so lang, dass bis zwölf Uhr mittags Militärfahrzeuge der Amerikaner ununterbrochen den Ort passierten, was sich noch bis 17 Uhr in gemilderter Weise fortsetzte. Die meisten Bewohner des Ortes sahen bei den amerikanischen Truppen erstmals einen [[Schwarze]]n, was teilweise Furcht auslöste, da sie einen „Schwarzen Mann“ nur in Zusammenhang mit dem [[Grenzgang Buchenau|Grenzgang]] kannten. Elf Monate lang bezogen die Soldaten im Ort Quartier.<ref>Anneliese Westmeier: ''Aus der Buchenauer Schulchronik: Anfang und Ende des Dritten Reiches'' in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1992, S. 33ff</ref>

=== Seitherige Entwicklung ===
[[Datei:Gedenkstein 750J Buchenau-Lahn.jpg|mini|Gedenkstein zur 750-Jahr-Feier am Kirchplatz]]

Direkt nach dem Krieg wurden viele Flüchtlinge in Buchenau aufgenommen, was zu einem großen Wohnungsnotstand führte. Infolgedessen wurden große Baugebiete ausgewiesen und 1952 eine neue Schule in der Johannesstraße errichtet. Zu den weiteren kostenintensiven Maßnahmen in den Nachkriegsjahren gehörte die Hochwasserregulierung durch Pflastern eines neu geschaffenen Lahnbettes sowie den Bau von [[Wehr (Wasserbau)|Wehren]] und einer Hochwasserschutzmauer am nördlichen Ufer nach einem verheerenden Hochwasser im Winter 1946. Hinzu kamen in den 1950ern die Kanalisierung des Ortes, der Bau der ersten Kläranlage im Kreis Biedenkopf und die Befestigung der bis dahin fast ausnahmslos unbefestigten Straßen. Infolge der Wirtschaftswunderjahre stieg die Einwohnerzahl durch verbesserte Lebensbedingungen und Zuzug weiterhin, weshalb in diesem Zeitraum die heute als städtebaulicher Mangel bezeichneten Hochhäuser im Uhlenhorst erbaut wurden.<ref name="GemDautphetal" />

[[Katzenbach (Biedenkopf)|Katzenbach]] wurde am 31. Dezember 1971 eingegliedert. Am 1. Juli 1974 wurde Buchenau im Rahmen der [[Gebietsreform in Hessen]] mit 11 weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Dautphetal zusammengeschlossen.<ref>{{HessAmtsBL|typ=GVBL |hrsg=Der Hessische Minister des Innern |titel=Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) |nr=9 |jahr=1974 |datum=1974-03-12 |seite=6 |seiten=154 |fundstelle=§&nbsp;20 |kbytes=2910}}</ref> Der Ortsteil Katzenbach wurde der Stadt Biedenkopf zugeteilt.<ref>{{BibISBN|3170032631|Seite=350 und 351}}</ref>

Im Jahr 1984 richtete ein [[Jahrhunderthochwasser]] große Schäden an. Unter anderem musste der Betrieb auf der [[Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe|Oberen Lahntalbahn]] kurzzeitig eingestellt werden, da das Gleisbett weggespült worden war.

=== Territorialgeschichte und Verwaltung ===
Die folgende Liste zeigt im Überblick die [[Territorium|Territorien]], in denen Buchenau lag, bzw.[ABBREVIATION] die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:<ref name="lagis" /><ref>{{Verwaltungsgeschichte.de|pfad=land_hessen.html|name=Land Hessen}}</ref>

* vor 1567: [[Heiliges Römisches Reich]], [[Landgrafschaft Hessen]], [[Amt Biedenkopf]], Gericht Dautphe
* ab 1567: Heiliges Römisches Reich, [[Hessen-Marburg|Landgrafschaft Hessen-Marburg]], Amt Biedenkopf
* 1604–1648: strittig zwischen [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]] und Hessen-Darmstadt ([[Hessenkrieg]])
* ab 1604: Heiliges Römisches Reich, [[Landgrafschaft Hessen-Darmstadt]], (<abbr title="Oberfürstentum Hessen (Regierung zu Gießen)">Regierungsbezirk Gießen</abbr>,) Amt Biedenkopf<ref name="PR" />
* ab 1806: [[Großherzogtum Hessen]], Regierungsbezirk Gießen, Amt Biedenkopf
* ab 1815: [[Deutscher Bund]], Großherzogtum Hessen, [[Provinz Oberhessen]], Amt Biedenkopf<ref name="NLVK" />
* ab 1821: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, [[Landratsbezirk Battenberg]] (Trennung von Justiz ([[Amtsgericht Biedenkopf|Landgericht Biedenkopf]]) und Verwaltung)
* ab 1832: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, [[Kreis Biedenkopf]]
* ab 1848: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, [[Regierungsbezirk Biedenkopf]]
* ab 1852: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
* ab 1867: [[Norddeutscher Bund]], [[Königreich Preußen]], [[Provinz Hessen-Nassau]], [[Regierungsbezirk Wiesbaden]], Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis)
* ab 1871: [[Deutsches Reich]], Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
* ab 1918: Deutsches Reich, [[Freistaat Preußen]], Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
* ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, [[Kreis Dillenburg]]
* ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
* ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, [[Provinz Nassau]], Kreis Biedenkopf
* ab 1945: [[Amerikanische Besatzungszone]], [[Groß-Hessen]], Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
* ab 1949: [[Bundesrepublik Deutschland]], [[Hessen|Land Hessen]], Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
* ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, [[Regierungsbezirk Darmstadt]], Kreis Biedenkopf
* ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, [[Regierungsbezirk Kassel]], [[Landkreis Marburg-Biedenkopf]]
* Am 1. Juli 1974 wurde Katzenbach als ehemaliger Ortsteil von Buchenau als Stadtteil der Stadtgemeinde Biedenkopf eingegliedert. Gleichzeitig wurde Buchenau als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Dautphetal angeschlossen.
* ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, [[Regierungsbezirk Gießen]], Landkreis Marburg-Biedenkopf

=== Bevölkerung ===
==== Einwohnerentwicklung ====
[[Datei:2007 05 21 010a.jpg|mini|Hochhäuser am nördlichen Ortsrand]]

Erste Daten über die Bevölkerung von Buchenau sind für 1799 festgehalten. Für 1577 wurde die Zahl der Haushaltungen mit 58 angegeben, was allenfalls eine ungefähre Schätzung der Bevölkerungszahl ermöglicht. Sie stieg bis 1742 auf 78, 1846 auf 99 und 1910 auf 179 Haushaltungen. 1950 stieg sie weiter auf 392 und erreichte 1970 etwa 500.

Die Bevölkerungszahl wurde für 1799 einschließlich des Hofes [[Elmshausen (Dautphetal)|Elmshausen]] mit 356 angegeben. In den darauf folgenden 100 Jahren verdoppelte sie sich fast mit 738 im Jahr 1900. In [[Carlshütte (Dautphetal)|Carlshütte]] lebten zu dieser Zeit etwa 30 Personen. 1910 erreichte die Bevölkerung die Zahl von 929 Personen. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl in den darauf folgenden Jahren nur langsam und erreichte 1939 den Stand von 1039. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stieg sie wegen der Aufnahme vieler [[Evakuierung|Evakuierter]] und [[Flüchtling]]e um 50 % auf 1516. Infolge der [[Wirtschaftswunder]]jahre stieg die Zahl noch einmal. Ab den 1970er Jahren bewegte sie sich auf die 2000er-Marke zu. Seit etwa 20 Jahren pendelt die Einwohnerzahl zwischen 1900 und 2000 (nur Hauptwohnsitz) mit leicht sinkender Tendenz.<ref name="GemDautphetal" /><ref>Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen</ref>

Einwohnerangaben vor 1800:

&nbsp;<small>[TAG2]Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /></small>
{| class="toptextcells"
| •&nbsp;1577: || 56 [[Hausgesess]]e
|-
| •&nbsp;1630: || 60 Hausgesesse (18&nbsp;zweispänniges, 7&nbsp;einspännige Ackerleute, 35&nbsp;<abbr title="Die mit ihrem Leib dienen">Einläuftige</abbr>), 6&nbsp;Witwen.
|-
| •&nbsp;1677: || 3 Freie, 51&nbsp;Hausgründe, 6&nbsp;Witwen, 32&nbsp;ledige Personen
|-
| •&nbsp;1742: || 78 Haushalte
|}

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 text:'Datenquellen – Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen und Gemeinde Dautphetal'
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==== Religionszugehörigkeit ====
&nbsp;<small>[TAG2]Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /></small>
{| class="toptextcells"
| •&nbsp;1830: || 456 evangelische Einwohner
|-
| •&nbsp;1885: || 660 evangelisch, 5 katholisch, 24 andere Christen, 17 Juden.
|-
| •&nbsp;1961: || 1377 evangelische, 164 römisch-katholische Einwohner
|}

==== Erwerbstätigkeit ====
&nbsp;<small>[TAG2]Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /></small>
{| class="toptextcells"
| •&nbsp;1867: || Erwerbspersonen: 277&nbsp;Landwirtschaft, 1&nbsp;Forstwirtschaft, 44&nbsp;Bergbau und Hüttenwesen, 25&nbsp;Gewerbe und Industrie, 5&nbsp;Handel, 4&nbsp;Verkehr, 1&nbsp;Gesundheitspflege, 1&nbsp;Erziehung und Unterricht, 1&nbsp;Kirche und Gottesdienst, 4&nbsp;Gemeindeverwaltung.
|-
| •&nbsp;1961: || Erwerbspersonen: 223 Land- und Forstwirtschaft, 385 produzierendes Gewerbe, 65 Handel und Verkehr, 68 Dienstleistungen und Sonstiges.
|}

=== Wüstung Appenhausen {{Anker|Appenhausen}} ===
Auf Buchenauer Gemarkung liegt die [[Wüstung]] Appenhausen. Der Ort wurde erstmals 1370 erwähnt. Er lag zwei Kilometer westlich von Buchenau. Wann genau der Ort zur Wüstung wurde, ist nicht bekannt; bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde er in einschlägigen Dokumenten nicht mehr genannt. Den Besitztümern nach zu schließen, siedelten sich die Bewohner Appenhausens in der Grabenstraße und der Hollergasse in Buchenau an. Ein Brunnen und ein Gedenkstein in der Grabenstraße erinnern an die Wüstung.<ref>{{LAGIS|ref=nein|ID=9434|titel=Appenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf |datum=2015-06-08}}</ref>

== Religion ==
[[Datei:Glockendenkmal Buchenau.jpg|mini|Glockendenkmal vor dem alten Pfarrhaus]]
Zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Buchenau gehören die Orte Buchenau und Elmshausen. Während des Gottesdienstes in der Kirche findet im benachbarten Gemeindehaus zeitgleich der Kindergottesdienst statt. Neben den üblichen kirchlichen Feiern werden mehrmals im Jahr Feste wie das Gemeindefest oder das Missionsfest gefeiert. Angegliedert an die Kirchengemeinde ist der evangelische Kindergarten, der in begrenzter Anzahl Kinder ab zwei Jahren aufnimmt sowie eine [[Kinderkrippe]], die zusammen mit der Gemeinde Dautphetal betrieben wird.

Das religiöse Leben in Buchenau war seit der Reformation hauptsächlich durch die evangelische Kirche geprägt. In früheren Zeiten war die Buchenauer Kirche wahrscheinlich eine Filialkirche im Kirchspiel Dautphe. Dautphe wurde bereits im Jahr 791 als [[Mark (Territorium)|Mark]], später auch[FILLWORD?] als [[Zentgericht|Hundertschaft (Cent)]] erwähnt. Das erste erwähnte [[Kirchenpatronat]] besaß als [[Haus Nassau|nassauisches]] [[Lehnswesen|Lehen]] das Geschlecht derer von Linne. Ab 1395 hatte das Geschlecht von Dernbach dieses Amt inne, ab 1477 waren es die Geschlechter von Breidenbach, von Döring und von Weitershausen. Ab 1492 hatte nur noch das Geschlecht derer von Döring das Patronat, das nach deren Aussterben gemeinsam mit dem Gut in Elmshausen über das Geschlecht von Breidenbach an die Familie Ohm-Winter ging und seither in deren Besitz ist.<ref name="Ihm 1978">Peter Ihm 1978.</ref>

Der erste bekannte[WORDS?] Pfarrer war der 1295 in einer Urkunde erwähnte Eckhard von [[Hohenfels (hessisches Adelsgeschlecht)|Hohenfels]]; der letzte katholische Pfarrer war Philipp Strack, der 1524 das lutherische Bekenntnis annahm.<ref>Buchenauer Schulchronik in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1988, S. 9.</ref> Nach dem Aussterben der Linie [[Hessen-Marburg]] mussten die Pfarrer in [[Oberhessen]] aufgrund von Bestimmungen des Landgrafen [[Moritz (Hessen-Kassel)|Moritz der Gelehrte]] das reformierte Bekenntnis annehmen. Infolge des Erbfolgestreites wurde 1624 wieder das lutherische Bekenntnis eingeführt. Buchenau ist seit dem Ende des Hessenkrieges 1648 und der Teilung Oberhessens überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt.<ref name="Ihm 1978" />

Im Gegensatz zu benachbarten Orten wie Friedensdorf oder Dautphe bildete sich in Buchenau keine eigene [[Freikirche|freikirchliche Gemeinschaft]]. Allerdings ist die Gemeinde stark in der Missionsarbeit der [[Hermannsburger Mission]] und des christlichen Hilfs- und Missionswerkes [[DMG interpersonal]] engagiert und verfügt über verschiedene Institutionen wie etwa einen Ortsverein des [[Blaues Kreuz|Blauen Kreuzes]] und der Sucht- und Lebenshilfe help-center e.&nbsp;V., die in den [[Erweckungsbewegung]]en des 19. und 20. Jahrhunderts verwurzelt sind.<ref name="EKG-Buchenau">[http://www.ekg-buchenau.de/1/index.html Homepage der ev.-luth. Kirchengemeinde Buchenau mit Elmshausen]</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Evakuierte und Flüchtlinge in Buchenau ansässig, so dass sich wieder eine katholische Gemeinde bildete. Sie ist der katholischen Kirche in Biedenkopf angeschlossen, nutzt aber[FILLWORD?] die Räumlichkeiten der evangelischen Kirche mit.<ref name="EKG-Buchenau" />

[[Juden]] gab es vom 18. Jahrhundert bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Es bestand keine eigene [[Kehillah|jüdische Gemeinde]], die ansässigen Juden besuchten die [[Synagoge]]n in Wetter oder Gladenbach. Ein [[jüdischer Friedhof]] wurde im benachbarten Elmshausen angelegt.<ref>Renate Westmeier: ''Zur Geschichte der Juden in Buchenau und Elmshausen.'' In: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.): ''Buchenau an der Lahn – Geschichte und Geschichten'', Buchenau/Lahn 1992.</ref>

Die Anhänger muslimischen Glaubens besuchen die Moscheen in Biedenkopf, Marburg oder Stadtallendorf.

== Politik ==
=== Ortszugehörigkeit ===
Buchenau gehörte im Mittelalter verschiedenen Adelsgeschlechtern: Die [[Haus Hessen|Landgrafen von Hessen]] und die [[Haus Nassau|Grafen von Nassau]] waren ebenso begütert wie Geschlechter des ansässigen Adels. Zu diesen zählten die Herren [[Hohenfels (hessisches Adelsgeschlecht)|von Hohenfels]], von Döring oder [[Buchenau (Adelsgeschlecht, Dautphetal)|von Buchenau]].<ref name="Karl Huth 1972">Karl Huth, Gemeindevorstand Buchenau/Lahn (Hrsg.) 1972, S. 25.</ref>

Im 14. Jahrhundert wurde das Gericht Dautphe, zu dem Buchenau gehörte, dem [[Amt Biedenkopf]] zugeteilt. Buchenau gehört seither zu diesem Verwaltungsgebilde, welches noch mehrmals Form und Ausdehnung verändert wurde; so wurde der Kreis Biedenkopf im Jahr 1866 preußisch im [[Regierungsbezirk Wiesbaden]] in der [[Hessen-Nassau|Provinz Hessen-Nassau]]. Im Jahr 1932 wurde der Kreis Biedenkopf kurzzeitig aufgelöst und ein Jahr später wieder stark verkleinert hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kreis Biedenkopf 1974 mit Stadt und Landkreis Marburg zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf vereinigt und gehört seit der Bildung des Regierungsbezirks Gießen 1981 zur Region Mittelhessen.<ref name="lagis" />

=== Bürgermeister und Ortsbeirat ===
{{Siehe auch|Liste der Bürgermeister von Dautphetal#Buchenau|titel1=Liste der Bürgermeister von Buchenau}}

Bürgermeister der Gemeinde Dautphetal und damit auch[FILLWORD?] für den Ortsteil Buchenau ist seit 2004 Bernd Schmidt von den Freien Wählern ([[Freie Wähler Hessen|FW]]).
Seit der Eingemeindung Buchenaus 1974 nach Dautphetal besitzt Buchenau einen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher. Dieses Amt gekleidet seit der [[Kommunalwahlen in Hessen 2006|Kommunalwahl 2006]] Andreas Feußner ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]).<ref name="Ortsbeirat">[http://www.dautphetal.de/Rathaus-und-Politik/Ortsbeir%C3%A4te/Ortsbeirat-Buchenau Gemeinde Dautphetal → Kommunalpolitik → Ortsbeiräte (aufgerufen am 4. November 2013)]</ref> Letzter Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Buchenau war Heinrich Grebe von 1967 bis 1974.

Der [[Ortsbeirat]] setzt sich seit der Kommunalwahl 2011 aus drei CDU-Mitgliedern und zwei SPD-Mitgliedern zusammen.<ref name="Ortsbeirat" /> Er hat beratende Funktion für die [[Gemeindevertretung (Hessen)|Gemeindevertretung]] von Dautphetal bezüglich der Entscheidungen des Gremiums, die den Ortsteil Buchenau betreffen. Einige der Vertreter des Ortsbeirates sind gleichzeitig Gemeindevertreter.

=== Wappen ===
{{Wappenbeschreibung
|Kurzdarstellung = Wappen von Buchenau
|Blasonierung = In Blau drei goldene Garben (2:1) unter einem goldenen Schildhaupt mit einem rechten roten Stern.
|Zusatz = Dieses schon lange im Bürgermeisteramt befindliche Wappen ist der Gemeinde auf ihren Wunsch am 20. Dezember 1952 als Gemeindewappen vom hessischen Innenminister amtlich verliehen worden.<ref>{{HessAmtsBL|typ=STAZ |hrsg=Der Hessische Minister des Inneren |titel=Genehmigung zur Führung eines Wappens an die gemeinde Buchenau im Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden |fundstelle=Punkt 24 |nr=2 |jahr=1953 |datum=1952-12-10 |seite=2 |seiten=11 |kbytes=3980}}</ref> Es handelt sich um das Wappen der [[Buchenau (Adelsgeschlecht, Dautphetal)|Herren von Buchenau]], das im 12. bis 15. Jahrhundert südlich des Ortes jenseits der Lahn auf der sogenannten [[Burg Buchenau]] lebte. Das Adelsgeschlecht hat seinen Namen nach seinem Stamm- oder Hauptsitz im Orte Buchenau geführt. Es erlosch bereits im 16. Jahrhundert. Die [[Garbe (Heraldik)|Garben]] haben zugleich als geeignetes Sinnbild der dörflichen Gemeinde im oberen Lahntal zu gelten. Ein Bildsiegel hatte der althessische Ort bislang nicht geführt.
|Quelle = [[Karl Ernst Demandt]], [[Otto Renkhoff]]: ''Hessisches Ortswappenbuch.'' C.&nbsp;A.&nbsp;Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S.&nbsp;174.
}}

== Wirtschaft und Infrastruktur ==
=== Landwirtschaft und Bergbau ===
Seit dem frühen Mittelalter waren [[Zucht|Viehzucht]] und [[Ackerbau]] – seit der [[Bauernbefreiung]] im 18./19. Jahrhundert im Winter aufgrund der waldreichen Gemeindegemarkung auch das [[Holzfällen]] – die Haupterwerbsquelle der Einwohner von Buchenau. Die Wiesen und Felder brachten aufgrund der schlechten Böden nur wenig Ertrag, weswegen viele Einwohner einem Nebenerwerb nachgingen: Einige betätigten sich in den umliegenden Brüchen als Arbeiter, andere fuhren den gewonnenen Kalk oder die Holzkohle zu den umliegenden Eisenhütten. Wieder andere gingen dem Beruf des Erntehelfers oder [[Tagelöhner]]s nach und reisten bis in die Wetterau, nach Südhessen oder Köln zum [[Hessisches Hinterland#Drescher und Schnitterinnen|Schneiden oder Dreschen]]. Auch die [[Köhler]]ei war eine damals übliche Beschäftigung. Mit der aufkommenden Industrialisierung arbeiteten immer mehr Menschen in der 1844 errichteten Carlshütte im Bergbau oder in der Eisenverhüttung. Die Carlshütte wurde für Buchenau, aber auch für die umliegenden Gemeinden immer bedeutender und beschäftigte zu ihrer Blütezeit mehr als 440 Personen. Der Bau der Lahnstraße 1846 von Biedenkopf nach Marburg (der heutigen Bundesstraße&nbsp;62) und die [[Obere Lahntalbahn]] hatte einen großen Einfluss auf die Beschäftigungsstruktur. Zum einen nahmen die Bauarbeiten selbst viele Arbeiter in Anspruch, zum anderen wurde es leichter, die Hüttenwerke und eisenverarbeitenden Betriebe im benachbarten Siegerland zu erreichen.<ref>Schulchronik Buchenau in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1988, S. 14ff.</ref><ref>Karl Huth, Kreisausschuss des Landkreises Biedenkopf (Hrsg.) 1962.</ref>

Die Landwirtschaft verliert seit der Industrialisierung immer weiter an Bedeutung. Die Größe der einzelnen Betriebe nimmt dabei aber[FILLWORD?] stetig zu. 2008 gab es in Buchenau nur noch einen Vollerwerbslandwirt mit Milchviehhaltung und einer Betriebsgröße von über 100 Hektar sowie etwa ein Dutzend Nebenerwerbs- oder Hobbylandwirte, die zwischen einem und 30 Hektar bewirtschaften. Sie betreiben größtenteils eine extensive Landwirtschaft mit Fleischrinder- oder Milchviehhaltung.

=== Industrie und Handel ===
Die Entwicklung der Industrie in Buchenau wie im gesamten [[Lahn-Dill-Gebiet]] ist eng verbunden mit der Erzverhüttung der ansässigen Hütten. So wurden bereits im 18. Jahrhundert die in der Buchenauer Gemarkung gewonnenen Eisen- und Manganerze in vor Ort errichteten einfachen Öfen verarbeitet. Ab etwa 1780 gelangten die Erze zur Weiterverarbeitung nach Biedenkopf in die [[Ludwigshütte (Biedenkopf)|Ludwigshütte]]. Nach der Errichtung der [[Carlshütte (Dautphetal)|Carlshütte]] im Südwesten Buchenaus 1844 begann der damalige Besitzer bereits 1857 mit der Weiterverarbeitung des Eisens zu verschiedenen Eisenwaren, wie Öfen, Fenstern oder Töpfen bei gleichzeitig rückläufiger Erzverhüttung. 1908 wurde der Betrieb um ein Emaillierwerk und eine Vernickelungsanlage erweitert.<ref>Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1985, S. 26&nbsp;ff.</ref> Nach mehreren Insolvenzen und damit einhergehenden Besitzerwechseln ist das Firmengelände seit den 1970er Jahren in Familienbesitz, welche 1976 ihren Schlossereibetrieb dorthin verlagerte. Auf dem Gelände sind heute mehrere Firmen, die verschiedene Gebäude angemietet haben, ansässig.

Wichtigste Betriebe für Buchenau sind die ''Pracht Group'' und ''[[Roth Industries]]''. Die Firma Pracht begann als Elektrohandwerksbetrieb und stieg in den 1960ern auf die Herstellung von Leuchten um. Die Firma Roth stellte zu Beginn Waschkessel her und war somit ebenfalls hauptsächlich in der Blech- und Stahlverarbeitung aktiv, um in den 1970ern in Buchenau auf Kunststoffverarbeitung (Sanitär- und Haustechnik, Tankherstellung) umzusteigen.<ref>Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1985, S. 19&nbsp;ff.</ref> Die Betriebe mit teilweise über 200 Mitarbeitern sind beide im Industriegebiet in Richtung [[Elmshausen (Dautphetal)|Elmshausen]] angesiedelt, wobei die Firma Pracht einen weiteren Standort im Ort besitzt, die Firma Roth weltweit mehr als 1.100 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere Betriebe mit mehr als 15 Angestellten sind ein kunststoffverarbeitender Betrieb, das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Balzer, sowie seit 2013 eine Niederlassung des Allgäuer Verpackungssystemherstellers [[Multivac Sepp Haggenmüller]] (ehemals VC999). Das Modeunternehmen Bernhardt, welches hochwertige Herrenanzüge, Sakkos, Blazer und Hosen herstellte, schloss Anfang 2017 seine Pforten in Buchenau. Neben dem Pendeln im Nahbereich ist insbesondere die Pendlerbeziehung in das [[Rhein-Main-Gebiet]] zu erwähnen.

Neben den oben genannten Betrieben ist in Buchenau eine Vielzahl kleinere Handels- und Handwerksbetriebe angesiedelt. Seit der altersbedingten Aufgabe dreier [[Tante-Emma-Laden|Tante-Emma-Läden]] gibt es in Buchenau keine Lebensmittelgeschäfte mehr, so dass auf die Geschäfte in den umliegenden größeren Orten (Dauthpe, Biedenkopf, Marburg) ausgewichen werden muss. Aufgrund dieser Tatsache bieten einige Geschäfte im Ort, wie Bäcker, Metzger oder Gemüsehändler eine Auswahl an Lebensmitteln und weiteren Artikeln des täglichen Bedarfs an, um weniger mobilen Menschen eine gewisse Grundversorgung bieten zu können.

=== Infrastrukturmaßnahmen ===
1962 war Buchenau die erste Gemeinde im [[Kreis Biedenkopf]], in welcher der gesamte Ortsbereich kanalisiert und an die gemeindeeigene mechanische Kläranlage angeschlossen wurde. Die [[Kläranlage]] wird von dem Abwasserverband Dautphetal betrieben und ist ausgelegt für 15.000 [[Einwohnerwert|EW (Einwohnerwerte)]] mit den Reinigungsstufen biologische Reinigung, [[Nitrifikation]], [[Denitrifikation]] und [[Phosphorelimination]].<ref>Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Hrsg.): ''Beseitigung von kommunalen Abwässern in Hessen. Lagebericht 2006. Wiesbaden 2007.''</ref> Bis 1962 die zentrale Müllabfuhr des Kreises Biedenkopf eingerichtet wurde, verfügte die Gemeinde über einen Müllabladeplatz.<ref name="Huth 1972,64f" /> Die Abfallentsorgung wird heute über den Müllzweckverband Biedenkopf organisiert.

Wie in vielen ländlichen Orten ist die Versorgung mit schnellem Internet sehr divergent. Während für die Firma Roth Glasfaserkabel mit entsprechender Bandbreite zu Verfügung steht, nimmt die Bandbreite zum nördlichen Ortsrand hin immer weiter ab bis zum völligen Fehlen. Kabelfernsehen ist ebenso wie die Versorgung mit Gas nicht vorhanden.

Im Gesundheitssektor verfügt der Ort über eine Arztpraxis und eine Zahnarztpraxis sowie über weitere gesundheitliche Einrichtungen wie Apotheke, ambulanter Pflegedienst, [[Zahntechnik|zahntechnisches]] Labor und physiotherapeutische Praxis.

==== Öffentliche Einrichtungen ====
Seit 1972 befindet sich in Buchenau ein Kindergarten in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde. In drei altersgemischten Gruppen werden bis zu 80 Kinder betreut. Eine Gruppe nimmt dabei bis zu fünf Kinder zwischen zwei und drei Jahren auf. Die Kinderkrippe Rothkehlchen stellt bis zu zwölf Plätze für Kinder von unter einem Jahr bis zu drei Jahren zur Verfügung.

Der erste Hinweis auf einen Schuldienst in Buchenau ist die Erwähnung des Opfermannes Peter Bracht im Salbuch des [[Amt Biedenkopf|Amtes Biedenkopf]], der neben dem Amt des Glöckners den Schuldienst versah.<ref>Salbuch des Amtes Biedenkopf, [[Hessisches Staatsarchiv Marburg]], S234, S. 194.</ref> Ein eigenes Schulgebäude gab es nicht. Erst 1765 wurde eine Schulstube im Gemeindebrauhaus eingerichtet. Unterrichtet wurden zu dieser Zeit etwa 40 Kinder. Zwischen 1808 und 1833 wurden bis zu 110 Kinder unterrichtet, wobei auch[FILLWORD?] die Kinder aus Elmshausen hier beschult wurden. 1837 wurde das erste Schulgebäude von Buchenau an der Neuen Landstraße 18, heute Firma Breidenstein/Bernhard, eingeweiht. Die Zahl der Schulkinder erhöhte sich bis 1883 auf 161. Da das Schulgebäude zu klein wurde, wurde ein Raum in einem Privathaus am westlichen Ende von Buchenau als Schulsaal angemietet. 1887 wurde das bestehende Schulgebäude wieder abgerissen und im selben Jahr an gleicher Stelle ein größeres Gebäude mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwohnungen errichtet. Da aufgrund des Wachstums des Ortes die Schule schon bald wieder zu klein wurde, musste 1889 ein Raum im Diakonissenhaus angemietet werden. 1920 betrug die Zahl der Schüler 221. 1952 wurde wiederum ein neues Schulgebäude in der Schulstraße (heute Johannesstraße) errichtet, benannt nach dem Ehrenbürgermeister Andreas Grebe. 1963 wurde die Mittelpunktschule Buchenau Vor der Hardt erbaut, der ab 1970 eine Sporthalle und ein Sportplatz angegliedert wurden. Die Schule bestand aus einer Grund- und einer Hauptschule.<ref>Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1988, S. 69&nbsp;ff.</ref> Nach der Abschaffung des Hauptschulzweiges wurde eine [[Orientierungsstufe|Förderstufe]] eingerichtet. Die Andreas-Grebe-Schule wurde zu Anfang des neuen Jahrtausends abgerissen. Heute ist die Schule in Buchenau eine reine Grundschule. Für den Haupt- und Realschulzweig ist meist die Dautphetalschule in Friedensdorf zuständig, für den Gymnasialzweig die Lahntalschule in Biedenkopf oder das städtische Gymnasium Bad Laasphe.

Mit dem Bau des Bürgerhauses 1973 wurde in Buchenau in der Rothenbergstraße ein Gebäudekomplex errichtet, zu dem neben den Gebäuden der Feuerwehr, einer Gaststätte mit angegliederter Kegelbahn ein Hallenbad gehört. Das 10&nbsp;m breite und 20&nbsp;m lange Schwimmbad mit dem 5×5&nbsp;m großen Babybecken wird seit 2006 von einem Förderverein der Buchenauer Bürger getragen. In dem Hallenbad findet der Schulschwimmunterricht der umliegenden Schulen statt.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.dautphetal.de/p/d1.asp?artikel_id=1348 | wayback=20071111072446 | text=Homepage der Gemeinde Dautphetal, Hallenbäder in Dautphetal (Trägervereine) (aufgerufen am 11. August 2008)}}</ref>

Die [[Freiwillige Feuerwehr]] Buchenau wurde 1924 gegründet. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Verein aufgelöst und am 30. Juli 1957 wieder gegründet. Seit dem Zusammenschluss der zwölf Ortsgemeinden 1974 zur Gemeinde Dautphetal zog die Feuerwehr von der Alten Landstraße in die Rothenbergstraße in den 1973 errichteten Gebäudekomplex des Bürgerhauses und des Schwimmbades ein. Die Feuerwehr wurde neben dem normalen Feuerwehrdienst speziell für den Bereich [[Gefahrgut]] ausgerüstet. 2008 umfasste die Feuerwehr 36 aktive Mitglieder in der Einsatzabteilung sowie 12 Mitglieder in der [[Jugendfeuerwehr]]. Neben einem [[Löschgruppenfahrzeug]] stand ein [[Gerätewagen]]-Nachschub im Dienst. Dieses Fahrzeug wurde Mitte 2009 von einem [[Wechselladerfahrzeug]] ersetzt. Außerdem verfügt die Feuerwehr über ein [[Mannschaftstransportfahrzeug]], das aus Vereinsmitteln beschafft wurde.<ref>[http://www.ffw-buchenau.de/ Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Buchenau] (aufgerufen am 22. Mai 2008)</ref>

==== Verkehr ====
[[Datei:Bahnhof Buchenau 2.jpg|mini|hochkant|Bahnhof Buchenau]]
Durch Buchenau verläuft die [[Bundesstraße 62]]. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in [[Dillenburg]] ([[Bundesautobahn 45|A&nbsp;45]]), [[Gießen]] (A&nbsp;45) und [[Homberg (Ohm)]] ([[Bundesautobahn 5|A&nbsp;5]]).

Mit der [[Obere Lahntalbahn|Oberen Lahntalbahn]] besitzt Buchenau Anschluss an das Schienennetz. Zwischen 6 und 19 Uhr bestehen in Richtung Marburg und in Richtung Bad Laasphe über Biedenkopf je zweistündige Verbindungen mit Verdichtungen (stündlich) während der Hauptverkehrszeiten. Außerdem besteht in Buchenau mit der Buslinie 481 ein regionaler Anschluss in Richtung Biedenkopf und Marburg sowie ein lokaler Anschluss mit Buslinie MR-57 ins Gemeindegebiet. Die Buslinien werden von der [[Verkehrsgesellschaft Mittelhessen]] bedient.

Neben dem [[Hessischer Radfernweg R2|Hessischen Radfernweg R2]] und dem [[Lahntalradweg]] ist durch die großen Wälder in der Region eine Vielzahl von Rad- und Wanderwegen vorhanden. Mit dem 2008 eröffneten ''Lahn-Dill-Bergland-Pfad'' oder einer dazugehörigen Extratour ist Buchenau an den [[Wanderpark Lahn-Dill-Bergland]] angeschlossen.

== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==
=== Bauwerke ===
Das Ortszentrum vom Buchenau ist wegen der kulturhistorischen Bedeutung als Gesamtanlage denkmalgeschützt.<ref>Regierungspräsidium Gießen (Hrsg.) 2001, S. 78ff.</ref> Viele der [[Fachwerkhaus|Fachwerkhäuser]] stammen noch aus dem 17. Jahrhundert mit Kratzputzarbeiten, geschnitzten Hölzern oder sogenannten [[Mann (Fachwerk)|Wilden Männern]], einer besonderen Fachwerkkonstruktion.<ref>Hans Feldtkeller 1958, S. 19f.</ref>

Das zentral gelegene, 1905 erbaute alte Rathaus beherbergt ein kleines Heimatmuseum und die Ortsbücherei. In dem Museum sind regionale Exponate zum Thema Haushalt und Küche der 1920er bis 1950er Jahre sowie die [[Hinterländer Trachten|Hinterländer Tracht]] ausgestellt.

==== Martinskirche Buchenau ====
{{Hauptartikel|Martinskirche (Buchenau)}}
Die evangelische Kirche, auch[FILLWORD?] Martinskirche genannt, ist über 750&nbsp;Jahre alt. Nach mündlichen Überlieferungen soll ein Stein im [[Chor (Architektur)|Chor]] der Kirche die Jahreszahl 1090 tragen, was aber[FILLWORD?] bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Für das Jahr 1265 wird ein [[Leutpriester|Pleban]] genannt. Die Kirche ist mit dem [[Patrozinium]] der Ursula von Köln belegt.<ref name="lagis" /> Der Chorturm mit dem [[Gewölbe|Kreuzgratgewölbe]], vermutlich aus dem 10. bis 13. Jahrhundert, ist dem heiligen [[Pamphilos von Caesarea]] geweiht<ref>Schulchronik Buchenau, in: Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1988, S. 5&nbsp;ff.</ref> und enthält an der Südseite ein [[Maßwerk]]fenster. Das spätgotische Schiff hat an der nördlichen und westlichen Seite zweiseitige Emporen mit der Darstellung der zwölf Apostel an den Brüstungen. Auch das Kruzifix im Altarraum ist spätgotisch. An der Süd- und Nordwand hängen Bilder von [[Philipp I. (Hessen)|Philipp dem Großmütigen]] und [[Martin Luther]]. Zwischen Gestühl und Chorturm stehen an den Seitenwänden Grabsteine der ehemaligen Patronatsherren [[von Döring]]. Die alten [[Kirchenglocke|Stahlglocken]], die im Ersten Weltkrieg für die abgelieferten Bronzeglocken eingebaut worden waren, wurden 1984 wieder durch [[bronze]]ne Glocken ersetzt und zum Andenken vor dem alten Pfarrhaus aufgereiht. Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1660 und wurde um die Jahrtausendwende in das Langhaus verlegt, um die Sicht auf den Altar zu verbessern.<ref name="EKG-Buchenau" />

==== Carlshütte ====
{{Hauptartikel|Carlshütte (Dautphetal)}}
Denkmalgeschützt ist ebenfalls das ehemalige Hüttenwerk Carlshütte. Es entstand 1844 und war bis in die 1950er Jahre der wichtigste[WORDS?] Arbeitgeber der ehemaligen Gemeinde. Das [[Lagerhaltung|Magazin]], ein großer vierstöckiger Fachwerkbau, ist das markanteste Gebäude. Südlich des Gebäudekomplexes steht die so genannte Villa, in der Anfang des 20. Jahrhunderts der Hüttenbesitzer wohnte.

<gallery mode="packed" heights="180" caption="Ansichten der Bauwerke">
Buchenau (Lahn) Fachwerk 1.jpg|Fachwerk-Ensemble im Ortskern
Buchenau Grabenstraße.jpg|Fachwerkhaus aus dem Jahr 1632
Kirche in Buchenau 1.jpg|[[Martinskirche (Buchenau)|Martinskirche]]
Carlshütte Magazin.jpg|Magazin der Carlshütte
</gallery>

=== Grenzgang ===
[[Datei:Grenzgang Samstag 035.jpg|mini|Rund 5.000 Menschen liefen beim Grenzgang 2006 mit.]]
{{Hauptartikel|Grenzgang Buchenau}}
Alle sieben Jahre findet in Buchenau mit dem [[Schnadegang|Grenzgang]] ein Volksfest statt, bei dem die Grenze des Ortes in zwei Teilabschnitten abgewandert wird. Zurückzuführen ist dieser Brauch auf Grenzstreitigkeiten mit den umliegenden Orten, bei denen des Öfteren Grenzsteine versetzt worden sein sollen und damit wertvoller Waldbesitz zur Diskussion stand. Die erste Grenzbegehung soll sich 1665 ereignet haben. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein Volksfest, an dem anfangs nur die Dorfbevölkerung teilnahm. Später kamen mehr als 10.000 Gäste, somit gehört der Buchenauer Grenzgang zu den großen Volksfesten der Region. Dokumentiert ist ein Grenzgangsfest erstmals für 1886, danach bis 1957 in unregelmäßigen Zeitabständen. Seitdem findet es alle sieben Jahre,<ref>Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1992, S. 15&nbsp;ff.</ref> das nächste Mal 2020, statt.

=== Dialekt ===
{{Hauptartikel|Hinterländer Platt}}
Buchenau gehört sprachlich zum [[Westmitteldeutsche Mundarten|Westmitteldeutschen Sprachraum]]. Bis weit in die 1950er Jahre wurde fast ausnahmslos das ''Buchenauer Platt'', der örtliche Dialekt, gesprochen. Seither wird der Anteil derer, die noch „Platt schwetze“ (reden) können, immer geringer. Insbesondere bei den Jugendlichen wird der Dialekt immer mehr durch das Hochdeutsche oder auch den Regiolekt des südhessischen Rhein-Main-Gebiets verdrängt. Der Dialekt wird zwar verstanden, aber immer weniger gesprochen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde 1998 der Verein ''Dialekt im Hinterland'' gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum [[Deutscher Sprachatlas]] wurde das Projekt ''Dokumentation der Hinterländer Dialekte'' gestartet, bei dem 2005 der Buchenauer Dialekt umfassend dokumentiert und auf [[CD]] festgehalten wurde.<ref>[http://www.dialektverein.de/ Dokumentation der Hinterländer Dialekte durch den Verein ''Dialekt im Hinterland e.&nbsp;V.''] (aufgerufen am 27. August 2008).</ref>

=== Vereinsleben ===
Wie in der gesamten Gemeinde Dautphetal ist das Vereinsleben in Buchenau stark ausgeprägt. Ältester Verein ist der Gesangverein „Concordia“ 1874 Buchenau. Ursprünglich als Männergesangverein gegründet, sind heute dort ebenso viele Frauen vertreten. Weitere Musikvereine sind der Bläserchor Buchenau, der Gemischte Chor Buchenau der [[Landeskirchliche Gemeinschaft|landeskirchlichen Gemeinschaft]] und der Spielmannszug 1985 Buchenau. Der älteste Sportverein ist der Turnverein 1911 Buchenau mit vielen Abteilungen wie Handball, Leichtathletik, Turnen oder Trampolinspringen. Bereits in den 1920er und 1930er Jahren wurden der Fußballsportverein 1921 Lahnlust Buchenau und der Schützenverein Buchenau ausgegliedert und sind seither eigenständige Vereine.<ref>Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.) 1985, S. 113&nbsp;ff.</ref> Weitere Sportvereine sind die Sportkeglervereinigung Dautphetal, der Radsportverein Buchenau, der Tennis-Club Carlshütte sowie die [[Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft|DLRG]]-Ortsgruppe Dautphe/Buchenau. Tiersport- und Zuchtvereine sind der Brieftaubenzuchtverein „Heimatliebe“, der Verein der Pferdefreunde und der Verein für Deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Buchenau. Im kulturellen und heimatlichen Bereich gibt es neben der Malergilde Kaleidoskop, dem Verein für Heimatgeschichte und dem [[Deutscher Landfrauenverband|Landfrauenverein]] etwa ein Dutzend weitere Vereine im kirchlichen und sozialen Bereich sowie sogenannte Männer- und Frauengesellschaften und [[Burschenschaft (Dorfverein)|Burschen-]] und Mädchenschaften, übergeordnet den Grenzgangsverein im Zusammenhang mit dem [[Grenzgang Buchenau]].<ref>[http://vereins.wikia.com/wiki/Vereine_in_Dautphetal Vereine in Dautphetal im Wiki für Vereine]</ref>

== Persönlichkeiten ==
* [[Albrecht Ohly]] (1829–1891), Sohn eines Buchenauer Pfarrers, war erster hauptamtlicher Bürgermeister von [[Darmstadt]].
* [[Johannes Debus]] X. (1879–1966) war Mitglied der verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen, Ehrenbürgermeister von Buchenau und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
* Andreas Grebe (1899–?) war erster hauptamtlicher Bürgermeister Buchenaus, Ehrenbürgermeister und Träger des Bundesverdienstkreuzes.
* [[Michael Evenari]] (Walter Schwarz) (1904–1989) war ein bedeutender Botaniker. Er wuchs in der jüdischen Gemeinde Buchenau/Elmshausen auf.

== Quellen und Literatur ==
* [[Ferdinand Luthmer]]: ''Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg''. Kommissionsverlag von Heinrich Keller, Frankfurt 1910.
* [[Hans Feldtkeller]]: ''Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Biedenkopf: Kurzinventar''. Eduard Roether Verlag, Darmstadt 1958.
* [[Karl Huth]], Kreisausschuss des Landkreises Biedenkopf (Hrsg.): ''Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Landkreises Biedenkopf 1800–1866''. Selbstverlag, Biedenkopf 1962.
* Karl Huth, Gemeindevorstand Buchenau/Lahn (Hrsg.): ''Buchenau. Eine Wanderung durch Geschichte und Gegenwart''. Selbstverlag, Buchenau/Lahn 1972.
* [[Peter Ihm]]: ''Wann waren die Buchenauer beim Großherzog? Kirchenpatronat und Pfarrbesetzung in Buchenau, Amt Biedenkopf''. Selbstverlag, Dautphetal 1978.
* Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.): ''Buchenau an der Lahn – Geschichte und Geschichten in Wort und Bild''. Selbstverlag, Buchenau/Lahn 1985.
* Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.): ''750&nbsp;Jahre Buchenau an der Lahn. Blick in die Vergangenheit''. Selbstverlag, Buchenau an der Lahn 1988.
* Peter Ihm, Jürgen Westmeier (Hrsg.): ''Buchenau an der Lahn – Geschichte und Geschichten: Der Grenzgänger 1992''. Selbstverlag, Buchenau/Lahn 1992.
* Regierungspräsidium Gießen (Hrsg.): ''Regionalplan Mittelhessen 2001''. Gießen 2001.
* {{HessBib PPN|116317574}}

== Weblinks ==
{{Commonscat|3=S}}
* [http://www.dautphetal.de/Unsere-Gemeinde/Ortsteile/Buchenau Ortsteil Buchenau] im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal.
* {{LAGIS|ref=nein|ID=9452|titel=Buchenau, Landkreis Marburg-Biedenkopf}}

== Einzelnachweise ==
<references responsive>
<ref name="Huth 1972,64f">
Karl Huth, Gemeindevorstand Buchenau/Lahn (Hrsg.) 1972, S. 64f.
</ref>
<ref name="lagis">
{{LAGIS|ref=nein|ID=9452|titel=Buchenau, Landkreis Marburg-Biedenkopf |datum=2018-03-23}}
</ref>
<ref name="PR">
{{Literatur
 |Autor=Wilhelm von der Nahmer
 |Titel=Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit
 |Band=3
 |Verlag=Sauerländer
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<ref name="NLVK">
{{Literatur
 |Titel=Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände.
 |TitelErg=Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte.
 |Band=22
 |Ort=Weimar
 |Datum=1821
 |Seiten=415
 |Online={{Google Buch|Linktext=online bei Google Books|KeinText=1|BuchID=Z7PdlcTHFukC|Seite=415}}}}
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</references>

{{Navigationsleiste Orte in der Gemeinde Dautphetal}}

{{Lesenswert|4. September 2008|50337505}}

{{Normdaten|TYP=g|GND=4472902-9|LCCN=n/98/78152|VIAF=157286255|REMARK=daneben auch [http://d-nb.info/gnd/2117395-3 GND 2117395-3]}}

[[Kategorie:Ortsteil von Dautphetal]]
[[Kategorie:Ort an der Lahn]]
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf)]]
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1974]]

Erläuterungen

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Klempen
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APOSTROPH
Eventuell falsches Apostroph, im Deutschen "'" statt "’". Siehe auch Apostroph#Typografisch korrekt und Wikipedia:Typografie#Weitere Zeichen.
GS
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