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Geprüfter Artikel: Havelsee [Bearbeiten in Wikipedia]

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Satz, der klein geschrieben beginntOK
Abschnitts-Titel, der klein geschrieben beginntOK
Falsch formatierte ISBNOK
"<i>" oder "<b>" statt "''" oder "'''"OK
Link zu Begriffsklärungs-SeiteOK
"..." (drei Zeichen) statt "…"OK
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect)OK
Häufige TippfehlerOK
Minus statt Bis-StrichOK
Falsches Apostroph, "'" statt "’"OK
Bindestrich ("-") statt Gedankenstrich ("–") verwendetOK
Normale Anführungszeichen '""' statt "„" und "“"OK
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Kein Leerzeichen vor einer öffnenden oder nach einer schließenden Klammer.OK
Tags, die nicht verwendet werden sollten: "<s>", "<u>", "<small>" oder "<big>"OK
Unformatierte WeblinksOK
Lange Sätze (mehr als 50 Wörter)1
Anzahl der Wörter im längsten Satz54
Wörter, die in Wikipedia nicht stehen sollten4
Potentielle FüllwörterSiehe
unten
AbkürzungOK
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Zu viele Wikilinks zum gleichen LemmaOK
Wenige Einzelnachweise, aber Abschnitt "== Literatur =="OK
Wenige EinzelnachweiseOK
Zu viele WeblinksOK
Kein geschütztes Leerzeichen vor Einheit3
Wikilinks zu Jahren (außer Geburts- und Sterbedaten in Biografien)OK
Wikilinks zu Tagen (außer Geburts- und Sterbedaten in Biografien)OK
Wikilinks zu JahrhundertenOK
Wikilinks zu JahrzehntenOK
Wikilinks zu MonatenOK
Zu viele Links bei "== Siehe auch =="OK
Vorschlag: Kein Bild im ArtikelOK
Vorschlag: Kein Wiktionary-Link1
Vorschlag: Kein Wikimedia-Commons-LinkOK

Anzahl der Einzelnachweise: 119

Anzahl der potentiellen Füllwörter: 23 von 11362 Wörtern = 1 Füllwort pro 494 Wörter im Artikel (Durchschnitt der Exzellenten: 1/147, mehr als 1/80 geht nicht in die Problem-Quote ein)

Stand der Datenbanken: (MediaWiki API)/(MediaWiki API)



Allgemeine Anmerkungen (weitere unten in dem Wiki-Quelltext):

Legende:
Ist sehr selten sinnvoll.
Ist selten sinnvoll, bitte prüfen.
Ist manchmal sinnvoll, bitte prüfen.
Vorschlag, bitte prüfen, ob sinnvoll.



Wiki-Quelltext mit Anmerkungen:

{{Dieser Artikel|erläutert die Stadt Havelsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg; zum ähnlich geschriebenen Ortsteil [[Havelse]] der Stadt Garbsen in Niedersachsen siehe dort.}}
{{Infobox Gemeinde in Deutschland
|Art = Stadt
|Wappen = kein
|Breitengrad = 52.5
|Längengrad = 12.5
|Lageplan = Havelsee in PM.png
|Bundesland = Brandenburg
|Landkreis = Potsdam-Mittelmark
|Amt = Beetzsee
|Höhe = 29
|PLZ = 14778, 14798
|Vorwahl = 03381, 033834, 033877
|Gemeindeschlüssel = 12069270
|Gliederung = fünf [[Ortsteil]]e
|Adresse = Havelstraße 4<br />14798 Havelsee OT Pritzerbe
|Website = [https://www.havelsee.de/ www.havelsee.de]
|Bürgermeister = Günter Noack
|Partei = parteilos
}}

'''Havelsee''' [{{IPA|ˈhaːfl̩zeː}}] ist eine [[Kleinstadt]] im Westen des Landes [[Brandenburg]] mit etwas mehr als 3000&nbsp;Einwohnern. Sie ist Teil des [[Amt Beetzsee|Amtes Beetzsee]] im [[Landkreis Potsdam-Mittelmark]] und entstand 2002 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Pritzerbe und der Gemeinden Fohrde, Briest und Hohenferchesar im Vorfeld der geplanten [[Gemeindereform Brandenburg 2003|brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003]]. 2008 kam als fünfter Ortsteil das Dorf Marzahne hinzu. Namensgeber Havelsees sind die [[Havel]] und der [[Pritzerber See]], die das Bild der Stadt weitgehend dominieren.

== Geographie ==
[[Datei:Karte stadt havelseex.svg|rahmenlos|300px|rechts]]

=== Geographische Lage ===
[[Datei:Ansichtpritzerbe.JPG|mini|links|Havelsees Ortsteil Pritzerbe an der Havel]]

Die Stadt Havelsee hat eine Fläche von 81&nbsp;Quadratkilometern.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/Stat_Berichte/2010/SB_A1-4_A5-2_j01-09_BB.pdf |titel=Statistischer Bericht |titelerg=Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2009 |hrsg=Amt für Statistik Berlin-Brandenburg |seiten=27 |datum=2010 |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref> Sie erscheint dabei annähernd in Form eines Dreiecks, dessen Ecken nach Süden, Nordwesten und Osten zeigen. Der weitaus überwiegende Teil der Stadt liegt östlich der Havel, die sie aus Süden kommend in Richtung Nordwesten durchfließt. Nahezu zentral liegt der Pritzerber See. Direkte Nachbarstädte sind die [[Mittelstadt]] [[Brandenburg an der Havel]] im Süden als das [[Oberzentrum]] der Region und die Kleinstadt [[Premnitz]] im Nordwesten. Havelsee befindet sich etwa 45&nbsp;Kilometer westlich der Bundeshauptstadt [[Berlin]] und fast am äußeren Rand der [[Metropolregion Berlin/Brandenburg]]. Das Havelufer nördlich des Ortsteils Pritzerbe hat eine Höhe von 28&nbsp;Metern über [[Normalnull]] und ist die niedrigste Stelle des Kreises Potsdam-Mittelmark. Der höchstgelegene Punkt Havelsees befindet sich auf der Grenze zur Gemeinde Beetzsee. Diese führt über den Nordwesthang des insgesamt 89,3&nbsp;Meter hohen [[Schwarzer Berg (Radewege)|Schwarzen Bergs]] auf einer Höhe von 83,9&nbsp;Metern. Die Erhebung ist Teil einer Hügelkette im Osten der Stadt, die durch den [[Fohrder Berg]] (67,6&nbsp;Meter), den [[Gallberg (Havelsee)|Gallberg]] (68,2&nbsp;Meter), den Schwarzen Berg, den Eichberg (74,7&nbsp;Meter), den Mühlenberg (70,8&nbsp;Meter), den Rabenberg und den Fuchsberg (77,2&nbsp;Meter) gebildet wird. Zwischen den Hügeln liegen Trockentäler. Östlich der Hügelkette befindet sich das eiszeitliche Gletscherzungenbecken beziehungsweise die Schmelzwasserrinne des Marzahner Fenns.

=== Stadtgliederung ===
Die Stadt gliedert sich in fünf Orts- und drei Gemeindeteile. Die Ortsteile sind im Einzelnen: [[Briest (Havelsee)|Briest]] als altes Fischerdorf an der Havel im Süden, nördlich davon [[Fohrde]] zwischen dem südlichen Ufer des Pritzerber Sees und dem Fluss, [[Hohenferchesar]] am östlichen Ufer des Sees und die ehemalige Stadt [[Pritzerbe]] zwischen dem nördlichen Seeufer und der Havel. Der Ortsteil [[Marzahne]] liegt abseits der Havel und des Sees im Osten der Stadt. Ein Gemeindeteil Havelsees ist das zur Zeit der Stadtgründung zu Fohrde gehörende [[Tieckow]]. Es liegt etwa einen Kilometer südwestlich von Fohrde. [[Kützkow]] befindet sich als einziger Teil Havelsees auf der westlichen Havelseite. Der Gemeindeteil [[Seelensdorf]] liegt im Norden im Seelensdorfer Forst. Daneben gibt es noch einzelne Wohnplätze. Namentlich benannt sind das zu Briest gehörende [[Kaltenhausen (Havelsee)|Kaltenhausen]] südlich des Dorfes und [[Kranepuhl (Havelsee)|Kranepuhl]] nördlich, etwa auf halbem Weg nach Tieckow. Tieckow hat circa einen Kilometer südlich des Dorfes ein altes Vorwerk, den Wohnplatz [[Kolonie Tieckow]]. Zu Fohrde gehört die an der Havel gelegene [[Rote Ziegelei]], zu Pritzerbe der [[Heidehof (Havelsee)|Heidehof]], und bei Hohenferchesar liegt der [[Bruderhof (Havelsee)|Bruderhof]].<ref>{{Internetquelle |url=http://service.brandenburg.de/lis/detail.php?template=kommune_einzeln_d&id=19776 |titel=Stadt Havelsee |autor= |hrsg=Landesregierung Brandenburg |datum=2014 |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Geologie ===
[[Datei:Eichbergschwarzerberggallberg.JPG|mini|Die bewaldeten Stauchmoränen Eichberg, Schwarzer Berg und Gallberg]]
Der westliche Teil Havelsees liegt in einem [[Zwischenurstromtal]], das in der jüngsten, der [[Weichsel-Eiszeit]] vor etwa 15.000 Jahren durch den Abfluss von Schmelzwässern entstand und für die Ablagerung [[Fluviatiles Sediment|fluviatiler Talsande]] sorgte. In dieser Urstromtalung fließt die Havel, die neue Sedimente anschwemmt. Westlich von Kützkow und nördlich von Pritzerbe gibt es zwei kleine [[Grundmoräne]]nkomplexe, die von Sedimenten der alten Urstromtalung umgeben sind. Unterbrochen werden diese Sedimente an mehreren Stellen von großflächigen Moorbildungen. Nordöstlich der Linie Pritzerbe–Fohrde erstreckt sich eine Rinnenbeckenreihe mit dem Pritzerber See und weiteren kleineren Seen. Weiter nordöstlich queren Dünenzüge die flacher werdende Rinnenniederung, bis sie sich verliert.<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;89.</ref>

Der östliche Teil Havelsees hin zum Ortsteil Marzahne liegt auf Grundmoränenhochflächen der [[Nauener Platte]]. Von Hohenferchesar am östlichen Rande des Pritzerber Sees ansteigend, erstreckt sich die Grundmoränenplatte ostwärts und bildet schließlich eine Hügelkette mit den [[Stauchmoräne]]nkuppen Fohrder Berg, Schwarzer Berg und Fuchsberg mit typischen, vorwiegend kiesigen bis feinsandigen Ablagerungen.<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;99.</ref> Zwischen diesen Endmoränenkomplexen befinden sich sandige Schmelzwassersedimente der sogenannten Vorschüttphase. Östlich der Hügelkette liegt ein Gletscherzungenbecken beziehungsweise eine Schmelzwasserrinne, das [[Marzahner Fenn]], das von Moorbildung geprägt ist.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/3_Geologie.pdf |titel=Geologie |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807143613/http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/3_Geologie.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |zugriff=2014-09-02}}</ref> Südwestlich des Schwarzen Berges beziehungsweise südöstlich des Gallberges beginnt die nach Süden laufende [[glaziale Rinne]] [[Bohnenland-Görden-Rinne]]. Sie verläuft etwa einen Kilometer auf dem Gebiet Havelsees.

=== Böden ===
Im Gebiet der Stadt gibt es verschiedene Böden, wobei die westlichen Bereiche von unterschiedlichen Subtypen des [[Gley]]s dominiert werden. Im Osten des Stadtgebietes sind dagegen [[Braunerde]]- und [[Fahlerde]]böden vorherrschend. Nördlich von Pritzerbe bis nördlich von Marzahne erstreckt sich ein breiter Streifen [[Podsol]]. Ausgedehnte Erdniedermoore gibt es an verschiedenen Stellen im gesamten Gebiet Havelsees, im Nordwesten in der [[Pritzerber Laake]], im Osten im Marzahner Fenn, südlich und östlich des Pritzerber Sees, unmittelbar westlich Marzahnes, östlich von Briest und nordwestlich von Pritzerbe beiderseits der Havel.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/7_Boden_NW.pdf |titel=Teilblatt Nordwest Böden |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807152329/http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/7_Boden_NW.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |zugriff=2013-10-16}}</ref>

=== Flächennutzung ===
{| class="wikitable float-right"
|-
! Flächennutzung 2012
! Fläche in [[Hektar|ha]]
|-
|style="border-top: medium solid"| Gebäude- und Freiflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 206
|-
| <small>davon Wohnflächen</small>
|style="text-align:right"| <small>81</small>
|-
| <small>davon Gewerbe- und Industrieflächen</small>
|style="text-align:right"| <small>29</small>
|-
|style="border-top: medium solid"|Verkehrsflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 343
|-
| <small>davon Straßen, Wege, Plätze</small>
|style="text-align:right"| <small>243</small>
|-
|style="border-top: medium solid"|Wasserflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 585
|-
|style="border-top: medium solid"|Landwirtschaftsflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 3453
|-
|style="border-top: medium solid"|Waldflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 3182
|-
|style="border-top: medium solid"|Betriebsflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 38
|-
| <small>davon Abbauflächen</small>
|style="text-align:right"| <small>36</small>
|-
|style="border-top: medium solid"|Erholungsflächen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 14
|-
| <small>davon Grünanlagen</small>
|style="text-align:right"| <small>13</small>
|-
|style="border-top: medium solid"|Flächen anderer Nutzung
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 308
|-
| <small>davon Friedhöfe</small>
|style="text-align:right"| <small>3</small>
|-
| <small>davon Unland</small>
|style="text-align:right"| <small>305</small>
|-
|style="border-top: medium solid"|Gesamtfläche
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 8127
|}

Havelsee ist vorrangig ländlich geprägt. Fast 90&nbsp;Prozent des Stadtgebietes machen Wald, Wasser und Ackerland aus, wobei mit 42,4&nbsp;Prozent der größte Anteil auf landwirtschaftliche Flächen entfällt. Dabei liegt der Anteil unter dem Landesdurchschnitt von etwa 49&nbsp;Prozent. Etwas über dem Landesdurchschnitt liegt mit 39,2&nbsp;Prozent der Anteil an Waldflächen, der brandenburgweit 35,6&nbsp;Prozent ausmacht. Das größte Waldgebiet Havelsees ist der [[Seelensdorfer Forst]], der das gesamte nördliche Stadtgebiet einnimmt. Auch Wasserflächen haben mit 7,2&nbsp;Prozent einen deutlich größeren Anteil an der Gesamtfläche als im Landesdurchschnitt des schon gewässerreichen Bundeslandes (3,4&nbsp;Prozent). Ein nur geringer Flächenanteil Havelsees ist bebaut. Die Art der tatsächlichen Nutzung der Flächen in Havelsee ist in der Tabelle Flächennutzung 2012 aufgeschlüsselt.<ref>''Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung im Land Brandenburg 2012''. Statistischer Bericht. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam, Juni 2013. S. 24 und 25.</ref>

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=== Gewässer ===
Wichtigstes Gewässer und einziger Fluss in der Stadt ist die Havel, die den Ort von Süden kommend nach Nordwesten in einer alten [[Urstromtalung]] durchfließt. Der Fluss ist in Havelsee als [[Bundeswasserstraße]] Teil der [[Untere Havel-Wasserstraße|Unteren Havel-Wasserstraße]] und mit der [[Binnenwasserstraße]]nklasse&nbsp;III klassifiziert. Die biologische Gewässergüte der Havel erreicht im Ort die [[Gewässergüteklasse|Güteklasse]] II bis III, womit sie als kritisch belastet gilt. Bis auf ein Gebiet im Norden der Stadt in der Seelensdorfer Heide und der Pritzerber Laake, das zum Wassereinzugsgebiet des [[Großer Havelländischer Hauptkanal|Großen Havelländischen Hauptkanals]] gehört, ist die Stadt direktes Einzugsgebiet der Havel. Weite an den Fluss grenzende Flächen, vor allem Bereiche nordwestlich Pritzerbes, sind als zwei- beziehungsweise zehnjährige Überschwemmungsflächen ausgewiesen.

Inmitten des Stadtgebietes liegt als größter See auf einer Fläche von circa 190&nbsp;Hektar der maximal 6&nbsp;Meter tiefe Pritzerber See, der zur Havel entwässert. Dieser See ist ein [[Trophiesystem|eutrophes]] beziehungsweise schwach polytrophes stehendes Gewässer mit sehr flachen und vermoorten Ufern. Der südliche Bereich zwischen den Ortsteilen Fohrde und Hohenferchesar ist vollständig verlandet. Ebenso wie an der Havel sind auch[FILLWORD?] am Pritzerber See ausgedehnte Uferbereiche zwei- beziehungsweise zehnjährige Überschwemmungsflächen und stehen regelmäßig unter Wasser. Der Zu- beziehungsweise Abfluss ist durch einen Damm, über den zwei Brücken zwischen Pritzerbe und Fohrde führen, eingeengt. Neben dem Pritzerber See gibt es im Stadtgebiet mehrere kleinere Seen wie den [[Kranepfuhl]] und den [[Weißer See (Havelsee)|Weißen See]]. Der Weiße See nordöstlich des Pritzerber Sees ist als schwach eutrophes stehendes Gewässer beschrieben.

Eine Vielzahl von Gräben durchzieht das Stadtgebiet, die in erster Linie für die [[Entwässerung|Drainage]] von Feuchtgebieten, Mooren und Überschwemmungsflächen angelegt wurden. Die Gräben dienen teilweise auch[FILLWORD?] dem Abfluss kleinerer Seen in der Stadt. Das Marzahner Fenn wird über ein Grabensystem ostwärts zu den sogenannten Erdelöchern in der Nähe [[Radewege]]s und weiter zum Beetzsee entwässert. Im Hauptgraben, dem sogenannten [[Russengraben (Potsdam-Mittelmark)|Russengraben]], befinden sich im Stadtgebiet drei der vier [[Wehr (Wasserbau)|Wehre]] dieses Systems, die der Regulierung des Abflusses dienen. Ein anderes Grabensystem führt vom Waldsee des [[Weißes Fenn Marzahne|Weißen Fenn Marzahne]] zum Pritzerber See und nimmt unter anderem Wasser aus den Moorflächen westlich Marzahnes und aus dem Weißen See auf. Dieses Drainagesystem wird über ein Wehr kurz vor dem Pritzerber See reguliert. Der Hauptgraben dieses Systems heißt [[Roter Graben (Havelsee)|Roter Graben]]. Der [[Bohnenländer See]] im Stadtgebiet Brandenburgs wird über einen Graben in die Havel südlich von Tieckow entwässert. Innerhalb von Havelsee wird das [[Eisengraben (Havel)|Eisengraben]] genannte Fließgewässer über drei Wehre gesteuert und nimmt unter anderem einen Abflussgraben aus dem Kranepfuhl auf. Ein weiteres System von Gräben, mit dem die Überschwemmungsflächen der Havel entwässert werden können, befindet sich nordwestlich von Pritzerbe. Dort steht auch[FILLWORD?] das einzige [[Schöpfwerk]] der Stadt, über das höhergelegene und trockene Bereiche bewässert werden können. Die Stadtgebiete auf der westlichen Havelseite verfügen ebenfalls über ein eigenes Grabensystem zur Havel, der Abfluss aus Teilen des Seelensdorfer Forstes und der Pritzerber Laake erfolgt in Richtung des Havelländischen Hauptkanals.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/12_Oberflaechengewaesser_NW.pdf |titel=Teilblatt Nordwest Oberflächengewässer |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807155234/http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/12_Oberflaechengewaesser_NW.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |zugriff=2013-10-16}}</ref>

Im Stadtgebiet gibt es zwei ausgewiesene Trinkwasserschutzgebiete. Das erste mit dem [[Wasserwerk]] der Stadt liegt nördlich von Pritzerbe. Ein zweites Trinkwasserschutzgebiet im Süden rund um Briest erstreckt sich über die Stadtgrenze hinaus nach Brandenburg.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/11_Grundwassergefaehrdung_NW.pdf |titel=Teilblatt Nordwest Grundwassergefährdung |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807154833/http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/11_Grundwassergefaehrdung_NW.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |zugriff=2013-10-16}}</ref>

<gallery mode="packed-hover">
  Havelpritzerbe.JPG|Die Havel bei Pritzerbe
  Pritzerber See 01 (MK).jpg|Der Pritzerber See
  Weißes fenn marzahne.JPG|Das Weiße Fenn Marzahne
</gallery>

=== Nachbarstädte und -gemeinden ===
An die Stadt Havelsee grenzen im Uhrzeigersinn folgende Städte und Gemeinden:
Im Westen die Gemeinde [[Milower Land]],
im Nordwesten die Stadt Premnitz, im Norden die Gemeinden [[Nennhausen]] und [[Märkisch Luch]], die zum [[Landkreis Havelland]] gehören,
im Osten die Gemeinden [[Beetzseeheide]] und [[Beetzsee (Gemeinde)|Beetzsee]] als Teile des Landkreises Potsdam-Mittelmark und im Süden die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel.

=== Klima ===
In der Stadt Havelsee herrscht gemäßigtes Klima. Dieses wird von Osten vom [[Kontinentalklima]] und vom Westen vom atlantischen [[Seeklima]] beeinflusst. Die deutlichen Niederschläge verteilen sich über das ganze Jahr. Ausgesprochene Trockenmonate gibt es nicht. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag für Havelsee liegt bei 537&nbsp;mm, wobei der Niederschlag im Ortsteil Briest mit 532&nbsp;mm<ref>{{Internetquelle |url=http://de.climate-data.org/location/72338/ |titel=Klima: Briest |hrsg=AmbiWeb GmbH |zugriff=2013-10-16}}</ref> am niedrigsten, im Pritzerber Gemeindeteil Seelensdorf mit 544&nbsp;mm<ref>{{Internetquelle |url=http://de.climate-data.org/location/434537/ |titel=Klima: Seelensdorf |hrsg=AmbiWeb GmbH |zugriff=2013-10-16}}</ref> am höchsten ausfällt. Trockenster Monat ist der Februar mit einer Niederschlagsmenge von 32&nbsp;mm, wohingegen der meiste Niederschlag durchschnittlich im Juni mit 63&nbsp;mm fällt.
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9,1&nbsp;°C. Der wärmste Monat im Vergleich ist der Juli mit durchschnittlichen 18,2&nbsp;°C. Im Monat Januar, als kältestem Monat im Jahr, beträgt die Durchschnittstemperatur −0,2&nbsp;°C.<ref name="klimahavelsee">{{Internetquelle |url=http://de.climate-data.org/location/158247/ |titel=Klima: Havelsee |hrsg=AmbiWeb GmbH |zugriff=2013-10-16}}</ref>

{{Klimatabelle
| TABELLE =
| DIAGRAMM TEMPERATUR =
| DIAGRAMM NIEDERSCHLAG =
| DIAGRAMM NIEDERSCHLAG HÖHE = 160
| QUELLE =<ref name="klimahavelsee" />
| Überschrift =
| Ort = Havelsee
<!-- durchschnittliche Höchsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| hmjan = 2.3
| hmfeb = 3.5
| hmmär = 7.8
| hmapr = 13.1
| hmmai = 18.8
| hmjun = 22.0
| hmjul = 23.3
| hmaug = 23.1
| hmsep = 19.1
| hmokt = 13.3
| hmnov = 7.2
| hmdez = 3.6
<!-- durchschnittliche Niedrigsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| lmjan = −2.6
| lmfeb = −2.3
| lmmär = 0.0
| lmapr = 3.6
| lmmai = 8.0
| lmjun = 11.5
| lmjul = 13.2
| lmaug = 12.8
| lmsep = 9.7
| lmokt = 6.0
| lmnov = 2.1
| lmdez = −0.9
<!-- durchschnittliche Temperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| avjan = −0.2
| avfeb = 0.6
| avmär = 3.9
| avapr = 8.3
| avmai = 13.4
| avjun = 16.7
| avjul = 18.2
| avaug = 17.9
| avsep = 14.4
| avokt = 9.6
| avnov = 4.6
| avdez = 1.3
<!-- durchschnittliche Niederschlagsmenge für den jeweiligen Monat in mm -->
| nbjan = 38
| nbfeb = 32
| nbmär = 34
| nbapr = 40
| nbmai = 52
| nbjun = 63
| nbjul = 55
| nbaug = 59
| nbsep = 43
| nbokt = 36
| nbnov = 41
| nbdez = 44
}}

== Bevölkerung ==
{| class="wikitable float-right toptextcells"
|-
! Jahr
! Einwohner<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/stat_berichte/2015/SB_A01-99-11_2006u00_BB.pdf |titel=Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 |titelerg=Landkreis Potsdam-Mittelmark |werk=Beitrag zur Statistik |hrsg=Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Dezernat Informationsmanagement |seiten=20–23 |datum=Dezember 2006 |zugriff=2016-05-28 |format=PDF}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/otab/2015/OT_A01-33-00_124_201400_BB.pdf |titel=Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2014 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinde |hrsg=Amt für Statistik Berlin-Brandenburg |datum=2015 |zugriff=2016-05-28 |format=PDF |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160303232106/https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/otab/2015/OT_A01-33-00_124_201400_BB.pdf |archiv-datum=2016-03-03 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref>
|-
| style="text-align:right"| 2002 ||style="text-align:right"| 3438
|-
| style="text-align:right"| 2004 ||style="text-align:right"| 3319
|-
| style="text-align:right"| 2006 ||style="text-align:right"| 3273
|-
| style="text-align:right"| 2008 ||style="text-align:right"| 3512
|-
| style="text-align:right"| 2010 ||style="text-align:right"| 3503
|-
| style="text-align:right"| 09.05.2011 ||style="text-align:right"| 3427
|-
| style="text-align:right"| 31.12.2012 ||style="text-align:right"| 3349
|-
| style="text-align:right"| 2014 ||style="text-align:right"| 3268
|}

Zum [[Zensus 2011]] zählte Havelsee eine Bevölkerung von 3427&nbsp;Einwohnern. Im Kreis Potsdam-Mittelmark haben nur die Städte [[Niemegk]] und Ziesar eine noch geringere Bevölkerung. Der Ausländeranteil lag bei 1,1&nbsp;Prozent. 20,8&nbsp;Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 714&nbsp;Einwohner zählten sich dem [[Evangelische Kirche|evangelischen]], 3,4&nbsp;Prozent beziehungsweise 114 absolut dem [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] Christentum zu. Die restliche Bevölkerung wurde bei der Frage nach der Religionszugehörigkeit unter „sonstige, keine, ohne Angabe“ zusammengefasst, sodass eine Aussage zu weiteren Religionsgemeinschaften anhand dieser Daten nicht möglich ist.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/zensus/gdb/bev/bb/12/12069/120695902/120695902270_Havelsee_Stadt_bev.pdf |titel=Bevölkerung und Haushalte |titelerg=Gemeinde Havelsee, Stadt am 9. Mai 2011 |hrsg=Amt für Statistik Berlin-Brandenburg |werk=Zensus 2011 |datum=2013 |format=PDF |zugriff=2014-09-02}}</ref> Am 31.&nbsp;Dezember&nbsp;2012 hatte Havelsee eine geschätzte Bevölkerung von 3349&nbsp;Einwohnern, was einem Rückgang von 2,3&nbsp;Prozent entspricht.

Bis in das 19. beziehungsweise 20.&nbsp;Jahrhundert war die regionale Mundart ein typischer [[Mark-brandenburgische Dialekte|brandenburgischer Dialekt]], der vom größten Teil der Bevölkerung im Alltag gesprochen wurde. In der Zeit [[Theodor Fontane]]s beispielsweise wurde in der Gegend noch dieser [[Niederdeutsche Sprache|niederdeutsche Dialekt]] verwendet. So wurden in vielen Worten ''p'' statt f, ''t'' statt s-Lauten und ''k'' statt des ch verwendet. Beispielsweise sprach man ''grot'' statt groß und ''Dörp'' statt Dorf. Auch bei Vokalen gab es Unterschiede wie ''ie'' und ''u'' statt der [[Diphthong]]e ei und au. So war das Haus zu dieser Zeit ein ''Huus''. Ab der zweiten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts wechselte die Sprache, von den Städten ausgehend, immer mehr vom Niederdeutschen zum [[Berliner Dialekt]], sodass das Niederdeutsche heute um die Stadt Brandenburg fast als ausgestorben zu bewerten ist. Beispielhaft für die Sprache des 20. und 21.&nbsp;Jahrhunderts wird au zum ''o'' (''lofen'' statt laufen) und z zum stimmlosen ''s'' (''Ssitrone'' statt Zitrone) gesprochen. Typisch ist auch das häufige Umschreiben des [[Genitiv]]s wie ''dem Gregor sein Auto''.<ref>Joachim Wiese: ''Mundarten und Umgangssprache''. Erschienen in S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;73&nbsp;f.</ref>

== Geschichte ==
<div style="float:right;">
<div class="NavHead" style="background: #000000; color: white; font-weight: bold; font-size: 0.9em; text-align: center; width: 250px; padding: 3px;">Zeitleiste</div>

<div class="NavContent">

{| style="width: 250px; margin: 0.1em; background: #F6F4F4; border: 1px solid #DCDCDC; font-size: 0.80em;"
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 948
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung Pritzerbes.
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 983
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Slawenaufstand
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1157
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Rückeroberung ostelbischer Gebiete durch Albrecht den Bären
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1161
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Pritzerbe als Mittelpunkt eines Burgbezirks
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1186
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung Hohenferchesars und Marzahnes
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1207
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Pritzerbes erster Kirchenbau
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1217
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Kirchbau in Marzahne
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1227
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung von Fohrde
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1294
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung Briests
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1317
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung Tieckows
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1336
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erstes dokumentiertes Hochwasser in Pritzerbe
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1368
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung von Kützkow
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1375
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung von Seelensdorf
|-
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1385
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Urkundliche Erwähnung eines Kirchbaus in Tieckow
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1399
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Schlacht zwischen Brandenburger und Magdeburger Rittern bei Marzahne
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1417
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Plünderung Tieckows durch Raubritter
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1424
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Pritzerbe wird Marktort
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1518
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erneuerung der Tieckower Kirche
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1548
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Letzte Bischofstagung in Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1560
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Übertragung kirchlichen Besitzes in Havelsee auf den Kurfürsten
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1598
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Ein Brand zerstört weite Teile der Stadt Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1607
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Ein Brand zerstört die Dorfkirche Marzahnes
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1618 bis 1648
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Dreißigjähriger Krieg; endgültige Zerstörung der Kirche Tieckows
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1675
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Besetzung und Plünderung Pritzerbes durch schwedische Truppen
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1714
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| In Pritzerbe wird die Akzise eingeführt
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1765
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Kirchbau in Fohrde
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1773
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Stadtbrand in Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1776
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Gründung der Schiffergilde in Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1793
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Weihe der neuen Stadtkirche Pritzerbes
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1827
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Ein Brand zerstört Hohenferchesar
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1831
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Neubau der Hohenferchesarer Kirche
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1855
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Pritzerbe für kurze Zeit Kreisstadt
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1888/89
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Bau der Dorfkirche in Briest
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1895–97
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Brückenbau zwischen Fohrde und Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1899
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Gründung der Schifferfachschule in Pritzerbe
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1904
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Brandenburgische Städtebahn bindet Pritzerbe und Fohrde an
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1914
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Bau eines Flugplatzes bei Briest
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1929
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Letztes in Pritzerbe gebautes Schiff
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1936
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Ausbau des Militärflugplatzes Brandenburg-Briest
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1945
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Zweiter Weltkrieg: Bombenangriffe zerstören Brandenburg-Briest und Teile des Dorfes; Sprengung der Havelfähren und Brücken bei Pritzerbe; Kämpfe an der Havel; Beginn der Bodenreform in den Gemeinden
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1950
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Eingemeindung von Kützkow nach Pritzerbe und von Tieckow nach Fohrde
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 1956
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Wechsel Kranepuhls nach Briest
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #808080;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 2002
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Gründung der Stadt Havelsee, Eingemeindung Marzahnes nach Beetzsee
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #000000;" |
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| 2008
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Wechsel Marzahnes in die Stadt Havelsee
|}
</div>
</div>

=== Ur- und Frühgeschichte ===
[[Datei:Urnepferdedarstellung.JPG|mini|links|Urne mit Pferdedarstellung, 1. bis 2.&nbsp;Jahrhundert, Fundplatz Gallberg bei Hohenferchesar, Kreismuseum Jerichower Land in Genthin]]
Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war die Gegend Havelsees von Menschen bewohnt. Anhand archäologischer Funde konnten Besiedlungen des Raums spätestens seit der mittleren [[Steinzeit]] nachgewiesen werden. So wurden im Gebiet des Pritzerber Sees zahlreiche [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] aus Knochen und Geweih ausgegraben, die in die [[Jungpaläolithikum|jungpaläolithische]] beziehungsweise [[Mittelsteinzeit|mesolithische]] Zeit datiert werden konnten. Dies waren beispielsweise eine Geweihhacke, Fischspieße, knöcherne Angelhaken und ein Schwirrgerät. Aus der [[Jungsteinzeit|jüngeren Steinzeit]] liegen aus der Pritzerber Gegend ebenfalls Einzelfunde vor.

Aus der [[Bronzezeit (Mitteleuropa)|Bronzezeit]] stammt ein nordöstlich der Stadt entdecktes [[Hügelgrab]], und anhand von Grabfunden konnte eine erste Besiedlung im Bereich des Ortsteils Briest in der Bronze- bis früheren [[Eisenzeit]] (etwa 1000 bis 800&nbsp;v.&nbsp;Chr.) nachgewiesen werden. Weiterhin konnten bronzezeitliche Siedlungsreste bei Hohenferchesar dokumentiert werden. Eisenzeitliche Grabfelder wurden in der Umgebung des Pritzerber Sees gefunden. Auf der westlichen Havelseite bei Kützkow und in der Nähe Fohrdes wurden Gräber aus der späten [[Römische Kaiserzeit|römischen Kaiserzeit]] gefunden. Am Gallberg konnten mehrere [[Urnengräberfeld]]er verschiedener prähistorischer Epochen, von der späten Bronze- bis zur späten römischen Kaiserzeit, gesichert werden. Beispielsweise fand man[WORDS?] eines der ausgedehntesten Gräberfelder der ersten nachchristlichen Jahrhunderte des Havellandes.<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;90&nbsp;ff.</ref> Es wurden neben anderem eine Urne mit einer Pferdedarstellung und als Grabbeigaben [[Fibel (Tracht)|Fibeln]] gefunden. Große Teile der Funde befinden sich heute in einer Sammlung im [[Kreismuseum Jerichower Land]] in [[Genthin]].

In seinem Werk [[Germania (Tacitus)|''Germania'']] beschrieb [[Tacitus]] die Gegend östlich der Elbe bis an die Oder als Siedlungsgebiet des [[Sueben|suebischen]] Stamms der [[Semnonen]]. Bis auf wenige Restgruppen verließen die Semnonen noch vor beziehungsweise spätestens während der Zeit der [[Völkerwanderung]] ab dem 3. beziehungsweise 4.&nbsp;Jahrhundert ihr altes Siedlungsgebiet an der Havel in Richtung des [[Rhein]]s. Ab dem 5. beziehungsweise 6.&nbsp;Jahrhundert kam die germanische Siedlungstätigkeit weitgehend zum Erliegen. Es liegen für diese Zeit bis ins 8.&nbsp; Jahrhundert nur noch wenige archäologische Funde vor. Anfang des 8.&nbsp;Jahrhunderts<ref>Felix Biermann, Stefan Dalitz, Karl-Uwe Heußner: ''Der Brunnen von Schmerzke, Stadt Brandenburg a.d. Havel, und die absolute Chronologie der frühslawischen Besiedlung im nordostdeutschen Raum.'' in: ''Praehistorische Zeitschrift.'' Band 74 (1999), Heft 2, {{ISSN|0079-4848}} S. 219–244 passim.; ihnen ausdrücklich folgend Thomas Kersting: ''Slawen in Brandenburg:eine archäologische Momentaufnahme.'' in: Joachim Müller, Klaus Neitmann, Franz Schopper (Hrsg.): ''Wie die Mark entstand. 850 Jahre Mark Brandenburg.'' BLDAM, Wünsdorf 2009. ISBN 978-3-910011-56-4, S.&nbsp;15–31, hier S. 23.</ref> wanderten [[Slawen]] in das nach der Abwanderung der Germanen weitgehend siedlungsleere Gebiet ein. Reste germanischer Bevölkerung gingen in der slawischen Mehrheitsbevölkerung auf. Aus dieser Zeit stammen beispielsweise Silberschmuckfunde in der Gegend um Briest.

=== Früh- und Hochmittelalter ===
[[Datei:Burgstallmuehlenbergpritzerbe.JPG|mini|links|[[Burgstall]] der ehemaligen bischöflichen Burg Pritzerbe]]
Nachdem die slawische Burg Brandenburg 20&nbsp;Jahre zuvor von [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich&nbsp;I.]] erobert worden war, errichtete Kaiser [[Otto I. (HRR)|Otto&nbsp;I.]] im Jahre 948 das [[Bistum Brandenburg]]. In diesem Zusammenhang wurde die ehemalige Stadt Pritzerbe erstmals als ''civitas Prizervi'' urkundlich erwähnt. Der Kaiser übertrug dem von ihm neu gegründeten Bistum beziehungsweise dem [[Bischof|bischöflichen]] [[Fürstentum]], dem [[Hochstift Brandenburg]] die Orte Pritzerbe und [[Ziesar]] mitsamt den umliegenden Ländereien.<ref name="pritzerbeeins">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;90.</ref> Da es 983 zu einem [[Slawenaufstand von 983|Aufstand der Slawen]] kam, bei dem Brandenburg mitsamt seinen umliegenden Gebieten in die Hände heidnischer Slawen zurückfiel, lebten die Bischöfe ab dieser Zeit zwar formal in kontinuierlicher Besetzung, jedoch im Exil in [[Magdeburg]] als [[Titularbischof|Titularbischöfe]] und hatten keine Herrschaft über ihre Gebiete im Osten an der Havel. Dieser Zustand bestand fast 200 Jahre[NBSP], bis 1157 [[Albrecht der Bär]] Brandenburg zurückerobern konnte.

Es dauerte bis 1161, bis Pritzerbe wieder erwähnt wurde. Laut einer Bestätigungsurkunde des Kaisers [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich&nbsp;I.]] aus dem Jahr 1161 bildete es den Mittelpunkt eines Burgbezirks.<ref>''Historische Beschreibung der einzelnen Provinzen der Mark Brandenburg um die Mitte des 13.&nbsp;Jahrhunderts.'' In: ''Die Mark Brandenburg im Jahre 1250 oder historische Beschreibung der Brandenburgischen Lande und ihre politischen und kirchlichen Verhaeltnisse um diese Zeit''. Dr. Adolf Friedrich Riedel, bei Ferdinand Dümmler, Berlin 1831, S.&nbsp;344, abgerufen am 22. Oktober 2013.</ref> Der Bischof von Brandenburg ließ die [[Burg Pritzerbe]] zum Schutz des Verkehrs auf der Havel und der am Ostufer verlaufenden Landstraße, die Brandenburg mit [[Havelberg]] verband, im Winkel zwischen Fluss und Pritzerber See an der Stelle einer vormaligen slawischen Befestigung errichten. Diese Burg diente auch dem Sitz der Verwaltung der umliegenden Güter durch einen [[Vogt]]. Fünfundzwanzig Jahre später, 1186, wurde das Kirchdorf Hohenferchesar („Verchiezere“) gemeinsam mit Marzahne („Marzane“) erstmals urkundlich erwähnt. Der Bischof Brandenburgs bestätigte in der Urkunde dem Domkapitel umfangreichen Güterbesitz. Teile dieses Besitzes waren die zum [[Burgward]] Pritzerbe gehörende Kirche Hohenferchesars und die Kapelle Marzahnes. Letztere war eine [[Filialkirche]] von Hohenferchesar.<ref name="ferchesar">[[Ernst Fidicin]]: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860, S.&nbsp;15.</ref> Im Jahr 1194 übertrug der Bischof von Brandenburg dem Domkapitel nach dem Tod des Vorbesitzers Rudolf von Jerichow auch das gesamte Dorf Marzahne („Merscane“).<ref>[[Ernst Fidicin]]: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860, S.&nbsp;35.</ref>

Anfang des 13.&nbsp;Jahrhunderts, vermutlich im Jahre 1207 oder 1208, gab es in Pritzerbe einen ersten Kirchenbau, eine Marienkirche, die bei späteren Bränden jedoch völlig zerstört wurde.<ref name="pritzerbekirche">{{Internetquelle |url=http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027613/ |titel=Pritzerbe |titelerg=Baugeschichte |hrsg=Evangelische Kirchengemeinde Havelsee |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141030121326/http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027613/ |archiv-datum=2014-10-30 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Ab dem Jahr 1216 war die Stadt neben Brandenburg und Ziesar wiederholt Bischofsresidenz.<ref name="residenz">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;91.</ref> Der Ritter [[Daniel von Mukede]] wurde 1215 erstmals erwähnt, als er dem Brandenburger Domkapitel sechs [[Hufe]]n Land im Dorf Marzahne „zur Unterhaltung eines ewigen Lichts“ in der Domkirche schenkte.<ref>M. W. Heffter: ''Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten''. Verlag von Ferdinand Riegel, Potsdam 1840, S.&nbsp;169</ref> Darauf wurde in Marzahne 1217 an der Stelle der Kapelle eine Kirche gebaut.<ref name="marzahnemarkbrandenburg">Ernst Fidicin: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860, S.&nbsp;36.</ref> In diesem Zusammenhang wurde Hohenferchesar, dessen Filialkirche Marzahne blieb, als im Lande Pritzerbe, „''in territorio'' Pritzerwe“, liegend beschrieben. 1220 übereignete Daniel von Mukede ein Lehen des Grafen [[Siegfried von Osterburg]] und Altenhausen in Hohenferchesar mit vier Hufen Land dem Hospital des Domstifts Brandenburg.<ref>Adolf Friedrich Riedel (Hrsg.): ''Codex diplomaticus Brandenburgensis'', Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, Achter Band, F. H. Morin, Berlin 1847, S.&nbsp;137&nbsp;f.</ref> 1225 übertrug von Mukede in Pritzerbe vier Hufen Land und eine Wiese an das Domstift.<ref>M. W. Heffter: ''Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten''. Verlag von Ferdinand Riegel, Potsdam 1840, S.&nbsp;182</ref> Das Pritzerbe am See gegenüberliegende Dorf Fohrde wurde erstmals am 4.&nbsp;Februar 1227 als „Verden“ in einer Urkunde erwähnt.<ref name="fohrde">Ernst Fidicin: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860, S.&nbsp;17.</ref> In dieser bestätigte der Bischof von Brandenburg als [[Lehnswesen|Lehnsherr]] abermals eine Schenkung, diesmal dreier Hufen Land, durch den späteren [[Domherr]]en Daniel von Mukede an das Brandenburger Domhospital. Sieben Jahre später, am 27.&nbsp;Februar 1234, bestätigte Papst [[Gregor&nbsp;IX.]] urkundlich den kirchlichen Besitz in der „''villa'' Vorden“.<ref>Adolf Friedrich Riedel (Hrsg.): ''Codex diplomaticus Brandenburgensis'', Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, Achter Band. F. H. Morin, Berlin 1847, S.&nbsp;147&nbsp;f.</ref>

=== Spätmittelalter ===
[[Datei:Kirche marzahne südwest.JPG|mini|links|Kirche Marzahne]]
Das im Süden der Stadt Havelsee liegende alte Fischerdorf Briest wurde erstmals im späten 13.&nbsp;Jahrhundert, 1294, als „Brisitz“ urkundlich erwähnt.<ref name="briest">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;110.</ref> In der Erwähnungsurkunde überschrieb die [[Altstadt Brandenburg]] Fischereirechte auf der Havel dem [[Kloster Lehnin]] bis an das Dorf Briest. Eine deutsche Siedlung mit dem Namen Briest existierte bereits seit dem 12.&nbsp;Jahrhundert, lag aber[FILLWORD?] wohl[FILLWORD?] am gegenüberliegenden Ufer der Havel.<ref name="briestzwei" />

Aufgrund von archäologischen Funden wird eine Besiedlung im Gebiet des Dorfes Tieckow spätestens für das 9. bis 12.&nbsp;Jahrhundert angenommen. Die erste urkundliche Erwähnung eines „Tikow“ stammt aus dem Jahr 1317, als es zusammen mit dem Dorf [[Weseram]] dem Domkapitel Brandenburg überschrieben wurde. Drei Jahre später wurde ein „Thikowe“ als ''villa Slavicas'', als slawische Siedlung, erwähnt. Ob es sich um zwei verschiedene Tieckow, ein deutsches und ein slawisches, handelte oder ob jeweils[FILLWORD?] derselbe Ort gemeint war, lässt sich nicht feststellen.<ref name="tieckow">Günther Mangelsdorf: ''Die Ortswüstungen des Havellandes.'' Walter de Gruyter. Berlin 1994, S.&nbsp;138&nbsp;f.</ref>

Als bischöfliche [[Residenzstadt]] wurde Pritzerbe aufgegeben, nachdem im 14.&nbsp;Jahrhundert in Ziesar die [[Burg Ziesar|Bischofsburg]] ausgebaut worden war.<ref>''Germania Sacra'', erste Abteilung: ''Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg''. Erster Band ''Das Bistum Brandenburg'', erster Teil, bearbeitet von Gustav Abb und Gottfried Wentz, Kaiser-Wilhelm-Institut für deutsche Geschichte, Walter de Gruyter & Co, Berlin 1929, S.&nbsp;18.</ref> 1336 ereignete sich das erste dokumentierte Hochwasser in der Stadt nach einem Bruch eines Elbdeichs bei [[Jerichow]].<ref name="pritzerbegeschichte">{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.eu/stadt/geschichte/5-geschichtsueberblick |titel=Ein kurzer Geschichtsüberblick von Pritzerbe |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150429192800/http://www.pritzerbe.eu/stadt/geschichte/5-geschichtsueberblick |archiv-datum=2015-04-29 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> 1341 wurde erstmals eine Fährverbindung nach Fohrde über den Pritzerber See beschrieben. Diese hatte nach den Aufzeichnungen bereits „seit alters“ bestanden und war eine gute Einnahmequelle des Bischofs.<ref name="residenz" /> Kützkow wurde als Cusk und später als Kuczkow in den [[Magdeburg|magdeburgischen]] Lehnsregistern nach 1368 erstmals erwähnt. Es war zu dieser Zeit Lehnsbesitz unterschiedlicher Vasallen. In den Registern wurden unter anderem die Familien von Zille, von dem Werder und vom Rosenberg genannt.<ref name="kutzkow">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;95.</ref>

Im [[Landbuch Karls IV.]] von 1375 fanden die Dörfer Briest, Fohrde, Marzahne, Tieckow und Seelensdorf Erwähnung. Briest wurde als Fischerdorf mit 14 Hufen Land im Besitz des Lehnsherren von Sandow beschrieben.<ref name="briest" /> Fohrde befand sich bis zur Mitte des 16.&nbsp;Jahrhunderts im Besitz des Bistums Brandenburg, das es zeitweise als Lehen vergab, und nicht des Domkapitels. So gehörte es 1375 zum Lehnsbesitz eines Knappen Gercke Kothe.<ref name="fohrde" /><ref name="ortslexikonfohrde">Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;112.</ref> In Marzahne („Mertzane“) gab es zu dieser Zeit 30 Hufen Land, und Claus Bochow war dort Lehnsnehmer des Domkapitels.<ref name="marzahnemarkbrandenburg" /> Das Dorf Tieckow hatte 1375 12 Hufen.<ref name="tieckow" /> Der Gemeindeteil Seelensdorf wurde erstmals als Selingestorp erwähnt. Es umfasste 26 Hufen, von denen 2 zur Pfarrei und 24 den Bauern im Ort gehörten. Daneben gab es im Ort sechs [[Kossäte]]n. Seelensdorf war in Lehnsbesitz der Familie [[Broesigke (Adelsgeschlecht)|von Brösigke]], die ihren Sitz im heutigen Beetzseeheide, in [[Ketzür]], hatte.<ref name="seelensdorf">Günther Mangelsdorf: ''Die Ortswüstungen des Havellandes.'' Walter de Gruyter, Berlin 1994, S.&nbsp;123&nbsp;f.</ref>

Weniger bedeutend als die Verbindung über den Pritzerber See war die 1385 erstmals erwähnte und noch existierende Fährverbindung über die Havel zwischen Kützkow und Pritzerbe.<ref name="residenz" /> Im gleichen Jahr wurde in Tieckow ein Kirchbau urkundlich erwähnt.<ref name="tieckowzwei">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;103.</ref> 1393 kam Seelensdorf in den Besitz des Domkapitels Brandenburg, wurde jedoch wenig später, gegen 1400, wahrscheinlich aufgelassen und damit zwischenzeitlich eine [[Wüstung]].<ref name="seelensdorf" /> Eine wichtige Ernährungsgrundlage entlang der Havel blieb die Fischerei. 1394 gab es in Pritzerbe zehn Fischer, welche die Fischereirechte für die Havel und den See gepachtet hatten.<ref name="pritzerbegeschichte" /> 1399 kam es in der Nähe Marzahnes zu einer Schlacht zwischen magdeburgischen und brandenburgischen Rittern, welche die Magdeburger für sich entscheiden konnten.<ref>''Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von der frühesten bis auf die neusten Zeiten'', M. W. Hüffter, Verlag von Ferdinand Riegel, Potsdam 1840, S.&nbsp;241.</ref>

Das Dorf Kützkow befand sich 1400 im Lehnsbesitz der Familie vom Rosenberg, ehe im weiteren Verlauf des 15.&nbsp;Jahrhunderts Teile vorübergehend ebenfalls zum Brandenburger Domkapitel kamen.<ref name="kutzkow" /> 1417 kam es in Tieckow zur Katastrophe, als Raubritter des Erzbistums Magdeburg den Ort plünderten. Tieckow wurde eine Wüstung im Besitz des Prämonstratenserstifts „Unserer lieben Frau auf dem Berge“ auf dem [[Marienberg (Brandenburg an der Havel)|Marienberg]] vor der Altstadt Brandenburgs.<ref name="tieckowzwei" /> Die Stadt Pritzerbe war spätestens seit 1424 Marktort.<ref name="pritzerbe94">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;94.</ref> In der Nähe der Stadt lag ein bischöfliches Jagdgebiet.<ref>''Germania Sacra'', erste Abteilung: ''Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg''. Erster Band ''Das Bistum Brandenburg'', erster Teil, bearbeitet von Gustav Abb und Gottfried Wentz, Kaiser-Wilhelm-Institut für deutsche Geschichte. Walter de Gruyter & Co, Berlin 1929, S.&nbsp;16.</ref> Fohrde und Hohenferchesar befanden sich 1450 im Lehnsbesitz eines Lantin beziehungsweise Landin,<ref name="fordeferchesar">Ernst Fidicin: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860, S.&nbsp;15 und 17.</ref><ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;107 und 112.</ref> der auch Besitzungen in [[Butzow (Beetzseeheide)|Butzow]] im heutigen Beetzseeheide hatte. Ab 1463 gehörte Briest zum Gut beziehungsweise Amt [[Plaue (Brandenburg an der Havel)|Plaue]].<ref name="briest" /> Letzte Lehnsnehmerin Fohrdes unter dem Bischof von Brandenburg war die Familie von Brösike.<ref name="fohrde" /> Im späten Mittelalter wurde die Burg Pritzerbe aufgelassen.<ref name="residenz" />

=== Frühe Neuzeit ===
[[Datei:Kirchefohrde.JPG|links|mini|Schlichte barocke Dorfkirche in Fohrde]]
Unter dem brandenburgischen Kurfürsten [[Joachim II. (Brandenburg)|Joachim&nbsp;II.]] und seinem Sohn [[Johann Georg (Brandenburg)|Johann Georg]] änderten sich die Besitzverhältnisse im Gebiet Havelsees grundlegend. 1539 führte Joachim II. im [[Kurfürstentum Brandenburg]] und im Hochstift Brandenburg die [[Reformation]] ein. Dessen Sohn Johann Georg wurde 1560 zum Bischof des Bistums und somit zum Fürst des Hochstifts gewählt beziehungsweise ernannt. 1571 fiel schließlich das zuvor teilsouveräne Hochstift Brandenburg an das Kurfürstentum beziehungsweise ging in ihm auf. In diesem Zusammenhang ging mit der [[Säkularisation]] der kirchliche Besitz in und um die Ortsteile Havelsees auf den Kurfürsten über.<ref>{{Internetquelle |url=http://opus.kobv.de/slbp/volltexte/2012/4129/pdf/HK02.pdf |autor=Georg Kaiser |titel=Das Wappen der Stadt Pritzerbe |werk=Heimatkundliche Blätter |seiten=12 f. |datum=1993 |format=PDF |zugriff=2014-09-02}}</ref> Aufgrund der bevorstehenden Säkularisation fand bereits im Jahr 1548 letztmals eine Bischofstagung in Pritzerbe statt. Die Stadt verlor ihren Status einer Residenzstadt und verlor an Bedeutung.<ref name="pritzerbegeschichte" />

Zu Beginn des 16.&nbsp;Jahrhunderts wurde das wüste Tieckow wieder besiedelt. Aus dem ehemals mittelalterlichen Dorf wurde ein [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]] mit einer [[Schäferei]]. In diesem Zusammenhang wurde auch die alte Tieckower Dorfkirche 1518 erneuert, nachdem sie in der Zeit der Wüstung verfallen war.<ref name="tieckowzwei" /><ref name="tieckow" /> Das zwischenzeitlich ebenfalls aufgelassene Seelensdorf wurde im Jahr 1541 wieder in Aufzeichnungen genannt. Wie im Tieckow dieser Zeit gab es auch in Seelensdorf eine Schäferei, und der Ort wurde im weiteren zeitlichen Verlauf als Vorwerk beschrieben.<ref name="seelensdorf" />

Gegen Ende des 16.&nbsp;Jahrhunderts kam es wieder zu einigen Besitzwechseln in der Gegend Havelsees. So ging 1585 das [[Rittergut]] Kützkow für fünfunddreißig Jahre an die Familie von Plotho,<ref name="kutzkow" /> und Tieckow wurde gegen Ende des 16.&nbsp;Jahrhunderts von den Besitzern des Rittergutes Plaue übernommen, bei denen es rund 300 Jahre[NBSP] verblieb.<ref name="tieckowzwei" /> In Hohenferchesar war vom 16. bis ins 17.&nbsp;Jahrhundert die Familie [[Platow (Adelsgeschlecht)|von Platow]]<ref name="ferchesar" /> Lehnsnehmer des Kurfürsten. Im Jahr 1598 kam es dann zum ersten dokumentierten Großbrand in Pritzerbe, der weite Teile der Stadt zerstörte.<ref name="pritzerbegeschichte" />

Im 17.&nbsp;Jahrhundert traf der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] (1618 bis 1648) auch das protestantische Brandenburg. So drangen unter anderem schwedische Truppen in das Gebiet Havelsees ein und zerstörten die Tieckower Kirche, die nie wieder aufgebaut wurde.<ref name="tieckowzwei" /> So verfügt Tieckow heute über keinen Kirchenbau. Die Briester Kirche wurde in diesem Krieg ebenfalls geplündert und beschädigt.<ref name="briestzwei">{{Internetquelle |url=http://www.stadthavelsee.de/portal/images/stories/briest/zeittafel.pdf |titel=Zeittafel |hrsg=Günther Noack |format=PDF |zugriff=2014-09-02 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot |offline=ja }}</ref> Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1620, gingen Rittergut und Dorf Kützkow von der Familie von Plotho in den persönlichen Besitz des Magdeburger Domherren Christoph von Görne über. 1625 wurden die Kützkower Besitzungen zum erblichen Lehen seiner Familie erklärt.<ref>{{Internetquelle |url=http://collections.europeanalocal.de/muradora/objectView!getDataStreamContent.action?pid=eld:zlb-dck-dck_785_Kuetzkow&dsid=DS3&mimeType=image/jpeg |titel=Kützkow |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131012084029/http://collections.europeanalocal.de/muradora/objectView!getDataStreamContent.action?pid=eld:zlb-dck-dck_785_Kuetzkow&dsid=DS3&mimeType=image/jpeg |archiv-datum=2013-10-12 |zugriff=2013-10-16}}</ref> Neben Kützkow übernahm die Familie von Görne auch Plaue und damit die Dörfer Briest<ref name="briestzwei" /> und Tieckow. Zu der Familie von Görne gehörte in späterer Zeit unter anderem der preußische Finanzminister [[Friedrich von Görne]]. Über diesen ist bekannt, dass er 1710 Kützkow im Tausch gegen die Herrschaft über Plaue verließ, während von dort sein Neffe [[Lewin Werner von Görne]] auf das Rittergut wechselte.<ref>{{Internetquelle |url=http://epaper.media-guides.de/data/6/36/2270/2968/1810_1_PS_Brandenburg_So.pdf |autor=René Paul-Peters |titel=Weltruhm und Untergang |titelerg=Kleine Ausstellung zeigt Wissenswertes zu 300 Jahre Schloss Plaue |werk=Der Preußenspiegel |format=PDF |seiten=2 |datum=2010-05-09 |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131012064013/http://epaper.media-guides.de/data/6/36/2270/2968/1810_1_PS_Brandenburg_So.pdf |archiv-datum=2013-10-12 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Über die Dorfgemeinde Fohrde ist aus der Frühzeit des Dreißigjährigen Krieges, 1624, dokumentiert, dass sie aus fünfzehn Hüfnern, sieben Kossäten, einem Hirten, einem Laufschmied und einigen Schäferknechten bestand.<ref name="ortslexikonfohrde" /> Insgesamt gehörten 42 Hufen Land zum Ort.

1674 kam es abermals zu einem [[Schwedeneinfall 1674/75|Krieg mit dem Königreich Schweden]], dem zu dieser Zeit Pommern gehörte, und zu Verwüstungen in Havelsee. Während des [[Schwedisch-Brandenburgischer Krieg|Nordischen Krieges]] drangen schwedische Truppen aus Pommern in Brandenburg ein und besetzten 1675 unter anderem das westliche Havelland. Dabei wurde die Stadt Pritzerbe geplündert.<ref>''Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste'', J. S. Ersch und J. G. Gruber, F. A. Brockhaus, Leipzig 1833, S.&nbsp;190.</ref> Vom Dorf Briest ist die Plünderung der Kirche überliefert.<ref name="briestzwei" /> Vor den anrückenden brandenburgischen Truppen zogen sich die Schweden nach Norden zurück, wo es zur [[Schlacht bei Fehrbellin]] kam. Nur vierzehn Jahre nach der Plünderung wurde Pritzerbe 1689 durch einen Stadtbrand vollständig zerstört.<ref name="pritzerbekirche" />

In der ersten Hälfte des 18.&nbsp;Jahrhunderts siedelten in Tieckow neben den Schäfern einige Kötter und ein Windmüller.<ref name="tieckowzwei" /> In der Stadt Pritzerbe wurde ebenfalls in der ersten Hälfte des 18.&nbsp;Jahrhunderts, 1714, die [[Akzise]], eine Steuer auf Lebens- und Genussmittel sowie Verbrauchsgüter, eingeführt. Um diese Steuer einziehen zu können, wurde um die Stadt der Graben mit Brücken ausgebaut und ein Palisadenzaun mit fünf Stadttoren errichtet,<ref name="pritzerbe94" /> an denen sie erhoben wurde. In Briest wurden 1732 noch neun Fischer gezählt, und laut Aufzeichnungen aus dem Jahr 1742 gehörten zu Kützkow eine Schäferei, eine Mühle, eine Brauerei und eine Brennerei.<ref name="kutzkow" />

Im späteren 18.&nbsp;Jahrhundert, 1772, lebten in Fohrde 185&nbsp;Einwohner,<ref name="ortslexikonfohrde" /> und das Dorf Briest kam im selben Jahr von Plaue zur Stadt Brandenburg, in deren Besitz es bis ins 19.&nbsp;Jahrhundert blieb.<ref name="briest" /> Ein Jahr später gab es erneut einen großen Stadtbrand in Pritzerbe, bei dem abermals auch die Kirche vollständig zerstört wurde. Sie konnte innerhalb eines Jahrzehnts, bis 1783, wieder aufgebaut werden.<ref name="pritzerbekirche" /> Drei Jahre nach dem Stadtbrand, 1776, wurde in Pritzerbe die Schifferinnung als Schiffer- und Fischergilde gegründet.<ref name="pritzerbegeschichte" /> Noch bis 1782 bewirtschaftete die Familie von Görne das Gut Kützkow. Anschließend, von 1783 bis 1805, kamen Dorf und Rittergut in den Besitz der Gräfin Caroline von Eickstedt-Peterswald.<ref name="kutzkow" /> Neben Kützkow erwarb sie 1783 eine Gutssiedlung in der Nähe Tieckows, die erst wenige Jahre zuvor entstanden war.<ref name="tieckowzwei" /> Die Gräfin von Eickstedt-Peterswald spendete in späteren Jahren ein [[Vermächtnis|Armenlegat]] in Höhe von 155.000 [[Taler]]n für die Ortschaften Kützkow, Tieckow und [[Bahnitz]].

=== Neuere Geschichte ===
[[Datei:Ziegeleien Havelsee 19. Jahrhundert.svg|mini|links|Karte aus dem 19.&nbsp;Jahrhundert; erkennbar die Vielzahl an Ziegeleien und die Fährverbindungen über Fluss und See]]
Zur Wende vom 18. zum 19.&nbsp;Jahrhundert gab es elf Feuerstellen im Dorf Tieckow und drei weitere im Vorwerk.<ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;384.</ref> In Hohenferchesar lebten zur selben Zeit ein Lehnschulze, zehn Bauern, sieben Kossäten, drei Kätner, zwei Schiffer und zwei Zimmerleute.<ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;107.</ref> Darüber hinaus gab es im Ort eine Schmiede, eine Mühle und einen Krug. Nach 1810 nutzte die Tieckower Bauerngemeinde die [[Preußische Reformen|preußischen Reformen]], kaufte von der damaligen Besitzerfamilie [[von der Recke]] das Rittergut und teilte die Liegenschaft unter sich auf.<ref name="tieckowzwei" />

1815 wurden im Königreich [[Preußen]] nach den [[Befreiungskriege]]n und den damit zusammenhängenden politischen Veränderungen Provinzen gebildet. Pritzerbe, Fohrde, Tieckow, Briest, Hohenferchesar und Marzahne wurden der neuen preußischen [[Provinz Brandenburg]] angegliedert, deren Grenze die Havel markierte. Somit gehörte das westliche Flussufer bereits zur [[Provinz Sachsen]], und Kützkow kam als einziger Teil Havelsees zu dieser Provinz. Ein Jahr später wurde in Brandenburg der [[Landkreis Westhavelland]] und in Sachsen der [[Landkreis Jerichow II]] gegründet, zu denen darauf die Orte jeweils[FILLWORD?] gehörten.

1827 zerstörte ein Brand das gesamte Dorf Hohenferchesar und mit ihm die Kirche, die bis 1831 wiederaufgebaut werden konnte.<ref name="hohenferchesarkirche">{{Webarchiv | url=http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027612/ | wayback=20141030120511 | text=Baugeschichte der Kirche Hohenferchesar}}, abgerufen am 16. Oktober 2013.</ref> In der gesamten Gegend entlang der Havel und der mit ihr verbundenen Seen gab es zu Beginn und im Verlauf des 19.&nbsp;Jahrhunderts und mit der beginnenden und voranschreitenden Industrialisierung in Preußen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aufgrund reicher Tonvorkommen in der Gegend und der Nähe zum Transportweg Havel wurden unter anderem in den Ortschaften Fohrde, Hohenferchesar, Pritzerbe, Briest und Tieckow mehrere [[Ziegelei]]en errichtet. Als einzige existiert die 1840 eröffnete Tieckower Ziegelei in Kranepuhl noch heute als Baustoffwerk. Die in Kranepuhl vorwiegend gebrannten gelben Klinker wurden vor Ort verladen und mit dem Schiff in die Städte Brandenburg, Potsdam und Berlin transportiert. Eine Schiffsladung bestand üblicherweise aus etwa 40.000 bis 50.000 Ziegelsteinen. Die Klinkerproduktion wurde in Kranepuhl noch bis zum Jahr 1972 aufrechterhalten. Dann wurde im Werk von Ton auf andere Grundstoffe umgestellt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.brandenburger-in.de/tpb/Verkehr/tp_ziegelei.htm |titel=Die Ziegelei Krahnepuhl bei Briest |hrsg=Harumi Michelle Waßerroth |werk= |zugriff=2013-10-22 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131023061302/http://www.brandenburger-in.de/tpb/Verkehr/tp_ziegelei.htm |archiv-datum=2013-10-23 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwung durch die Ziegeleiindustrie wuchsen die Ortschaften beträchtlich. So bestand Fohrde beispielsweise 1840 noch aus 35, zur Jahrhundertwende sechzig[WORDS?] Jahre später bereits aus 101&nbsp;Wohnhäusern.<ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;112&nbsp;f.</ref>

Spätestens ab dem Jahr 1836 wurde in der Stadt Pritzerbe nachweislich Schiffsbau betrieben.<ref name="schifffahrtschronik">{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.eu/schifffahrt/schifffahrtsgeschichte/42-schifffahrtschronik |titel=Chronik der Pritzerber Schifffahrt |titelerg=Überblick der Pritzerber Schiffahrtsgeschichte |autor=Jürgen Patzlaff |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150209180303/http://www.pritzerbe.eu/schifffahrt/schifffahrtsgeschichte/42-schifffahrtschronik |archiv-datum=2015-02-09 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> So sind bis zu sechs Werftbetriebe für die darauf folgenden Jahrzehnte nachgewiesen. Dies waren die Werften Günther, Nethe, Heuser, Habedank, Schwarz und Paelegrim.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.eu/schifffahrt/schiffswerften |titel=Pritzerber Schiffswerften mit Baulisten |autor=Jürgen Patzlaff |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141021144459/http://www.pritzerbe.eu/schifffahrt/schiffswerften |archiv-datum=2014-10-21 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Eine eigene jüdische Gemeinde gab es in Havelsee nie. Anhand von Unterlagen lässt sich jedoch nachvollziehen, dass 1844 in der Stadt Pritzerbe zwei jüdische Familien lebten, die zur jüdischen Gemeinde der Stadt Brandenburg gehörten.<ref>Manfred Jehle (Hrsg.): ''Die Juden und die jüdischen Gemeinden Preußens in amtlichen Enquêten des Vormärz. Enquête des Ministeriums des Inneren und der Polizei über die Rechtsverhältnisse der Juden in den preussischen Provinzen (1842–1843).'' Teil 2: ''Enquête des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten über die Kultus-, Schul- und Rechtsverhältnisse der jüdischen Gemeinden in den preußischen Provinzen 1843–1845: Berlin, Provinzen Brandenburg, Preußen, Pommern.'' Verlag K. G. Saur, München 1998, S.&nbsp;645.</ref> In den 1850er Jahren wurde Pritzerbe für kurze Zeit Kreisstadt im Westhavelland<ref name="pritzerbegeschichte" /> und bekam 1853/54 ein neues städtisches Volksschulgebäude. Auf der gegenüberliegenden Havelseite wurde 1857/58 auf dem Rittergut Kützkow das Gutshaus als Schloss im [[Tudorstil]] umgebaut.<ref name="schlosskutzkow">{{Webarchiv | url=http://www.bodenreform-schwarzbuch.de/verlorene-kulturwerte.pdf | wayback=20101227235623 | text=''Verlorene Kulturwerte''}}</ref> Um die finanziellen Risiken bei Ausfällen zu mindern, wurde 1876 in Pritzerbe für die vielen Schiffer im Ort und in der Umgebung die Kahnversicherungs-Gesellschaft a.&nbsp;G. gegründet.<ref name="schifffahrtschronik" />

Im späten 19.&nbsp;Jahrhundert bildeten das eigentliche Dorf, die sogenannte Kolonie, das Vorwerk und die Ziegelei Kranepuhl die Wohnplätze des Ortes Tieckows,<ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;103&nbsp;f.</ref> und 1897 konnte nach dem Bau einer Brücke für die Landstraße über den Pritzerber See der jahrhundertelange Fährbetrieb zwischen Fohrde und Pritzerbe eingestellt werden.<ref name="pritzerbe94" /> Zwei Jahre später wurde in Pritzerbe eine Schifferfachschule gegründet.<ref name="pritzerbegeschichte" /> Im Jahr 1904 wurden Pritzerbe und Fohrde mit der privaten [[Brandenburgische Städtebahn|Brandenburgischen Städtebahn]], die von [[Treuenbrietzen]] über [[Bad Belzig|Belzig]], Brandenburg und [[Rathenow]] nach [[Neustadt (Dosse)]] führte, an das deutsche Schienennetz angeschlossen.<ref name="pritzerbe94" /> Bis dahin fuhren Liniendampfer zur Personenbeförderung auf der Havel in die Richtungen Rathenow und Brandenburg.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.historischer-hafen-brandenburg.de/info/pages/wiemann-werft.php |titel=Die Wiemann-Werft in Brandenburg an der Havel |autor=Hans-Joachim Bürger |hrsg=Historischer Hafen Brandenburg an der Havel e.&nbsp;V. |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141231092758/http://www.historischer-hafen-brandenburg.de/info/pages/wiemann-werft.php |archiv-datum=2014-12-31 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref>

=== Vom Ersten Weltkrieg bis ins 21.&nbsp;Jahrhundert ===
[[Datei:Schloss Kützkow Sammlung Duncker.jpg|mini|links|Das 1945 abgebrannte Schloss Kützkow]]
Mit dem Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] wurden Rüstung und Militär im späteren Havelsee etabliert. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten, die die großflächige Anlage des [[Flugplatz Brandenburg-Briest|Flugplatzes Brandenburg-Briest]] zuließen, wurden 1914 die Brandenburgischen Flugzeugwerke in der Nähe von Briest gegründet. Diese wurden 1915 in [[Hansa- und Brandenburgische Flugzeugwerke]] umbenannt. In den Werken wurden bis 1918 unter der Leitung von [[Ernst Heinkel]] etwa 1300 Flugzeuge vor allem für die Marine gebaut. Daneben nahm auf dem Flugplatz 1916 eine Fliegerschule den Betrieb auf. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Flugzeugproduktion verboten und das Werk wieder abgebaut.

{| class="wikitable float-right" style="text-align:right"
|+ Einwohner<ref>{{Verwaltungsgeschichte.de|pfad=westhavelland.html|name=Landkreis Westhavelland}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=http://www.geschichte-on-demand.de/jerichowzwei.html |titel=Landkreis Jerichow II |autor=Michael Rademacher |zugriff=2014-09-02}}</ref>
|-
! Orte
! 1933
! 1939
|-
|style="border-top: medium solid; text-align: left;"| Briest
|style="border-top: medium solid"| 289
|style="border-top: medium solid"| 426
|-
|style="text-align:left"| Fohrde
| 931
| 1068
|-
|style="text-align:left"| Tieckow
| 323
| 346
|-
|style="text-align:left"| Hohenferchesar
| 386
| 410
|-
|style="text-align:left"| Marzahne
| 385
| 375
|-
|style="text-align:left"| Pritzerbe
| 1497
| 1620
|-
|style="text-align:left"| Kützkow
| 149
| 179
|-
|style="border-top: medium solid; text-align: left;"| gesamt
|style="border-top: medium solid"| 3960
|style="border-top: medium solid"| 4424
|}

Nach dem Weltkrieg war [[Julius Wilhelm Ferdinand Ebeling]] bis 1933 Rittergutspächter in Kützkow. 1929 endete in Pritzerbe die Zeit des Schiffbaus mit dem letzten Schiff, das die Werft Paelegrim verließ. Zwei Jahre später bestand das Dorf Fohrde aus 156&nbsp;Wohnhäusern,<ref name="fohrdezwei">Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;113&nbsp;f.</ref> und Tieckow wurde als Landgemeinde mit den Wohnplätzen Kolonie und Ziegelei Kranepuhl geführt.<ref name="tieckowdrei">Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;104.</ref> Letzter Rittergutsbesitzer auf Kützkow war bis zu seiner Enteignung nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] durch die sowjetische Verwaltung Hermann von [[Schnehen (Adelsgeschlecht)|Schnehen]].<ref name="kiegsende">{{Internetquelle |url=http://de.groups.yahoo.com/group/studgen/message/1141 |titel=auf den Dörfern zwischen Brandenburg und Rathenow |autor=Ingo Bading |datum=2010-01-11 |zugriff=2014-09-02}}</ref>

Ab 1929 wurde der Flugplatz Brandenburg-Briest getarnt und unter Umgehung der Bestimmungen des [[Friedensvertrag von Versailles|Friedensvertrags von Versailles]] ausgebaut. 1936 begann die Ausweitung zu einem Schulfliegerhorst der [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]] der Wehrmacht. Daneben richteten die [[Arado Flugzeugwerke]] auf dem Platz einen Montagebetrieb ein. Der Ausbildungsbetrieb der Fluglehrerschule der Luftwaffe begann im April 1939 und dauerte bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Flugplatz Brandenburg-Briest wurde von mehreren [[Jagdflugzeug|Jagdfliegereinheiten]] belegt. Ab Januar 1945 wurde der Eliteverband [[Jagdverband 44]] gebildet und der Platz zum Schutz Berlins in die Reichsverteidigung eingebunden. Brandenburg-Briest diente auch[FILLWORD?] als Montage- und Einsatzstützpunkt des neuentwickelten Strahljägers [[Messerschmitt Me 262]]. Am 10.&nbsp;April&nbsp;1945 griff die [[8. US-Luftflotte]] den Flugplatz an. Dabei kam es auch[FILLWORD?] zu Zerstörungen im Dorf Briest. Neunzehn Tage später, am 29.&nbsp;April, besetzte die [[Rote Armee]] das Gelände. In anderen Gebieten Havelsees gab es die größten Zerstörungen ebenfalls kurz vor Kriegsende, als Soldaten der [[Wehrmacht]] beispielsweise die Übergänge über Fluss und See, die Havelfähren und die beiden Brücken zwischen Fohrde und Pritzerbe zerstörten. Um Pritzerbe und an den Übergängen der Havel kam es im April und Mai 1945 zu Kämpfen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen. Am 4.&nbsp;Mai, vier Tage vor Kriegsende, war das Gebiet von Havelsee vollständig von der Roten Armee eingenommen.<ref name="kiegsende" />

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs brannte im Mai 1945 das Schloss Kützkow völlig nieder und wurde nicht wiederaufgebaut.<ref name="schlosskutzkow" /> Im Zuge der [[Bodenreform in Deutschland#Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945|Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945]] wurde Landbesitz, welcher größer als 100&nbsp;Hektar war, enteignet und unter landloser oder landarmer Bevölkerung neu aufgeteilt. Dies betraf in Kützkow das Rittergut von Hermann Wasmod von Schnehen mit 487&nbsp;Hektar Land, in Pritzerbe das Gut Heidehof mit 150&nbsp;Hektar, vier Güter in Marzahne mit 106&nbsp;Hektar, 128&nbsp;Hektar, 114&nbsp;Hektar und 148&nbsp;Hektar und ein Gut in Briest mit 135&nbsp;Hektar.<ref>{{Webarchiv | url=http://www.bodenreform-schwarzbuch.de/sachsen-anhalt.html | wayback=20101228000509 | text=''Schwarzbuch der Bodenreform – Enthaltene Gemeinden und Orte''. Sachsen-Anhalt.}}</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.bodenreform-schwarzbuch.de/brandenburg.html | wayback=20110128074903 | text=''Schwarzbuch der Bodenreform – Enthaltene Gemeinden und Orte''. Brandenburg.}}</ref> Auch in Tieckow, Fohrde und Hohenferchesar wurde Böden aufgeteilt.<ref name="tieckowdrei" /><ref name="fohrdezwei" /><ref>Lieselott Enders (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, S.&nbsp;108.</ref> Am 1.&nbsp;Juli&nbsp;1950 wurden die Dörfer Tieckow nach Fohrde und Kützkow nach Pritzerbe eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): ''Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern.'' Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref> Für Kützkow bedeutete die Eingemeindung gleichzeitig den Wechsel vom seit 1947 bestehenden Land [[Sachsen-Anhalt]] nach Brandenburg und in den Kreis Westhavelland. 1952 fand in der 1949 gegründeten [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] eine Verwaltungsreform statt. Die Länder wurden aufgelöst und dafür [[Bezirk (DDR)|Bezirke]] gebildet. In diesem Zusammenhang war auch[FILLWORD?] eine Umstrukturierung der bestehenden Kreise notwendig geworden. So wurde der Landkreis Westhavelland, zu dem die Orte gehörten, aufgelöst und die Gemeinden dem neuen Kreis Brandenburg (Land) im [[Bezirk Potsdam]] angegliedert. Ab 1953 erfolgte auch[FILLWORD?] in den heutigen Ortsteilen Havelsees die Kollektivierung der Agrarbetriebe, die durch die Bodenreform teils sehr klein waren, in [[Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft|Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften]] (LPG).<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;96.</ref> 1957 wechselte das Ziegelwerk Kranepuhl mitsamt dem Wohnplatz von der Gemeinde Fohrde nach Briest.

Auf dem Flugplatz Brandenburg-Briest wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst bis 1948 ein [[Internierungslager]] des [[Innenministerium der UdSSR|Innenministeriums der Sowjetunion (NKWD)]] eingerichtet. Ab 1949 diente er wiederhergerichtet als [[Militärflugplatz|Stützpunkt]] der [[Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland]]. Stationiert waren bis 1953 Jagdflieger- und bis 1956 [[Schlachtflugzeug|Schlachtfliegereinheiten]]. Im Oktober 1956 übernahmen die neugegründeten [[Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee]] mit der Hubschrauberausbildungsstaffel&nbsp;35 (später Hubschrauberausbildungsgeschwader&nbsp;35) und dem Hubschrauberausbildungsgeschwader&nbsp;34 (später Transporthubschraubergeschwader&nbsp;34 „Werner Seelenbinder“) mit [[Mil Mi-8]] und kurzzeitig auch[FILLWORD?] der Hubschrauberstaffel&nbsp;64 mit Mil Mi-8TB und [[Mil Mi-24]] Brandenburg-Briest. Die Staffel 64 wurde Ende 1982 auf den [[Flugplatz Cottbus-Nord]] verlegt. Nach Auflösung der [[Nationale Volksarmee|NVA]] benutzten zeitweise Teile des [[Lufttransportgeschwader 65|Lufttransportgeschwaders&nbsp;65]] der [[Luftwaffe (Bundeswehr)|Luftwaffe]] der Bundeswehr den Flugplatz, bevor er der militärischen Verwendung entzogen und als Sonderlandeplatz umgewidmet wurde. 2009 folgte die Entwidmung und endgültige Stilllegung.

Mit den politischen [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Umwälzungen]] der Jahre 1989 und 1990 kam es wiederum zu Veränderungen. 1990 wurde der Bezirk Potsdam aufgelöst und ging im wiedergegründeten Land Brandenburg auf. Nach der Wiedervereinigung wurde 1993 der neue Landkreis Potsdam-Mittelmark gegründet, in dem der Landkreis Brandenburg aufging. Im Vorfeld der für 2003 geplanten brandenburgischen Gemeindegebietsreform schlossen sich zum 1.&nbsp;Februar&nbsp;2002 Pritzerbe und die Gemeinden Fohrde, Briest und Hohenferchesar freiwillig zur Stadt Havelsee zusammen.<ref name="Gemeindeverzeichnis">{{Internetquelle |url=https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/NamensGrenzAenderung/Aktuell/2002.html |titel=Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2002 |hrsg=Statistisches Bundesamt |zugriff=2014-09-02}}</ref> Offizieller Termin der Stadtwerdung war der 1.&nbsp;Mai&nbsp;2002. Havelsee ist Stadt, da das Stadtrecht von Pritzerbe auf die Neugründung überging. Am 1.&nbsp;Januar&nbsp;2008 wechselte Marzahne aus der Gemeinde [[Beetzsee (Gemeinde)|Beetzsee]] als jüngster Ortsteil zu Havelsee.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/NamensGrenzAenderung/Aktuell/2008.html |titel=Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008 |hrsg=Statistisches Bundesamt |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Stadt- und Ortsnamen ===
[[Datei:Pritzerbehisto.svg|mini|links|Das Gebiet um den Pritzerber See im [[Schmettausches Kartenwerk|Schmettauschen Kartenwerk]]]]
Der Name Havelsee für die Stadt wurde gewählt, da eine Neugründung unter Einbeziehung aller fusionswilligen Orte und keine [[Eingemeindung]] beabsichtigt war. Dies sollte durch einen neuen Namen deutlich werden. Da die Havel und der zentral liegende Pritzerber See für die Stadt bestimmend sind, fiel die Entscheidung auf Havelsee.

Der Name der alten Stadt Pritzerbe ist wie der der meisten umliegenden Ortschaften slawischen Ursprungs. Erstmals erwähnt wurde Pritzerbe als „''civitas'' Prizervi“. Es wird vermutet, dass der Name das [[Polabische Sprache|polabische]] Wort ''cerv'' enthält, das so viel wie Made oder Wurm bedeutet. Weiterhin soll es die Bedeutung rote Farbe, roter Stoff haben. Somit wird Pritzerbe als Ort angenommen, an dem [[Schildläuse]] vorkamen, aus denen roter Farbstoff gewonnen wurde.<ref name="pritzerbeeins" /> Im Laufe der Zeit änderte sich der dokumentierte Ortsname von „Prizervi“ in „Pritzerwe“ und in Pritzerbe. Kützkow ist ebenfalls slawischen Ursprungs und bedeutet etwa „Wohnort eines Mannes namens Kucek“. Der Ort wurde erstmals als „Cusk“ und später als „Kuczkow“ erwähnt.<ref name="kutzkow" /> Seelensdorf ist ein deutscher beziehungsweise germanischer Name. In der ersten Erwähnung war von „Selingestorp“ die Rede.

Fohrde entwickelte sich vom mittelniederdeutschen Wort ''vorde'' beziehungsweise ''vörde'' für Durchgang, Durchfahrt, Furt beziehungsweise ''vort'' für enger Zugang, schmaler Dammweg, Wasserdurchgang, Furt.<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;99.</ref> Erstmals erwähnt wurde Fohrde als „Verden“ oder „Vorden“. Im 18.&nbsp;Jahrhundert hieß der Ort im Schmettauschen Kartenwerk „Föhrde“.<ref>[[:Datei:Pritzerbehisto.svg|Karte aus dem 18.&nbsp;Jahrhundert]], abgerufen am 30. Oktober 2013.</ref> Tieckow ist, wie die Endung verrät, aus dem Slawischen entstanden. Der Ortsname lässt sich vom Personennamen Tik oder Tyk ableiten und beschreibt die Wohnstätte beziehungsweise den Wohnort der Person. In den beiden ersten Erwähnungen war von „Tikow“ und „Thikowe“ die Rede. Wenig später wurde der Ort „Tykov“ geschrieben.<ref name="briestzwei" /> Im Schmettauschen Kartenwerk des späten 18.&nbsp;Jahrhunderts hieß das Dorf „Tiekow“.

Der Name Hohenferchesar entwickelte sich aus den polabischen Worten ''verch'' für oberer Teil und ''jezer'' für See. Name kann also mit „Ort auf einer Höhe am See gelegen“ übersetzt werden. Erstmals war von „Verchiezere“ die Rede. Im Laufe der Jahrhunderte wurde in Urkunden, Dokumenten und Kartenwerken aus „Verchiezere“ zunächst „Verchesar“ und schließlich „Ferchesar“. Da es einen Ort gleichen Namens jedoch bereits in der Nähe von Rathenow gibt, wurden beide durch die Vorsilben Hohen- und Nieder- unterschieden. Jedoch wurde das Hohenferchesar in Havelsee ursprünglich Niederferchesar genannt, während die Vorsilbe Hohen- für den noch heute [[Ferchesar]] genannten Ortsteil Nennhausens verwendet wurde. Erst der Fehler eines Regierungsbeamten bescherte Hohenferchesar 1901 seinen heutigen Namen.<ref>Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): ''Brandenburg an der Havel und Umgebung.'' 2006, S.&nbsp;97.</ref> Marzahne wurde erstmals als „Marzane“ urkundlich erwähnt. Der Name Marzahne leitet sich vermutlich vom polabischen Wort ''morcane'' für Sumpf ab.<ref name="marzahnekirche">{{Internetquelle |url=http://userpage.fu-berlin.de/engeser/potsdam-mittelmark/marzahne/marzahne.html |titel=Marzahne (Ev. Dorfkirche) |titelerg=Kirchenkreis Brandenburg |autor=Theo Engeser, Konstanze Stehr |datum=2003 |zugriff=2014-09-02}}</ref> Im Laufe der Jahrhunderte wurde in Urkunden aus „Marzane“ „Merscane“, „Mertzane“, „Merzane“ und „Marczan“. In der zweiten Hälfte des 18.&nbsp;Jahrhunderts hieß das Dorf „Marzahn“. Von Briest wird angenommen, dass es am ehesten vom prolabischen Wort ''breza'' für Birke abgeleitet ist. Seine erste Erwähnung fand es als „Brisitz“.<ref name="briest" /> Der Name wandelte sich gerade in den ersten Jahrhunderten oft und entwickelte sich zu „Brisic“, „Brysitz“, „Breist“, „Bryst“ und „Brist“.<ref name="briestzwei" />

== Politik ==
=== Stadtverordnetenversammlung ===
{{Wahldiagramm
|LAND = DE
|TITEL = Kommunalwahl 2014<ref>{{Internetquelle |url=http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/2/4/1/5/8/7/wahlergebnisse_havelsee.pdf |titel=Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses sowie die Namen der gewählten Bewerber zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung Havelsee am 25.05.2014 |hrsg=Mühlenberg, Wahlleiterin |datum=2014-06-03 |format=PDF |zugriff=2014-09-02}}</ref>
|DIFF2 = ja
|PROZENT = nein
|TITEL2 =
|JAHR = 2014
|JAHRALT = 2008<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf |titel=Statistischer Bericht |titelerg=Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008 Wahlen zu den Gemeindevertretungen |hrsg=Amt für Statistik Berlin-Brandenburg |seiten=111 |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref>
|PARTEI1 = BüBe
|ERGEBNIS1 = 30.8
|ERGEBNISALT1 = 32.8
|FARBE1 = 8888CC
|ANMERKUNG1 = Bürgerbewegung
|PARTEI2 = CDU
|ERGEBNIS2 = 29.2
|ERGEBNISALT2 = 22.9
|PARTEI3 = BifebH
|ERGEBNIS3 = 27.8
|ERGEBNISALT3 = 33.4
|FARBE3 = 008888
|ANMERKUNG3 = Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee
|PARTEI4 = WgM
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|ERGEBNISALT4 = 0.0
|FARBE4 = 888800
|ANMERKUNG4 = Wählergruppe Marzahne
|PARTEI5 = Puhl
|ERGEBNIS5 = 3.7
|ERGEBNISALT5 = 3.8
|FARBE5 = 888888
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|ERGEBNISALT6 = 0.0
|FARBE6 = AAAAAA
|ANMERKUNG6 = Hohenferchesar
|PARTEI7 = Rödi
|ERGEBNIS7 = 1.6
|ERGEBNISALT7 = 0.0
|FARBE7 = AABBBB
|ANMERKUNG7 = Einzelbewerber Thomas Rödiger
}}

{| class="wikitable centered" style="text-align:right"
|-
! width="50%"| Wahl 2014 !!width="10%"| Anzahl !!width="8%"| % !!width="8%"| +/- !!width="8%"| Sitze !!width="8%"| +/- !!width="8%"| ♀
|-
|style="text-align:left"| Wahlberechtigte
| 2847
|-
|style="text-align:left"| Wähler
| 1476
| 51,8
| −3,5
|-
|style="text-align:left"| ungültige Stimmzettel
| 35
| 2,4
| −2,3
|-
|style="border-top: medium solid; text-align: left;"| gültige Stimmen <small>(bis drei pro Wähler)</small>
|style="border-top: medium solid;"| 4277
|style="border-top: medium solid;"| 96,6
|style="border-top: medium solid;"| +2,7
|-
|style="border-top: medium solid; text-align: left;"| Bürgerbewegung
|style="border-top: medium solid;"| 1316
|style="border-top: medium solid;"| 30,8
|style="border-top: medium solid;"| −2,0
| 5
| 0
| 2
|-
|style="text-align:left"| CDU
| 1248
| 29,2
| +6,3
| 5
| +1
| 1
|-
|style="text-align:left"| Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee
| 1189
| 27,8
| −5,6
| 4
| −1
| 1
|-
|style="text-align:left"| Wählergruppe Marzahne
| 198
| 4,6
| +4,6
| 1
| +1
| 1
|-
|style="text-align:left"| Einzelbewerber Lutz Puhlmann
| 160
| 3,7
| −0,1
| 1
| 0
| 0
|-
|style="text-align:left"| Hohenferchesar
| 98
| 2,3
| +2,3
| –
| –
| –
|-
|style="text-align:left"| Einzelbewerber Thomas Rödiger
| 68
| 1,6
| +1,6
| –
| –
| –
|}

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 16 Stadtverordneten und dem Bürgermeister. Die letzte [[Kommunalwahlen in Brandenburg 2014|Kommunalwahl]] fand am 25.&nbsp;Mai&nbsp;2014 statt. Die Wahlen waren kombinierte Personen- und Listenwahlen. Jeder Wähler konnte bis zu drei Stimmen abgeben. Trotz Verlusten von 2&nbsp;Prozentpunkten kam die Bürgerbewegung mit 30,8&nbsp;Prozent auf den ersten Platz. Wie bereits 2008 wurden fünf ihrer Kandidaten gewählt. Die deutlichsten Zugewinne erzielte die zweitplatzierte [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]], die sich um 6,3&nbsp;Prozentpunkte auf 29,2&nbsp;Prozent verbesserte, einen Sitz dazugewann und ebenfalls mit fünf Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung vertreten ist. Die 2003 und 2008 noch erstplatzierte Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee verlor bei einem Ergebnis von 27,8&nbsp;Prozent deutliche 5,6&nbsp;Prozentpunkte und einen ihrer zuvor fünf Sitze. Die neu angetretene Wählergruppe Marzahne errang mit 4,6&nbsp;Prozent der Stimmen einen Sitz, und der Einzelbewerber Lutz Puhlmann wurde mit 3,7&nbsp;Prozent wie bereits 2003 und 2008 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Die Wählergruppe Vertrauen, die 2008 einen Sitz erringen konnte, trat nicht mehr zur Wahl an. Fünf der gewählten Stadtverordneten sind weiblich, wobei zwei die Bürgerbewegung und jeweils[FILLWORD?] eine die CDU, die Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee und die Wählergruppe Marzahne vertreten.

=== Bürgermeister ===
Bürgermeister der Stadt Havelsee ist der parteilose Günther Noack, der bei der [[Kommunalwahlen in Brandenburg 2014|Kommunalwahl 2014]] mit 83,4&nbsp;Prozent der gültigen Stimmen für fünf Jahre gewählt wurde.<ref>{{Internetquelle |url=http://daten.verwaltungsportal.de/dateien/news/2/4/1/5/8/7/wahlergebnisse_havelsee.pdf |titel=Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses sowie der Name des gewählten Bewerbers zur Wahl des Bürgermeisters der Stadt Havelsee am 25.05.2014 |hrsg=Mühlenberg, Wahlleiterin |datum=2014-06-03 |format=PDF |zugriff=2014-09-02}}</ref> Dies waren 0,8&nbsp;Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2008, als er ebenfalls als Einzelkandidat 84,2&nbsp;Prozent Ja-Stimmen bekam.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-6_j05-08_BB.pdf |titel=Statistischer Bericht |titelerg=Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008 Bürgermeisterwahlen |hrsg=Amt für Statistik Berlin-Brandenburg |seiten=11 |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref> Es ist seine dritte Amtszeit als Bürgermeister Havelsees, nachdem er bereits 2003 für fünf Jahre gewählt worden war. Vor der Gründung Havelsees war Günther Noack Bürgermeister der Stadt Pritzerbe. Sitz des Bürgermeisters und Rathaus der Stadt Havelsee ist das vormalige Rathaus der Stadt Pritzerbe.

=== Wappen ===
Die 2002 gegründete Stadt Havelsee führt bislang kein Stadtwappen.

== Sehenswürdigkeiten und Tourismus ==
[[Datei:Hausboot havel.JPG|mini|Mietbares Hausboot auf der Havel in Havelsee]]
In Havelsee hat durch die direkte Lage am Fluss vor allem der Wassertourismus und der Wassersporttourismus eine zunehmende, auch[FILLWORD?] wirtschaftliche Bedeutung. Segelsport- und Bademöglichkeiten und eine Wasserskistrecke befinden sich direkt im Fluss- und Seengebiet der Stadt. Wasserwanderungen entlang der weitgehend naturbelassenen und geschützten Unteren Havel und ihren Seitengewässern sind bei Touristen beliebt. Seit einigen Jahren werden Fahrten und Urlaube in gemieteten führerscheinfreien [[Hausboot]]en auf dem Fluss und seinen angrenzenden Seen immer stärker angeboten und nachgefragt. Die Untere Havel ist Route verschiedener Anbieter für [[Flusskreuzfahrt]]en. Viele Brandenburger haben ihre Wochenend- und Ferienhäuser in Havelsee und entlang des Flusses. Seit 2009 berührt der [[Havelradweg]] die Stadt. Er führt von Süden kommend entlang des Flusses durch Briest, Tieckow, Fohrde und Pritzerbe, mit der Fähre über die Havel nach Kützkow und verlässt Havelsee in nordöstlicher Richtung.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.havelradweg.de/route.php?Route=5 |titel=Havelradweg |hrsg=Koordinierungsstelle Havel-Radweg |zugriff=2014-09-02}}</ref> In Kützkow und in Hohenferchesar gibt es Campingplätze direkt an der Havel beziehungsweise am Pritzerber See.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.blaues-band.de/havel/index.htm?havel_camping.htm |titel=Campingplätze Untere Havel / Havelland-Radweg |titelerg=zwischen Brandenburg und Havelberg |hrsg=Oliver Demian |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Bauwerke ===
Sehenswürdigkeiten sind der historische Stadtkern der über 1000 Jahre[NBSP] alten märkischen Kleinstadt Pritzerbe mit mehreren denkmalgeschützten Gehöften und Häusern ([[Wohnhaus Dammstraße 18 (Havelsee)|Dammstraße 18]], [[Gehöft Dammstraße 20 (Havelsee)|Dammstraße 20]], [[Gehöft Havelstraße 8 (Havelsee)|Havelstraße 8]] und [[Gehöft Mühlenstraße 4 (Havelsee)|Mühlenstraße 4]]) und der nach einem Brand neu aufgebauten und 1783 geweihten [[Stadtkirche St. Marien „Unser lieben Frauen“ (Pritzerbe)|Stadtkirche St. Marien „Unser lieben Frauen“]] mit einer Orgel von [[Joachim Wagner (Orgelbauer)|Joachim Wagner]] aus dem Jahr 1737.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.de/stadt/sehenswertes/30-kirche |titel=Die Kirche |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150710111217/http://www.pritzerbe.de/stadt/sehenswertes/30-kirche |archiv-datum=2015-07-10 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Im ebenfalls denkmalgeschützten [[Pfarrgehöft Marktstraße 6 (Havelsee)|Pfarrgehöft Marktstraße 6]] wurde 2006 eine etwa zweihundert Jahre alte Fachwerkscheune restauriert.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027673/ |titel=Projekt Pfarrstall |titelerg=Baugeschichte |hrsg=Evangelische Kirchengemeinde Havelsee |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141030120941/http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027673/ |archiv-datum=2014-10-30 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Von der bischöflichen [[Burg Pritzerbe]] ist heute nur noch ein [[Burgstall]], der spätere Mühlberg am südlichen Ende zwischen der Bundesstraße 1 und der Havelstraße, sichtbar.

[[Datei:Orgel fohrde.JPG|mini|links|Remlerorgel in der Kirche Fohrde]]
In Fohrde befindet sich die sogenannte [[Villa Reichstein]] beziehungsweise Villa Fohrde, eine [[Klassizismus|klassizistische]] ehemalige Sommervilla des Brandenburger Fabrikbesitzers Reichstein. Bei der [[Dorfkirche Fohrde]] handelt es sich um einen schlichten [[Barock|barocken]] Putzbau aus dem Jahr 1765 mit [[Chor (Architektur)|Chor]], [[Kirchenschiff]], einem kleinen [[Querhaus]] und einem Westturm mit [[Haube (Architektur)|Turmhaube]].<ref>{{Internetquelle |url=http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027611/ |titel=Fohrde |titelerg=Baugeschichte |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141030125337/http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027611/ |archiv-datum=2014-10-30 |hrsg=Evangelische Kirchengemeinde Havelsee |zugriff=2014-09-02}}</ref> Im Inneren der Kirche befindet sich eine hölzerne Altarwand. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1861 vom Berliner Orgelbaumeister [[Wilhelm Remler]]. Sie steht auf einer um die Orgel leicht ausgebauchten hölzernen Westempore über dem Eingang, die reichlich mit Malerei verziert ist. Das [[Gehöft Fohrder Hauptstraße 7 (Havelsee)|Gehöft in der Fohrder Hauptstraße 7]] besitzt einen reichen [[Fries]] mit kleinen [[Konsole (Bauwesen)|Konsolen]] und ein [[Gesims]] unter der [[Traufe]]. Das Portal weist [[Pilaster]] mit blumigen [[Kapitell]]en und eine ausgeschmückte [[Verdachung]] mit Wappen auf.

[[Datei:Kirch- und schulhaus tieckow.JPG|mini|Kirch- und Schulhaus Tieckow]]
Wichtigste Sehenswürdigkeiten Tieckows sind das alte [[Kirchen- und Schulhaus Tieckow|Kirch- und Schulhaus]] und ein altes [[Gehöft Alte Tieckower Straße 5 (Havelsee)|Bauernhaus]], das um 1780 erbaut wurde. Das einstöckige Wohnhaus aus dem 18.&nbsp;Jahrhundert besitzt eine kleine fensterlose Küche, in der noch der originale Ziegelboden, auf dem unter einem Dreifuß das Feuer brannte, erhalten geblieben ist. Der Rauch zog frei in den noch gut erhaltenen Rauchfang, wo über der Kochstelle Lebensmittel geräuchert und haltbar gemacht wurden.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.denkmal-an-tieckow.de/der_rauchfang.html# |titel=Der Rauchfang |titelerg=Schwarze Küche |hrsg=Verein „Freunde des Rauchfanghauses“ |zugriff=2014-09-02}}</ref>

[[Datei:Holzbalkengesims kirche marzahne.JPG|mini|links|Holzbalkengesims der Dorfkirche Marzahne]]
Der Chor der [[Dorfkirche Marzahne]]s stammt aus dem 13.&nbsp;Jahrhundert. Das Schiff aus Felsstein und der spätgotische Kirchturm aus Backstein wurden wahrscheinlich im 15.&nbsp;Jahrhundert ergänzt. Nachdem die Dorfkirche 1607 ausgebrannt war, wurde der Bereich des mittelalterlichen Chores durch ein auffälliges Holzbalkengesims erhöht und mit dem Schiff unter ein gemeinsames und einheitliches Dach gebracht. In der Kirche befindet sich eine Kanzel aus dem Rokoko.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.marzahne.com/informationen.html |titel=Informationen |hrsg=Daniel Schitthelm |zugriff=2014-09-02}}</ref> Im 18.&nbsp;Jahrhundert wurden die Fenster des Kirchenschiffs baulich verändert. 1831 setzte man[WORDS?] dem Kirchturm ein [[Walmdach]] auf, welches mit einem [[Dachreiter]] versehen war. Dieser Dachreiter musste 1996 aufgrund der Einsturzgefahr abgenommen werden und befindet sich heute im Hof der Kirche.<ref name="marzahnekirche" /> 1953 wurde an Schiff und Chor an der Südseite ein Gemeinderaum angebaut. Die [[Bleiglasfenster|Bleiverglasungen]] im Altarraum und hinter dem Kanzelaltar wurden nach Entwürfen von Hans Joachim Burgert gefertigt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027614/ |titel=Marzahne |titelerg=Baugeschichte |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141030100734/http://www.kirche-havelsee.ekbo.de/1027614/ |archiv-datum=2014-10-30 |hrsg=Evangelische Kirchengemeinde |zugriff=2014-09-02}}</ref>

[[Datei:Kirche briest nordwesten.JPG|mini|Neuromanische Dorfkirche Briest]]
Die [[Dorfkirche Hohenferchesar|Kirche Hohenferchesars]] wurde 1831 geweiht, nachdem der Vorgängerbau am 29.&nbsp;März&nbsp;1827 vollständig niedergebrannt war.<ref name="hohenferchesarkirche" /> Es handelt sich dabei um einen sehr schlichten Putzbau mit fensterlosem dreiseitigem Chor und einem quadratischen Westturm mit Pyramidenspitze. In der Kirche befindet sich ein mit Edelsteinen besetzter und reichlich verzierter vergoldeter Silberkelch aus dem 17.&nbsp;Jahrhundert. Gegenüber der Kirche liegt das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende alte [[Pfarrhaus Hohenferchesar|Pfarrhaus]]. Aus dem Jahr 1888/89 stammt der interessante, neoromanische [[Dorfkirche Briest (Havelsee)|Kirchenbau im Ortsteil Briest]].<ref>{{Internetquelle |url=http://www.altekirchen.de/Artikel/mai1104.htm |titel=Gotteshaus soll entwidmet werden/Atelier oder Architektenbüro denkbar |titelerg=Briester Kirche zu verkaufen |hrsg=Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.&nbsp;V. |zugriff=2014-09-02}}</ref> Dieser wurde aus blanken Ziegeln gemauert. 2013 wurde das Gebäude aufgrund eines hohen Investitions- und Restaurierungsbedarfs [[Profanierung|profaniert]] und so einer kirchlichen Nutzung dauerhaft entzogen. Es soll in private Hand verkauft werden.

Das Verzeichnis sämtlicher denkmalgeschützter baulicher Sehenswürdigkeiten findet sich in der ''[[Liste der Baudenkmale in Havelsee]]''. Die Bodendenkmale sind in der ''[[Liste der Bodendenkmale in Havelsee]]'' aufgeführt.

=== Museen ===
[[Datei:Rohrwebereipritzerbe4.JPG|mini|Webstuhl in der Rohrweberei Pritzerbe]]
Die letzte [[Rohrweberei Pritzerbe|Rohrweberei]] Deutschlands arbeitet in Pritzerbe. Sie befindet sich seit 1945 im ehemaligen Schützenhaus östlich der Stadt. In ihr wird auf speziellen, vom ehemaligen Besitzer und Leiter Georg Wellendorf angeschafften Webstühlen auf angelegten Feldern geerntetes Schilf zu Schilfrohrmatten und anderen Erzeugnissen gewoben.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.eu/rohrweberei/rwgeschichte/40-rohrweberei |titel=Die Rohrweberei |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141021144402/http://www.pritzerbe.eu/rohrweberei/rwgeschichte/40-rohrweberei |archiv-datum=2014-10-21 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> Im Oktober 2013 wurde in der Rohrweberei ein Museum eröffnet, welches in einer Ausstellung neben den handwerklichen auch[FILLWORD?] heimatkundliche Themen behandelt.<ref>{{Internetquelle |url=http://rohrweberei.de/museum |titel=Museum und Pädagogik |hrsg=Stadt Havelsee |zugriff=2014-09-02}}</ref> Das Museum ist an in der Werkstatt arbeitsfreien Wochenendtagen und der Handwerksbetrieb unter der Woche für Besucher geöffnet.<ref>{{Internetquelle |url=http://rohrweberei.de/besucherinformation |titel=Öffnungszeiten |hrsg=Stadt Havelsee |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140424142449/http://rohrweberei.de/besucherinformation |archiv-datum=2014-04-24 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref>

Im Hafen Pritzerbes liegt das Museumsschiff ''[[Ilse-Lucie]]'', ein 1927 gebauter [[Schleppkahn]] im [[Groß-Finowmaß]]. Dieser ehemals im Ort gebauten Schiffen ähnliche Kahn wurde 2011 vom Pritzerber Schifffahrtsverein 1776 erstanden und ausgebaut. Eröffnung des Pritzerber Schifffahrtsmuseum an Bord der ''Ilse-Lucie'', in welchem die Geschichte des örtlichen Schiffbaus und des Reedereibetriebes gezeigt wird, war am 17.&nbsp;Mai 2015.

== Schutzgebiete ==
[[Datei:Havelsee naturschutzgebiete.svg|rahmenlos|hochkant|rechts]]
<div class="tright" style="clear:none;">[[Datei:Ffh-giebieteinhavelsee.svg|rahmenlos|hochkant|rechts]]</div>
[[Datei:Naturpark3.svg|rahmenlos|hochkant|rechts]]
<div class="tright" style="clear:none;">[[Datei:Kastanie seelensdorfer damm.jpg|ohne|mini|hochkant|Naturdenkmal Gemeine Rosskastanie am Seelensdorfer Damm]]</div>
Über 80&nbsp;Prozent der Fläche der Stadt Havelsee sind als teilweise sich überlappende Schutzgebiete ausgewiesen. Die Stadt liegt beispielsweise überwiegend im Bereich des Naturparks Westhavelland. Daneben gibt es in Havelsee weitere Schutzgebiete. Einige reichen in Anteilen über die Stadtgrenze hinaus. Die Schutzgebiete in Havelsee sind drei [[Naturschutzgebiet (Deutschland)|Naturschutzgebiete]], zwei [[Landschaftsschutzgebiet]]e, ein [[Naturpark]], drei [[Geschützter Landschaftsbestandteil|geschützte Landschaftsbestandteile]], ein [[Flächennaturdenkmal]], vier [[Naturdenkmal]]e, zwei [[SPA-Gebiet]]e (europäische Vogelschutzgebiete) und vier [[Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)|FFH-Gebiete]] (Flora-Fauna-Habitate). Daneben sind weitere Bereiche als geschützte Biotope und einige Straßen als geschützte Alleen ausgewiesen.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/15_Schutzgebiete_NW.pdf |titel=Teilblatt Nordwest Schutzgebiete |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |format=PDF |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807160521/http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/15_Schutzgebiete_NW.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |zugriff=2013-10-16}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/ix/771F77A373C0FB7C31DF90555E966E3B09558F3B/AmtsblattFebruar2001_1_ND_VOe_0.pdf |titel=Anlage 1 Naturdenkmale |werk=Amtsblatt für den Landkreis Potsdam-Mittelmark |hrsg=Landratsamt Potsdam-Mittelmark |datum=2001 |format=PDF |zugriff=2013-04-29 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110807095907/http://www.potsdam-mittelmark.de/ix/771F77A373C0FB7C31DF90555E966E3B09558F3B/AmtsblattFebruar2001_1_ND_VOe_0.pdf |archiv-datum=2011-08-07 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref>

{| class="wikitable centered"
|-
! Schutzausweisung
! Name
! Größe in ha
|-
|style="border-top: medium solid"|Naturschutzgebiete
|style="border-top: medium solid"|[[Naturschutzgebiet Untere Havel Süd|Untere Havel Süd]]
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 3.933<ref name="uhsud">{{Internetquelle |url=http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.339871.de |titel=NSG Untere Havel Süd |autor=Claudia Hesse |hrsg=Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz |datum=2014-04-29 |zugriff=2014-09-02}}</ref>
|-
|
| [[Naturschutzgebiet Marzahner Fenn und Dünenheide|Marzahner Fenn und Dünenheide]]
|style="text-align:right"| 725<ref name="mfenn">{{Internetquelle |url=http://naturerbe.nabu.de/schutzgebietssteckbriefe/Marzahner_Fenn_und_Duenenheide.pdf |titel=Marzahner Fenn und Dünenheide |titelerg=Naturpark Westhavelland |hrsg=NABU-Stiftung Nationales Naturerbe |datum=2013-11-01 |format=PDF; 450&nbsp;kB |zugriff=2014-07-20}}</ref>
|-
|
| [[Naturschutzgebiet Pritzerber Laake|Pritzerber Laake]]
|style="text-align:right"| 1.270<ref name="nlaake">{{Internetquelle |url=http://naturerbe.nabu.de/schutzgebietssteckbriefe/Pritzerber_Laake.pdf |titel=Pritzerber Laake |titelerg=Naturpark Westhavelland |hrsg=NABU-Stiftung Nationales Naturerbe |datum=2014-01-24 |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref>
|-
|style="border-top: medium solid"|Landschaftsschutzgebiete
|style="border-top: medium solid"|Westhavelland
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 136.071<ref>{{Internetquelle |url=http://www.bravors.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=land_bb_bravors_01.c.37442.de |titel=Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Westhavelland“ |hrsg=Landesregierung Brandenburg |datum=2014-01-29 |zugriff=2014-06-28}}</ref>
|-
|
| Brandenburger Wald- und Seengebiet
|style="text-align:right"| 9.980<ref>{{Internetquelle |url=http://www.bravors.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=land_bb_bravors_01.c.21081.de |titel=Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Brandenburger Wald- und Seengebiet“ |hrsg=Landesregierung Brandenburg |datum=2014-01-29 |zugriff=2014-10-02}}</ref>
|-
|style="border-top: medium solid"|Naturparke
|style="border-top: medium solid"|Westhavelland
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 131.500<ref name="napawesthavel">{{Internetquelle |url=http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.331126.de |titel=Naturpark Westhavelland |hrsg=Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz |datum=2014-07-03 |zugriff=2014-07-28}}</ref>
|-
|style="border-top: medium solid"|Geschützte Landschaftsbestandteile
|style="border-top: medium solid"|Marzahner Fenn
|style="border-top: medium solid"|
|-
|
| Kranepfuhl
|
|-
|
| Großer Bruch Briest
|
|-
|style="border-top: medium solid"|Flächennaturdenkmale
|style="border-top: medium solid"|[[Weißes Fenn Marzahne]]
|style="border-top: medium solid"|
|-
|style="border-top: medium solid"|Naturdenkmale
|style="border-top: medium solid"|[[Gemeine Rosskastanie]] (Seelensdorfer Damm)
|style="border-top: medium solid"|
|-
|
| [[Stieleiche]] (Seelensdorf)
|
|-
|style="border-top: medium solid"|SPA-Gebiete
|style="border-top: medium solid"|Mittlere Havelniederungen
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 25.024<ref>{{Natura 2000| Nummer=3542-421| Typ=spa| ID=2211| Hash=9b6e5c65ca21212c7d3aa79e4288ce3f| Bezeichnung=Mittlere Havelniederung| Datum=2017-11-25}}</ref>
|-
|
| Niederung der Unteren Havel
|style="text-align:right"| 28.280<ref>{{Natura 2000| Nummer=3339-402| Typ=spa| ID=2185| Hash=14414d85e07580d8b245ae5545e767eb| Bezeichnung=Niederung der Unteren Havel| Datum=2017-11-25}}</ref>
|-
|style="border-top: medium solid"|FFH-Gebiete
|style="border-top: medium solid"|Mittlere Havel Ergänzung
|style="border-top: medium solid; text-align: right"| 2.524<ref>{{Natura 2000| Nummer=3542-305| Typ=ffh| ID=21149| Hash=407a9b7e01c4c818fe93ce1a1930a66d| Bezeichnung=Mittlere Havel Ergänzung| Datum=2017-11-25}}</ref>
|-
|
| Niederung der Unteren Havel/Gülper See
|style="text-align:right"| 7.386<ref>{{Natura 2000| Nummer=3339-301| Typ=ffh| ID=21069| Hash=4972bdece5d0cc8bc419758adb2bf789| Bezeichnung=Niederung der Unteren Havel/Gülper See| Datum=2017-11-25}}</ref>
|-
|
| Pritzerber Laake
|style="text-align:right"| 511<ref>{{Natura 2000| Nummer=3440-301| Typ=ffh| ID=21070| Hash=6e25f2252aa9bdab137b25ff5d77d998| Bezeichnung=Pritzerber Laake| Datum=2017-11-25}}</ref>
|-
|
| Weißes Fenn und Dünenheide
|style="text-align:right"| 181<ref>{{Natura 2000| Nummer=3441-301| Typ=ffh| ID=21072| Hash=2f0a6a172d877e59a62bac0aa7ae680d| Bezeichnung=Weißes Fenn und Dünenheide| Datum=2017-11-25}}</ref>
|}

Siehe auch die [[Liste der Naturdenkmale im Amt Beetzsee]].

=== Naturpark Westhavelland ===
Bis auf das südliche Drittel Havelsees ist die Stadt Teil des sich entlang der Unteren Havel erstreckenden [[Naturpark Westhavelland|Naturparks Westhavelland]]. Dieser ist mit 1315&nbsp;Quadratkilometern Fläche das größte Schutzgebiet in Brandenburg und umfasst eines der größten zusammenhängenden Feuchtgebiete des europäischen Binnenlandes und Mitteleuropas. Er ist größtes Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel im Binnenland.<ref name="napawesthavel" /> Weiterhin sind die Feuchtgebiete einer der größten Binnenrastplätze nordischer Zugvögel. Im Frühjahr rasten auf den Seen und flach überstauten Wiesen tausende [[Schwimmenten|Gründel-]] und [[Tauchenten]]. Große Schwärme Watvögel suchen nach Nahrung, ehe sie in ihre nördliche und östliche Heimat weiterziehen. Teilweise finden die Vögel dort aber auch geeignete Brutgebiete, und so beherbergen die Niederungen des Naturparks den bedeutendsten Anteil der stark gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Wiesenbrüter Brandenburgs. Im Schutzgebiet nisten beispielsweise der [[Großer Brachvogel|Große Brachvogel]], [[Kiebitz (Art)|Kiebitze]], [[Uferschnepfe]]n, [[Rotschenkel]], [[Bekassine]]n und der [[Wachtelkönig]]. Auch brüten dort bedrohte Entenarten wie die [[Löffelente]], die [[Knäkente]] und die [[Schnatterente]]. Ebenso [[Spießente]]n sind dort noch heimisch. An Greifvögeln gibt es [[Seeadler (Art)|See-]] und [[Fischadler]], [[Milane]] und [[Wiesenweihe]]n. Der [[Kampfläufer]] ist das Wappentier des Naturparks Westhavelland. In den Herbstmonaten durchziehen [[Graugänse]] und [[Kraniche]] den Naturpark. Neben der Vielzahl von Vögeln leben an der Havel auch [[Biber]] und [[Fischotter]] im Gebiet Havelsees.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.reiseland-brandenburg.de/themen/natur/nationale-naturlandschaften/naturpark-westhavelland.html |titel=Naturpark Westhavelland |titelerg=Die Naturlandschaft stellt sich vor... |hrsg=TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Naturschutzgebiet Marzahner Fenn und Dünenheide ===
[[Datei:Marzahner fenn x.JPG|mini|Das Marzahner Fenn]]
Das Marzahner Fenn im Osten Havelsees ist Teil des Naturschutzgebietes Marzahner Fenn und Dünenheide. Dieses 725&nbsp;Hektar große Naturschutzgebiet zeichnet sich durch einen engen räumlichen Bezug verschiedener Lebensräume aus. So gibt es naturnahe [[Erlen (Botanik)|Erlen-]] und [[Kiefern]]waldgesellschaften auf nährstoffarmen Standorten, Wasserflächen, leichte Höhenzüge mit nur extensiv genutzten Trockentälern, sogenannte Zwergstrauch- und Dünenheiden, kleine Niedermoore, Feucht- und Nasswiesen. Aufgrund der unterschiedlichen Lebensräume leben im Schutzgebiet eine Vielzahl von teilweise gefährdeten Pflanzen- sowie Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten. Nach Angaben des [[Naturschutzbund Deutschland|Naturschutzbundes Deutschland]] gelten 78 der 156 im Marzahner Fenn und in der Dünenheide nachgewiesenen Wirbeltierarten als gefährdet. Das Gebiet stellt ein ökologisches Bindeglied zwischen [[Beetzsee]] und [[Riewendsee]] im Osten, der Havelniederung im Westen und dem Havelländischen Luch im Norden dar. Einige der im Naturschutzgebiet lebenden Tier- und Pflanzenarten sind Fischadler, [[Schreiadler]], [[Baumfalke]], Bekassine, [[Wachtel (Art)|Wachtel]], Kranich, Raubwürger, [[Zauneidechse]], [[Ringelnatter]], [[Knoblauchkröte]], [[Moorfrosch]], [[Kammmolch]], [[Blutweiderich]] und [[Tausendblatt]]. Das Naturschutzgebiet Marzahner Fenn und Dünenheide ist in seiner Gänze Teilgebiet des europäischen Vogelschutzgebietes (SPA-Gebiet) Mittlere Havelniederungen und im nördlichen Bereich Teilgebiet des FFH-Gebiets Weißes Fenn und Dünenheide. Es gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz [[Natura 2000]].<ref name="mfenn" />

=== Naturschutzgebiet Untere Havel Süd ===
[[Datei:Graugänse an der havel.JPG|mini|Naturschutzgebiet Untere Havel Süd]]
Das Naturschutzgebiet Untere Havel Süd besteht seit 1994 beziehungsweise 2009, hat eine Fläche von 3933&nbsp;Hektar und liegt mit seinen südlichen Anteilen im Stadtgebiet Havelsees. Es ist Durchzugsgebiet nordischer Gänse und verschiedener Entenarten und Watvögel. Charakteristisch für das Gebiet der Unteren Havel sind die Vielzahl von fließenden, stehenden, zeitweise durchströmten und temporären Gewässern. Typische große nährstoffreiche Flachwasserseen wie der Pritzerber See sind von vielgestaltigen Verlandungszonen umgeben, an welche sich großflächige feuchte Wiesen und Weiden anschließen. Mehr als 1000 gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden sich aufgrund der hohen Dichte unterschiedlicher Lebensräume in den Unteren Havelniederungen. Bis zu 90.000 [[Blässgans|Bläss-]] und [[Saatgans|Saatgänse]] rasten an der Unteren Havel. Weitere im Schutzgebiet anzutreffende Arten sind Seeadler, [[Weißstorch]], Rotschenkel, Großer Brachvogel, Kampfläufer, [[Höckerschwan]], [[Singschwan]], [[Zwergschwan]], Biber, Fischotter, Ringelnatter, Kammmolch, Moorfrosch, [[Kreuzkröte]], [[Kornblume]], [[Sumpf-Wolfsmilch]], [[Sumpf-Platterbse]] und [[Gottes-Gnadenkraut]].<ref>{{Internetquelle |url=http://naturerbe.nabu.de/schutzgebietssteckbriefe/Untere_Havel_Nord_und_Sued.pdf |titel=Untere Havel Nord und Süd |titelerg=Naturpark Westhavelland |hrsg=NABU-Stiftung Nationales Naturerbe |datum=2014-01-24 |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref> Das Naturschutzgebiet Untere Havel Süd liegt vollständig im europäischen Vogelschutzgebiet Niederung der Unteren Havel und mit einem Teil seiner Fläche im FFH-Gebiet Niederung der Unteren Havel/Gülper See.<ref name="uhsud" />

=== Naturschutzgebiet Pritzerber Laake ===
[[Datei:Pritzerberlaake3.JPG|mini|Erlenbruchwald Pritzerber Laake]]
Im Nordwesten Havelsees liegt in der Unteren Havelniederung das 1994 ausgewiesene und 1270&nbsp;Hektar große Naturschutzgebiet Pritzerber Laake. Während der letzten Eiszeit bildete sich eine Schmelzwasserrinne, in der sich das Feuchtgebiet befindet. Vorrangige Vegetationsform sind [[Bruchwald#Typen von Bruchwäldern in Mitteleuropa|Erlenbruchwälder]] mit der vorherrschenden [[Moorbirke]] in einer für das Land Brandenburg einzigartigen Flächenausdehnung. In den [[Bruchwald|Bruchwäldern]] liegen einige kleine Gewässer, die sich in ehemaligen Tongruben bildeten, aus denen der Rohstoff für umliegende Ziegeleien gewonnen wurde. Diese anthropogenen Seen sind Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Im Naturschutzgebiet leben Biber und Fischotter. Durchbrochen werden die Bruchwälder von Sandrücken mit Kiefern- und [[Eichen]]wäldern. Die Laubmischwälder sind Heimat von streng geschützten Arten wie [[Hirschkäfer]], [[Schwarzstorch]] und Seeadler. Auch gibt es seltene Fledermausarten wie die [[Mopsfledermaus]], die in den alten Bäumen siedeln, und eine Vielzahl an [[Rothirsch|Rotwild]]. Weitere im Naturschutzgebiet heimische Arten sind Kranich, [[Bitterling (Fischart)|Bitterling]], Kammmolch, Sumpf-[[Knabenkräuter|Knabenkraut]], [[Brenndolde]], Fleischfarbenes Knabenkraut, [[Königsfarn]] und [[Wasserfeder]]. 511&nbsp;Hektar des Naturschutzgebietes Pritzerber Laake gehören zum FFH-Gebiet Pritzerber Laake und zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000.<ref name="nlaake" />
<div style="clear:right;"></div>

== Wirtschaft ==
[[Datei:Kranepuhlwerk.JPG|mini|Hafenanlage des Bausteinwerks Kranepuhl]]
Eine wachsende wirtschaftliche Rolle spielt der [[Tourismus]], wobei sich vor allem der [[Naturtourismus|Natur-]] und Wassertourismus immer stärker entwickelt. Gründe dafür sind der Reichtum an weitgehend naturbelassenen Gewässern (in erster Linie die Havel) und an Waldgebieten. Havelsee ist bei Eisfreiheit über den Fluss und die mit ihm verbundenen Wasserstraßen mit privaten Booten ganzjährig erreichbar. In Havelsee gibt es ausschließlich klein- und mittelständische Unternehmen. Im Ortsteil Fohrde befindet sich ein Asphaltwerk und ein Mörtelwerk, im zum Ortsteil Briest gehörenden Kranepuhl ein Bausteinwerk. Auf der ehemaligen Deponie Fohrde, die in einem ehemaligen Tagebau zur Abfallentsorgung vor allem der Stadt Brandenburg an der Havel angelegt war, befindet sich jetzt ein Wertstoffhof. Im Stadtgebiet gibt es fünf ausgewiesene [[Bergbau]]flächen. Drei liegen an der B&nbsp;102 südlich von Fohrde am Fohrder Berg, und jeweils[FILLWORD?] eine befindet sich an der L&nbsp;98 südlich von Marzahne am Eichberg und nördlich von Marzahne an der Stadtgrenze zu Nennhausen. Sie dienen der Gewinnung von Sand und Kies im Tagebau.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/fileadmin/Redakteure/Bilder/Landkreis%20%26%20Verwaltung/PDF/Landschaftsrahmenplan/Band_2_Bestand_Bewertung.pdf |titel=Landschaftsrahmenplan Band 2 |titelerg=Bestand und Bewertung |hrsg=Landkreis Potsdam-Mittelmark Fachdienst Naturschutz |seiten=21 |zugriff=2015-04-28 |format=PDF}}</ref> Auf den Flächen des ehemaligen Flugplatzes Brandenburg-Briest befindet sich seit 2011 der [[Solarpark Brandenburg-Briest]], der zur Zeit seiner Fertigstellung der größte Solarpark Europas war. Er besteht aus 383.000 Modulen und ist für Spitzenleistungen von bis zu 91&nbsp;Megawatt ausgelegt.

=== Landwirtschaft ===
Die Landwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Stadt. 3453&nbsp;Hektar der Flächen der Stadt werden landwirtschaftlich genutzt. Das entspricht einem Anteil von 42,4&nbsp;Prozent. Die natürlichen Voraussetzungen für Ackerbau sind unterschiedlich zu bewerten. Einerseits dominieren in weiten Gebieten sandige, trockene und nährstoffarme Böden, andererseits sind weite Bereiche ehemaliger Moorflächen ertragreich. Als Gebiet mit sehr hohem Ertragspotential werden die Landwirtschaftsflächen zwischen Fohrde und Tieckow beschrieben. Weitere landwirtschaftliche Flächen mit hohem Ertrag befinden sich rund um den Pritzerber See, beiderseits der Havel ab Pritzerbe, im Marzahner Fenn und in der Pritzerber Laake.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/8_Besondere_Boeden_NW.pdf |titel=Teilblatt Nordwest Besondere Böden |hrsg=Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung |format=PDF |werk=Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan |zugriff=2013-05-04}}</ref>

=== Forstwirtschaft ===
[[Datei:Sägewerkseelensdorf.JPG|mini|Sägewerk im Seelensdorfer Forst]]
In Havelsee gibt es 3182&nbsp;Hektar Waldfläche. Größte zusammenhängende Waldgebiete sind der Seelensdorfer Forst, der noch immer überwiegend dem [[Domstift Brandenburg]] gehört, und die Pritzerber Laake. Das Domstiftsforstamt bewirtschaftet circa 1800&nbsp;Hektar Wald. Die weitaus größten Teile der forstwirtschaftlichen Flächen Havelsees sind mit Kiefern bestockt, davon im domstiftseigenen Wald 1400&nbsp;Hektar. Bei den Kiefernforsten Havelsees handelt sich meist um einstufige Reinbestände, sogenannte Altersklassenwälder. Hintergrund ist, dass in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg umfangreiche Kahlschläge erfolgten, die unter der Vorgabe einer maximalen Holzproduktion monokulturell wieder aufgestockt wurden. In den letzten Jahren ist jedoch ein forstwirtschaftlicher Umbau dieser Wälder festzustellen. Es wird verstärkt von den Monokulturen abgesehen und stattdessen die Entwicklung von naturnäheren Laubmisch- und Laubwäldern vorangetrieben. Eine Ausnahme innerhalb Havelsees bildet die Pritzerber Laake. Sie ist als Moor- und Erlenbruchwald Havelsees einziges größeres zusammenhängendes Laub- und Mischwaldgebiet und liegt im Norden der Stadt. Im Seelensdorfer Forst betreibt das Domstift Brandenburg ein eigenes Sägewerk.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.dom-brandenburg.de/forstamt/ |titel=Domstiftsforstamt |hrsg=Domstift Brandenburg |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Fischerei ===
[[Datei:Berufsfischerhavelsee.JPG|mini|Berufsfischerei in Havelsee]]
Die Gewässer nehmen in Havelsee 585&nbsp;Hektar oder 7,2&nbsp;Prozent der Fläche der Stadt ein. Die Fischerei hat in den flussnahen Ortsteilen der Stadt eine jahrtausendelange Tradition. Im Stadtgebiet gibt es noch drei gewerbliche Fischereien, die Havelfisch fangen, zubereiten und verkaufen. Zwei befinden sich im Ortsteil Briest und eine in Pritzerbe. Der gewerbliche Fischfang wird auf der Havel und dem Pritzerber See betrieben und erfolgt extensiv mit [[Reuse]]n und [[Stellnetz]]en. Daneben werden die größeren und kleineren Gewässer Havelsees noch privat vom Ufer oder von Booten aus beangelt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.potsdam-mittelmark.de/opencms/export/sites/default/pm/pdf/lrp/Band_2_Bestand_Bewertung.pdf |titel=Landschaftsrahmenplan Band 2 |titelerg=Bestand und Bewertung |hrsg=Landkreis Potsdam-Mittelmark Fachdienst Naturschutz |seiten=29 f. |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref>

== Infrastruktur ==
=== Verkehr ===
[[Datei:Havelseehavelschiff1.JPG|mini|links|Berufsschifffahrt auf der Havel in Havelsee]]
Havelsee verfügt über Anbindungen an die drei wichtigsten Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasserweg. Es liegt an der [[Bundesstraße 102]], die von [[Luckau]] nach [[Bückwitz]] führt und Anschlussstellen zu den Bundesautobahnen [[Bundesautobahn 2|A&nbsp;2]] und [[Bundesautobahn 9|A&nbsp;9]] hat. Die [[Landesstraße]]&nbsp;962 von Fohrde über Tieckow und Briest verbindet die Bundesstraße&nbsp;102 mit der [[Bundesstraße 1]] durch das Stadtgebiet. Weitere landeseigene Hauptstraßen in der Stadt sind die Landesstraße&nbsp;99, die von Pritzerbe über Marzahne in Richtung Nordost nach Märkisch Luch und die Landesstraße&nbsp;98, die aus Brandenburg kommend durch Marzahne im Norden nach Nennhausen führt. Von der L&nbsp;98 zweigt nördlich von Marzahne die Landesstraße&nbsp;982 nach Garlitz in der Gemeinde Märkisch Luch ab. Die einzige [[Kreisstraße]] Havelsees, die K&nbsp;6953, führt von der Landesstraße&nbsp;99 nach Hohenferchesar.

[[Datei:Hafen pritzerbe.JPG|mini|Hafen Pritzerbe]]
Havelsee liegt mit einigen Hafenanlagen an der Unteren Havel, einem Abschnitt der [[Untere Havel-Wasserstraße|Unteren Havel-Wasserstraße]] und ehemals bedeutenden und viel befahrenen [[Binnenschifffahrt]]sweg zwischen den größten deutschen Städten [[Berlin]] und [[Hamburg]]. Die Wasserstraße hat im Stadtgebiet die Binnenwasserstraßenklasse&nbsp;III. Dies bedeutet, dass in diesem Bereich Fahrzeuge und Verbände bis 67&nbsp;Meter Länge und 8,25&nbsp;Meter Breite zugelassen sind. Unmittelbar in Fließrichtung unterhalb der Stadtgrenze Havelsees befindet sich in einem [[Durchstich (Wasserbau)|Durchstich]] die [[Schleuse Bahnitz]]. Die [[Kahnschleuse Bahnitz]] an einer Staustufe, dem Wehr Bahnitz auf der Stadtgrenze, lag ursprünglich am rechten Ufer in Havelsee. Bei der Modernisierung des Wehres wurde jedoch der Altbau abgerissen und auf der Bahnitzer Seite bis 2011 eine neue Kahnschleuse errichtet. Auf der Havelseeschen Seite des Wehres wurde anstelle der alten Kahnschleuse ein [[Fischaufstieg]] errichtet.

Während der Fluss im Bereich Havelsees früher als Hauptverkehrsweg einem Großteil der Berufsschifffahrt zwischen dem Hamburger Hafen, den Industriegebieten flussabwärts und den Städten Brandenburg und Berlin diente, hat sich dieses Bild mittlerweile geändert. Bedingt durch die weitreichende Deindustrialisierung im Osten und die Verlagerung der Verkehrswege weg von der Elbe wasserstandsunabhängig auf den [[Elbeseitenkanal|Elbeseiten-]] und den [[Mittellandkanal]], nahm in den Nachwendejahren die Berufsschifffahrt auf dem Flussabschnitt stetig ab. Sie spielt bei weitem nicht mehr die Rolle früherer Jahrzehnte. Jedoch gab es dafür einen sehr starken Zuwachs in der Sport- und Freizeitschifffahrt. Die Hafenanlagen im Stadtgebiet Havelsees umfassen beispielsweise den Stadthafen Pritzerbes mit einer Anlegestelle für Fahrgastschiffe, [[Marina (Hafen)|Marinas]] für Motor- und Segelboote und die [[Kai (Uferbauwerk)|Kaianlagen]] am Baustoffwerk in Kranepuhl.

==== Öffentlicher Nahverkehr ====
Die Stadt Havelsee ist seit 1999 Teil des [[Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg|Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg]] (VBB), des flächengrößten Verkehrsverbundes Deutschlands. Havelsee ist als Umlandgemeinde der Tarifzone&nbsp;C der Stadt Brandenburg an der Havel zugeordnet. Im VBB-Tarif nutzbar sind in Havelsee die Regionalbahn und die regionalen Busverbindungen. Es werden fünfzehn[WORDS?] Bushaltestellen und zwei Bahnhöfe beziehungsweise Haltepunkte bedient. Daneben gibt es zwischen Pritzerbe und Kützkow eine Fährverbindung über die Havel.

===== Regionalbahn =====
[[Datei:OE51 Bahnhof Fohrde.jpg|mini|links|Regionalbahn 51 am Haltepunkt Fohrde]]
{| class="wikitable float-right"
|-
! Regionalbahn RB51
{{BS-table}}
{{BS|BHF||[[Bahnhof Rathenow|Rathenow]]}}
{{BS|HST|||Mögelin}}
{{BS|HST|||Premnitz Nord}}
{{BS|HST|||Premnitz Zentrum}}
{{BS|HST|||Döberitz}}
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{{BS|BHF|||[[Bahnhof Brandenburg-Altstadt|Brandenburg-Altstadt]]}}
{{BS|BHF||[[Brandenburg Hauptbahnhof]]}}
|}
|}
An der eingleisigen Regionalbahnlinie (RB&nbsp;51) zwischen Brandenburg und Rathenow liegen in Havelsee der [[Bahnhof Pritzerbe]] und der Haltepunkt Fohrde. 1904 wurde das Stadtgebiet über die private [[Brandenburgische Städtebahn]] an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die ursprüngliche Strecke führte von [[Treuenbrietzen]] im Süden über [[Belzig]], Brandenburg, [[Rathenow]] nach [[Neustadt (Dosse)]] im Norden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb von der [[Deutsche Reichsbahn (1945–1993)|Deutschen Reichsbahn]] übernommen. In den folgenden Jahrzehnten wurden zunächst die Teilstrecke Treuenbrietzen–Belzig, später auch[FILLWORD?] Belzig–Brandenburg und Rathenow–Neustadt stillgelegt, sodass der Abschnitt Brandenburg–Rathenow, an dem Havelsee liegt, das letzte in Betrieb befindliche Teilstück der ehemaligen Brandenburgischen Städtebahn ist. Ab 1993 erbrachte die [[Deutsche Bahn|Deutsche Bahn AG]] die Verkehrsleistungen auf der Strecke. Zwischen 2003 und 2005 wurde der Abschnitt für 55 Millionen Euro saniert und am 27.&nbsp;Juni&nbsp;2005 wieder in Betrieb genommen. Von 2007 bis Dezember 2011 betrieb die [[Ostseeland Verkehr]] die Strecke als MR&nbsp;51. Seit Dezember 2011 ist die [[Ostdeutsche Eisenbahn]] Betreiber, die die Linie zunächst als OE&nbsp;51 bezeichnete. Seit 2012 wird sie wieder als RB&nbsp;51 geführt. Die Strecke wird im Personennahverkehr mit Triebwagen [[Stadler GTW]] befahren.

===== Regionaler Busverkehr =====
Drei regionale Busverbindungen in die Nachbarstädte Brandenburg an der Havel und Premnitz und in die Gemeinden Beetzsee und [[Bensdorf]] dienen vor allem dem Schülerverkehr. Betreiber ist die [[Verkehrsgesellschaft Belzig]]&nbsp;mbH (VGB) mit dem Sitz in der Kreisstadt Potsdam-Mittelmarks. Die Buslinie&nbsp;564 verbindet Brandenburg über die Gemeinde Beetzsee mit Havelsee,<ref>{{Internetquelle |url=http://www.vgbelzig.de/Fahrplan/aktuell/564.pdf |titel=564 |titelerg=Brandenburg - Hohenferchesar - Pritzerbe und Pritzerbe - Hohenferchesar - Brandenburg |hrsg=Verkehrsgesellschaft Belzig mbH |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref> die Linie&nbsp;570 Brandenburg über Havelsee mit Bensdorf<ref>{{Internetquelle |url=http://www.vgbelzig.de/Fahrplan/aktuell/570.pdf |titel=570 |titelerg=Brandenburg - Fohrde - Briest - Vehlen und Vehlen - Briest - Fohrde - Brandenburg |hrsg=Verkehrsgesellschaft Belzig mbH |zugriff=2014-09-02 |format=PDF |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131014100240/http://www.vgbelzig.de/Fahrplan/aktuell/570.pdf |archiv-datum=2013-10-14 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> und die Linie&nbsp;571 Brandenburg über Havelsee mit Premnitz.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.vgbelzig.de/Fahrplan/aktuell/571.pdf |titel=571 |titelerg=Brandenburg - Briest - Pritzerbe - Premnitz und Premnitz - Pritzerbe - Briest - Brandenburg |hrsg=Verkehrsgesellschaft Belzig mbH |zugriff=2014-09-02 |format=PDF}}</ref> Auf allen drei Linien gibt es ausschließlich an Werktagen (ohne Samstage) in den frühen Vormittags- und Nachmittagsstunden Verbindungen ohne jede Taktung. Teilweise ist der Verkehr auch[FILLWORD?] unter der Woche ausschließlich auf Schultage reduziert. So wird beispielsweise die Linie&nbsp;571 grundsätzlich nur während der Schulzeit bedient. Die Linien 564 und 570 verkehren in der schulfreien Zeit nur an zwei Wochentagen und ausgedünnt.

===== Havelfähre =====
[[Datei:Fährepritzerbex.JPG|mini|Fähre am Ufer von Kützkow]]
Zwischen Pritzerbe und dem Gemeindeteil Kützkow verkehrt die nicht frei fahrende [[Fähre Pritzerbe]] über die Havel. Eine Fährverbindung an dieser Stelle besteht grundsätzlich schon spätestens seit dem Jahr 1385, als sie das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. In den frühen Jahrhunderten wurden die Fährkähne zunächst über die Havel [[Stocherstange|gestakt]]. Seit dem späten 18.&nbsp;Jahrhundert wurden Besitzerwechsel der Fähre in den Grundbüchern der Stadt vermerkt. So erwarb 1788 der Fährmann Johann Friedrich Hartwig die Rechte an der Fährverbindung von der Königlichen Kriegs- und Domänenkammer zu Magdeburg. Durch Erbschaften kamen diese Rechte 1818 an den Kaufmann August Wilhelm Friedrich Hartwig und 1834 an dessen Witwe Caroline Friederike, geborene Hintze. Sie verkaufte ihre Rechte 1855 an den Kaufmann Wilhelm Gottlieb Robert Hartwig. 1883 genehmigte der Regierungspräsident von Diesberg eine Ketten- beziehungsweise Seilfähre. Für den Betrieb der Fähre an einem Fährseil wurde eine jährliche Anerkennungsgebühr von damals fünf [[Reichsmark]] erhoben. Am 27.&nbsp;Dezember&nbsp;1922 wurde die Fähre an die Rittergutsbesitzer Gustav von Schnehen aus Kützkow und Botho von Knoblauch aus Buschow und an den Kaufmann Friedrich Stimming aus Pritzerbe jeweils[FILLWORD?] zu gleichen Anteilen verkauft. Am 3.&nbsp;Juli&nbsp;1925 übernahm der Verkehrsverein Pritzerbe-Kützkow e.&nbsp;V. Pritzerbe die Fähre. Am 7.&nbsp;September&nbsp;1932 wurde die Stadt Pritzerbe Eigentümer.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Fähre von deutschen Truppen gesprengt, sodass nach dem Krieg ein neues Fährschiff beschafft werden musste. Pächter waren Wilhelm Schwarz, Fritz Dammasch und Walter Wernsdorf, die im Dreischichtbetrieb arbeiteten. Die neue Fähre wurde an zwei Seilen geführt und mit sogenannten Holzklemmen gezogen. Gegen Ende der 1950er Jahre wurde erstmals eine motorisierte Fähre eingesetzt, die bis 1990 mit einem Einzylinder-Dieselmotor angetrieben wurde. Im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Pachtzinses nach der Motorisierung der Fähre wurden die Pachtverhältnisse aufgegeben. Betreiber war zunächst die Stadt Pritzerbe und ist jetzt die Stadt Havelsee. Schwarz und Dammasch gaben den Fährdienst später auf, Walter Wernsdorf arbeitete als Fährmann im Dienste der Stadt Pritzerbe. 1991 wurde die Fähre wieder durch einen Neubau ersetzt, der von einem Dieselmotor angetrieben wird. Dieser Motor wirkt über eine Kupplung auf [[Kettennuss|Kettenräder]] auf eine lange, quer im Fluss verlegte Kette. Das Fährfahrzeug zieht sich an dieser Kette über die Havel. Ein [[Drahtseil]] dient als Führung und Sicherung. Gegenwärtig sind vier Fährleute bei der Kommune angestellt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.pritzerbe.eu/stadt/sehenswertes/28-faehre |titel=Die Fähre |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141210061150/http://www.pritzerbe.eu/stadt/sehenswertes/28-faehre |archiv-datum=2014-12-10 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref> In den Sommermonaten mit dem größten Fahrgastaufkommen werden täglich bis zu 500 Personen und 100 Fahrzeuge übergesetzt.

=== Bildungseinrichtungen ===
[[Datei:Schulhauspritzerbe.JPG|mini|Denkmalgeschütztes Schulgebäude der Grundschule im Ortsteil Pritzerbe]]
Die einzige Schule im Stadtgebiet ist die heutige [[Grundschule Pritzerbe „Johann Wolfgang von Goethe“|Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“]] unter anderem in einem 1853/54 errichteten und denkmalgeschützten Backsteingebäude an der Kirchstraße im Ortsteil Pritzerbe. In der [[Grundschule]] werden die Schüler Havelsees bis zum Ende der sechsten Klasse unterrichtet. Die Pritzerber Schule war erst eine Volksschule und ist seit dem Jahr 1949 nach [[Goethe]] benannt. Von 1958 bis 1992 war sie zehnjährige [[Polytechnische Oberschule]]<ref>{{Internetquelle |url=http://www.havelsee.de/schulen-kitas/grundschule-pritzerbe/ |titel=Grundschule Pritzerbe |hrsg=Havelsee.de Redaktion |zugriff=2014-09-02}}</ref> und wurde dann[FILLWORD?] in eine Grundschule umgewandelt. Die nächstgelegenen weiterführenden Schulen befinden sich in den Städten Brandenburg und Premnitz.

Die Villa Reichstein im Ortsteil Fohrde ist heute als Villa Fohrde eine von einem gemeinnützigen Verein getragene Bildungs- und Tagungsstätte. In der Einrichtung werden Seminare und andere Veranstaltungen angeboten und durchgeführt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.villa-fohrde.de/ |titel=Die Bildungsstätte "Villa Fohrde" |hrsg=Villa Fohrde e.&nbsp;V. |zugriff=2014-09-02}}</ref> Zwischen 1950 und 1992 war in dem Gebäude die ehemalige [[August Bebel|August-Bebel]]-Schule untergebracht.

=== Öffentliche Einrichtungen ===
In Fohrde und in Pritzerbe gibt es jeweils[FILLWORD?] einen Kindergarten, in Pritzerbe darüber hinaus einen Hort. Die [[Freiwillige Feuerwehr]] Havelsee besteht aus den Freiwilligen Feuerwehren der Orts- und Gemeindeteile. Feuerwehrhäuser mit Lösch- und Einsatzfahrzeugen gibt es in Briest, Fohrde, Hohenferchesar, Kützkow, Marzahne, Pritzerbe und Tieckow. Im Seelensdorfer Forst steht ein [[Feuerwachturm]].

Das Rathaus der Stadt Havelsee befindet sich im Rathaus der ehemaligen Stadt Pritzerbe. In Pritzerbe befindet sich auch[FILLWORD?] ein Polizeiposten, der jedoch nur an einem Tag in der Woche für wenige Stunden besetzt ist.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.stadthavelsee.de/data/index.php?option=com_content&view=article&id=2&Itemid=3 |titel=Rathaus der Stadthavelsee |hrsg=Günther Noack |zugriff=2014-09-02 |offline=ja |archiv-url=https://web.archive.org/web/20141217030607/http://www.stadthavelsee.de/data/index.php?option=com_content&view=article&id=2&Itemid=3 |archiv-datum=2014-12-17 |archiv-bot=2018-03-25 13:25:21 InternetArchiveBot }}</ref>

=== Medizinische Einrichtungen ===
[[Datei:Apotheke pritzerbe 1.JPG|mini|Apotheke in Pritzerbe]]
Eine Allgemeinarztpraxis in Fohrde und eine Allgemeinarzt- und eine Zahnarztpraxis in Pritzerbe gewährleisten die medizinische ambulante Grundversorgung in der Stadt. In Pritzerbe gibt es daneben eine Apotheke. Physiotherapeutische Praxen befinden sich in den Ortsteilen Pritzerbe und Marzahne.

Die nächstgelegenen Krankenhäuser befinden sich in der Stadt Brandenburg. Das [[Städtisches Klinikum Brandenburg|Städtische Klinikum]] dient als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung. Das Sankt-Marien-Krankenhaus ist ein geriatrisches, die Asklepiosklinik ein neurologisches und psychiatrisches Spezialkrankenhaus und die Heliosklinik Hohenstücken eine neurologische Rehabilitationseinrichtung. Für den [[Rettungsdienst]] sind die [[Rettungswache]]n in Brandenburg und [[Bollmannsruh]] (Gemeinde [[Päwesin]]) zuständig. Der nächstgelegene Standort eines Rettungshubschraubers befindet sich ebenfalls in der Stadt Brandenburg.

=== Medien ===
Die Tageszeitung mit der meistverkauften Auflage in Havelsee ist die ''[[Märkische Allgemeine]]'' mit Sitz in Potsdam. Die auch für Havelsee zuständige Lokalredaktion hat ihren Sitz im benachbarten Brandenburg an der Havel. Neben der ''Märkischen Allgemeinen'' gibt es noch die beiden kostenlosen, über Anzeigen finanzierten Zeitungen ''Brandenburger Wochenblatt'' (BRAWO) und ''Preussenspiegel'', die regionale und lokale Nachrichten publizieren. Wichtigstes lokales Online-Nachrichten- und Informationsportal ist das seit 2007 betriebene ''Havelsee.de''.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.havelsee.de/ |titel=Havelsee.de |titelerg=Briest, Fohrde, Hohenferchesar, Marzahne und Pritzerbe |hrsg=Havelsee.de Redaktion |zugriff=2014-09-02}}</ref>

=== Sport ===
Kommunale Sportplätze gibt es in Fohrde und in Pritzerbe. In Pritzerbe gibt es daneben eine Sporthalle. Die Pritzerber Sportanlagen werden außer für den Freizeitsport auch[FILLWORD?] für den Schulsport der Grundschule genutzt. Auf der Havel oberhalb von Tieckow befindet sich eine [[Wasserschi]]strecke.
Sportvereine in der Stadt sind der SV Alemania 49 Fohrde mit den Abteilungen Fußball, Schach und Reiten, der SV Volleyball Pritzerbe und der Billardverein 1963 Pritzerbe.

== Persönlichkeiten ==
* [[Friedrich von Görne]] (1670–1745), preußischer Staatsminister, Rittergutsbesitzer von Kützkow
* [[Robert Hinz]] (* 1929), leitete von 1958 bis 1990 als Domstiftsforstmeister das brandenburgische Domstiftsforstamt Seelensdorf
* [[Lothar Kreyssig]] (1898–1986), Amtsrichter in Brandenburg an der Havel, Mitglied der [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]], [[Aktion T4|Euthanasie-Gegner]] und Begründer der [[Aktion Sühnezeichen]], von 1937 bis 1971 wohnhaft auf dem [[Bruderhof (Havelsee)|Bruderhof]] bei Hohenferchesar
* [[Walter Kuntze]] (1883–1960), General der [[Wehrmacht]]
* [[Daniel von Mukede]] († zwischen 1230 und 1234), Ritter und [[St. Peter und Paul (Brandenburg an der Havel)|Brandenburger Domherr]], [[Koadjutor]]

== Literatur ==
* {{Literatur
  |Hrsg=Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada im Auftrag [[Leibniz-Institut für Länderkunde]] und [[Sächsische Akademie der Wissenschaften]] zu Leipzig
  |Titel=Brandenburg an der Havel und Umgebung. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Brandenburg an der Havel, Pritzerbe, Reckahn und Wusterwitz
  |Reihe=Landschaften in Deutschland. [[Werte der deutschen Heimat]]
  |BandReihe=69
  |Verlag=Böhlau Verlag
  |Ort=Köln
  |Datum=2006
  |ISBN=978-3-412-09103-3}}
* Ernst Fidicin: ''Die Territorien der Mark Brandenburg.'' Band III, J. Guttentag, Berlin 1860.
* M. W. Heffter: ''Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten.'' Verlag von Ferdinand Riegel, Potsdam 1840.
* Gustav Abb, Gottfried Wentz (Bearb.): ''Germania Sacra.'' 1.&nbsp;Abteilung: ''Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg.'' 1.&nbsp;Band: ''Das Bistum Brandenburg.'' Erster Teil, Kaiser-Wilhelm-Institut für deutsche Geschichte, Walter de Gruyter & Co., Berlin 1929.
* [[Lieselott Enders]] (Bearb.): ''Historisches Ortslexikon für Brandenburg.'' Teil III: ''Havelland.'' Klaus-D.-Becker-Verlag, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-80-8.
* Günther Mangelsdorf: ''Die Ortswüstungen des Havellandes.'' Walter de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 978-3-11-014086-6.

== Weblinks ==
{{Wiktionary}}
{{Commonscat}}
* {{Internetquelle
  |url=https://www.havelsee.de/
  |titel=Havelsee.de - Briest, Fohrde, Hohenferchesar, Marzahne und Pritzerbe
  |hrsg=Sebastian Mahlow
  |zugriff=2018-05-06}}
* {{Internetquelle
  |url=http://www.pritzerbe.de/
  |titel=Die Stadt Pritzerbe
  |titelerg=Hallo und willkommen
  |hrsg=Jürgen Patzlaff, Carsten Muschol
  |zugriff=2014-07-17}}
* {{Internetquelle
  |url=http://www.marzahne.com/
  |titel=Marzahne
  |titelerg=Herzlich willkommen!
  |hrsg=Ortsbürgermeister Carsten Wuttke
  |zugriff=2014-07-17}}
* {{Internetquelle
  |url=http://www.hohenferchesar.de/
  |titel=Förderverein Hohenferchesar
  |titelerg=Herzlich willkommen
  |hrsg=Förderverein Hohenferchesar e.&nbsp;V.
  |zugriff=2014-07-17}}

== Einzelnachweise ==
<references responsive />

{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Potsdam-Mittelmark}}

{{Exzellent|21. November 2013|124703028}}

{{Normdaten|TYP=g|GND=7706519-0}}

[[Kategorie:Havelsee| ]]
[[Kategorie:Ort an der Havel]]
[[Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark]]
[[Kategorie:Dorf (Landbuch Karls IV.)]]
[[Kategorie:Flecken (Landbuch Karls IV.)]]
[[Kategorie:Stadt in Brandenburg]]
[[Kategorie:Gemeindegründung 2002]]
[[Kategorie:Stadtrechtsverleihung 2002]]

Erläuterungen

Links to numbers: Jahre und Jahrestage sollten im Allgemeinen nicht verlinkt werden, da es sehr selten jemandem hilft, auf das Jahr XY zu klicken (Ausnahme unter anderem Geburts- und Sterbedaten in Personenartikeln), siehe WP:VL#Daten verlinken. Das Verlinken von Monaten, Jahrzehnten und Jahrhunderten ist auch nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Dazu gibt es auch ein Bookmarklet.
Plenk
Leerzeichen vor Satzzeichen, siehe Plenk.
Klempen
Kein Leerzeichen nach Satzzeichen (oder fehlendes Leerzeichen nach Abkürzung?), siehe Klempen.
Zwischenüberschriften sollten keine Wikilinks sein oder enthalten. In der Regel lässt sich derselbe Link genauso gut in den ersten Sätzen des folgenden Abschnitts setzen. Eine Ausnahme sind listenartige Artikel, bei denen die Überschriften nur der Gruppierung von Einzelpunkten dienen. Siehe auch WP:WSIGA und WP:VL#Überschriften. Achtung, wenn der Link sinnvoll zum Textverständnis sein kann, bitte nicht einfach entfernen, sondern in den Text übernehmen.
CMS
":", "-", "!" oder "?" in Überschrift, siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Überschriften und Absätze.
DL
Doppelter Link hintereinander, für den Leser ist die Grenze nicht ersichtlich, siehe Wikipedia:Verlinken#Verlinkung von Teilwörtern.
EM
Ausrufezeichen vermeiden.
WORDS
Wörter, die man vermeiden sollte. Dies sind beispielsweise Wörter, die den neutralen Standpunkt verletzen, Zahlen über zwölf (mit Ausnahmen!), relative Zeitangaben, die bald nicht mehr stimmen (beispielsweise "derzeit") und Anglizismen. Siehe Wörter, die nicht in Wikipedia stehen sollten.
Maybe fillword
Potentielle Füllwörter, die man manchmal ersatzlos streichen kann. Bitte den Satz oder Absatz vorher komplett lesen, ob das Wort nicht doch sinnvoll ist oder das Verständnis erleichtert. Ein gewisse Menge an Füllwörtern ist normal. Siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Wortwahl.
BOLD
Fettschrift ist zu vermeiden. Nur an dem Artikelanfang wird das Lemma eines Artikels noch einmal fett geschrieben sowie Synonyme (für die dann auch Redirects angelegt sein sollten). Fremdwörter bitte nicht fett, sondern kursiv schreiben (WP:Fremdwortformatierung). Manchmal ist Fettschrift noch sinnvoll in Formeln und bei Tabellenüberschriften. Siehe auch WP:WGAA#Sonstiges und Wikipedia:Typografie#Auszeichnung.
BOLD-INSTEAD-OF-SECTION
Hier wurde eventuell Fettschrift statt eines Wikipedia-Abschnitts mit "== XYZ ==" verwendet. Bitte prüfen, ob sich ein Abschnitt lohnt. Eventuell mehrere Pseudo-Abschnitte zusammenfassen.
LC
Lowercase: Zeile oder Überschrift, die mit einem Kleinbuchstaben beginnt. Selten sinnvoll außer beispielsweise in Formeln.
BKL
Link zu einer Begriffserklärungsseite. Wikilinks sollten direkt zu der gewünschten Seite zeigen. Dies ist manchmal nicht immer möglich, da manche Oberbegriffe in Wikipedia noch keinen Artikel haben, beispielsweise Disteln. Siehe auch WP:VL#Gut zielen.
ABBREVIATION
Abkürzungen vermeiden: Statt "z. B." kann man so auch "beispielsweise" schreiben, statt "i. d. R." auch "meistens" oder einfach nur "meist". Das Wort "beziehungsweise", abgekürzt "bzw.", das aus der Kanzleisprache stammt, lässt sich meist besser durch "oder" ersetzen. Falls tatsächlich ein Bezug auf zwei verschiedene Substantive vorliegt, kann man es manchmal vorteilhafter durch "und im anderen Fall" oder schlicht durch "und" ausdrücken, siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Abkürzungen.
NBSP
Zwischen einer Zahl und einer Einheit sollte ein geschütztes Leerzeichen stehen. Dadurch wird ein automatischer Zeilenumbruch zwischen logisch zusammengehörenden Elementen verhindert. Siehe auch Wikipedia:Textgestaltung.
ISBN
Falsch formatierte ISBN, durch den Doppelpunkt wird kein Link erzeugt.
TAG
"<i>" oder "<b>" statt "''" oder "'''".
TAG2
Tags, die außerhalb von Tabellen nicht verwendet werden sollten: "<br />", "<s>", "<u>", "<small>", "<big>", "<div align="center">" oder "<div align="right">". Siehe Wikipedia:Textgestaltung.
FROMTO
Sollte so formatiert sein: "von 1971 bis 1986". Siehe Wikipedia:Datumskonventionen.
DOTDOTDOT
"..." (drei Zeichen) statt "…".
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect).
DOUBLEWORD
Wortdopplung?
BISSTRICH
Bei Zeitangaben Bis-Strich verwenden, am einfachsten den folgenden per Kopieren und Einfügen: "–". Obacht: In diversen Zeichensätzen sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Strichen nicht erkennbar. Siehe auch Wikipedia:Typografie#Bis-Strich und Bis-Strich.
TYPO
Häufige Tippfehler. Tippfehler, die im Wikicode mit "<!--sic-->" markiert sind, wurden absichtlich so zitiert, siehe auch Wikipedia:Zitate#Zitate im Fließtext. Artikel mit Schweizer Rechtschreibung am Anfang mit "<!--schweizbezogen-->" markieren, dann findet keine Prüfung statt. Bei Falschmeldungen bitte auf meiner Diskussionsseite Bescheid sagen.
APOSTROPH
Eventuell falsches Apostroph, im Deutschen "'" statt "’". Siehe auch Apostroph#Typografisch korrekt und Wikipedia:Typografie#Weitere Zeichen.
GS
Bindestrich ("-") statt Gedankenstrich ("–"). Siehe auch Wikipedia:Typografie#Gedankenstrich und Halbgeviertstrich#Gedankenstrich.
BRACKET
Ungleiche Anzahl von Klammern.
BRACKET2
Kein Leerzeichen vor einer öffnenden oder nach einer schließenden Klammer.
QUOTATION
Einfache Anführungszeichen ('"…"') statt den typografisch korrekten ("„…“"). Siehe auch Erzeugung von Anführungszeichen.