wikilint

Geprüfter Artikel: St. Christophorus (Reinhausen) [Bearbeiten in Wikipedia]

Link zu dieser Seite: http://tools.wmflabs.org/wikilint/cgi-bin/wikilint?l=de&lemma=St.+Christophorus+(Reinhausen)&do_typo_check=ON

Deutsche FlaggeDieser Dienst prüft automatisch Wikipedia-Seiten auf häufige Fehler. Bisher wird nur Deutsch und Englisch unterstützt.
Bitte Kommentare, Fehler und Ideen hier eintragen. (Liste der Funktionen)
English flagThis service automatically reviews Wikipedia articles for some common problems. So far only German and English are supported as article languages. Leave comments, bugs & ideas here.
URL/Lemma: (Bei Problemen mit deutschen Umlauten die URL von Wikipedia kopieren)

[[18. Jahrhundert]], [[April]], [[1960er]] auch entfernen/also remove century links
Tippfehler-Prüfung (dauert etwas länger)/Typo check   Zufällige Seite/Random Page   Test Seite/Testpage
Sprache/Language: (English language limited)

Obacht! Dieses Programm gibt nur Anregungen nach den deutschen Wikipedia-Empfehlungen vom 22. April 2007. Bitte die Hinweise nicht unreflektiert übernehmen; wenn sich das automatisieren lassen würde, hätte ich einen Bot daraus gemacht ;). Der Inhalt ist immer wichtiger als die Formatierung!


Problem-Quote für St. Christophorus (Reinhausen): 0,6 (nur bedingt aussagekräftig und vergleichbar, insbesondere weil dieser Dienst manchmal auch Falschmeldungen produziert!)

Zusammenfassung

PrüfungErgebnis
WortdopplungOK
PlenkOK
KlempOK
Doppel-Wikilink ohne erkennbaren ÜbergangOK
Weblink in Abschnitts-TitelOK
Ausrufezeichen außerhalb von ZitatenOK
Weblink in Text (außerhalb von "<ref>" und "== Weblinks =="OK
Wikilink in Abschnitts-TitelOK
Doppelpunkt, Ausrufe- oder Fragezeichen in Abschnitts-TitelOK
Link bei "== Siehe auch ==", der vorher schon gesetzt istOK
Satz, der klein geschrieben beginntOK
Abschnitts-Titel, der klein geschrieben beginntOK
Falsch formatierte ISBNOK
"<i>" oder "<b>" statt "''" oder "'''"OK
Link zu Begriffsklärungs-SeiteOK
"..." (drei Zeichen) statt "…"OK
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect)OK
Häufige TippfehlerOK
Minus statt Bis-StrichOK
Falsches Apostroph, "'" statt "’"OK
Bindestrich ("-") statt Gedankenstrich ("–") verwendetOK
Normale Anführungszeichen '""' statt "„" und "“"OK
Klammer falsch bei Vorlage oder WikilinkOK
Kein Leerzeichen vor einer öffnenden oder nach einer schließenden Klammer.1
Tags, die nicht verwendet werden sollten: "<s>", "<u>", "<small>" oder "<big>"OK
Unformatierte WeblinksOK
Lange Sätze (mehr als 50 Wörter)OK
Anzahl der Wörter im längsten SatzOK
Wörter, die in Wikipedia nicht stehen sollten2
Potentielle FüllwörterSiehe
unten
Abkürzung1
Fettschrift im Text (außerhalb der Lemma-Definition und Tabellen)OK
Fettschrift als AbschnittsersatzOK
Zu viele Wikilinks zum gleichen LemmaOK
Wenige Einzelnachweise, aber Abschnitt "== Literatur =="OK
Wenige EinzelnachweiseOK
Zu viele WeblinksOK
Kein geschütztes Leerzeichen vor EinheitOK
Wikilinks zu Jahren (außer Geburts- und Sterbedaten in Biografien)OK
Wikilinks zu Tagen (außer Geburts- und Sterbedaten in Biografien)OK
Wikilinks zu JahrhundertenOK
Wikilinks zu JahrzehntenOK
Wikilinks zu MonatenOK
Zu viele Links bei "== Siehe auch =="OK
Vorschlag: Kein Bild im ArtikelOK
Vorschlag: Kein Wiktionary-Link1
Vorschlag: Kein Wikimedia-Commons-LinkOK

Anzahl der Einzelnachweise: 109

Anzahl der potentiellen Füllwörter: 19 von 9140 Wörtern = 1 Füllwort pro 481 Wörter im Artikel (Durchschnitt der Exzellenten: 1/147, mehr als 1/80 geht nicht in die Problem-Quote ein)

Stand der Datenbanken: (MediaWiki API)/(MediaWiki API)



Allgemeine Anmerkungen (weitere unten in dem Wiki-Quelltext):

Legende:
Ist sehr selten sinnvoll.
Ist selten sinnvoll, bitte prüfen.
Ist manchmal sinnvoll, bitte prüfen.
Vorschlag, bitte prüfen, ob sinnvoll.



Wiki-Quelltext mit Anmerkungen:

[[Datei:StChristophorus Reinhausen.jpg|mini|hochkant=1.2|Pfarrkirche St. Christophorus in Reinhausen]]
Die Kirche '''St. Christophorus''' ist die evangelisch-lutherische [[Pfarrkirche]] des Dorfes [[Reinhausen (Gleichen)|Reinhausen]] im [[Landkreis Göttingen]] ([[Niedersachsen]]). Sie steht auf dem Sandsteinfelsen des Kirchbergs über dem Ortskern des Dorfes. Ursprung des Kirchenbaus ist eine im 10. Jahrhundert errichtete [[Burgkapelle]] der [[Grafen von Reinhausen]]. Nach Umwandlung der Burg in ein [[Kollegiatstift]] diente sie diesem und seit dem 12. Jahrhundert dem daraus hervorgegangenen [[Benediktiner]]-[[Kloster Reinhausen]] als Kirche. Noch heute wird sie deshalb häufig als '''Klosterkirche Reinhausen''' bezeichnet. Gleichzeitig war sie immer Pfarrkirche des Dorfes Reinhausen. Wenige Jahrzehnte nach Einführung der Reformation 1542 wurde das Kloster nach und nach aufgelöst, die Kirche wurde danach mit kurzen Unterbrechungen nur noch als Gemeindekirche genutzt. Sie gehört heute zum Kirchenkreis Göttingen im [[Sprengel Hildesheim-Göttingen]] der [[Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers|Hannoverschen Landeskirche]].
[[Datei:Klosterkirche Reinhausen Grundriss A.svg|mini|hochkant=1.2|Grundrisszeichnung der Kirche]]
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Fresken 06.jpg|mini|hochkant=0.9|[[Fresko]] des heiligen Christophorus in der Eingangshalle der Kirche]]

Trotz erheblicher baulicher Änderungen im Stil der [[Gotik]] und des [[Barock]]s tritt im Gesamtbild der Stil der [[Romanik|romanischen]] Klosterkirche deutlich hervor. Das zeigt sich besonders an dem weithin sichtbaren [[Sächsischer Westriegel|Westriegel]] mit Doppelturmanlage. Der Bautypus wurde in mehreren Bauphasen von einer romanischen [[Basilika (Bautyp)#Kreuzbasilika|Basilika]] zu einer [[Hallenkirche]] geändert. Im Innenraum sind mehrere spätmittelalterliche Kunstwerke erhalten, darunter zwei spätgotische Altäre, großflächige Reste von Wandmalereien sowie Steinplastiken, die unter anderem den heiligen [[Christophorus]] als [[Schutzpatron]] der Kirche darstellen.

== Lage ==
[[Datei:Reinhausen Gleichen.jpg|mini|links|Blick auf die Kirche und [[die Gleichen]]]]
Die Klosterkirche liegt auf einer Höhe von etwa {{Höhe|210|DE-NHN|link=true}} auf dem Kirchberg etwa 30&nbsp;Meter nördlich einer Felsenkante, die zum Tal des [[Wendebach]]s und zum im Tal südöstlich der Kirche gelegenen Dorfkern von Reinhausen steil abfällt.{{GeoQuelle|DE|TK25}} Durch die Spornlage über dem Dorf und das westlich anschließende flachere Gelände ist die Kirche stark exponiert und aus westlicher Richtung weithin sichtbar.<ref name="MuellerS2">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=2}}</ref>

[[Datei:Reinhausen Felsentreppe Ost C.jpg|mini|Östliche Felsentreppe als einer der historischen Zuwege zur Kirche]]
Die Straße, die heute vom Dorf auf den Kirchberg führt, wurde erst im frühen 19. Jahrhundert angelegt, zuvor war der Zugang vom Dorf zur Kirche nur fußläufig über drei in den Felsen gehauene Treppen möglich, deren Stufen heute stark ausgetreten sind.<ref name="Denkmaltopographie280">{{Literatur |Autor=Peter Ferdinand Lufen |Titel=Landkreis Göttingen, Teil 2. Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen |Reihe=[[Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland]]. Baudenkmale in Niedersachsen |BandReihe=Band 5.3 |HrsgReihe=[[Christiane Segers-Glocke]] |Verlag=CW Niemeyer Buchverlage GmbH |Ort=Hameln |Datum=1997 |ISBN=3-8271-8257-3 |Seiten=280}}</ref> Eine Zufahrt mit Fuhrwerken war bis dahin nur von Nordosten über den Domänenhof möglich.<ref name="Mueller1970Bestand">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'' |Seiten=13–14}}</ref>

Die Kirche ist nicht genau [[Ostung|geostet]], sondern um einen Winkel von etwa 23&nbsp;Grad gegen den [[Uhrzeigersinn]] gedreht errichtet.<ref name="Onlinekarte">[http://navigator.geolife.de/link-karte-568326-5702307-14.html Onlinekarte] auf navigator.geolife.de, abgerufen am 22. August 2017</ref> Die genau genommen nach Westsüdwesten ausgerichtete Westfront der Kirche grenzt an einen befestigten Parkplatz, zu dessen Westseite die Zufahrt erfolgt. Auch zu dieser Seite fällt das Gelände deutlich ab. Westlich davon liegen auf einem Ausläufer des Kirchbergs die ehemalige Schule und der Kindergarten des Ortes. Die Süd- und Ostseite der Kirche grenzen an den umfriedeten [[Friedhof|Kirchhof]], während die Nordseite nicht öffentlich zugänglich ist. Sie grenzt an das ehemalige Klostergelände, das heute im ehemaligen Amtshaus unter anderem das [[Forstamt]] Reinhausen beherbergt<ref name="Onlinekarte" /> und zum Kirchhof durch eine Sandsteinmauer abgegrenzt ist. Ein Zwischenbau, der die Westfront der Kirche mit dem Amtshaus verband, wurde 1955 durch einen Brand bis auf die Außenwände der beiden massiven Untergeschosse zerstört.<ref>[http://www.unser-reinhausen.de/index.php?seite=fotogalerie_19 Historische Fotos] von besonderen Ereignissen in Reinhausen, darunter auch Fotos vor und nach dem Brand des Amtshauses, auf der Internetseite www.unser-reinhausen.de von Christian und Karin Schade, abgerufen am 16. Dezember 2014</ref>
Nordöstlich des Friedhofs liegt die [[Staatsdomäne|Domäne]] Reinhausen.<ref name="Denkmaltopographie280" />

== Baugeschichte ==
=== Burgkapelle und Stiftskirche ===
[[Datei:Klosterkirche Reinhausen Grundriss Bauphasen.jpg|mini|hochkant=1.8|Grundriss mit Darstellung des Baualters (nach Ulfrid Müller):<br />
dunkelblau: Ursprungsbau, Burg- und Stiftskirche<br />
blau: romanische Erweiterung und Ergänzung<br />
rot: gotische Ein- und Anbauten<br />
orange: barocke Änderungen beim Umbau zur Saalkirche<br />
gelb: Änderungen des 19. und 20. Jahrhunderts.<br />
(schraffiert/blass: heute abgebrochen)]]
Die Klosterkirche Reinhausen geht auf die Burgkapelle einer Adelsburg der Grafen von Reinhausen zurück, die an dieser Stelle ab dem 10. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen wurde.<ref name="UlbrichKap1_1">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Hrsg=Ev.-luth. Kirchengemeinde Reinhausen, Kirchenvorstand |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 1.1 ''Die Baugeschichte der ehemaligen Klosterkirche – Der ursprüngliche Kirchenbau (bis 1156)'' |Seiten=2–8}}</ref><!--(S. 3)--> Entsprechend ist auch[FILLWORD?] der Beginn der Baugeschichte der Kirche auf das 10. Jahrhundert anzusetzen.<ref>[[Klaus Grote]]: [http://www.grote-archaeologie.de/kirchenkloester.html Kirchen und Klöster]. Archäologische und baugeschichtliche Untersuchungen an mittelalterlichen Kirchen und Klöstern in Südniedersachsen. (Vorletzter Absatz: Benediktinerkloster und Klosterkirche St. Christophorus). Abgerufen am 20. Dezember 2013</ref> Trotz fehlender direkter schriftlicher Zeugnisse aus der Frühzeit ist deshalb eine über tausendjährige Geschichte der Kirche nahezu sicher. Nach der [[Bauforschung#Historische Bauforschung|historischen Bauforschung]], die Ulfrid Müller 1963–67 durchführte, wurde zunächst von einer Erbauung der Burgkirche im 11.&nbsp;Jahrhundert ausgegangen.<ref name="Mueller1970BauperiodeI">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Bauepochen der Klosterkirche'', Abschnitt ''Bauperiode I'' |Seiten=30–34}}</ref>

Über die genaue bauliche Gestaltung der Burgkirche liegen keine Zeugnisse vor. Nach den bauhistorischen Ergebnissen Ulfrid Müllers gilt jedoch als sicher, dass die bauliche Substanz nach der Umwandlung der Burg in ein Stift und später in ein Kloster für dessen Kirche Verwendung fand. Unter anderem weist darauf die Ausführung der südlichen Chorwand hin.<ref name="Kirchbauverein">[http://kirch-bauverein-reinhausen.de/info/kirche/rundgang/ Rundgang durch die Kirche] auf der Internetseite des Kirch-Bauvereins Reinhausen, abgerufen am 18. September 2013</ref> So wird in der Anlage der Burgkirche in ottonischer Zeit bereits die Grundkonzeption der späteren Stiftskirche gesehen. Die Südwand des [[Chor (Architektur)|Chores]] mit einem noch erkennbaren zugesetzten Rundbogenfenster, dessen Nordwand, der [[Chorbogen]] mit den [[Kämpfer (Architektur)|Kämpferplatten]], die den unteren Bogenansatz hervorheben, und die unteren Bereiche der Pfeiler im Mittelschiff gelten als Baureste aus der Zeit der Burgkirche.<ref name="Grote">Klaus Grote: ''Die mittelalterlichen Anlagen in Reinhausen''. In: ''Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland'', Band 17: ''Stadt und Landkreis Göttingen'', Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0544-2, S. 212–214</ref> Ulfrid Müller, der in den 1960er Jahren die Kirche bauhistorisch untersuchte, nimmt für die Ursprungskirche ein Westportal an, an dessen Stelle später die heutige Turmfront errichtet wurde.<ref name="Mueller1970BauperiodeII">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Bauepochen der Klosterkirche'', Abschnitt ''Bauperiode II'' |Seiten=35–38}}</ref> Im Vergleich zu anderen Burgkapellen in der Region ist die Kirche ungewöhnlich groß und entspricht damit der regionalen Vorrangstellung der Grafen von Reinhausen im 10. und 11. Jahrhundert.<ref name="Mueller1970BauperiodeI" />

=== Klosterkirche ===
Für die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts lässt sich das Aussehen der Klosterkirche ungefähr rekonstruieren. Ulfrid Müller und [[Klaus Grote]] gehen nach den Erkenntnissen ihrer Bauforschung davon aus, dass diese Gestalt der Burg- und Stiftskirche auch für den Ursprungsbau der Klosterkirche anzunehmen ist, dass also größere Umgestaltungen erst stattfanden, als das Kloster bereits einige Zeit bestand.<ref name="Grote" /><ref name="MuellerS3">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=3}}</ref> Während die Kirche für eine Burgkapelle außerordentlich groß war, hatte und hat sie bis heute im Vergleich zu anderen Klosterkirchen der Romanik sehr geringe bauliche Ausmaße. In der Bausubstanz aus der ältesten Klosterzeit ist fast keine Bauornamentik nachzuweisen und die Kirche war – anders als die Kirche des [[Kloster Lippoldsberg|Klosters Lippoldsberg]] – nicht eingewölbt. Das weist darauf hin, dass die eigentliche Errichtung der Kirche wesentlich früher erfolgte.<ref name="Mueller1970BauperiodeI" /> Nach den Ergebnissen der Bauforschung entsprach auch die ursprüngliche Klosterkirche noch etwa der Burg- und Stiftskirche: Erhalten sind Teile dieser ersten Klosterkirche in der Nordwand und Südwand des Chorraums, möglicherweise<ref name="UlbrichKap1_1" /><!-- S. 6 --> im Chorbogen einschließlich der Kämpferplatten, in dem östlichen Pfeilerpaar sowie in der unteren Hälfte der beiden westlichen Pfeiler, die im Mittelschiff der heutigen Kirche stehen.<ref name="MuellerS3" /> Die Kirche war Rekonstruktionen zufolge eine [[Basilika (Bautyp)#Kreuzbasilika|Pfeilerbasilika mit kreuzförmigem Grundriss]].<ref name="Denkmaltopographie277">{{Literatur |Autor=Peter Ferdinand Lufen |Titel=Landkreis Göttingen, Teil 2. Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen |Reihe=Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen |BandReihe=Band 5.3 |HrsgReihe=Christiane Segers-Glocke |Verlag=CW Niemeyer Buchverlage GmbH |Ort=Hameln |Datum=1997 |ISBN=3-8271-8257-3 |Seiten=277}}</ref> Sie besaß ein [[Querhaus]], das im Norden und Süden über die heutigen Außenwände hinausging, und ein gegenüber den Seitenschiffen erhöhtes Mittelschiff, das oberhalb der Seitenschiffe durch [[Obergaden]] belichtet war.<ref name="UlbrichKap1_1" /><!-- S. 5 --> Die dadurch architektonisch stark hervorgehobene [[Vierung]] könnte ähnlich gebaut gewesen sein wie der diesem Bauteil heute entsprechende vordere Teil des Mittelschiffs, das Fußbodenniveau war jedoch gegenüber dem Kirchenschiff um drei Stufen erhöht (d. h.[ABBREVIATION] das Fußbodenniveau des Langhauses war entsprechend niedriger).<ref name="UlbrichKap1_1" /><!-- S. 7 --> Die Seitenschiffe waren vom Querschiff durch eine Mauer – wahrscheinlich mit einer Öffnung – getrennt, deren Fundament auf der Südseite der Kirche gefunden wurde. Die östlichen Pfeiler des Mittelschiffs besaßen ausweislich der Fundamentbefunde ursprünglich einen kreuzförmigen Grundriss.<ref name="Mueller1970BauperiodeI" /> Über die Gestaltung der Westfront der ersten Klosterkirche, etwa durch einen Turm oder ein Westwerk, liegen noch keine Erkenntnisse vor,<ref name="UlbrichKap1_1" /><!-- S. 7 --> der heutige romanische Westbau ist jünger.

Nach dem Bericht des ersten Abtes Reinhard über die Geschichte des Reinhäuser Klosters wurde jedoch entgegen der Anlage des Stiftes das Kloster wegen Platzmangels von der Südseite auf die Nordseite verlegt und erweitert. Diese Angabe kann sich auf die Klosterkirche beziehen, denn südlich der Kirche sind tatsächlich nur etwa 10&nbsp;Meter Platz bis zum Felsabhang.<ref name="Mueller1970BauperiodeI" />

<gallery caption="Bauphasen-Rekonstruktion nach Ulfrid Müller" mode="nolines" class="center">
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1079 blasser Turm.svg|Ursprungsbau
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1156.jpg|12. Jahrhundert
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1290.jpg|Ende 13. Jahrhundert
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1322.jpg|14. Jahrhundert
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1654.jpg|17. Jahrhundert
Klosterkirche Reinhausen Isometrie 1780.jpg|um 1800
</gallery>
Die romanische Westfassade mit ihren beiden Türmen, die das äußere Erscheinungsbild bis heute am stärksten prägt, wurde um 1170 errichtet.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Für die Umgestaltungen ab Mitte des 12. Jahrhunderts wird ein Einfluss der Äbtissin Eilika von Ringelheim angenommen, die aus der Familie der Grafen von Reinhausen stammte und mehrere Monate jährlich an ihrem ehemaligen Stammsitz im Kloster Reinhausen verbrachte.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" /> Das starke Geländegefälle ließ kein Portal in der Westfassade zu, so dass der Eingang für Besucher, die nicht aus dem Kloster kamen, an die heutige Stelle in ein Zwischenjoch an der Südseite östlich des Turmes gelegt wurde. Gegenüber an der Nordwand befand sich der Zugang aus dem Klosterbereich.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" /> Ob bei der Errichtung des Westriegels im Mittelbau bereits eine Empore eingerichtet wurde, wird unterschiedlich bewertet: Ulfrid Müller nimmt eine Empore nahezu als sicher an, weil sie der Äbtissin und Gräfin Eilika als Herrschaftsempore dienen konnte und ihr auch in der Art einer Nonnenempore die Teilnahme am Gottesdienst in der Mönchskirche ermöglichte. Außerdem werden Bezüge der später aufgebrachten Wandmalereien zu dem nördlichen Emporenzugang aus dem Obergeschoss des Klostergebäudes gesehen.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" /> Tobias Ulbrich sieht diese Bezüge nicht zwangsläufig und bestreitet die zwingende Datierung einer Emporenanlage auf die Zeit vor 1400.<ref name="UlbrichKap1_2">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Hrsg=Ev.-luth. Kirchengemeinde Reinhausen, Kirchenvorstand |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 1.2 ''Die Baugeschichte der ehemaligen Klosterkirche – Die zweite Bauperiode (1156– ca. 1290)'' |Seiten=8–12}}</ref><!-- S. 11--> Eine Belichtung des Mittelschiffs erfolgte zusätzlich zu den Obergadenfensten durch zwei große Rundbogenfenster im Westriegel, die später verändert und 1893 wieder rekonstruiert wurden.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" />

Weil das Seitenschifffundament auf der Innenseite deutlich vorspringt, wird angenommen, dass die Seitenschiffe in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts etwas verbreitert wurden. Ihre Höhe lässt sich anhand zugemauerter Rundbogenfenster und der inneren Malereien rekonstruieren, sie betrug drei Viertel der heutigen Höhe.<ref name="UlbrichKap1_2" /><!-- S. 9 --> Die neuen Mauern der Seitenschiffe wurden zudem dicker errichtet: Ihre Stärke beträgt wie die des Westriegels knapp 1,30&nbsp;Meter, während die älteren Mauern nur rund 90&nbsp;Zentimeter stark sind.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" /> Ulfrid Müller nimmt auch eine deutliche Erhöhung des Mittelschiffs in dieser Bauphase an,<ref name="MuellerS4">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=4}}</ref> von anderen wird diese These jedoch abgelehnt.<ref name="UlbrichKap1_2" /><!-- S. 8 --> Unverändert blieb in der späten romanischen Bauphase die ''ausgeschiedene Vierung''.<ref name="Mueller1970BauperiodeII" />

Ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung des Klosters in der Zeit zwischen 1245 und 1309 brachte auch[FILLWORD?] neue Bautätigkeiten an der Klosterkirche mit sich.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Bauepochen der Klosterkirche'', Abschnitt ''Bauperiode III A'' |Seiten=38–40}}</ref> Erzbischof [[Gerhard II. von Eppstein|Gerhard II.]] von Mainz gewährte in einer Mainzer Ablassurkunde aus dem Jahr 1290<ref name="Denkmaltopographie279">{{Literatur |Autor=Peter Ferdinand Lufen |Titel=Landkreis Göttingen, Teil 2. Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen |Reihe=Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen |BandReihe=Band 5.3 |HrsgReihe=Christiane Segers-Glocke |Verlag=CW Niemeyer Buchverlage GmbH |Ort=Hameln |Datum=1997 |ISBN=3-8271-8257-3 |Seiten=279}}</ref> jedem, der sich am Bau der Reinhäuser Kirche beteiligte, einen vierzigtägigen [[Ablass]].<ref name="UlbrichKap1_3">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Hrsg=Ev.-luth. Kirchengemeinde Reinhausen, Kirchenvorstand |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 1.3 ''Die Baugeschichte der ehemaligen Klosterkirche – Die dritte Bauperiode (1290–1400)'' |Seiten=12–16}}</ref><!-- S. 12 --> Ende des 13. Jahrhunderts erhielten das nördliche und südliche Joch des Westriegels sowie die beiden angrenzenden Zwischenjoche ein einfach gestaltetes Kreuzgratgewölbe, die [[Gurtbogen|Gurtbögen]] der Turmuntergeschosse wurden spitzbogig umgestaltet, ebenso die Bögen der Ostseite des ersten Obergeschosses im Turm. Der Haupteingang auf der Südseite verlor das [[Tympanon (Architektur)|Tympanon]], das ursprünglich das Bogenfeld des Rundbogenportals gefüllt hatte, und erhielt eine Spitzbogentür.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" /> Ein zweites, heute zugesetztes Portal wurde auf der Südseite westlich des Querhauses eingebrochen.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" />

[[Datei:StChristophorus Reinhausen Mauritiuskapelle 02.jpg|mini|Fenster der Mauritius-Kapelle]]
In derselben Bauperiode wurde über dem Eingang an der Südseite der Kirche eine Kapelle des heiligen [[Mauritius (Heiliger)|Mauritius]] (Moritz) mit drei gotischen Spitzbogenfenstern eingerichtet.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Die Mauritiuskapelle erstreckte sich über zwei [[Joch (Architektur)|Joche]], die Seitenschiffwand wurde für die Kapelle an dieser Stelle erhöht.<ref name="UlbrichKap1_3" /><!-- S. 13 --> Der Zugang erfolgte über die Empore. Wegen der Größe des Kapellenraumes befand sich deren Ostwand nicht in der Achse des vorhandenen Pfeilers, sondern einen Meter östlich davon. Die Wand wurde im Erdgeschoss von einer unmittelbar darunter stehenden Wand getragen, so dass unter der Kapelle eine abgetrennte Eingangshalle entstand. Der Altar der Moritzkapelle erhielt ein eigenes gemauertes Fundament, das als Pfeiler in der Nordostecke der gewölbten Eingangshalle sichtbar ist.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" /> Urkundlich erwähnt wurde der Altar und damit die Kapelle erst 1415 anlässlich der Stiftung einer Seelenmesse.<ref>Ulfrid Müller: ''Die Klosterkirche in Reinhausen''. In: ''Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte'', Band 9, Hrsg.: Harald Seiler, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1970, S. 12, S. 38 und Fußnote 69, S. 44</ref> Eine weitere Kapelle soll nach der Überlieferung des Göttinger Chronisten [[Franciscus Lubecus]] durch Abt Gunter von Roringen vor seinem Tod im Jahr 1300 als Grablege der Äbte des Reinhäuser Klosters errichtet worden sein. Diese Datierung muss in Zweifel gezogen werden, weil Gunter dem Kloster noch 1382 und 1385 als Abt vorstand.<ref>{{Literatur |Autor=Franciscus Lubecus |Hrsg=Stadt Göttingen |Titel=Göttinger Annalen von den Anfängen bis zum jahr 1588 |TitelErg=Bearbeitet von Reinhard Vogelsang |Reihe=Quellen zur Geschichte der Stadt Göttingen |Band=1 |Verlag=Wallstein Verlag |Ort=Göttingen |Datum=1994 |ISBN=3-89244-088-3 |Seiten=99–100}} Vgl. auch die Fußnote ''5)'' ebendort sowie Tobias Ulbrich: ''Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen'', S. 15–16 und Fußnote 45</ref>

Bei den Sanierungsarbeiten 1965 wurden nördlich des Chorraums im Bereich der dort errichteten Sakristei Ansätze eines Kreuzrippengewölbes gefunden.<ref name="Mueller1970BestandOst">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'', Abschnitt ''Ostseite'' |Seiten=20–21}}</ref> Es handelte sich um eine gotische Seitenkapelle mit [[Fünfachtelschluss|3/8-Abschluss]].<ref name="MuellerS4" /> Zwischen dem nördlichen Querhausarm und der Kapelle gab es noch einen schmalen Gang, der den direkten Zugang zum Chorraum vom Klostergebäude her ermöglichte.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" /> Die Funde der Kapellenreste werden auf die im Jahr 1394 urkundlich erwähnte Kapelle nördlich des Chores bezogen, die als Grablege der Herren von Uslar diente.<ref name="InschriftenSchlussstein">[[Sabine Wehking]]: [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0130.html#content, DI 66, Nr. 130] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), urn:nbn:de:0238-di066g012k0013004, abgerufen am 18. Juni 2015</ref> Sie wird auch als Johanniskapelle bezeichnet, weil die Überlieferungen sie als Standort eines dem Evangelisten Johannes geweihten Altars nennen: Schriftlich erwähnt ist 1360 ein neuer Altar im Umgang, 1378 eine Grablege des Ritters Ernst von Uslar vor dem Altar des Evangelisten Johannes und 1399 eine Dotation der vier Söhne des Ernst von Uslar für den St. Johannis-Altar in der neuen Kapelle im Umgang.<ref>{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Baugeschichte der Klosterkirche in ihren bisherigen Überlieferungen'' und ''Die Bauepochen der Klosterkirche'' sowie Fußnoten 15 und 17 |Seiten=11, 40 und 43}}</ref> Die Grabkapelle der Uslarer wird bei der Inventarliste im Jahr 1707 noch aufgeführt.<ref name="UlbrichKap1_3" /><!-- S. 16 --> In älterer Literatur wurde die Kapelle auf das Jahr 1322 datiert.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" /><ref name="UlbrichKap1_3" /><!-- S. 16 --> Die Datierung stützte sich auf zwei deutlich beschädigte [[Schlussstein]]e eines Kreuzrippengewölbes mit Inschriften, die im 19.&nbsp;Jahrhundert in diesem Bereich gefunden und dieser Kapelle zugerechnet wurden.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIA" /> Heute lagern sie in der Mauritiuskapelle.<ref name="UlbrichKap1_3" /><!-- S. 16 --> Gegen diese frühe Datierung der Schlusssteine spricht die neuere, von der früheren Lesart abweichende Entzifferung der Inschriften „•an(n)o•1•5•22•d(omi)n(u)s•m[at]hias• […]“ und „frater•reÿnerus•prior•“.<ref>So nach neuerer Forschung durch [[Sabine Wehking]]: [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0130.html#content, DI 66, Nr. 130] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), urn:nbn:de:0238-di066g012k0013004, abgerufen am 18. Juni 2015. Nach Ulfrid Müller 1971 und Tobias Ulbrich 1993 wäre zu lesen ''dominus matthias 1322'' und ''frater remigius prior''.</ref> Damit gilt die Zuordnung dieser Schlusssteine zur Grabkapelle der Herren von Uslar als nicht mehr wahrscheinlich und auch die Datierung dieser Kapelle auf das Jahr 1322 als hinfällig.<ref name="InschriftenSchlussstein" />
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Masswerkfliesen.jpg|mini|Gotische Maßwerkfliesen von der Nordseite der Kirche]]
Der Durchgang vom nördlichen Zwischenjoch der Kirche in die Südwestecke des angrenzenden [[Kreuzgang]]s wurde nach neuerer Erkenntnis bereits im Mittelalter von innen zugemauert. Auf der Außenseite entstand eine Nische, deren unterer Teil später ebenfalls ausgemauert wurde. Darunter und unter einer [[Humus]]schicht wurden 1993 bei Dränagearbeiten vier gotische Maßwerkfliesen gefunden, die als Fußbodenbelag dienten. Weder im angrenzenden Bereich des Kreuzgangs noch im Türschwellenbereich unter der mittelalterlichen Vermauerung waren eine Fortsetzung des Fliesenbelages oder Hinweise darauf vorhanden.<ref name="Kuentzel28">Thomas Küntzel: ''Gotische Maßwerkfliesen in Südniedersachsen. Ihr geschichtlicher Hintergrund und Überlegungen zur Produktion.'' In: Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung e.V. (Hrsg.): ''Göttinger Jahrbuch'', Band 43, Göttingen 1995, S. 19–40, hier S. 28.</ref> Hildegard Krösche erwägt eine Zuordnung dieser Fliesen zu der Kapelle nördlich des Chorraums.<ref name="Klosterbuch1296">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1296</ref>

Vom Beginn des 14. Jahrhunderts bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1574 dienten Baumaßnahmen überwiegend der Ausgestaltung der Kirche und ihrer Kapellen. So wurden zwischen 1387 und 1442 die Innenseiten der Wände wenigstens in der Eingangshalle, an den Seitenwänden der Empore und im südlichen Seitenschiff mit [[Fresko|Fresken]] verziert. Die letzte speziell dem Bau der Kirche und des Klosters dienende Stiftung, die schriftlich überliefert ist, erfolgte 1451 durch die Herren von Uslar. 1498 und 1507 wurde noch jeweils[FILLWORD?] ein spätgotischer Schnitzaltar gestiftet, von beiden sind große Teile bis heute erhalten.<ref name="Mueller1970BauperiodeIIIB">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Bauepochen der Klosterkirche'', Abschnitt ''Bauperiode III B'' |Seiten=40}}</ref> Nach der jüngeren Lesart der Inschriften auf den beiden Schlusssteinen, die in der Mauritiuskapelle liegen, muss angenommen werden, dass noch im Jahr 1522 eine größere An- oder Umbaumaßnahme auf dem Klostergelände durchgeführt und ein Gewölbe in ein Gebäude eingezogen wurde.<ref name="InschriftenSchlussstein" /> Darauf könnte auch[FILLWORD?] die Inschrift auf einem inzwischen verlorenen Stein hindeuten,<ref>[[Sabine Wehking]]: [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0131.html#content, DI 66, Nr. 131] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), urn:nbn:de:0238-di066g012k0013101, abgerufen am 13. April 2016</ref> der im 19. Jahrhundert als [[Spolie]] in die Friedhofsmauer eingelassen war: „M.ccccc.xxii. / S.georivs ora pro nobis.“<ref name="Mithoff">[[Hector Wilhelm Heinrich Mithoff]]: ''Kunstdenkmale und Altertümer im Hannoverschen''. 2. Band: ''Fürstentümer Göttingen und Grubenhagen nebst dem hannoverschen Teile des Harzes und der Grafschaft Hohnstein''. In: ''Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde von Niedersachsen und Bremen. Serie A: Nachdrucke (Reprints)'', Band 2. Verlag Harro v. Hirschheydt, Hannover-Döhren 1974. ISBN 3-7777-0813-5. Original: Helwingsche Hofbuchhandlung, Hannover 1873. Seiten 180–182</ref>

=== Seit der Reformation ===
[[Datei:Reinhausen Merian.jpg|mini|Merian-Stich von Reinhausen, 1654]]
Die weitere Umgestaltung des Kirchengebäudes nach Auflösung des Klosters kann zunächst nur durch die erste bildliche Darstellung auf einem Stich von [[Matthäus Merian]] nachvollzogen werden, der 1654 in der [[Topographia Germaniae]] erschien. Zu dieser Zeit war die Form einer Basilika äußerlich nicht mehr erkennbar.<ref name="Mueller1970BauperiodeIV">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Bauepochen der Klosterkirche'', Abschnitt ''Bauperiode IV'' |Seiten=40–41}}</ref> Das Querhaus war mit der Vierung, dem Chor und dem Langhaus unter ein Satteldach zusammengefasst.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Die Türme wurden von hohen Spitzhelmen bekrönt,<ref name="Denkmaltopographie279" /> auf dem Chor scheint es einen [[Dachreiter]] gegeben zu haben, dessen Existenz durch eine Inventarliste des Klosters aus dem Jahr 1707 bestätigt wird, in der eine Glocke über dem Chor erwähnt ist.<ref name="Mueller1970Ueberlieferung">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Die Baugeschichte der Klosterkirche in ihren bisherigen Überlieferungen'' |Seiten=9–13}}</ref>

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der kreuzförmige Grundriss aufgegeben, indem die Querhausmauern abgebrochen und die Längswände der Seitenschiffe in einer Flucht durchgehend errichtet wurden. Die Ostwand des Chors wurde mit den alten Steinen neu aufgemauert und erhielt ein großes barockes Fenster, auch[FILLWORD?] in die Seitenschiffwände wurden große Fensteröffnungen im Barockstil eingebrochen.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Die Westfassade erhielt ebenfalls ein barockes Fenster.<ref name="Mueller1970BauperiodeIV" /> Eine von [[Hector Wilhelm Heinrich Mithoff|Mithoff]] im Jahre 1861 berichtete Verkürzung der Kirche, die 150&nbsp;Jahre zuvor stattgefunden haben soll, wird sich auf diese Maßnahmen beziehen.<ref>[[Hector Wilhelm Heinrich Mithoff]]: ''Lutherische und reformierte Kirchen und Capellen im Fürstentum Göttingen''. In: ''Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen'', Jahrgang 1861, S. 411. Hier angeführt nach Ulfrid Müller: ''Die Klosterkirche in Reinhausen''. In: ''Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte'', Band 9, Hrsg.: Harald Seiler, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1970, S. 41</ref> Durch das Einziehen einer niedrigeren Decke über alle Kirchenschiffe erfolgte die grundlegende Umgestaltung von der Basilika zur Hallenkirche.<ref>Ulfrid Müller: ''Die Klosterkirche in Reinhausen''. In: ''Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte'', Band 9, Hrsg.: Harald Seiler, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1970, S. 41. Ulfrid Müller schreibt hier jedoch „Saalkirche“ statt „Hallenkirche“.</ref>

In den Jahren 1885–87 wurde eine umfangreiche Sanierung vorgenommen. Dabei wurde das Verbindungsgeschoss zwischen den Türmen rekonstruiert<ref name="Denkmaltopographie277" /> sowie die Westempore umgestaltet.<ref name="MuellerS4" /> Die Dachgauben wurden entfernt und das Dach ohne den vorher vorhandenen Absatz durchgezogen.<ref name="Mueller1970BauperiodeIV" /> Außerdem wurde die barocke Kanzelaltarwand entfernt und der heutige Flügelaltar zum Hauptaltar umgebaut.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Um die Wände des Chorraums gegen eindringende Feuchtigkeit zu sichern, wurde im unteren Bereich innenseitig eine zweite Wandschale vor die Wände gemauert.<ref name="Mueller1970BestandInnen">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'', Abschnitt ''Innenraum'' |Seiten=23–26}}</ref> Eine erneute grundlegende Restaurierung des Kirchenraums erfolgte 1963 bis 1967.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Dabei wurden nördlich neben dem Chorraum eine Sakristei und ein Heizungsraum angebaut.<ref name="Mueller1970BestandOst" /> Im Rahmen der Umbau- und Sanierungsarbeiten an der Kirche wurden in den Jahren 1965 bis 1968 archäologische Grabungen durchgeführt und die vorhandene Bausubstanz der Kirche durch Ulfrid Müller genau vermessen und untersucht.<ref name="Mueller1970Ueberlieferung" /> Wegen des späteren Beginns der Untersuchungen konnten im Westteil der Kirche keine Grabungen mehr stattfinden. Erkenntnisse über einen eventuellen Turm oder einen anders gestalteten westlichen Abschluss des ursprünglichen Kirchenbaus konnten deshalb nicht gewonnen werden.<ref>{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Anmerkung 1 |Seiten=42}}</ref> Eine Sanierung der Turmfassade wurde 1990/91 erforderlich.<ref name="UlbrichKap1_5">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Hrsg=Ev.-luth. Kirchengemeinde Reinhausen, Kirchenvorstand |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 1.5 ''Die Baugeschichte der ehemaligen Klosterkirche – Die fünfte Bauperiode (18. Jh.)'' |Seiten=18–20}}</ref><!-- S. 20 -->

Im Februar 2011 wurde der ''Kirch-Bauverein St. Christophorus Reinhausen e.&nbsp;V.'' gegründet, um Mittel zur Finanzierung von Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Kirche einzuwerben.<ref>{{Internetquelle |hrsg=Kirch-Bauverein St. Christophorus Reinhausen e.&nbsp;V. |url=http://kirch-bauverein-reinhausen.de/info/ueber/ |titel=Kirch-Bauverein St. Christophorus Reinhausen e.&nbsp;V. |zugriff=2013-12-20}}</ref><ref>{{Internetquelle |hrsg=Evangelisch-lutherischer Sprengel Hildesheim-Göttingen |url=http://sprengelhildesheimgoettingen.wordpress.com/2012/04/15/verein-in-reinhausen-nimmt-sich-der-christopherus-kirche-an/ |titel=Verein in Reinhausen nimmt sich der Christopherus-Kirche an |zugriff=2012-05-16}}</ref>

== Architektur ==
=== Außenbau ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen 02.jpg|mini|Südostansicht der Kirche]]
Das Erscheinungsbild der Klosterkirche wird durch die monumental wirkende [[Westbau|Doppelturmfassade]] im Westen bestimmt.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Sie wurde aus direkt vor Ort gewonnenen roten [[Buntsandstein|Sandsteinquadern]] mit geringer Festigkeit errichtet<ref name="Mueller1970Bestand" /> und weist neben schmalen Fensteröffnungen, die die Geschlossenheit des Gesamteindrucks kaum stören, lediglich eine Gliederung durch ein sehr schmales, schlichtes [[Sohlbankgesims]] auf.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Die Gesamtbreite des Westbaus beträgt 16,30&nbsp;Meter.<ref name="MuellerS4" /> Die Türme schließen mit niedrigen [[Walmdach|Walmdächern]] mit querliegendem First ab, die ihnen besonders in der Fernansicht einen etwas gedrungenen Ausdruck verleihen. Dabei ist das südliche Turmdach etwas niedriger als das nördliche. Unter den Dächern sind die Schallöffnungen als doppelrundbogige Fenster angeordnet, deren [[Säule#Romanische Säulen|romanische Teilungssäulen]] [[Kapitell#W|Würfelkapitelle]] und attische [[Basis (Architektur)|Basen]] aufweisen.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Das Mauerwerk der Türme überragt das des Mitteltraktes um 5,50&nbsp;Meter, zwischen ihnen liegt die Dachschräge des nach Westen abfallenden Mittelschiffdaches. Das 5,75&nbsp;Meter hohe Obergeschoss ist unter den Türmen noch einmal in zwei Geschosse unterteilt, die oben durch ein etwas breiteres Rundbogenfenster mit Mittelsäule und darunter ein einfaches schmales Rundbogenfenster belichtet werden.<ref name="Mueller1970BestandWest">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'', Abschnitt ''Westseite'' |Seiten=14–16}}</ref> Zwei deutlich größere Rundbogenfenster weist lediglich das bei einer größeren Renovierung am Ende des 19. Jahrhunderts rekonstruierte, zwischen den Türmen liegende Obergeschoss auf.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Im Erdgeschoss der Westfassade sind noch einmal vier Rundbogenfenster von jeweils 45&nbsp;Zentimetern Breite und 1,40&nbsp;Metern Höhe angeordnet.<ref name="Mueller1970BestandWest" /> Unter dem südlichen dieser Fenster ist in den Sockel des Südturms eine Tür eingebrochen.<ref name="MuellerS4" />

Die schlichte Grundform des heutigen Erscheinungsbildes über längsrechteckigem Grundriss wirkt wie die einer [[Saalkirche|Saal-]] oder einfachen [[Hallenkirche]]. Mit einer Länge von 28,60&nbsp;Metern ohne Chorraum ist die Kirche im Vergleich zu anderen Klosterkirchen der Region deutlich kleiner.<ref name="MuellerS3" /> Der gesamte Bau ist außen unverputzt. Das einfache [[Satteldach]] mit durchgehendem First und [[Walmdach|Abwalmung]] über dem Turmverbindungsgeschoss und über dem Chorraum unterstreicht die Einfachheit der Gebäudeform.

[[Datei:St. Christophorus Reinhausen (04).jpg|mini|Das Eingangsportal auf der Südseite ist ohne Baunaht an das Mauerwerk des Turmes angeschlossen und stammt aus derselben Bauperiode]]
Besonders auffällig ist das an der Südseite unmittelbar hinter dem Westriegel befindliche romanische Hauptportal, das geringfügig aus der Bauflucht hervortritt; der vorspringende Wandteil ist leicht hochrechteckig und oben durch ein schlichtes Gesims abgeschlossen und betont,<ref name="Denkmaltopographie277" /> das Portal ist darin nicht mittig, sondern deutlich nach links versetzt angeordnet. Das Sandstein-Quadermauerwerk neben der vorspringenden Portalzone ist ohne Baunaht an das Mauerwerk des Turms angesetzt.<ref name="MuellerS5">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=5}}</ref> Das Rundbogenportal selbst ist durch mehrfach gestufte [[Gewände]] und seitlich eingestellte Säulen mit Würfelkapitell und attischer [[Basis (Architektur)|Basis]] geprägt, der Übergang der seitlichen Portalgewände zu dem hohen Bogenfeld über dem Portal ist als profilierte [[Kämpfer (Architektur)|Kämpferzone]] ausgebildet.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Das innerste Türgewände weist dagegen einen glatten Übergang der Kämpferzone und einen leichten [[Spitzbogen]] auf. Mit etwas Abstand über dem Portal sind dicht nebeneinander drei gotische Spitzbogenfenster angeordnet, die zur über der Eingangshalle liegenden Mauritiuskapelle gehören.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Der Außenwandbereich der Kapelle ist mit gröber behauenen Sandsteinquadern aufgeführt und weist nur an der ursprünglich freiliegenden Ostkante großformatige und sorgfältiger geglättete Steine auf. Die größeren Steine der Mauritiuskapelle sind – anders als die Quader am älteren Westriegel und in der Portalzone – mit Zangenlöchern versehen.
An der Nordseite der Kirche, gegenüber von Moritzkapelle und Portalzone, ist ein Wandbereich mit gemischter Mauerwerksstruktur vorhanden. Von einer vermauerten Rundbogentür mit 82&nbsp;Zentimetern Breite ist nur noch der obere Teil oberirdisch sichtbar. Sie ermöglichte ursprünglich einen direkten Durchgang zwischen Kirche und Kreuzgang. Eine weitere heute vermauerte Rundbogentür auf der Nordseite führte vom oberen Geschoss des Kreuzgangs in das erste Obergeschoss des Turms.<ref name="Mueller1970BestandNord">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'', Abschnitt ''Nordseite'' |Seiten=21–23}}</ref>

[[Datei:StChristophorus Reinhausen Suedwand 06.jpg|mini|Ostteil der Südwand mit zugemauerter Spitzbogentür und in der rechten Bildhälfte mit dem unregelmäßigen Mauerwerk anstelle des alten Querhauses]]
Östlich der Portalzone ist die Südwand des Kirchenschiffs aus überwiegend nur grob behauenen Sandsteinen ausgeführt, wobei der durch eine Baunaht abgegrenzte östliche Bereich von etwa 7,50&nbsp;Metern Breite – in dem sich früher das Querschiff befand – eine noch deutlich unregelmäßigere Steinsetzung und geringere Oberflächenbearbeitung aufweist.<ref name="Mueller1970BestandSued">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Hrsg=Harald Seiler |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte |Band=9 |Verlag=Deutscher Kunstverlag GmbH |Ort=München Berlin |Datum=1970 |Kapitel=Kap. ''Der heutige bauliche Bestand der Klosterkirche'', Abschnitt ''Südseite'' |Seiten=16–20}}</ref> An der Südostecke des Kirchenschiffs fehlt die sonst übliche sorgfältige Eckquaderung, weil das frühere Querschiff an dieser Stelle im 18. Jahrhundert abgebrochen wurde.<ref name="Mueller1970BestandOst" /> Die drei barocken Rundbogenfenster haben eine Breite von etwa 2&nbsp;Metern und eine Höhe von 3,35&nbsp;Metern.<ref name="Mueller1970BestandSued" /> Sie sind mit schlichten, aber sorgfältig [[Scharriereisen|scharrierten]] Werksteinfassungen aus rotem und hellem Sandstein eingefasst, die Kämpfer- und Schlusssteine treten gegenüber der restlichen Leibung leicht vor. Den Fensteröffnungen der Südwand entsprechen jeweils gegenüberliegende an der Nordwand, wobei dort das östliche Fenster zugunsten einer darunter angeordneten Tür zum ehemaligen Klosterhof in der Höhe verringert ist.<ref name="Mueller1970BestandNord" /> Zwischen dem westlichen und dem mittleren Fenster der Südwand sind deutlich die innen stark abgeschrägten Leibungssteine eines wesentlich kleineren schlichten Rundbogenfensters zu erkennen, das noch aus der Romanik stammt und später zugemauert wurde.<ref name="Mueller1970BestandSued" /> Auch diesem ehemaligen Fenster entspricht ein gleich großes zugemauertes Fenster in der Nordwand der Kirche.<ref name="Mueller1970BestandNord" /> Die Leibungssteine einer ebenfalls zugesetzten kleinen spitzbogigen Tür sind links unterhalb des mittleren Fensters an der südlichen Außenmauer des Kirchenschiffs sichtbar, sie weisen als einzige Zierde an der Leibungskante eine schlichte Fase auf.<ref name="Mueller1970BestandSued" /> Die Ostwand des südlichen Seitenschiffs sowie die Seitenwände des Chorraums sind heute fensterlos. Oberhalb der Dachkante des Seitenschiffes ist lediglich eine hölzerne Luke vorhanden.

[[Datei:StChristophorus Reinhausen Chor Suedwand.jpg|mini|Südwand des Chorraums: Das Mauerwerk des Ursprungsbaus unterscheidet sich deutlich vom jüngeren Mauerwerk der angrenzenden Wände]]
Der 6,40&nbsp;Meter tiefe und 7,30&nbsp;Meter breite<ref name="MuellerS4" /> eingezogene Ostchor mit geradem Abschluss und schlichten Stützpfeilern an den Ecken weist an der Südwand ein kleinteiliges, [[Natursteinmauerwerk#Mauerwerksarten|regelmäßiges Schichtenmauerwerk]] auf, das sich von dem weniger regelmäßig geschichteten Mauerwerk der Langhauswand und der Ostwand des Chors deutlich unterscheidet.<ref name="Denkmaltopographie277" /> Auch in der Südwand des Chorraums ist ein kleines, inzwischen zugesetztes romanisches Fenster erkennbar. An den Außenecken des Chors sind breite [[Strebepfeiler]] angesetzt. Dass es sich dabei um eine spätere Hinzufügung handelt, ist anhand einer Baunaht zum eigentlichen Chorraum und einzelner in Wandebene durchgehender Quadersteine festzustellen. In der östlichen Chorraumwand befinden sich ebenso wie im Ostabschluss der Seitenschiffe wiederverwendete Steine aus älteren Bauphasen. Sie sind durch Profilierung oder Zangenlöcher erkennbar und wurden zur Wiederverwendung mit dem Spitzmeißel überarbeitet. Mittig in der Ostwand des Chorraums ist ein Barockfenster angeordnet, das in seiner Gestaltung den Fenstern der Seitenwände entspricht. An der Nordseite des Chorraums befindet sich ein 1965 während der Renovierung der Kirche errichteter niedriger Anbau für die Heizungsanlage und die [[Sakristei]].<ref name="Mueller1970BestandOst" /> Seine Wände wurden außen ebenfalls mit Sandstein verkleidet. Um eine höhere Anschüttung des nach Osten und Norden ansteigenden Geländes an den Chorraum zu vermeiden, wurde östlich davon eine Stützmauer errichtet, so dass zum Chorraum hin ein Graben entstanden ist. Im Bereich des Heizungsanbaus ist dieser Graben etwa 1,80&nbsp;Meter tief,<ref name="Mueller1970BestandOst" /> so dass von dem Anbau bei Betrachtung vom Friedhof aus nur das Dach sichtbar ist. Nördlich des Anbaus befindet sich jedoch eine alte Sandsteinwand, die zu der Grube hin Konsolen eines ehemaligen Kreuzrippengewölbes sowie die unteren Ansätze der Gewölberippen aufweist. Die Wand trennt oberhalb des Anbaus das Kirchengrundstück von dem des Forstamts. Die später erstellte östliche Verlängerung der Wand bildet die Stützmauer des Friedhofs.<ref name="Mueller1970BestandOst" />

Die Nordseite der Kirche grenzt unmittelbar an das Nachbargrundstück und ist für Besucher nicht einsehbar. Von einem ehemals im Norden an das Westwerk der Kirche angebauten Gebäude des Forstamts blieb nach einem Brand im April 1955 nur noch die Westwand erhalten, sie steht in der Flucht der unteren Westwand der Kirche.<ref name="Mueller1970BestandNord" />

=== Innenraum ===
[[Datei:Klosterkirche Reinhausen Grundriss Ausstattung.jpg|mini|hochkant=1.6|Grundriss der Kirche. A:&nbsp;Kirchenschiff; B:&nbsp;Chorraum; C:&nbsp;Gemeinderaum; D:&nbsp;Eingangshalle; E:&nbsp;Sakristei; F:&nbsp;Treppe im Südturm; G:&nbsp;Friedhof; H:&nbsp;Parkplatz]]
Der Kircheninnenraum ist in einen westlichen und einen östlichen Abschnitt gegliedert. Der Zugang erfolgt über eine kleine Eingangshalle mit bemaltem spitzbogigem Kreuzgratgewölbe im Süden des westlichen Gebäudeabschnitts.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Von dort bietet je eine Tür den Zugang nach Westen in den Südturm und zur Treppe in die oberen Geschosse, nach Norden in den Gemeinderaum und nach Osten in den um drei Stufen höher liegenden eigentlichen Kirchenraum.<ref name="Mueller1970BestandInnen" />

[[Datei:StChristophorus Reinhausen Interior East 02.jpg|mini|Innenansicht der Kirche nach Osten]]
Der östliche Hauptteil der Christophoruskirche stellt sich als hell verputzter dreischiffiger Langhaussaal mit flacher zierloser Holzdecke dar.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Die Höhe des Innenraums beträgt 7,10&nbsp;Meter, das [[Kirchenschiff|Mittelschiff]] ist 5,50&nbsp;Meter breit und die Seitenschiffe jeweils 3,50&nbsp;Meter, wobei das nördliche Seitenschiff sich durch eine im mittleren Bereich erheblich höhere Wandstärke der Nordwand auf bis zu 2,70&nbsp;Meter verengt. Die Seitenschiffe sind vom Mittelschiff durch je zwei Rechteckpfeiler getrennt, die über schmalen Kämpfergesimsen rundbogige, im Verhältnis zu den Maßen des Kirchenraums weitgespannte [[Arkaden]]bögen tragen. Die Spannweite der drei Joche beträgt jeweils etwas über fünf Meter.<ref name="Mueller1970BestandInnen" /> Die Pfeiler stehen ohne [[Basis (Architektur)|Basen]] auf dem Fußboden. Die beiden östlichen Pfeiler – ursprünglich die [[Vierung]]spfeiler am westlichen Beginn des Querschiffs – haben mit einer Grundfläche von jeweils 87&nbsp;Zentimeter Breite und 1,60&nbsp;Meter Länge einen erheblich stärker gestreckten Querschnitt als das ebenso breite, aber nur einen Meter lange westliche Pfeilerpaar. Am Übergang der Pfeiler zum Bogen sind jeweils mit umlaufenden Wulsten und Kehlen profilierte Kämpferplatten eingebaut, die heute durch eine dem roten Sandstein angepasste Farbgebung gegenüber dem weißen Putz zusätzlich akzentuiert sind. Die großen Barockfenster der Seitenschiffe und des Chorraums sind mit kleinformatigen farblosen Scheiben zwischen Holzsprossen verglast. Die inneren Leibungen der Fensternischen schließen oben mit einem Segmentbogen ab und sind leicht, die Fensterbänke stark abgeschrägt ausgeführt. Die an der Außenseite erkennbaren zugesetzten Tür- und Fensterleibungen früherer Bauphasen sind im Innenraum nicht sichtbar, sie lassen sich nur an der Südwand durch das Fehlen der inneren Fresken-Bemalung erschließen. Das obere Ende dieser Fresken kennzeichnet auch die frühere Höhe der Seitenschiffe.<ref name="Mueller1970BestandInnen" /> Der Innenraum hat durch die großen Rundbogenfenster eine barocke Prägung, die romanische Grundstruktur kommt dennoch voll zum Ausdruck.<ref name="MuellerS6">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=6}}</ref> Der östliche Teil des Mittelschiffs und der Seitenschiffe vor den östlichen Pfeilern ist gegenüber dem bestuhlten Teil des Kirchenschiffs um eine Stufe erhöht und liegt damit auf derselben Ebene wie der Chorraum. Dort sind Kanzel und Lesepult aufgestellt.

Der ebenso wie das Schiff schlicht hell verputzte [[Chor (Architektur)|Ostchor]] ist vom Mittelschiff durch einen Rundbogen getrennt, der auf Mauervorlagen an den Chorecken ruht. Mit je 5,50&nbsp;Meter Breite und Länge ist er im Grundriss nahezu quadratisch, durch seine gegenüber dem Hauptteil des Kirchenschiffs um eine Stufe erhöhte Lage allerdings[FILLWORD?] etwas niedriger als dieser. Der mittig im Chorbogen stehende Altartisch mit dem Flügelaltar wird vom großen Barockfenster in der Ostwand des Chores überstrahlt.<ref name="Mueller1970BestandInnen" />
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Gemeinderaum 02.jpg|mini|Gemeinderaum im Westteil der Kirche mit Blick nach Norden auf den überwölbten Teil]]

Der westliche Teil der Kirche mit dem Untergeschoss beider Türme, dem jeweils[FILLWORD?] östlich angrenzenden Zwischenjoch sowie der westlichen Verlängerung des Mittelschiffs bis zum zweiten Pfeilerpaar ist vom Hauptraum der Kirche abgegrenzt. Nördlich der gotischen Eingangshalle besteht diese Abtrennung aus einer später eingezogenen Wand. Der im Westteil abgetrennte Bereich wird als Gemeinderaum und [[Winterkirche]] genutzt.<ref name="Denkmaltopographie279" /> So findet sich der außen in der Südansicht optisch abgesetzte Bereich, nämlich die Türme und das angrenzende Zwischenjoch mit der Portalzone und der Mauritiuskapelle, auch in der Innenaufteilung wieder.<ref name="Mueller1970BestandInnen" /> Im Bereich der westlichen Verlängerung des Mittelschiffs ist der Gemeinderaum mit einer flachen Balkendecke abgeschlossen. Der nördliche Teil – also die Verlängerung des nördlichen Seitenschiffes nach Westen – ist durch zwei in Längsrichtung der Kirche laufende spitzbogige Gurtbögen mit dem Gemeinderaum verbunden. Die Bögen sowie das nördlich angrenzende zweijochige Kreuzgratgewölbe werden von einem in der Grundfläche quadratischen Pfeiler von einem Meter Stärke getragen, der die Ecke des Nordturms trägt. Das Erdgeschoss des Nordturms mit dem angrenzenden Zwischenjoch bildet so einen optisch separaten Teil des Gemeinderaums, in dem eine Küchenzeile eingebaut ist. Entsprechende Pfeiler auf der Südseite des Gemeinderaums und die vermauerten Gurtbögen dazwischen lassen eine analoge Bauweise erkennen. Während jedoch das östliche Gewölbejoch auf der Südseite in der Eingangshalle erhalten ist, wurde das westliche im Südturm entfernt. Hier wurde 1966 eine Treppe eingebaut, darunter befindet sich ein Toilettenraum.<ref name="Mueller1970BestandInnen" /> Die beiden anderen Auflager der Gurtbögen sind jeweils[FILLWORD?] ein Pfeiler in der Verlängerung der Trennwand zwischen Gemeinderaum und Kirchenschiff, der ursprünglich Seiten- und Hauptschiff der Kirche trennte, sowie die westliche Außenwand.

Das Obergeschoss über dem Gemeinderaum ist zum Kirchenraum hin als [[Empore]] geöffnet. Im Mittelschiff steht dort die Orgel, der nördliche Teil ist durch eine Rundbogentür von der Mittelempore aus zugänglich. Südlich der Empore liegt neben dem Turm die frühere Mauritiuskapelle mit ihren drei nebeneinander angeordneten Spitzbogenfenstern. Bis zur Höhe der Fensterbank ist die Außenwand dieses Raums deutlich dicker als darüber. Der so entstehende Wandabsatz von 58&nbsp;Zentimetern Tiefe ist mit Sandsteinplatten abgedeckt und weist an der rechten Seite noch eine [[Piscina (Kirche)|Piscina]] auf. Ein Mauerpfeiler in der Nordostecke der Mauritiuskapelle, der in der Eingangshalle senkrecht über die gesamte Raumhöhe verläuft und mit Fresken verziert ist, endet hier mit einem unregelmäßigen Abbruch oberhalb des Fußbodens. An der Verzahnung mit den Wänden ist erkennbar, dass er früher den Altar getragen haben muss, dessen Platte sich einen Meter über dem Fußboden befand.<ref name="Mueller1970BestandInnen" /> In der Mauritiuskapelle lagern heute die verwitterten Mittelsäulen der gekuppelten Schallöffnungen der Türme, die durch neue ersetzt werden mussten. Außerdem liegen dort zwei Schlusssteine eines Kreuzrippengewölbes, die sich durch ihre Inschrift auf das Jahr 1522 datieren lassen.<ref name="InschriftenSchlussstein" /> Die Mauritiuskapelle bildet den Durchgang zur Empore und enthält eine Holztreppe als Zugang zum Südturm, dessen Turmschaft leer ist. Im Nordturm führt eine Leiter in das Glockengeschoss.<ref name="Mueller1970BestandInnen" />

== Ausstattung ==
=== Fresken ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Fresken 01.jpg|mini|Fresken mit Darstellungen des heiligen Christophorus an der Westwand über dem Eingang]]
An mehreren Stellen im Innenraum der Kirche sind größere Reste farbiger [[Fresko|Fresken]] auf dem Putz erkennbar. Diese Gemälde werden auf die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert datiert.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Alle Fresken wurden bei einer Sanierungsmaßnahme 1965–67 restauriert.<ref name="Inschriften">[[Sabine Wehking]]: [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0049.html#content, DI 66, Nr. 49] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), urn:nbn:de:0238-di066g012k0004905, abgerufen am 16. November 2013</ref>

==== Eingangshalle ====
Die Fresken im Vorraum am südlichen Haupteingang zur Klosterkirche wurden in den Jahren 1909/10 freigelegt.<ref name="Inschriften" /> Das Gewölbe der Eingangshalle ist mit floralen Ornamenten verziert, in die vier Medaillons mit je einer [[Porträt#Nach dem Ausschnitt|Halbfigur]] eingebettet sind.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Die Figuren stellen möglicherweise die vier [[Kirchenvater#Kirchenväter in der Kunst|Kirchenväter]] dar, die Zuordnung ist jedoch nicht gesichert.<ref name="Inschriften" /> An den Wänden der Eingangshalle sind Maria unter dem Kreuz sowie der heilige [[Christophorus]] mit dem Christuskind auf den Schultern dargestellt.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Der Text eines Spruchbandes in der Christophorusdarstellung ist schwer lesbar.<ref name="MuellerS6" /> Eine weitere Figur ist am Gewölberand nahe dem Eingang zum südlichen Seitenschiff erkennbar. Am Spitzbogen über diesem Eingang ist ein ebenfalls schwer lesbares dreizeiliges Spruchband aufgemalt.<ref name="Inschriften" />

==== Hauptraum ====
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Fresken 11.jpg|mini|Fresko der Auferstehung an der südlichen Mittelschiffwand der Empore]]
Weitere Fresken befinden sich im südlichen Seitenschiff der Kirche.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Einige der Fresken sind nur noch teilweise erhalten,<ref name="Inschriften" /> dargestellt sind Szenen aus der Christophorus-Legende:<ref name="Denkmaltopographie279" />

Über dem Eingang an der Westwand des südlichen Seitenschiffes ist dargestellt, wie König Dagnus beim Anblick des Christophorus vom Thron fällt, rechts daneben die Geißelung des Christophorus. Darunter sind Fragmente mit männlichen (links) beziehungsweise männlichen und weiblichen Personendarstellungen erhalten. Der weiße Hintergrund der Bilder ist mit roten Blüten geschmückt, bei der Geißelungsszene mit roten Sternen. Über der oberen linken Darstellung kommentiert ein zweizeiliges Spruchband die Szene, dessen Schrift nicht mehr vollständig lesbar ist.<ref name="Inschriften" />

Die Szenen an der Südwand des Seitenschiffs zeigen Christophorus und das Christuskind am Flussufer (oben rechts), den predigenden (oben links) und den betenden Christophorus (unten rechts). In der Gebetsszene sind links neben Christophorus noch König Dagnus und eine weitere Person dargestellt, das erläuternde Spruchband ist jedoch nur noch in geringen Teilen zu entziffern. Unten links ist König Dagnus auf dem Thron sitzend dargestellt, während Christophorus mit Pfeilen beschossen wird, die von ihm abprallen. Auch diese Szene ist mit einem nur teilweise lesbaren Spruchband versehen. Wieder sind die Hintergründe der Darstellungen mit roten Blumen und Sternen verziert. Links anschließend zum östlichen Teil der Südwand hin zeigen Fragmente weiterer Malereien, dass die erhaltenen Szenen nicht die einzigen Malereien in der Kirche waren.<ref name="Inschriften" /> Die Fresken sind durch spätere Umbauten gestört, besonders durch den Einbau der großen barocken Fenster und durch den Rückbau des Querschiffs. Der obere Wandbereich der heutigen Seitenschiffwände ist nicht bemalt, er wurde später aufgemauert, als die Kirche ein einheitliches Satteldach erhielt und die basilikale Aufrissform aufgegeben wurde.

==== Empore ====
An den Seitenwänden der Empore zeigen die Fresken Darstellungen aus dem Neuen Testament:<ref name="Denkmaltopographie279" /> auf der Südseite die [[Auferstehung Jesu Christi|Auferstehung]]<ref name="MuellerS7">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=7}}</ref> sowie den [[Michael (Erzengel)|Erzengel Michael]] als Wäger der Seelen,<ref name="Inschriften" /> auf der Nordseite Jesus und die schlafenden Jünger im [[Getsemani|Garten Gethsemane]]<ref name="MuellerS7" /> sowie den Höllenrachen.<ref name="Inschriften" /> Diese Fresken wurden erst bei der Instandsetzung 1963–67 freigelegt.<ref name="MuellerS7" />

=== Altar ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Altar 02.jpg|mini|Altarretabel des Hauptaltars, Festtagsseite]]
Der seit dem Ende des 19.&nbsp;Jahrhunderts als Hauptaltar dienende [[Flügelaltar]] der Christophoruskirche besteht aus einem Mittelschrein mit Schnitzfiguren vor goldenem Hintergrund und zwei beidseitig bemalten Klappflügeln. Sowohl aus den Gemälden auf den Flügeltafeln als auch aus den Textzeilen auf Vorder- und Rückseite geht hervor, dass es sich ursprünglich um einen Marienaltar handelte.<ref name="InschrHauptaltar">[http://www.inschriften.net/zeige/suchergebnis/treffer/nr/di066-0082.html#content Sabine Wehking, DI 66, Nr. 82] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0008203 urn:nbn:de:0238-di066g012k0008203], abgerufen am 21. Januar 2017</ref> Bei einer Restaurierung 1885–87 wurde er zu einem Kreuzigungsretabel umgestaltet.<ref name="Middeldorf">{{Literatur |Autor=[[Antje Middeldorf Kosegarten]] |Hrsg=[[Thomas Noll]], Carsten-Peter Warncke |Titel=Das Marienretabel aus St. Martini in Göttingen-Geismar |Sammelwerk=Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=Berlin München |Datum=2012 |ISBN=978-3-422-07089-9 |Seiten=151–152}}</ref> Die Altarflügel sind inschriftlich auf das Jahr 1498 datiert. Die Weihe des Altars nahm [[Johannes Bonemilch|Johannes]], der Titularbischof von [[Titularbistum Sidon|Sidon]] und Generalvikar des Erzbischofs [[Berthold von Henneberg|Berthold]] von Mainz, vor.<ref>{{Literatur |Autor=Manfred Hamann |Titel=Urkundenbuch des Klosters Reinhausen |Reihe=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, XXXVII: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter |BandReihe=14 |Verlag=Hahnsche Buchhandlung |Ort=Hannover |Datum=1991 |ISBN=3-7752-5860-4 |Seiten=301 |Kommentar=Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch; Abt. 3}}</ref> Eine schriftliche Überlieferung über den oder die Stifter des Altars ist jedoch nicht erhalten.<ref name="GmelinHauptaltar">{{Literatur |Autor=Hans Georg Gmelin |Titel=Spätgotische Tafelmalerei in Niedersachsen und Bremen |Reihe=Veröffentlichungen der Niedersächsischen Landesgalerie Hannover |HrsgReihe=Harald Seiler |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München/Berlin |Datum=1974 |ISBN=3-422-00665-6 |Kapitel=Meister der Reinhausener Apostel, 1498 |Seiten=534–537}}</ref> In einer Ablassurkunde des Jahres 1499 wird die neu geweihte Tafel mit geschnitzten und gemalten Bildern der Jungfrau Maria erwähnt.<ref name="InschrHauptaltar" />

Die Flügel und die äußeren Teile des Mittelschreins waren vor der Restaurierung bis zum Ende des 19.&nbsp;Jahrhunderts getrennt vom Mittelteil in eine barocke Altarwand eingebunden,<ref name="Denkmaltopographie279" /> ebenso die Figuren des Jodokusschreins.<ref name="Mithoff" /> Das [[Altarretabel]] steht auf einer mit Wappen und Inschriften verzierten [[Predella]] über dem aus Sandsteinquadern errichteten [[Mensa (Altar)|Altartisch]],<ref name="UlbrichKap2">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 2 ''Die Ausstattung der Klosterkirche'' |Seiten=21–29}}</ref> der gegenüber dem Chorraum um zwei Stufen erhöht aufgestellt ist.

In dem 1,86&nbsp;Meter hohen und 1,78&nbsp;Meter breiten<ref name="GmelinHauptaltar" /> Mittelschrein bildet heute eine [[Kreuzigungsgruppe]] das zentrale Element. Ursprünglich ist dort sicher passend zur Altarwidmung eine Mariendarstellung vorhanden gewesen,<ref name="Klosterbuch1297">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1297</ref> wahrscheinlich als [[Mondsichelmadonna|Strahlenkranzmadonna]] oder als [[Krönung Mariens|Marienkrönungsgruppe]].<ref name="GmelinHauptaltar" /> An jeder Seite des Mittelschreins sind übereinander zwei Heiligenfiguren aufgestellt: [[Maria Magdalena]] unten links, [[Katharina von Alexandrien|Katharina]] oben links, [[Barbara von Nikomedien|Barbara]] oben rechts und [[Cyriacus (Heiliger)|Cyriakus]] unten rechts. Diese geschnitzten und bemalten Figuren wurden in den meisten Veröffentlichungen als Schnitzwerke aus der Werkstatt des Meisters [[Bartold Kastrop]] angesprochen.<ref name="Denkmaltopographie279" /><ref name="UlbrichKap2" /><ref name="Heim">Sebastian Heim: ''Die spätgotischen Altäre in St. Christophorus Reinhausen''. In: ''1000 Jahre Kirche auf dem Kirchberg zu Reinhausen. Das Milleniumsbuch zu 1000 Jahre Kirche, Kultur und Leben'', herausgegeben von der Planungsgruppe P14, 2015, S. 40–53</ref><ref name="MuellerS9">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=9}}</ref> Andere Autoren lehnen dagegen eine Zuschreibung an die Werkstatt Kastrops ab<ref>Wolfgang Eckhardt: ''Eine Magdalenenfigur und andere Arbeiten des Göttinger Bildschnitzers Bartold Kastrop''. In: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen 25, Hamburg 1980, S. 30. Zitiert nach Antje Middeldorf Kosegarten: ''Das Marienretabel aus St. Martini in Göttingen-Geismar''. In: Thomas Noll, Carsten-Peter Warncke (Hrsg.): ''Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters''. Deutscher Kunstverlag, Berlin München 2012, ISBN 978-3-422-07089-9. Anmerkungen 75 und 5, S. 160 und 156.</ref> oder diskutieren sie zumindest kritisch. Die Heiligenfiguren, das Maßwerk und die Sockel ähneln denen auf dem Marienretabel aus der Kirche St. Martin in [[Geismar (Göttingen)|Geismar]], das aufgrund einer Inschrift sicher Bartold Kastrop zugeordnet werden kann.<ref name="GmelinHauptaltar" /> Andererseits spricht das Jahr der Erstellung des Reinhausener Altaraufsatzes – 1498 – gegen Kastrop als Schnitzmeister, weil er erst ein Jahr später nach Göttingen eingebürgert wurde und bis dahin eine Werkstatt im deutlich weiter entfernten Northeim betrieb. Außerdem sind gegenüber den Geismarer Schnitzfiguren Kastrops Unterschiede in Gesichtsausdruck und Lebendigkeit der Figuren festzustellen. [[Antje Middeldorf Kosegarten]] sieht Ähnlichkeiten zu den Figuren des Schnitzaltars der St.-Johannis-Kirche in [[Uslar]] sowie zu einem steinernen Sakramentsschrein der Göttinger [[St. Johannis (Göttingen)|Johanniskirche]].<ref name="Middeldorf" /> Jede Schnitzfigur steht auf einem Sockel mit vorn seitlich abgeschrägten Ecken, auf dem sie mit aufgemalter schwarzer Schrift bezeichnet ist: „S(an)c(t)a maria magdalena“, „S(an)c(t)a katerina ora p(ro nobis)“, „S(an)c(t)a barbara virgo“ und „S(an)c(tu)s ciriacus mar([BRACKET2?]tyr)“. Die Schnitzfiguren der Maria und des Johannes unter dem Kreuz wurden im Zuge der Restaurierung des Altars 1885 neu angefertigt.<ref name="InschrHauptaltar" /> Während einige Autoren von einer gleichzeitigen Herstellung der Kreuzigungsgruppe ausgehen,<ref name="Middeldorf" /> datieren andere die Figur des gekreuzigten Christus in die Barockzeit,<ref name="MuellerS9" /> während das Kreuz selber später erneuert worden sein soll.<ref name="InschrHauptaltar" /> Wieder andere gehen davon aus, dass die gesamte Kreuzigungsgruppe barock sei.<ref name="GmelinHauptaltar" /> Die Sockel der Begleitfiguren des Kreuzes sind deutlich höher als die älteren Sockel, sie überbrücken einen gemalten Zierstreifen am unteren Rand des Altarmittelstückes und heben die beiden Figuren auf die Ebene des Kreuzesfußes. Diese Sockel sind ohne Abschrägung hergestellt und tragen die Aufschriften „Sca maria“ und „Scs iohannes“. Die Ausführung der Buchstaben orientiert sich an den älteren Schnitzfiguren des Altars.<ref>Vgl. Fotos des Altars, besonders des [[commons:File:StChristophorus Reinhausen Altar Kreuzigungsgruppe.jpg|Mittelteils]] und der [[commons:File:StChristophorus Reinhausen Altar Predella Wappen.jpg|Predella]]</ref>

Die Innenseiten der je 88&nbsp;Zentimeter breiten<ref name="GmelinHauptaltar" /> Flügel zeigen Szenen aus dem Leben der Maria:<ref name="Denkmaltopographie279" /> Oben auf dem linken Flügel die [[Verkündigung#Mariä Verkündigung|Verkündigung]] und auf dem rechten Flügel den [[Mariä Heimsuchung|Besuch bei Elisabeth]]; unten auf dem linken Flügel die [[Weihnachtsgeschichte|Geburt Jesu]] und auf dem rechten Flügel die Anbetung der [[Heilige Drei Könige|Heiligen Drei Könige]]. Als Vorlage diente zumindest für die letzte Szene ein Kupferstich von [[Martin Schongauer]].<ref>''„Anno Domini 1498 pictum est hec tabella“ – Die spätgotischen Altäre in der St. Christophorus-Kirche''. Vortrag von Sebastian Heim am 15. Mai 2014 in der St.-Christophorus-Kirche. In Ulfrid Müller: ''Klosterkirche Reinhausen'', S. 9, ist allgemein für die Flügelinnenseiten eine Abhängigkeit „von den Kupferstichen des Martin Schongauer“ angegeben. [[:Datei:Martin Schongauer - Adoration of the Magi - WGA21023.jpg|(Vorlage Schongauers für die Darstellung der Anbetung der Könige)]]</ref> Über die Urheberschaft der Gemälde gibt es unterschiedliche Annahmen: Nach neueren Angaben stammen sie aus derselben Werkstatt wie die Flügelrückseiten, können aber nicht sicher dem Meister selbst zugeordnet werden.<ref name="Heim" /> Ältere Kunsthistoriker gehen dagegen von einem unbekannten, wenig fortschrittlichen Maler ohne weitere bekannte Werke in Niedersachsen aus.<ref name="GmelinHauptaltar" /> Der Hintergrund der Gemälde ist in Gold gehalten und kennzeichnet diese Seite als Festtagsseite. Goldfarben sind auch[FILLWORD?] die waagerechten Leisten an Ober- und Unterkante der Flügel und des Schreins sowie in der Mitte der Flügel, die zur Begrenzung der Darstellungen dienen.
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Altar Alltagsseite.jpg|mini|hochkant|Alltagsseite des Altars]]
Die Außenseiten der Flügel zeigen die Werktagsseite des Altars und haben einen rotfarbigen Hintergrund. Dargestellt sind in Dreiergruppen die zwölf [[Apostel]] mit [[Matthias (Apostel)|Matthias]] anstelle von [[Judas Iskariot]].<ref name="Denkmaltopographie279" /> Sie sind zusätzlich zu ihren Attributen durch Namensangabe am oberen Rand und auf der Leiste, die beide Reihen trennt, bezeichnet. Acht Figuren tragen ihren Namen außerdem auf dem Gewandsaum.<ref name="InschrHauptaltar" /> Die Gemälde werden einem unbekannten Meister zugeschrieben, der aufgrund dieses Werkes als ''Meister der Reinhausener Apostel'' bezeichnet wird.<ref name="Heim" /><ref name="GmelinHauptaltar" /> Andere Veröffentlichungen schreiben die Flügelgemälde einem Schüler des [[Hans von Geismar]] oder dem Hildesheimer Epiphaniusmeister zu<ref name="Middeldorf" /> oder gehen davon aus, dass der ''Meister der Reinhausener Apostel'' ein direkter Schüler Hans von Geismars war.<ref name="GmelinHauptaltar" /> Auch für einige dieser Arbeiten dienten wahrscheinlich Stiche von Martin Schongauer als Vorlage.<ref>So für die Darstellung des Bartholomäus [[:Datei:Martin Schongauer - Der Apostel Bartholomäus (L 49).jpg|(Vorlage von Martin Schongauer)]] nach ''„Anno Domini 1498 pictum est hec tabella“ – Die spätgotischen Altäre in der St. Christophorus-Kirche''. Vortrag von Sebastian Heim am 15. Mai 2014 in der St.-Christophorus-Kirche.</ref> Die Außenseite trägt am unteren Rand als Herstellungsdatum die Angabe „Anno dni 1498 pletum est hec tabella / Jn honore gloriose marie virgini.“<ref name="InschrHauptaltar" /> („Im Jahre des Herrn 1498 wurde diese Tafel vollendet / Zur Ehre der ruhmreichen Jungfrau Maria.“) Dem „l“ in „<nowiki>[com]</nowiki>p''l''etum“ („vollendet“) fehlt die Oberlänge, dieses Wort wurde auch als „pictum“ („gemalt“) gedeutet.<ref name="InschrHauptaltar" />

In die waagerechten goldbelegten Leisten der Flügelinnenseiten über und unter den Gemälden sowie in die obere und untere waagerechte Leiste des Mittelschreins sind Schriftzüge einpunziert, die ursprünglich einen über die Flügel und den Schrein durchlaufenden Satz ergaben. Bei der Rekonstruktion des Mittelteils wurde die Schrift durch ein Zierband ersetzt, so dass ein größeres Teilstück fehlt. Die obere Kante des Altars zeigt eine [[Antiphon (Musik)|Antiphon]] des [[Hermann von Reichenau]]:
<poem>SALVE · REGINA · MATER · MISERICORDIE · VITA · DVLCED(o)
(et) SPES NOSTER (salve / ad te clamamus exsules filii Evae / ad te suspiramus ge)MENTES · ET FLENTES ·
IN · HAC · LACRIMARVM · VALLE · EYA · ERGO · ADVOC(ata nostra),</poem>
die untere eine von Heinrich Isaac vertonte Antiphon:
<poem>AVE · SANCTISSIA · MARIA · MATER · DEI · REGINA · CELI
PORTA · PARADISI (domina mundi / tu es singularis virgo pura / tu concepisti Jesum) SINE · PECCATO
TV · PEPERISTI · CREATOREM · ET · SALVATOREM · MVNDI · IN QVO (ego non dubito).</poem>
In der Mitte des linken Flügels ist ein Vers aus der lateinischen Übersetzung des [[Hoheslied|Hohenliedes]] zu finden {{Bibel|Hld|4|7|VUL}}, das häufig auf Maria bezogen wurde:
<poem>TOTA · PVLCRA · ES · AMICA · MEA · ET · M(acula non est in te),</poem>
auf dem rechten Flügel
<poem>O · FLORES · ROSA · MATER · DOMINI</poem>
nach einer Antiphon des Hermann von Reichenau.<ref name="InschrHauptaltar" /> In älterer Literatur werden auch[FILLWORD?] abweichende Lesarten und weitere Fehlstücke angegeben, insbesondere für die Schrift an schwer erkennbaren Stellen.<ref>So bei Hans Georg Gmelin: ''Spätgotische Tafelmalerei in Niedersachsen und Bremen''. München/Berlin 1974, S. 357</ref>

Die Predella wurde später angefertigt als die Altartafeln. Die Angaben über die Entstehungszeit reichen vom späten 16. Jahrhundert-[WORDS?]R-I87-R--R- über die Barockzeit<ref name="GmelinHauptaltar" /> bis zum 19.&nbsp;Jahrhundert.<ref name="MuellerS16">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=16}}</ref><ref name="UlbrichKap2" /><ref name="Heim" /> Sie trägt mittig in verschlungenen Ringen zwei Wappenschilde mit [[Oberwappen]], die in einigen Veröffentlichungen als [[Allianzwappen]] gedeutet werden.<ref>[http://www.bildindex.de/document/obj20215934/mi05383f13/?part=0 Hochaltar, Predella mit Allianzwappen], Foto mit Bildbeschreibung des Instituts für Denkmalpflege in Niedersachsen, heute Landesamt für Denkmalpflege, beim Bildindex der Kunst und Architektur. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, abgerufen am 22. Januar 2017</ref><ref name="LueckeKloester23" /> Nach der heutigen Farbgebung zeigt das [[Blasonierung#Rechts/links und vorn/hinten in der Heraldik|heraldisch rechte]] Wappen in Silber einen aufgerichteten, mit goldenen Kugeln belegten roten Löwen, auf dem rot-silbern bewulsteten Helm vier rechtwinklig gekreuzte silberne Stäbe mit jeweils[FILLWORD?] unterschiedlichen Spitzen an beiden Enden, Helmdecken rot-silbern. Das heraldisch linke Wappen zeigt in Silber ein rot gesatteltes und gezäumtes, springendes schwarzes Ross, auf dem silbern bewulsteten Helm ein rot gesatteltes und gezäumtes, springendes schwarzes Ross vor fünf fächerförmig angeordneten schwarz-silbernen Federn, Helmdecken schwarz-silbern. Auf älteren Fotos, die den Zustand vor 1945 zeigen, ist das Wappenrelief ohne oder mit anderer Bemalung erkennbar.
<ref name="BildindexAltar">[http://www.bildindex.de/document/obj20215934/mi05383f04/?part=0 Foto des Altars, linke Hälfte] und [http://www.bildindex.de/document/obj20215934/mi05383f05/?part=0 rechte Hälfte] beim Bildindex der Kunst und Architektur. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, abgerufen am 21. Januar 2017</ref> Eine Zuordnung der Wappen zu den Familien [[Werder (niedersächsische Adelsgeschlechter)|von Werder]] und [[Pentz (Adelsgeschlecht)|von Pentz]] wird von Hans Georg Gmelin angesprochen, aber[FILLWORD?] nicht als sicher bezeichnet.<ref name="GmelinHauptaltar" /> An beiden Außenseiten neben den Wappen steht in Gold auf schwarzem Grund der Text der [[Einsetzungsbericht#Evangelisch-lutherische Liturgie|Einsetzungsworte]] für das Abendmahl geschrieben. Diese Texttafeln sind auf Fotos, die vor 1945 angefertigt worden, noch nicht vorhanden.<ref name="BildindexAltar" />

=== Jodokusschrein ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Jodokusschrein 03.jpg|mini|Jodokusschrein]]
Im nördlichen Seitenschiff ist an der Ostwand der sogenannte Jodokusschrein angebracht.<ref name="Denkmaltopographie280" /> Es handelt sich um den Mittelteil eines ehemaligen Flügelaltars,<ref name="Denkmaltopographie280" /> dessen Schnitzfiguren bis zur Restaurierung des Altars Ende des 19. Jahrhunderts oberhalb des Schalldeckels in eine barocke Kanzelaltarwand eingebaut waren.<ref name="Mithoff" /> Nach der Auflösung der Kanzelaltarwand und der Rekonstruktion des Hauptaltars wurde der Schrein an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes aufgehängt,<ref name="Luecke">Heinrich Lücke: ''An den Ufern der Garte''. ''Historisches und Literarisches aus der Südostecke des Göttinger Landes''. Aloys Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 1927, Neuauflage 1989, S. 185–192</ref> seit den Renovierungsmaßnahmen der Jahre 1963–67 befindet er sich im nördlichen Seitenschiff. Der Schrein ist inschriftlich auf 1507 datiert und gilt als Werk des Epiphaniusmeisters aus Hildesheim.<ref name="Denkmaltopographie280" />

Die drei Figuren – alle mit Buch in der Hand – zeigen in der Mitte den heiligen [[Jodok (Heiliger)|Jodokus]]<ref name="MuellerS8">{{Literatur |Autor=Ulfrid Müller |Titel=Klosterkirche Reinhausen |Reihe=Große Baudenkmäler |NummerReihe=257 |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München Berlin |Datum=1971 |Seiten=8}}</ref><ref name="Heim" /> als Pilger mit [[Jakobsmuschel]] an der Kopfbedeckung, links den heiligen [[Bartholomäus (Apostel)|Bartholomäus]] und rechts den heiligen [[Blasius von Sebaste|Blasius]]. Die zentrale Figur des Jodokus ist gut einen Kopf größer ausgeführt als die flankierenden. Alle Figuren stehen auf je einem Postament mit Inschrift, hinter den Köpfen ist auf dem goldenen Hintergrund je ein [[Heiligenschein]] mit Inschrift angeordnet. Die Bezeichnungen der Heiligen in den Nimben lauten: „SANCTVS.BARTHoLOMEVS.“, „SANCTVS.JODOCVS.“ und „SACTVS.BLASIVS.“ (sic!), die Postamentinschriften entsprechend links „SANCTVS.BARTOLOMEVS“, rechts „SANCTVS.BLASIVS.EPISC“,<ref name="InschrJodokus">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0114.html#content Sabine Wehking, DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 114] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400 urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400], abgerufen am 18. Juni 2015</ref> unter der mittleren Figur allerdings „.DVSENT.VNDE.VIF.HVNDERT.SEFVEN.“<ref>So auf dem Sockel zu lesen ([[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Postament 04.jpg|Foto der rechten Sockelseite]]). Nach [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0114.html#content Sabine Wehking, DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 114] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400 urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400], abgerufen am 18. Juni 2015, lautet das letzte Wort „SEVEN“.</ref> Die Jodokus-Figur trägt auch am Gewandsaum Inschriften, die jeweils durch umgeschlagene Bereiche und Falten des Mantelsaums unterbrochen sind: „CRISTVS“ am rechten Arm, der das Buch trägt, „MARIE“ unter dieser Hand, am rechten Kragen (vom Betrachter aus links) „IHESVS“, am linken Kragen „M“, am unteren Mantelsaum „SANCTVS“, nach einem umgeschlagenen Saumteil „(…)OCVS“ und „FA“ und ganz rechts unten „MANG“.<ref>Diese Lesart beruht auf Fotos des Altars: [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 09.jpg|Foto mit Inschriften „IHESVS“ und „M“]], [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 02.jpg|Foto mit Inschrift „CRISTVS“]], [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 12.jpg|Foto mit Inschrift „MARIE“]], [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 04.jpg|Foto mit Inschrift „SANCTVS“]], [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 07.jpg|Foto mit Inschrift „OCVS“]] und [[:Datei:Jodokusschrein Reinhausen Jodokus Detail 06.jpg|Foto mit Inschrift „FA“]] (auf der Gewandfalte). Nach Sabine Wehking, [http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0114.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 114] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400 urn:nbn:de:0238-di066g012k0011400], abgerufen am 15. Januar 2016, lauten die Inschriften am Gewandsaum: „· SANCTVS · // · CRISTVS · MARIE // IHE·SVS // · M // MANG“</ref> Alle Schriften auf dem Jodokusschrein sind in frühhumanistischer [[Majuskel|Kapitalis]] ausgeführt.<ref name="InschrJodokus" /> Die von [[Hector Wilhelm Heinrich Mithoff]] angeführten inschriftlichen Bezeichnungen der Figuren als „S.JACOB.MAJ“ in der Mitte, „SCS.BLASIVS“ zu seiner Rechten und „S.BARTHOLOMEVS“ zu seiner Linken<ref name="Mithoff" /> sind in dieser Form nicht oder nicht mehr vorhanden; Tobias Ulbrich hält es für möglich, dass sich die Beschriftung für Jakobus an der nicht sichtbaren Rückseite des Sockels der mittleren Figur befinde.<ref name="UlbrichKap2" />

Im 19. Jahrhundert, als sich die Schnitzfiguren noch ganz oben in der Kanzelaltarwand befanden, identifizierte Mithoff die mittlere Figur – entsprechend seiner Wiedergabe der Inschrift – als [[Jakobus der Ältere|Jakobus den Älteren]].<ref name="Mithoff" /> Auch Tobias Ulbrich widerspricht der Deutung als Jodokus-Figur. Er begründet dies mit den Pilgerinsignien der Figur einschließlich der [[Jakobsmuschel]] an der Kopfbedeckung sowie mit einem angeblichen zweiten Flügelpaar des Hauptaltars, auf dem figürlich und bildlich die Jakobus-Legende dargestellt sei.<ref name="UlbrichKap2" /> Diesen Ausführungen schließt sich auch [[Hedwig Röckelein]] an.<ref>{{Literatur |Autor=[[Hedwig Röckelein]] |Hrsg=Bernd Carqué, Hedwig Röckelein |Titel=Die Jacobusseite des Göttinger Retabels. Kult und Ikonographie Jacobus d.&nbsp;Ä. und die Entstehungsgeschichte des Altaraufsatzes |Sammelwerk=Das Hochaltarretabel der St. Jacobi-Kirche in Göttingen |Reihe=Studien zur Germania Sacra |Band=27 |Verlag=Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG |Ort=Göttingen |Datum=2005 |ISBN=3-525-36284-6 |Seiten=179 |Kommentar=Fußnote 9}}</ref> Seine Angaben stützt Ulbrich wiederum auf Mithoff,<ref name="UlbrichKap2" /> der jedoch die innenseitigen Gemälde der Flügel des Hauptaltars, die vier geschnitzten Heiligenfiguren desselben sowie die drei Schnitzfiguren des Jodokusschreins einzeln in ihrer Position in der Kanzelaltarwand beschrieb und sie als Teile eines einzigen Altars ansah.<ref name="Mithoff" />

Mithoff erwähnt außerdem als weiteres Zubehör der Kirche ein einzelnes Flügelbild, das sich später im Besitz von [[Carl Oesterley senior|Carl Oesterley]] befunden haben soll. Die Malereien identifizierte Mithoff auf der Außenseite des Flügels – entsprechend den Figuren des Jodokusschreins – als den heiligen Jakobus maj. und den heiligen Blasius, auf der stark beschädigten Innenseite als „anscheinend Darstellungen aus der Legende dieser Heiligen“. Aufgrund der starken Beschädigung, die Mithoff auf die frühere Nutzung als Kirchenstuhlbrett und eine Übertünchung mit Kalk zurückführt, waren die Gemälde damals jedoch nur schwer erkennbar.<ref name="Mithoff" /> Dieses inzwischen restaurierte Flügelbild<ref>''„Anno Domini 1498 pictum est hec tabella“ – Die spätgotischen Altäre in der St. Christophorus-Kirche''. Vortrag von Sebastian Heim am 15. Mai 2014 in der St.-Christophorus-Kirche</ref> befindet sich heute im [[Niedersächsisches Landesmuseum Hannover|Niedersächsischen Landesmuseum]] in Hannover.<ref name="Klosterbuch1297" /> Es wird dem Maler [[Hans Raphon]] zugeschrieben<ref>{{Literatur |Autor=Karl Arndt |Hrsg=Thomas Noll, Carsten-Peter Warncke |Titel=Das Retabel der Göttinger Paulinerkirche, gemalt von Hans Raphon |Sammelwerk=Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=Berlin München |Datum=2012 |ISBN=978-3-422-07089-9 |Seiten=196}}</ref> und ist der einzige erhaltene Flügel des ursprünglich doppelten Flügelpaares dieses Altars.<ref name="Klosterbuch1297" /> Die dargestellten Szenen sind seit der Restaurierung klarer erkennbar, es sind auf jeder Seite zwei übereinander angeordnete Bilder vorhanden. Auf der Außenseite befindet sich oben die Abbildung des Apostels Jakobus des Älteren mit Stab, Buch und der Muschel an der Stirn des Hutes, unten die des heiligen [[Hubertus von Lüttich|Hubertus]] mit Bischofsstab, Buch, Mitra und einem Jagdhorn unter der linken Hand. Beide Heiligen sind auf Felsen sitzend dargestellt, Jakobus trägt einen langen Bart. Auf der Innenseite sind zwei Szenen aus der Heiligenlegende des Jodokus dargestellt: Im oberen Bild das Quellwunder des Jodokus, durch das er den auf der Jagd befindlichen Grafen Heymo vor dem Tod bewahrte, im unteren die wunderbare Erhaltung seiner Leiche.<ref name="Pfeiffer">{{Literatur |Autor=Götz J. Pfeiffer |Hrsg=Thomas Noll, Carsten-Peter Warncke |Titel=Das Kreuzigungsretabel von 1506 aus der St. Jürgens-Kapelle samt einem Anhang der Werke Hans Raphons und seiner Werkstatt |Sammelwerk=Kunst und Frömmigkeit in Göttingen. Die Altarbilder des späten Mittelalters |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=Berlin München |Datum=2012 |ISBN=978-3-422-07089-9 |Seiten=234}}</ref><ref name="Heim" /> In der Darstellung des Quellwunders wird Jodokus – wie auch die Schnitzfigur im Schrein – als bartloser junger Mann in Pilgerkleidung dargestellt, seine am Boden liegende Mütze trägt auch hier die Pilgermuschel.<ref name="GmelinJodokusschrein">{{Literatur |Autor=Hans Georg Gmelin |Titel=Spätgotische Tafelmalerei in Niedersachsen und Bremen |Reihe=Veröffentlichungen der Niedersächsischen Landesgalerie Hannover |HrsgReihe=Harald Seiler |Verlag=Deutscher Kunstverlag |Ort=München/Berlin |Datum=1974 |ISBN=3-422-00665-6 |Kapitel=Hans Raphon, 1507 |Seiten=560–562}}</ref> Diese Gemälde stützen die Bezeichnung des Altarrestes als Jodokus-Schrein. Eine einzelne neuere Beschreibung kennt von dem Altar nur diesen einen Flügel und bezeichnet nicht nur den zweiten Flügel, sondern auch den Mittelteil als verloren.<ref name="Pfeiffer" />

=== Triumphkreuz ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Triumphkreuz 01.jpg|mini|Triumphkreuz]]
An der östlichen Stirnseite des südlichen Seitenschiffs hängt ein Kruzifix, das ebenfalls in die späte Gotik einzuordnen ist und früher als [[Triumphkreuz]] gedient haben soll. Das Kruzifix wurde allerdings[FILLWORD?] später überarbeitet.<ref name="Denkmaltopographie280" /> Es hat eine Höhe von 2,92&nbsp;Metern,<ref name="Mithoff" /> im 19. Jahrhundert war es im unteren Geschoss des Westriegels untergebracht.<ref name="Mithoff" />

=== Steinbildwerke ===
In der Ostwand des Chorraums ist ein halbrundes romanisches Steinrelief eingemauert. Darauf sind in einem Bogen ein Kreuz auf einer Halbkugel und darunter ein Löwe mit menschlichem Kopf dargestellt, der einen zweiten Menschenkopf zu verschlingen scheint.<ref name="Denkmaltopographie279" /> Das Relief diente wahrscheinlich früher als [[Tympanon (Architektur)|Tympanon]] im Bogenfeld des Portals der Kirche.<ref name="Mithoff" />

Ebenfalls an der Ostwand des Chorraums befindet sich der Rest eines Steinbildwerks, dessen ursprüngliche Funktion als bekrönender Aufsatz eines Tabernakels gedeutet wird.<ref name="UlbrichKap2" /> Auch dieses Kunstwerk ist in die Wand eingemauert, es stammt aus der Zeit der [[Gotik]]. Die Darstellung zeigt eine zentrale [[Fiale]], die anstelle einer [[Kreuzblume]] eine von zwei Engeln getragene Krone aufweist.<ref name="Mithoff" />

An der südlichen Chorwand steht auf einem neueren Steinsockel mit einer Steinplastik des heiligen Christophorus ein Relikt der Verehrung des Namenspatrons der Kirche, das noch aus der Zeit der Romanik stammt.<ref name="UlbrichKap2" /> Der Heilige ist mit dem Christuskind auf seinen Schultern und einem Stab in der Hand dargestellt. Vor den Renovierungsmaßnahmen 1963–67 befand sich die Plastik in einer Mauernische an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes unterhalb des Jodokusschreins.<ref name="AltarblickUR">[https://www.unser-reinhausen.de/wp-content/uploads/2018/07/kl_pe_g.jpg Blick auf den Altar], Foto um 1950 aus der Sammlung L. Petersen, veröffentlicht auf www.unser-reinhausen.de von Christian Schade, abgerufen am 17. Juli 2018.</ref> Sie gehört erst seit dem 19. Jahrhundert zu den Kunstwerken im Kirchengebäude; zuvor befand sie sich im Klosterhof.<ref>Ulfrid Müller: ''Die Klosterkirche in Reinhausen''. In: [[Harald Seiler]] (Hrsg.): ''Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte'', Band 9, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1970, S. 27</ref>

An der Nordwand des Chorraums ist eine detailliert ausgearbeitete Plastik eingemauert, die Christus beim Tragen seines Kreuzes darstellt.<ref name="UlbrichKap2" /> Die im zentralen Bereich gut erhaltene Steinhauerarbeit zeigt neben Christus, der sich unter dem Kreuz wieder erhebt, als weitere vollständig dargestellte Personen einen Mann vor dem Kreuz, der Christus an einem Strick hält, sowie hinter Christus stehend wahrscheinlich [[Simon von Cyrene]]. Von drei weiteren Personen im Hintergrund sind nur jeweils[FILLWORD?] der Kopf und Teile des Oberkörpers dargestellt.
<gallery mode="packed">
StChristophorus Reinhausen Tympanon.jpg|Tympanon
StChristophorus Reinhausen Tabernakelaufsatz.jpg|Tabernakel-Aufsatz
StChristophorus Reinhausen Christophorusskulptur 03.jpg|St. Christophorus
StChristophorus Reinhausen Kreuzwegrelief.jpg|Kreuzwegstation
</gallery>

=== Grabdenkmale ===
Im Chorraum ist an der Nord- und der Südwand je eine Grabplatte aus [[Gusseisen]] aufgestellt. Beide stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.<ref name="Denkmaltopographie280" /> Die Platte an der südlichen Chorraumwand wurde für den am 15. Februar 1569 verstorbenen Pfandinhaber des Klosters Christoph Wolff von Gudenberg angefertigt, die an der Nordwand für den am 8. September 1574 verstorbenen Melchior von Uslar und seine Frau Margarete von Ohle.<ref name="Klosterbuch1297" /> An der Ostwand des Chorraums hängt eine bemalte Holztafel aus dem Jahr 1735, die an Maria Magdalena Hinüber geb. von Busch erinnert.<ref name="MuellerS8" /> Die beiden gusseisernen Grabtafeln waren noch bis nach Ende des Zweiten Weltkriegs nebeneinander an der Südwand des Chorraums aufgestellt, die Holztafel hing zusammen mit einem weiteren Holzepitaph oberhalb der Platten.<ref name="AltarblickUR" /> Die zweite Holztafel war ebenfalls in Medaillonform mit seitlichem Rankenwerk und Bekrönung gestaltet, sie erinnerte an den 1752 gestorbenen Amtmann Christian Erich Hinüber, der auch[FILLWORD?] auf der erhaltenen Tafel als Ehemann der Verstorbenen genannt wird.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.bildindex.de/bilder/MI05383g10a.jpg |hrsg=Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg |titel=Gleichen-Reinhausen, ehem. Stiftskirche St. Christophorus, vier Epitaphien: E.Chr. Wulff von Gudenberg † 1569 (u.lk.) Gußeisen, Melchior von Uslar, † 1574 (u.re.) Grußeisen -R-R19-R-, Chr. Humber (?), † 1762 (o.lk.) und Maria M.A.F. von Busch, † 1735 (Aufn. vor 1945) |zugriff=2014-07-02}} - In der dortigen Notiz zu dem nicht überall gut lesbaren Foto sind Name und Jahreszahl falsch wiedergegeben (das richtige Sterbejahr errechnet sich auch aus Geburtsjahr und Sterbealter); vgl. dazu ''Hannoverische Anzeigen ...'' vom 13.10.1752, ''IV. Vacanzen'', sowie Dagmar Kleineke: ''Die Pfarrchronik der Kirchengemeinde Obernjesa-Dramfeld'', Göttingen 2016, S. 62.</ref> Eine weitere Grabplatte wurde 1706 für Veit Andreas Hornhardt aus Stein angefertigt und ist stark verwittert.<ref>Vergleiche teilweise erkennbare Reste der Inschrift auf dem [[:Datei:Steingrabplatte Reinhausen.jpg|Foto der Grabplatte]].</ref> Hornhardt war von 1680 bis 1705 [[Amtmann]] des [[Amt Reinhausen|Amtes Reinhausen]].<ref>Klaus Kürschner: ''Ein Beitrag zur Geschichte des Reinhäuser Waldes''. Göttingen 1976 (Dissertation), Anhang S. 1–6. Hier angegeben nach Wolfgang Lustig: ''Reinhausen durch die Jahrhunderte''. Göttingen 1991, Anhang: ''Amtmänner und Drosten 1542–1885''.</ref> Seine Grabplatte steht an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffs.
<gallery mode="packed">
Grabplatte Christoph Wolff von Gudenberg.jpg|C. Wolff v. Gudenberg
Grabplatte Melchior von Uslar.jpg|M. v. Uslar
StChristophorus Reinhausen Holztafel vBusch.jpg|M. Hinüber, geb. v. Busch
Steingrabplatte Reinhausen.jpg|V. A. Hornhardt
</gallery>

=== Kanzel ===
Die heutige Kanzel links vom Chorraum ist ebenso wie das rechts des Chorraums aufgestellte Lesepult ein modernes, sehr schlichtes Ausstattungsstück und nur geringfügig gegenüber dem Chorraum erhöht. Die in die ehemals vorhandene Altarwand eingearbeitete barocke Kanzel wurde 1885–87 entfernt.<ref name="Denkmaltopographie279" />

=== Vasa sacra ===
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Kelch I 01.jpg|mini|hochkant=0.6|Kelch, 14./17. Jh.]]
In einem [[Inventar]] des Kirchenschatzes, das nach Einführung der Reformation 1542 angefertigt wurde, wurden noch sieben Kelche und Patenen aufgeführt, von denen ein Paar dem Hospital gehörte, sowie ein auswärtig untergebrachter Kelch. Dazu kam eine vergoldete [[Monstranz]].<ref name="Urkundenbuch464">{{Literatur |Autor=Manfred Hamann |Titel=Urkundenbuch des Klosters Reinhausen |Reihe=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, XXXVII: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter |BandReihe=14 |Verlag=Hahnsche Buchhandlung |Ort=Hannover |Datum=1991 |ISBN=3-7752-5860-4 |ArtikelNr=464 |Kommentar=Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch; Abt. 3}}</ref> Zwanzig Jahre später wurde bei der Übergabe des Klosters an einen Amtmann wieder ein Inventar angelegt, das nun[FILLWORD?] kaum noch [[sakrales Gerät]] aufführte<ref name="InschrKelchIII">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0146.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 146† (Sabine Wehking)] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0014602 urn:nbn:de:0238-di066g012k0014602], abgerufen am 21. Februar 2017</ref> und nur einen nicht weiter beschriebenen Kelch enthielt.<ref name="Urkundenbuch468">{{Literatur |Autor=Manfred Hamann |Titel=Urkundenbuch des Klosters Reinhausen |Reihe=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, XXXVII: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter |BandReihe=14 |Verlag=Hahnsche Buchhandlung |Ort=Hannover |Datum=1991 |ISBN=3-7752-5860-4 |ArtikelNr=468 |Kommentar=Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch; Abt. 3}}</ref> Heute sind noch zwei silberne [[Abendmahlskelch]]e und zwei dazugehörige [[Patene]]n erhalten, die nicht öffentlich in der Kirche ausgestellt sind.

Der ältere Kelch wird aufgrund des Stils auf das 14.&nbsp;Jahrhundert datiert. Er besteht aus vergoldetem Silber und besitzt einen flachen, schlicht runden Fuß von 14&nbsp;Zentimetern Durchmesser, einen sechsseitigen Schaft, einen gerippten [[Nodus (Verzierung)|Nodus]] und eine weit ausgestellte, schlichte [[Kuppa]] mit einem Durchmesser von 11,7&nbsp;Zentimetern. Insgesamt ist der Kelch 16,4&nbsp;Zentimeter hoch. Der niedrige senkrechte Rand des Fußes ist mit einer Reihe Punkte und einer Reihe Kreuze verziert, der Schaft oben und unten durch ein umlaufendes Ornament aus Kreuzchen. Auf der Oberseite des Fußes wurde eine Inschrift eingraviert: „· CVRT · HANS · HENRICH · VON · VSLER · MARIA · VON · VSLER · ELSABET · SOPHIÆ · VON · VSLER · PIGATA · MAGDALENA · VON · VSLER · SCHONETTE · LISABETH · VON · VSLER“. Aufgrund der genannten Namen kann die Inschrift mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das zweite Viertel des 17. Jahrhunderts datiert werden, denn der [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg|braunschweigisch-lüneburgische]] Landkommissar und [[Kriegskommissar]] Curt Hans Heinrich von Uslar heiratete im Jahr 1627 Maria von Uslar und hatte mit ihr die Töchter Elisabeth Sophie, Beate Magdalena und Schonetta Elisabeth. Letztere war 1661 bereits verheiratet, so dass eine Herstellung der Inschrift deutlich vor diesem Datum wahrscheinlich ist. Unter dem Fuß des Kelches ist eine Schrift aus neuerer Zeit eingeritzt: „FB / 1908.“<ref name="InschrKelchII">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0405.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 405 (Sabine Wehking)] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0040506 urn:nbn:de:0238-di066g012k0040506], abgerufen am 15. Februar 2017</ref>
[[Datei:StChristophorus Reinhausen Kelch II 01.jpg|mini|hochkant=0.6|Kelch, Ende 16. Jh.]]
Die dazu passende [[Patene]] aus dem zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts besteht ebenfalls aus vergoldetem Silber und hat einen Durchmesser von 15,8&nbsp;Zentimetern. Sie trägt am Rand eine Inschrift, die bis auf zwei Buchstaben mit der des Kelches identisch ist, dazu ein Scheibenkreuz.<ref name="InschrPateneII">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0406.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 406 (Sabine Wehking)] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0040603 urn:nbn:de:0238-di066g012k0040603], abgerufen am 15. Februar 2017</ref>

Der zweite Kelch ist 18&nbsp;Zentimeter hoch. Er stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts und ist aus Silber gefertigt. Die Sockelplatte und der Fuß mit einem Durchmesser von 14&nbsp;Zentimetern sind in Form eines [[Vielpass|Sechspasses]] gearbeitet, darüber ist ein sechsseitiger Schaft mit einem abgeflachten Nodus angeordnet, der an der Seite in Rautenformen die Buchstaben „I H E S V S“ trägt und sonst – wie auch der Schaft – mit gravierten Ornamenten verziert ist. Die kleine Kuppa hat zehn Zentimeter Durchmesser und ist steil ansteigend. Auf einem Segment des Fußes ist liegend ein vergoldetes Kruzifix aufgesetzt, in das gegenüberliegende Segment ist das viergeteilte baunschweigisch-calenbergische Wappen [[Erich II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Herzog Erichs]] eingraviert. Am Rand neben dem Kruzifix ist die Inschrift „TEMPLO REINHVSANO SACRVM“ eingraviert, die eine Zugehörigkeit zur Reinhäuser Kirche belegt. Im danebenliegenden Segment des Fußes sind die Initialen des Amtmanns zu finden: „M(ATTHIAS) · S(CHILLING) · A(MT)M(ANN) · Z(V) · R(EIN)H(AVSEN)·“, was eine ungefähre Datierung ermöglicht: Matthias Schilling trat seine Amtszeit als herzoglicher Amtmann zu Reinhausen im Jahr 1578 an, Herzog Erich starb 1584. Da beide auf dem Kelch bezeichnet sind, muss er in diesem Zeitraum entstanden sein.<ref name="InschrKelchI">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0204.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 204 (Sabine Wehking)] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0020409 urn:nbn:de:0238-di066g012k0020409], abgerufen am 15. Februar 2017</ref>

Die dazugehörige Patene aus Silber hat einen Durchmesser von 15,1&nbsp;Zentimetern. Sie weist auf dem Rand auf der Unterseite dieselbe gravierte Inschrift „TEMPLO REINHVSANO SACRVM“ auf wie der Kelch, an der Oberseite ein Scheibenkreuz.<ref name="InschrPateneI">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0205.html#content DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 205 (Sabine Wehking)] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0020506 urn:nbn:de:0238-di066g012k0020506], abgerufen am 15. Februar 2017</ref>

== Orgel ==
[[Datei:Reinhausen Kirche Orgel.jpg|mini|Blick auf die Orgel]]
Die heutige [[Orgel]] der Christophoruskirche wurde 1967 durch [[Rudolf Janke]] als Ersatz für eine ältere erbaut. Der [[Orgelprospekt|Prospekt]] des Hauptwerks ist fünfachsig und wird von zwei freistehenden Pedaltürmen flankiert. Das Instrument verfügt über 16 [[Register (Orgel)|Register]], die auf zwei Manuale und [[Pedal (Orgel)|Pedal]] verteilt sind. Die [[Disposition (Orgel)|Disposition]] lautet:<ref>[http://www.orgbase.nl/scripts/ogb.exe?database=ob2&%250=2012703&LGE=DE&LIJST=lang Orgel in Reinhausen], abgerufen am 21. Dezember 2013.</ref>

{| border="0" cellspacing="20" cellpadding="12" style="border-collapse:collapse;"
|style="vertical-align:top"|
{| border="0"
|colspan="4"| '''I Hauptwerk''' C–g<sup>3</sup>
----
|-
| Rohrflöte || 8′
|-
| Prinzipal || 4′
|-
| Nasat || {{Bruch|2|2|3}}′
|-
| Sifflöte || 2′
|-
| Mixtur III–IV|| {{Bruch|1|1|3}}′
|-
| Trompete || 8′
|}
|style="vertical-align:top"|
{| border="0"
|colspan="4"| '''II Brustwerk''' C–g<sup>3</sup>
----
|-
| Gedackt || 8′
|-
| Gedacktflöte || 4′
|-
| Prinzipal || 2′
|-
| Terzian II || {{Bruch|1|3|5}}′
|-
| Scharf II–III || 1′
|-
| ''Tremulant'' ||
|}
|style="vertical-align:top"|
{| border="0"
|colspan="4"| '''Pedal''' C–f<sup>1</sup>
----
|-
| Subbass || 16′
|-
| Prinzipal || 8′
|-
| Oktave || 4′
|-
| Rauschpfeife III || 2′
|-
| Fagott || 16′
|}
|}
* ''[[Koppel (Orgel)|Koppeln]]:'' II/I, I/P, II/P

Das Vorgängerinstrument der jetzigen Orgel wurde im Jahr 1841 aus Osterode am Harz nach Reinhausen versetzt.<ref name="LückeKlöster">Heinrich Lücke: ''Klöster im Landkreis Göttingen.'' Neustadt/Aisch 1961, S. 26</ref> Als die Osteroder Schlosskirche [[Kloster St. Jacobi (Osterode)|St. Jacobi]] eine neue Orgel des Orgelbaumeisters [[Johann Andreas Engelhardt]] erhielt,<ref>{{Internetquelle |url=http://kirchenmusik-suedwestharz.de/st-jacobi-gemeinde.html |titel=Kirchenmusik an St. Jacobi Schlosskirche Osterode am Harz |hrsg=Kreiskantor Jörg Ehrenfeuchter |werk=www.kirchenmusik-suedwestharz.de |zugriff=2014-06-28}}</ref> wurde die alte Orgel der Reinhäuser Christophoruskirche unentgeltlich überlassen.<ref name="LückeKlöster" />

== Glocken ==
[[Datei:Klosterkirche Reinhausen Schlagglocken.jpg|mini|Schlagglocken der Turmuhr im Nordturm]]
Lange Zeit gab es in der Kirche nur eine große Glocke, die im Jahre 1890 in Hildesheim durch die Firma Radler aus Bronze gegossen wurde.<ref name="LückeKlöster" /> 1948 wurden dann durch die Firma [[J. F. Weule]] aus Bockenem eine Stundenglocke mit einem Gewicht von 60&nbsp;Kilogramm und eine Viertelstundenglocke mit einem Gewicht von 45&nbsp;Kilogramm für die Kirche hergestellt. Diese kleineren Glocken sind [[Kirchenglocke#Schlagglocke|Schlagglocken]]<ref name="LückeKlöster" /> und hängen im Nordturm der Kirche.

Die älteste Glocke der Kirche wurde 1585 durch einen in einschlägigen Verzeichnissen nicht aufgeführten Glockengießer Rofmann gegossen,<ref name="InschrGlocke">[http://www.inschriften.net/landkreis-goettingen/inschrift/nr/di066-0206.html#content Sabine Wehking, DI 66, Landkreis Göttingen, Nr. 206] in: www.inschriften.net (Deutsche Inschriften online), [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di066g012k0020603 urn:nbn:de:0238-di066g012k0020603], abgerufen am 28. Juni 2014</ref> aber[FILLWORD?] erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Turm der Christophoruskirche aufgehängt. Sie stammte ursprünglich aus Ostpreußen aus dem [[Kreis Mohrungen]] und war im Krieg zum Einschmelzen nach Hamburg gebracht worden.<ref name="LückeKlöster" /> Diese Glocke hat eine Höhe von 60&nbsp;Zentimetern, mit Krone ist sie 73,5&nbsp;Zentimeter hoch, der Durchmesser beträgt 84,5&nbsp;Zentimeter.<ref name="InschrGlocke" /> Sie wiegt 360&nbsp;Kilogramm<ref name="LückeKlöster" /> und trägt an der Schulter die umlaufende Inschrift:
{{"|DVRCHS · FEVWR · BIN · ICH · GEFLOSSEN · MIT GOTTES · HILF HAT · MICH · ROFMAN · GEGOSSEN · 1585 · }}<ref name="InschrGlocke" />

== Nutzung ==
Die Grafen von Reinhausen besaßen auf dem heute als „Kirchberg“ bekannten Felsen über dem Dorf ihre Stammburg, die sie gegen Ende des 11. Jahrhunderts in ein [[Stift (Kirche)|Stift]] umwandelten.<ref name="UlbrichKap3_1_7">{{Literatur |Autor=Tobias Ulbrich |Hrsg=Ev.-luth. Kirchengemeinde Reinhausen, Kirchenvorstand |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen |Ort=Reinhausen |Datum=1993 |Kapitel=Kap. 3.1.7 ''Die Gründungsgeschichte des Klosters Reinhausen – Die Gründung des Klosters – Die Genealogie der Grafen von Reinhausen'' |Seiten=50–54}}</ref> Die ehemalige Eigenkirche auf dieser Burg der Reinhäuser Grafen bekam dadurch die Funktion einer Stiftskirche.

Als das [[Kanoniker|Chorherrenstift]] Anfang des 12. Jahrhunderts in ein [[Benediktinerkloster]] umgewandelt wurde, wurde die Kirche zur Klosterkirche. Bei der Umwandlung vom Stift in ein Kloster handelte es sich wahrscheinlich um einen mehrere Jahrzehnte dauernden Prozess.<ref name="Burgenforschung2">Peter Aufgebauer (Hrsg.): ''Burgenforschung in Südniedersachsen'', Buchverlag Göttinger Tageblatt, Göttingen 2001, ISBN 3-924781-42-7. Kapitel 2: Wolfgang Petke: ''Stiftung und Reform von Reinhausen und die Burgenpolitik der Grafen von Winzenburg im hochmittelalterlichen Sachsen'', S. 71–74.</ref> Die Weihe wird in die Zeit zwischen 1107 und 1115 datiert und erfolgte durch Bischof [[Reinhard von Blankenburg|Reinhard]] von Halberstadt.<ref name="Klosterbuch1291">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1291</ref> Außer als Klosterkirche diente die Kirche auch[FILLWORD?] der Bevölkerung des Ortes Reinhausen als Gotteshaus, die Pfarrrechte lagen beim Kloster.<ref name="Klosterbuch1293">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1293</ref>

Nach der Einführung der [[Reformation]] 1542 durch [[Elisabeth von Brandenburg (1510–1558)#Durchsetzung der Reformation (1540–1545)|Herzogin Elisabeth]] von Braunschweig-Calenberg-Göttingen wurden Kloster und Kirche durch ihren Sohn [[Erich II. (Braunschweig-Calenberg-Göttingen)|Erich II.]] im Rahmen des [[Augsburger Interim]] noch einmal von 1548 bis 1553 rekatholisiert.<ref name="Klosterbuch1290">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1290</ref> Die endgültige Auflösung des abgewirtschafteten Klosters erfolgte 1574 mit dem Abzug des letzten Abtes Peter von Utrecht.<ref name="Mueller1970Ueberlieferung" /> Im Zuge der Reformation wurde die Kirche von der Kirchengemeinde Reinhausen als Pfarrkirche genutzt,<ref name="MuellerS2" /> die Pfarrgemeinde wurde mit der Pfarrstelle in [[Diemarden]] vereinigt.<ref name="Klosterbuch1293" /> Die Pfarrstelle von Reinhausen wurde dabei aufgelöst und die Gemeinde als Mutterkirche ohne eigene Pfarrstelle (''mater coniuncta'') vom Diemardener Pfarrer mit betreut.<ref name="KuerschnerReforrmation">{{Literatur |Autor=Klaus Kürschner |Titel=Ein Beitrag zur Geschichte des Reinhäuser Waldes |TitelErg=Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen |Ort=Göttingen |Datum=1976 |Kapitel=3.14 Reformation und Gegenreformation |Seiten=34–36}}</ref> Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] gab es noch einmal einen Versuch der Rekatholisierung, der jedoch nur von 1629 bis 1631 dauerte.<ref name="Klosterbuch1292">Hildegard Krösche: ''Reinhausen – Kollegiatstift, dann Benediktiner (Vor 1086 bis 2. Hälfte 16. Jh.).'' Josef Dolle (Hrsg.): ''Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Teil 3: Marienthal bis Zeven'' (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, Band 56,3). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2012, {{ISSN|0436-1229}}, ISBN 978-3-89534-959-1, S. 1292</ref> In dieser Zeit wurde dem lutherischen Pfarrer die Kirche versperrt. Die Einwohner Reinhausens wurden verpflichtet, die katholischen Feiertage und Gottesdienste anzunehmen. Auch der Besuch des evangelischen Gottesdienstes im Nachbardorf Diemarden wurde unter Strafandrohung untersagt und der Weg dorthin streng kontrolliert.<ref name="KuerschnerReforrmation" />

Das Kirchengebäude befand sich seit der Reformation im Besitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.<ref name="Mueller1970Ueberlieferung" /> Für den im direkt angrenzenden ehemaligen Kreuzgang untergebrachten Sitz des [[Amt Reinhausen|Amtes Reinhausen]] wurde noch 1865 auch[FILLWORD?] der erste und zweite [[Dachboden|Boden]] der Kirche genutzt. Dort wurden die Zinsfrüchte gelagert und von dort weiterverkauft.<ref name="KuerschnerAmtshaus">{{Literatur |Autor=Klaus Kürschner |Titel=Ein Beitrag zur Geschichte des Reinhäuser Waldes |TitelErg=Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen |Ort=Göttingen |Datum=1976 |Kapitel=3.4 Geschichte des Amtshauses |Seiten=52}}</ref> Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche durch den Staat übernommen und 1956 aufgrund der Regelungen des [[Loccumer Vertrag]]es der Kirchengemeinde übergeben.<ref>Ulfrid Müller: ''Die Klosterkirche in Reinhausen''. In: ''Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte'', Band 9, Hrsg.: Harald Seiler, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1970, S. 12 und Fußnote 29, S. 43</ref>

Die ehemalige Klosterkirche dient heute als Gemeindekirche der evangelisch-lutherischen Kirche und wird zusammen mit der Kirche in [[Diemarden]] von einem Pfarramt aus betreut, das sich seit 1962 in Reinhausen befindet.<ref name="KuerschnerReforrmation" /> Beide Kirchengemeinden gehören zum ''Kirchenkreis Göttingen''<ref name="kirchenkreis">{{Internetquelle |url=https://kirchenkreis-goettingen.wir-e.de/gemeinden |titel=Kirchenkreis Göttingen – Gemeinden |werk=Wir sind evangelisch: Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen |hrsg=Ev.-luth. Landeskirche Hannovers |zugriff=2017-10-30 }}</ref> im [[Sprengel Hildesheim-Göttingen]] der [[Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers|Hannoverschen Landeskirche]].<ref name="evlka">{{Internetquelle |hrsg=Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers |url=http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-ueber-uns/sprengel-kirchenkreise/sprengel-hildesheim-goettingen/kirchenkreise-subhome |titel=Die Kirchenkreise des Sprengels Hildesheim-Göttingen |zugriff=2014-05-24}}</ref> Die Kirchengemeinde Reinhausen hat fast 900 Gemeindeglieder und unterhält neben der Kirche den südlich und östlich gelegenen Friedhof sowie den örtlichen Kindergarten.<ref name="kirchenkreis_alt">{{Webarchiv | url=http://www.kk-goe.de/gemeinden/landkreis/reinhausen.html | wayback=2016-11-13 | text=''Ev.-luth. Kirchengemeinde Christophorus, Reinhausen'' auf der Internetseite des Ev.--luth. Kirchenkreises Göttingen.}}</ref> Daneben dient die Kirche der katholischen Gemeinde [[St. Michael (Göttingen)|St. Michael]] in Göttingen als Außenstelle. Bis Januar 2010 wurde in der Klosterkirche zweimal im Monat katholische Messe gefeiert, seitdem nur noch an vier Feiertagen im Jahr.<ref>Göttinger Tageblatt vom 9. Januar 2010</ref><ref>{{Webarchiv | url=http://www.stmarien-bueckeburg.de/bho/dcms/sites/bistum/pfarreien/goemichael/nachrichten.html?f_action=show&f_newsitem_id=10630 | wayback=20161113 | text=''Vorerst letzte Sonntagsmesse in Reinhausen''}}</ref>

Die Kirche dient zudem als Veranstaltungs- und Aufnahmeort für Kirchenmusik und (geistliche) Konzerte.<ref name="kirchenkreis_alt" /> Im Jahr 2015 gründete die Kirchengemeinde ein Konzertteam, das musikalische Veranstaltungen plant und organisiert.<ref>{{Internetquelle |url=https://reinhausen.wir-e.de/musik |titel=Das Konzertteam |werk=Wir sind evangelisch: St. Christophorus Reinhausen |hrsg=Evangelisches MedienServiceZentrum (EMSZ) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers |zugriff=2016-04-13}}</ref> Die Kirche ist täglich von 10 bis 18&nbsp;Uhr zur Besichtigung und zum Gebet geöffnet.<ref>{{Internetquelle |autor=Frank Gessler |url=https://reinhausen.wir-e.de/aktuelles |titel=Herzlich willkommen bei der Evangelisch-lutherischen St. Christophorus-Gemeinde Reinhausen |werk=Wir sind evangelisch |hrsg=Ev.-luth. Landeskirche Hannovers |zugriff=2016-08-12}}</ref> Sie ist als „[[Verlässlich geöffnete Kirche]]“ gekennzeichnet.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/offene-kirchen/Karten-und-Listen/ok-sued |titel=Karte offene Kirchen, Südbereich |werk=www.kirchliche-dienste.de |hrsg=Haus kirchlicher Dienste |zugriff=2017-10-30}}</ref>

Für das Jahr 2014 wurden spezielle Gottesdienste, Konzerte, Vorträge, Führungen und andere Veranstaltungen zur Feier der über tausendjährigen Geschichte der Kirche angesetzt<ref>{{Webarchiv | url=https://millennium-reinhausen.wir-e.de/veranstaltungen | wayback=20131224115531 | text=1000 Jahre Kirche auf dem Kirchberg Reinhausen – Unsere Termine}}, archivierte Internetseite, abgerufen am 15. Dezember 2014</ref> und durchgeführt. Weil ein genaues Errichtungsdatum der Kirche nicht bekannt ist und die schriftlichen Zeugnisse erst später einsetzen, bezieht sich die als ''Millenniumsfeier'' bezeichnete 1000-Jahr-Feier der Kirche auf eine Zeit, in der anhand der vorhandenen baulichen Substanz die Existenz der Kirche als gesichert gelten kann.<ref>[https://millennium-reinhausen.wir-e.de/ 1000 Jahre Kirche auf dem Kirchberg Reinhausen], abgerufen am 20. Dezember 2013</ref>

=== Pastoren ===
Seit der Einführung der Reformation 1542 wurde die Kirchengemeinde mit kurzen Unterbrechungen von evangelisch-lutherischen Pastoren betreut. Namentlich bekannte[WORDS?] Pastoren der Christophoruskirche sind:<ref>''Pastorenliste'', Aushang im Rahmen der Ausstellung zur 1000-Jahr-Feier in der Kirche</ref>
* 16. Jh.: Wilhelm Krummel
* 1555–1566: Johannes Gödeken
* 1567: Georg Hetling
* 1576–1627: Valentin Hunolt
* 1627–1633: Heinrich Kahle (auch: Kalen)
* 1633–1666: Henning Sipken
* 1667–1668: Christoph Fischer
* 1668–1671 Johann Hase
* 1672–1687 Johann Hilmar Zindel
* 1688–1722: Johann Wilhelm Fein
* 1723–1742 Johann Daniel Schramm
* 1742–1752: Clemens Caspar Schaar
* 1753–1760: Johann Nicolaus Fuchs
* 1761: Johann Heinrich Froböse
* 1763–1772: Heinrich Adolf Reichmann
* 1772–1777: Johann Christoph Conrad Weipken
* 1777–1783: Heinrich Christoph Dissen
* 1784–1794: Georg August Borchers
* 1794–1805: Johann Christian Dille
* 1805–1807: Hermann Rudolf Jungblut
* 1807–1824: Heinrich August Ost
* 1826–1852: Johann Christian Heinrich Braukmann
* 1852–1888: Wilhelm Hermann Münchmeyer
* 1889–1916: Heinrich Ferdinand Heller
* 1916–1926: Heinrich Friedrich Wilhelm Stumpenhausen
* 1926–1936: Hermann Heinrich Friedrich Aulbert
* 1937: P. Schüler (?)
* 1937–1946: Theodor Bruno Georg Wilhelm Hoppe
* 1947–1972: Günther Heinze
* 1973–1993: Henning Behrmann
* 1994–2004: Götz Brakel
* 2004–2006 (Pfarrstelle vakant)
* 2006–2013: Uwe Raupach
* seit November 2014: Christiane Scheller<ref>[http://www.kid-diemarden-reinhausen.de/app/download/7833060986/Online_KID_3_2014.pdf ''Kirche im Dorf''], Gemeindebrief der Ev.-luth. Kirchengemeinden Diemarden und Reinhausen, September–November 2014, S. 5. Abgerufen am 17. Juni 2015 (PDF)</ref>

== Literatur ==
* {{Literatur
  |Autor=Ulfrid Müller
  |Hrsg=[[Harald Seiler]]
  |Titel=Die Klosterkirche in Reinhausen
  |Sammelwerk=Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte
  |Band=Band IX
  |Verlag=Deutscher Kunstverlag
  |Ort=München Berlin
  |Datum=1970
  |Seiten=9–44}}
* {{Literatur
  |Autor=Ulfrid Müller
  |Titel=Klosterkirche Reinhausen
  |Reihe=[[Große Baudenkmäler]]
  |NummerReihe=257
  |Verlag=Deutscher Kunstverlag
  |Ort=München Berlin
  |Datum=1971}}
* {{Literatur
  |Autor=[[Manfred Hamann (Archivar)|Manfred Hamann]]
  |Hrsg=
  |Titel=Urkundenbuch des Klosters Reinhausen
  |TitelErg=Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch, 3. Abteilung
  |Verlag=Hahnsche Buchhandlung
  |Ort=Hannover
  |Datum=1991
  |ISBN=978-3-7752-5860-9}}
* {{Literatur
  |Autor=Tobias Ulbrich
  |Titel=Zur Geschichte der Klosterkirche Reinhausen
  |Ort=Reinhausen
  |Datum=1993}}
* [[Peter Aufgebauer]]: ''Von Burg, Kloster und Kirche Reinhausen – und von deutscher Geschichte.'' In: 1000 Jahre Kirche auf dem Kirchberg zu Reinhausen. Das Milleniumsbuch zu 1000 Jahre Kirche, Kultur und Leben. Hrsg. von Henning Behrmann u.&nbsp;a., Reinhausen 2015, S. 18–35.

== Weblinks ==
{{Commonscat|St. Christophorus-Kirche (Reinhausen)}}
* {{Ebidat|7341|Reinhausen|Stefan Eismann}}
* [https://reinhausen.wir-e.de/ St. Christophorus Reinhausen], Internetseite der Kirchengemeinde bei „Wir sind evangelisch“, abgerufen am 13. April 2016
* [http://kirch-bauverein-reinhausen.de/info/kirche/ St. Christophorus Reinhausen] auf der Internetseite des Kirch-Bauvereins, abgerufen am 18. September 2013
* [http://www.unser-reinhausen.de/index.php?seite=fotogalerie_14 Historische Fotos] der Klosterkirche und ihrer Ausstattung auf der Internetseite www.unser-reinhausen.de von Christian und Karin Schade, abgerufen am 18. September 2013
* [http://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22reinhausen%20(gleichen%20%3Ckreis%20g%F6ttingen%3E)%22%20&index=obj-all Bildindex der Kunst und Architektur] mit historischen Fotos der Klosterkirche und ihrer Ausstattung, abgerufen am 13. November 2016

== Einzelnachweise ==
<references />

{{Coordinate|NS=51/28/3.630844/N|EW=9/59/0.353036/E|type=landmark|dim=250|region=DE-NI}}
{{Normdaten|TYP=g|GND=4638444-3}}

{{SORTIERUNG:Reinhausen, Christophorus}}
[[Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Göttingen]]
[[Kategorie:Baudenkmal im Landkreis Göttingen]]
[[Kategorie:Christophoruskirche]]
[[Kategorie:Gleichen]]
[[Kategorie:Kirchengebäude der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers]]
[[Kategorie:Klosterkirche in Deutschland]]
[[Kategorie:Pfarrkirche in Deutschland]]
[[Kategorie:Romanische Kirche]]
[[Kategorie:Disposition einer Orgel]]
[[Kategorie:Bauwerk der Romanik in Niedersachsen]]
[[Kategorie:Gotische Wandmalerei]]

Erläuterungen

Links to numbers: Jahre und Jahrestage sollten im Allgemeinen nicht verlinkt werden, da es sehr selten jemandem hilft, auf das Jahr XY zu klicken (Ausnahme unter anderem Geburts- und Sterbedaten in Personenartikeln), siehe WP:VL#Daten verlinken. Das Verlinken von Monaten, Jahrzehnten und Jahrhunderten ist auch nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Dazu gibt es auch ein Bookmarklet.
Plenk
Leerzeichen vor Satzzeichen, siehe Plenk.
Klempen
Kein Leerzeichen nach Satzzeichen (oder fehlendes Leerzeichen nach Abkürzung?), siehe Klempen.
Zwischenüberschriften sollten keine Wikilinks sein oder enthalten. In der Regel lässt sich derselbe Link genauso gut in den ersten Sätzen des folgenden Abschnitts setzen. Eine Ausnahme sind listenartige Artikel, bei denen die Überschriften nur der Gruppierung von Einzelpunkten dienen. Siehe auch WP:WSIGA und WP:VL#Überschriften. Achtung, wenn der Link sinnvoll zum Textverständnis sein kann, bitte nicht einfach entfernen, sondern in den Text übernehmen.
CMS
":", "-", "!" oder "?" in Überschrift, siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Überschriften und Absätze.
DL
Doppelter Link hintereinander, für den Leser ist die Grenze nicht ersichtlich, siehe Wikipedia:Verlinken#Verlinkung von Teilwörtern.
EM
Ausrufezeichen vermeiden.
WORDS
Wörter, die man vermeiden sollte. Dies sind beispielsweise Wörter, die den neutralen Standpunkt verletzen, Zahlen über zwölf (mit Ausnahmen!), relative Zeitangaben, die bald nicht mehr stimmen (beispielsweise "derzeit") und Anglizismen. Siehe Wörter, die nicht in Wikipedia stehen sollten.
Maybe fillword
Potentielle Füllwörter, die man manchmal ersatzlos streichen kann. Bitte den Satz oder Absatz vorher komplett lesen, ob das Wort nicht doch sinnvoll ist oder das Verständnis erleichtert. Ein gewisse Menge an Füllwörtern ist normal. Siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Wortwahl.
BOLD
Fettschrift ist zu vermeiden. Nur an dem Artikelanfang wird das Lemma eines Artikels noch einmal fett geschrieben sowie Synonyme (für die dann auch Redirects angelegt sein sollten). Fremdwörter bitte nicht fett, sondern kursiv schreiben (WP:Fremdwortformatierung). Manchmal ist Fettschrift noch sinnvoll in Formeln und bei Tabellenüberschriften. Siehe auch WP:WGAA#Sonstiges und Wikipedia:Typografie#Auszeichnung.
BOLD-INSTEAD-OF-SECTION
Hier wurde eventuell Fettschrift statt eines Wikipedia-Abschnitts mit "== XYZ ==" verwendet. Bitte prüfen, ob sich ein Abschnitt lohnt. Eventuell mehrere Pseudo-Abschnitte zusammenfassen.
LC
Lowercase: Zeile oder Überschrift, die mit einem Kleinbuchstaben beginnt. Selten sinnvoll außer beispielsweise in Formeln.
BKL
Link zu einer Begriffserklärungsseite. Wikilinks sollten direkt zu der gewünschten Seite zeigen. Dies ist manchmal nicht immer möglich, da manche Oberbegriffe in Wikipedia noch keinen Artikel haben, beispielsweise Disteln. Siehe auch WP:VL#Gut zielen.
ABBREVIATION
Abkürzungen vermeiden: Statt "z. B." kann man so auch "beispielsweise" schreiben, statt "i. d. R." auch "meistens" oder einfach nur "meist". Das Wort "beziehungsweise", abgekürzt "bzw.", das aus der Kanzleisprache stammt, lässt sich meist besser durch "oder" ersetzen. Falls tatsächlich ein Bezug auf zwei verschiedene Substantive vorliegt, kann man es manchmal vorteilhafter durch "und im anderen Fall" oder schlicht durch "und" ausdrücken, siehe Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel#Abkürzungen.
NBSP
Zwischen einer Zahl und einer Einheit sollte ein geschütztes Leerzeichen stehen. Dadurch wird ein automatischer Zeilenumbruch zwischen logisch zusammengehörenden Elementen verhindert. Siehe auch Wikipedia:Textgestaltung.
ISBN
Falsch formatierte ISBN, durch den Doppelpunkt wird kein Link erzeugt.
TAG
"<i>" oder "<b>" statt "''" oder "'''".
TAG2
Tags, die außerhalb von Tabellen nicht verwendet werden sollten: "<br />", "<s>", "<u>", "<small>", "<big>", "<div align="center">" oder "<div align="right">". Siehe Wikipedia:Textgestaltung.
FROMTO
Sollte so formatiert sein: "von 1971 bis 1986". Siehe Wikipedia:Datumskonventionen.
DOTDOTDOT
"..." (drei Zeichen) statt "…".
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect).
DOUBLEWORD
Wortdopplung?
BISSTRICH
Bei Zeitangaben Bis-Strich verwenden, am einfachsten den folgenden per Kopieren und Einfügen: "–". Obacht: In diversen Zeichensätzen sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Strichen nicht erkennbar. Siehe auch Wikipedia:Typografie#Bis-Strich und Bis-Strich.
TYPO
Häufige Tippfehler. Tippfehler, die im Wikicode mit "<!--sic-->" markiert sind, wurden absichtlich so zitiert, siehe auch Wikipedia:Zitate#Zitate im Fließtext. Artikel mit Schweizer Rechtschreibung am Anfang mit "<!--schweizbezogen-->" markieren, dann findet keine Prüfung statt. Bei Falschmeldungen bitte auf meiner Diskussionsseite Bescheid sagen.
APOSTROPH
Eventuell falsches Apostroph, im Deutschen "'" statt "’". Siehe auch Apostroph#Typografisch korrekt und Wikipedia:Typografie#Weitere Zeichen.
GS
Bindestrich ("-") statt Gedankenstrich ("–"). Siehe auch Wikipedia:Typografie#Gedankenstrich und Halbgeviertstrich#Gedankenstrich.
BRACKET
Ungleiche Anzahl von Klammern.
BRACKET2
Kein Leerzeichen vor einer öffnenden oder nach einer schließenden Klammer.
QUOTATION
Einfache Anführungszeichen ('"…"') statt den typografisch korrekten ("„…“"). Siehe auch Erzeugung von Anführungszeichen.