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Geprüfter Artikel: Risch (Gemeinde) [Bearbeiten in Wikipedia]

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"..." (drei Zeichen) statt "…"OK
Selbstlink ohne Sprung zu Kapitel (eventuell über Redirect)OK
Häufige TippfehlerOK
Minus statt Bis-StrichOK
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Bindestrich ("-") statt Gedankenstrich ("–") verwendetOK
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unten
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Vorschlag: Kein Wiktionary-Link1
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Anzahl der Einzelnachweise: 157

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Allgemeine Anmerkungen (weitere unten in dem Wiki-Quelltext):

Legende:
Ist sehr selten sinnvoll.
Ist selten sinnvoll, bitte prüfen.
Ist manchmal sinnvoll, bitte prüfen.
Vorschlag, bitte prüfen, ob sinnvoll.



Wiki-Quelltext mit Anmerkungen:

<!--schweizbezogen-->
{{Infobox Ort in der Schweiz
|NAME_ORT = Risch
|BILDPFAD_KARTE = Karte Gemeinde Risch 2007.png
|BILDPFAD_WAPPEN = Wappen Risch Rotkreuz.svg
|IMAGEMAP = Kanton Zug
|REGION-ISO = CH-ZG
|BFS = 1707
|PLZ = 6343
|UN/LOCODE = CH RTZ
|BREITENGRAD = 47.141329
|LÄNGENGRAD = 8.431642
|HÖHE = 442
|FLÄCHE = 22.90
|EINWOHNER = <!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden-->
|STAND_EINWOHNER = <!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden-->
|AUSLÄNDER = 26,6 % <small>(31. Dezember 2015)</small><ref> {{Webarchiv|text=Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde |url=http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/02/blank/key/bevoelkerungsstand/02.html |wayback=20150101162935 |archiv-bot=2018-03-25 20:19:58 InternetArchiveBot }} (Ständige Wohnbevölkerung)</ref>
|GEMEINDEPRÄSIDENT = Peter Hausherr ([[Christlichdemokratische Volkspartei|CVP]])
|WEBSITE = www.rischrotkreuz.ch
}}

'''Risch''' [{{IPA|ˈriːʃ}}] (meist '''Risch Rotkreuz''' genannt<ref name="ReferenceA">Kanton Zug (Hrsg.): ''Kunstdenkmalführer des Kantons Zug.'' (Zugsammenfassungen aller Orte), Zug</ref><ref name="Alex Baumgartner 2002">Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16.</ref><ref name="Richard Hediger 1986">Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde.'' Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 54.</ref>) ist eine [[politische Gemeinde]] des [[Kanton Zug|Kantons Zug]] in der [[Schweiz]].

Die Gemeinde wird aus der [[Kleinstadt]] [[Rotkreuz ZG|Rotkreuz]] und den Dörfern [[Risch ZG|Risch]], [[Buonas]] und [[Holzhäusern ZG|Holzhäusern]] gebildet.<ref name="hls-risch">{{HLS|793|Risch|Autor=Renato Morosoli}}</ref><ref name="hls-rotkreuz">{{HLS|7403|Rotkreuz|Autor=Renato Morosoli}}</ref> Sie liegt in der Region [[Ennetsee]] und ist Teil der [[Metropolregion Zürich]]. Hierdurch und aufgrund des Status als [[Energiestadt]] sowie eines niedrigen [[Steuerfuss]]es ist Risch eine der attraktivsten Gemeinden der Eidgenossenschaft<ref name="weltwoche">{{Webarchiv | url= http://www.weltwoche.ch/mehr/gemeinderating.html | wayback= 20131014115348 | text=Gemeinderanking 2013.}} In: ''Weltwoche.''</ref> und weist die schweizweit höchsten [[Unternehmensstandort#Allgemein|Standortqualitäten]] auf.<ref name="creditsuisse">Credit Suisse Economic Research: ''Swiss Issues Regionen – Die Region Zug-West auf einen Blick.'' Januar 2012, S. 1–2.</ref> Mit rund 1,7&nbsp;Prozent jährlichem Bevölkerungswachstum ist Risch eine der am stärksten wachsenden Gemeinden der Schweiz,<ref name="creditsuisse" /> und mit 10'439 Einwohnern mit wirtschaftlichem Wohnsitz (30. Juni 2015<ref name="einwohnerzahlrisch" />) die viertgrösste Gemeinde des Kantons Zug.<ref name="statistik">Kantonsverwaltung Zug: Der Kanton Zug in Zahlen. Ausgabe 2012.</ref>

In der [[Geschichte der Gemeinde Risch]] erfolgte nach dem militärischen Eingriff Frankreichs von 1798 der Zusammenschluss der ''[[Vogtei Gangolfswil]]'' und der ''[[Herrschaft Buonas]]'' zur heutigen politischen Gemeinde Risch.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 117–118.</ref> Durch den Bahnbau wurde Rotkreuz zum wirtschaftlichen Zentrum<ref name="Josef Grünenfelder 2006">Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345–346.</ref> und durch den Bau des Rathauses zum Hauptort der Gemeinde Risch,<ref name="hls-rotkreuz" /><ref>Direktion für Bildung und Kultur des Kantons Zug (Hrsg.): ''ZG – Ein Heimatbuch''. Balmer, Zug 1999, ISBN 3-85548-052-4.</ref> weswegen sie [[de facto]] ''Risch Rotkreuz'' genannt wird.<ref name="ReferenceA" /><ref name="Alex Baumgartner 2002" /><ref name="Richard Hediger 1986" /> Im Jahr 2009 feierte der Ort Risch sein 850. Jubiläum.

Bekannt ist die Gemeinde durch [[Peter von Hertenstein]], der hier die [[Päpstliche Schweizergarde]] gründete,<ref name="ReferenceB">Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 196–198.</ref> das ''[[Gut Aabach]]'', die Schlösser ''[[Schloss Buonas|Buonas]]'' und ''[[Schloss Freudenberg (Rotkreuz)|Freudenberg]]'', den grössten [[Golfplatz]] der Schweiz,<ref>Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16.</ref> den wichtigen [[Bahnhof Rotkreuz]] sowie als regional wichtiger [[Pharma]]standort durch [[Roche Diagnostics]] (Unternehmenshauptsitz und Fortbildungszentrum) und [[Novartis]]/[[Sandoz]]. (Standortzentralisierung). Rotkreuz ist Hochschulstandort der [[Hochschule Luzern]].

== Geographie ==
=== Lage ===
{| class="wikitable float-right" style="background:#FFFFFF;"
|-
! colspan="6"| Bevölkerungsverteilung <small>30. Juni 2015</small><ref name="einwohnerzahlrisch">Gemeinde Risch (Hrsg.): ''[http://www.zg.ch/behoerden/gemeinden/risch-rotkreuz/gemeinde/daten-und-fakten Daten und Fakten der Gemeinde Risch per 30. Juni 2015].'' Risch 2015, abgerufen November 2015.</ref>
|-
! style="text-align:left;"| Ortschaften || Einwohnerzahl
|-
| [[Rotkreuz ZG|Rotkreuz]] || 8518
|-
| [[Buonas]] || 753
|-
| [[Holzhäusern ZG|Holzhäusern]] || 662
|-
| [[Risch ZG|Risch]] || 506
|-
| '''''Gesamt''''' || '''''10.439'''''
|}
Die 22,9&nbsp;Quadratkilometer grosse Gemeinde Risch liegt auf einem Ausläufer des [[Rooterberg]]s, welcher bis zur [[Lorze]] in [[Cham ZG|Cham]] reicht und den [[Zugersee]] im Osten von der [[Reuss (Fluss)|Reuss]] im Westen trennt. Überregional betrachtet liegt Risch in der nördlichen [[Zentralschweiz]] zwischen [[Zürich]] und [[Luzern]], an der Grenze zum [[Aargau]] und damit zum [[Mittelland (Schweiz)|Schweizer Mittelland]], regional betrachtet im äussersten Südwesten des [[Kanton Zug|Kantons Zug]] in der Region [[Ennetsee]]. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf {{Höhe|680|CH}} auf dem Kappelerberg im Süden, der tiefste auf {{Höhe|402|CH}} an der Reuss im Nordwesten.

Südlich grenzt die Gemeinde an den [[Bezirk Küssnacht]] im [[Kanton Schwyz]] und an den [[Wahlkreis Luzern-Land]] (vormals [[Amt Luzern]]) im [[Kanton Luzern]], im Westen an den [[Bezirk Muri]] im [[Kanton Aargau]]. Die angrenzenden Gemeinden sind, im Uhrzeigersinn, die Schwyzer Gemeinde [[Küssnacht SZ]], die Luzerner Gemeinden [[Meierskappel]], [[Gisikon]], [[Root LU|Root]] und [[Honau LU|Honau]], die aargauischen Gemeinden [[Dietwil]] und [[Oberrüti]] sowie die Zuger Gemeinde [[Hünenberg ZG|Hünenberg]].<ref name="ReferenceC">Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 346–347.</ref> Durch die Seeverbindung grenzt Risch an die Zuger Gemeinden [[Cham ZG|Cham]] und [[Zug (Stadt)|Zug]].

Die südliche Gemeindegrenze verläuft durch den ''Kappelerberg-'', ''Sonderi-'' und ''Honauerwald'' und liegt knapp an der Spitze der Erhebungen ''Rossberg'' und [[Michaelskreuz]] des Ausläufers Rooterberg. Nördlich bildet der ''Hintere Hölltobelbach'', der ''Dersbach'' sowie dazwischen eine künstlich festgelegte Linie die Grenze nach [[Hünenberg ZG]].

In der [[Raumplanung]] ist Risch nach Einstufung des [[Schweizerisches Bundesamt für Raumentwicklung|Schweizerischen Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE)]] eine ''Übrige [[Agglomeration]]skerngemeinde''. Laut [[Bundesamt für Statistik (BFS)]] zählt Risch als [[Stadt]] und ist eine ''Gemeinde in der [[Agglomeration#Schweiz|Agglomeration Zug]] der [[Metropolregion Zürich|Metropole Zürich]]''.<ref name="bfs">Bundesamt für Statistik BFS: {{Webarchiv|text=Definition der städtischen Gebiete und Agglomerationen |url=http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/11/geo/analyse_regionen/04.html |wayback=20110408035219 |archiv-bot=2018-03-25 20:19:58 InternetArchiveBot }}</ref> Risch ist Mitglied im [[Verein Metropolitanraum Zürich]]. Bei einer Zweiteilung der Metropolitanregionen der Schweiz wird Risch der ''[[Metropolitanregion Nordschweiz]]'' zugeordnet, wie sie der europäische Dachverband [[METREX]] vorschlägt.<ref>Dümmler, Abegg, Kruse, Thierstein: ''Standorte der innovativen Schweiz.'' BFS, Neuenburg 2004, S. 76.</ref>

=== Gemeindegliederung ===
[[Datei:Siedlungen in der Gemeinde Risch Rotkreuz.tif|mini|Siedlungen in Risch]]
Die Gemeinde Risch gliedert sich in die [[Kleinstadt]] [[Rotkreuz ZG|Rotkreuz]], in welcher über 80 % der Gesamtbevölkerung leben, sowie die Dörfer [[Buonas]], [[Holzhäusern ZG|Holzhäusern]] und [[Risch ZG|Risch]]. Rotkreuz entstand seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Zusammenwachsen der [[Weiler]] ''Waldeten'' und ''Rotrüti'', später ''Küntwil'' und mehrerer Einzelhöfe zur [[Streusiedlung]].<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 18–20.</ref> Das bis ins 20. Jahrhundert rein landwirtschaftlich genutzte Gebiet wurde geprägt durch verstreut liegende Bauernhöfe, in welchen die Kirchweiler Risch und Holzhäusern sowie Buonas grössere Weiler bildeten.<ref name="ReferenceC" /> Bis heute konnten diese drei Orte, trotz des enormen Wachstums und der Hauptortfunktion von Rotkreuz, ihre Eigenständigkeit beibehalten und wuchsen zu [[Haufendorf|Haufendörfern]]. Neben diesen Ortschaften gibt es drei durch das ARE anerkannte [[Weiler in der Gemeinde Risch]],<ref name="richtplan">Baudirektion des Kantons Zug: Kantonaler Richtplan vom 28. Januar 2004.</ref> einige weilerähnliche Streusiedlungen mit [[Bauernhof|Bauernhöfen]] und [[Einzelsiedlung]]en.

=== Flächennutzung ===
427&nbsp;Hektar in Risch sind [[Siedlung]]sflächen. Das grösste besiedelte Gebiet ist Rotkreuz, wo [[Wohngebiet|Wohn-]], [[Gewerbegebiet|Gewerbe-]] und [[Industriegebiet|Industrienutzungen]] zu finden sind. Die Orte Buonas, Holzhäusern und Risch weisen fast ausschliesslich Wohnnutzungen auf. Ausserhalb der Ortschaften sind hauptsächlich folgende Nutzungen vorzufinden: [[Agrar]]flächen (Anbau von [[Mais]], [[Sauerkirsche|Kirschbäumen]] und [[Wein]]) und [[Wiese (Grünland)|Wiesen]] (zur Tierhaltung), welche 808&nbsp;Hektar ausmachen, sowie [[Deponie]]flächen (für [[Bauschutt]], bei Alznach) und Sportflächen (Fussballfelder, [[Golfplatz]] Holzhäusern und weitere). Die grössten [[Wald|Wälder]] der Gemeinde sind der ''Kirchberg'' (auch ''Chilchberg'') zwischen Buonas und Risch, der ''Sijentalwald'' bei Rotkreuz, das ''Zweiernholz'' im Norden sowie Bergwälder ''Kappelerberg-'', ''Sonderi-'' und ''Honauerwald'' im Süden. Neben diesen gibt es kleinere Waldflächen um die Schlösser Buonas und Freudenberg, den ''Bannwald'' in Küntwil sowie das ''Eichholz'' in Oberrisch. Alle Wald- und Gehölzflächen erstrecken sich zusammen auf 218&nbsp;Hektar.<ref name="statistik" /><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 54.</ref>

=== Gewässer ===
[[Datei:Risch Zugersee 1.JPG|mini|Der [[Zugersee]] bei Risch]]
Den grössten Wasseranteil hat der [[Zugersee]] im Kanton Zug, dessen westlicher Teil zur Gemeinde Risch gehört. Daneben existieren kleinere stehende Gewässer wie der ''Binzmühleweiher'' und der ''Küntwilerweiher'' in Rotkreuz. Wichtigstes Fliessgewässer ist die [[Reuss (Fluss)|Reuss]], die von Luzern nach [[Baden AG]] fliesst und die natürliche Grenze zum Kanton Aargau bildet. Durch die Lage am Berg wird vor allem Rotkreuz von vielen, kleinen Bächen durchflossen. Die westlichen dieser Bäche fliessen durch den Binzmühleweiher in die Reuss (unter anderem der ''Steintobelbach'', ''Küntwilerbach'', ''Scharelenbach'' und ''Mühlebach''), die östlichen in den Zugersee. Neben dem Zugersee und der Reuss bilden der ''Aabach'' im Süden, sowie der ''Hintere Hölltobelbach'' und der ''Dersbach'' im Norden eine natürliche Grenze der Gemeinde. Ein grosser Teil des natürlich fliessenden Wassersystems ist, hauptsächlich in Rotkreuz, kanalisiert.<ref name="zugMAP">[http://www.zugmap.ch/zugmap/BM3.asp zugMAP – detaillierte Karten zum Kanton Zug.]</ref> Am Zugersee in Dersbach gibt es einige [[Flachmoor]]e.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 27–29.</ref>

=== Geologie ===
[[Datei:Karte Berggebietsregionen der Schweiz 2019.png|mini|200px|Die Gemeinde liegt exakt am Grenzgebiet zweier Grosslandschaften.]]
Die Gemeinde liegt geologisch gesehen an der Grenze zweier Schweizer Grosslandschaften. Der nördliche Teil der Gemeinde kann zum [[Mittelland (Schweiz)|Mittelland]], der südliche Teil bereits zu den [[Schweizer Alpen]] gezählt werden, genauer gesagt den ([[Schwyzer Voralpen|Schwyzer]]) [[Voralpen]].

Der Nordteil ist eine leicht hügelige, offene Landschaft, welche vom Zugersee im Osten langsam nach Westen ansteigt, um zur Reussebene hin abzufallen. Rotkreuz ist auf einer ursprünglichen [[Moräne]] entstanden. Im Süden der Gemeinde steigt das Gelände zum [[Rooterberg]] stärker an, bildet am Nordhang in Ibikon eine aussichtsreiche Terrasse, welche sich bis Böschenrot im Südwesten ausweitet. Risch und Buonas liegen am Ufer des Zugersees. Einen Mittelpunkt setzt die bewaldete Halbinsel ''Buonas'', welche Risch und Buonas voneinander trennt.<ref name="ReferenceC" /> Das Gebiet der Gemeinde Risch liegt, wie fast der ganze Kanton Zug, auf [[subalpin]]er [[Molasse]].

Während der [[Eiszeitalter|Eiszeit]] lag die Gemeinde unter dem Reussgletscher.<ref name="weltatlas">''Schweizer Weltatlas 2006''. Orell Füssli Kartographie, Zürich 2006, ISBN 3-906744-37-X, S. 8–13.</ref> Nach der Eiszeit zog sich der Zugersee bis auf das Gebiet des heutigen Ortszentrums von Rotkreuz.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 27.</ref> Heute noch sind entlang der Reuss [[Postglazial]]e Reussschotter über Seebodenablagerungen zu finden, welche teilweise mit [[Auenlehm]]en überdeckt sind. Die grösste Fläche macht die Obere [[Süsswassermolasse]] aus, welche [[Bunte Mergel]] und Mergelsandsteine enthält. In der Hanglage des Rooterbergs bis zur Halbinsel Buonas ist die Obere [[Meeresmolasse]] mit [[Sandstein]]en mit [[Mergel]]zwischenlagen vorherrschend. Der südöstliche Teil Rischs besteht aus der Unteren Süsswassermolasse mit Wechselfolge von [[Konglomerat (Gestein)|Konglomeraten]] ([[Nagelfluh]]), Sandsteinen, Mergel und [[Brekzie]]n. Entlang des Zugersees in Dersbach sind, unter den [[Flachmoor]]en, eiszeitliche Seeablagerungen zu finden aus einer Wechselablagerung aus [[Ton (Bodenart)|Ton]], [[Sand]] und [[Schluff]].<ref name="weltatlas" /><ref name="hantke">R. Hantke: Geologische Karte des Kt. Zürich und seiner Nachbargebiete, 1:50'000, 1967; in: Bodenkarte des Kantons Zug. Leitfaden. Zug, 1998.</ref><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 24–26.</ref>

=== Klima ===
Der Frühling beginnt in der Gemeinde Risch durch die höhere Lage einige Tage später als in den anderen Teilen des Kantons Zug. Die mittleren Januar-Temperaturen liegen zwischen −2&nbsp;°C und 0&nbsp;°C, die mittleren Juli-Temperaturen zwischen +18&nbsp;°C und +21&nbsp;°C. Die mittleren Jahresniederschläge liegen zwischen 120 und 160&nbsp;cm.<ref name="weltatlas" /> Durch ein vorwiegend vom Atlantik, aber auch von kontinentalen Strömungen bestimmtes Klima, herrschen in Risch verhältnismäßig starke Temperaturschwankungen.

{{Klimatabelle
| TABELLE =
| DIAGRAMM TEMPERATUR = rechts
| DIAGRAMM NIEDERSCHLAG = deaktiviert
| QUELLE = [http://www.urlaubplanen.org/europa/schweiz/klima/klima-Cham/ Urlaubplanen.org]
| Ort = Risch-Rotkreuz
<!-- durchschnittliche Höchsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| hmjan = 2
| hmfeb = 5
| hmmär = 10
| hmapr = 15
| hmmai = 19
| hmjun = 23
| hmjul = 25
| hmaug = 24
| hmsep = 20
| hmokt = 14
| hmnov = 7
| hmdez = 3
<!-- durchschnittliche Niedrigsttemperatur für den jeweiligen Monat in °C -->
| lmjan = −3
| lmfeb = −2
| lmmär = 1
| lmapr = 4
| lmmai = 8
| lmjun = 12
| lmjul = 14
| lmaug = 13
| lmsep = 11
| lmokt = 6
| lmnov = 2
| lmdez = −2
<!-- durchschnittliche Regentage für den jeweiligen Monat in d -->
| rdjan = 12
| rdfeb = 10
| rdmär = 9
| rdapr = 11
| rdmai = 13
| rdjun = 13
| rdjul = 13
| rdaug = 13
| rdsep = 10
| rdokt = 10
| rdnov = 10
| rddez = 10
<!-- durchschnittliche Anzahl täglicher Sonnenstunden für den jeweiligen Monat in h/d -->
| shjan = 1
| shfeb = 3
| shmär = 5
| shapr = 6
| shmai = 7
| shjun = 7
| shjul = 8
| shaug = 7
| shsep = 6
| shokt = 3
| shnov = 2
| shdez = 1
}}
{{Absatz}}

== Geschichte ==
<div style="float:right;">
<div class="NavHead" style="background: #2F4F4F; color: white; font-weight: bold; font-size: 0.9em; text-align: center; width: 250px; padding: 3px;">Zeitleiste</div>

<div class="NavContent">

{| style="width: 250px; margin: 0.1em; background: #F6F4F4; border: 1px solid #DCDCDC; font-size: 0.80em;"
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #6497C3;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Mittelalter (bis 1789)|1064]]
|style="text-align:left; vertical-align:top; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste urkundliche Erwähnung von Dersbach in der [[Acta Murensia]].
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #6497C3;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Gangolfswil|1111]]
|style="text-align:left; vertical-align:top; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Schenkung des Hofes Gangolfswil an das Kloster Muri.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #00CD00;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Die Grundherrschaft Buonas|1159]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erste Erwähnung des Standortes der Kirche St. Verena in 'Rische'.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #00CD00;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Herrschaft Buonas|1250]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Die Herrschaft Buonas wird von den Hertensteinern übernommen.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #6497C3;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Gangolfswil|1486]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Gangolfswil wird zugerische Vogtei.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #00CD00;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Herrschaft Buonas|1506]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Peter von Hertenstein geleitet die ersten Schweizergardisten nach Rom.<ref name="ReferenceB" />
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #6497C3;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Gangolfswil|1709]]
|style="text-align:left; vertical-align:top; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Bau des Schützenhauses – Holzhäusern wird Zentrum der Vogtei Gangolfswil.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #6497C3;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Schule von Gangolfswil im Mittelalter|1726]]
|style="text-align:left; vertical-align:top; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erster Schulunterricht in Gangolfswil.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #DCAA1F;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Besetzung durch die Franzosen (1798)|1798]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Die Vogtei Gangolfwil und die Herrschaft Buonas werden aufgehoben. Die Munizipalität Risch entsteht. Gemeindeversammlungen finden in Buonas statt.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #DCAA1F;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Sonderbundskrieg (1847)|1847]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Der Sonderbundskrieg wird in Gisikon, Meierskappel und Risch ausgetragen.
|-
|style="height:40px; width:5px; background: #FF4500;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Bahnbau|1864]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Einweihung des Kreuzungsbahnhofes Rotkreuz.
|-
|style="height:40px; width:5px; background: #FF4500;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|1873]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Die Gemeindekanzlei wird in Buonas eingerichtet.
|-
|style="height: 40px; width: 5px; background: #FF4500;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|1904]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Erstes, mit Strom versorgtes Gebäude.
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|style="height: 40px; width: 5px; background: #FF4500;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|1940]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| IPSA eröffnet die erste [[Erdölraffinerie]] der Schweiz in Rotkreuz.
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|1959]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Die Gemeindekanzlei zieht nach Rotkreuz.
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|1986]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Bau des Rathauses in Rotkreuz.
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|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|2007]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Umbenennung in praxi in Risch Rotkreuz.
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|style="height: 40px; width: 5px; background: #BD3838;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|2009]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| 850-Jahre Risch.
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|style="height: 40px; width: 5px; background: #BD3838;"|
|style="vertical-align:top; font-weight:bold; font-size:0.85em;"| [[#Bevölkerung|2012]]
|style="text-align:left; vertical-align:middle; border-bottom:1px solid #dcdcdc;"| Die Einwohnerzahl überschreitet die Grenze von 10'000.
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→''Siehe Hauptartikel:'' [[Geschichte der Gemeinde Risch]]

=== Urgeschichte ===
Die ältesten Siedlungsspuren wurden in den flachen Bereichen des [[Zugersee|Seeufers]] bei Dersbach, Zweiern, Buonas und Oberrisch gefunden und stammen aus der [[Pfyner Kultur]] und [[Horgener Kultur]]. Sie wurden 2011 nicht, wie andere Siedlungen am Zugersee, in die [[Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen|Welterbeliste „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“]] aufgenommen.

Funde entlang des Schwarzbaches in Dersbach gehören zu den ältesten [[Jungsteinzeit]]siedlungen und weisen reichhaltige Funde mit Tonscherben und Waffen auf. Funde einer Handmühle in Schwarzbach und eines Kornquetschers in Oberrisch lassen auf Ackerbau schliessen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 64–69.</ref> 1995 und 1997 wurden Überreste einer jungsteinzeitlichen Siedlung der Pfyner Kultur in Oberrisch und Aabach ausgegraben. Sie umfasst 1300 Pfähle und umfangreiches Fundgut (Keramik, Gusstiegel, Kupferreste, Steingeräte, Geflechte und Gewebe). Es wurde auf die Zeit um 3700 v. Chr. hingewiesen. In Buonas liegen Überreste mindestens einer jungsteinzeitlichen Seeufersiedlung der Horgener Kultur (etwa 3500–2800 v. Chr.) und einer [[hochmittelalter]]lichen Ansiedlung (etwa 1020–1170 n. Chr.). Auch in Zweiern wurden Überreste eines jungsteinzeitlichen Dorfes gefunden.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345.</ref> Mehrere [[bronzezeit]]liche Siedlungsplätze und römische Urnengräber des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurden in Holzhäusern beim Bau des Golfplatzes 1994 ausgegraben. Aufgrund des Baus eines römischen Heerweges vom Rhein über Risch, Küssnacht und [[Brünigpass|Brünig]] nach Italien werden immer wieder römische oder gallorömische Funde gemacht. Der Flurname ''Alznach'' ist auf den gallo-römischen Ortsnamen ''Alciniacum'' zurückzuführen.<ref name="hls-risch" /> Viele der weiteren Flurnamen lassen auf eine spätere Besiedelung durch [[Alamannen]] schliessen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 64–69.</ref><ref>Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16–39.</ref> Auf dem Chilchberg bei Risch befindet sich eine L-förmige Steinreihe, deren Entstehungszeit unbekannt ist. In Ibikon wurde 1824 oder 1838 ein [[Römisches Reich|römischer]] Münzschatz aus 10 Silber- und 169 Kupfermünzen gefunden, welcher aus der Zeit des 3. Jh. n. Chr. stammt und heute als verschollen gilt.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345.</ref>

=== Mittelalterliche Grundbesitzverhältnisse (bis 1798) ===
[[Datei:Wappen Buonas1.JPG|mini|Wappen von Buonas]]
[[Datei:Wappen Hertenstein1.JPG|mini|Wappen von Hertenstein]]
Das [[Frühmittelalter]] ist durch die Spuren einer der ältesten Kirchen des Kantons Zug belegt.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 347–370.</ref> Unter der heutigen barocken [[St. Verena (Risch)|Kirche St. Verena]] in [[Risch ZG|Risch]] von 1680–1684 befinden sich die Fundamente eines wahrscheinlich bereits im 8. Jahrhundert errichteten Gotteshauses.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 155–163.</ref> Ab 1000 tauchen die ersten Grundherrschaften sowie die ersten urkundlichen Erwähnungen von Orten wie Dersbach (1064), Gangolfswil (um 1150) und Risch (1159) auf.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 16–21, S. 70–76.</ref>

==== Gangolfswil in Mittelalter und Reformation ====
Durch die ältesten [[Habsburg]]er Grafen gelangten die nördlichen Gebiete der heutigen Gemeinde Risch zwischen 1096 und 1111 mit dem [[Kehlhof (Gebäude)|Hof]] [[Gangolfswil]] an das im Jahre 1027 gegründete [[Kloster Muri]].<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 77.</ref> [[Hadrian IV.|Papst Hadrian IV.]] stellte das Kloster in einer im [[Lateran]] in Rom ausgestellten Urkunde am 28. März 1159 unter seinen Schutz, in welcher die Kirche Risch als ''ecclesia Rishe'' erstmals urkundlich erwähnt wird. Der Murenser [[Dinghof]] besteht aus mehreren Einzelhöfen und kleineren Weilern und bildete sein Zentrum in Holzhäusern.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406.</ref> Um 1298 wechselte das [[Kirchenpatronat|Patronatsrecht]] vom Kloster Muri zur auf [[Schloss Buonas|Schloss Hertenstein (heute Schloss Buonas)]] lebenden Familie ''von Hertenstein''. Die Stadt [[Zug (Stadt)|Zug]] übernahm 1410 vom Kloster Muri wesentliche Grundrechte in Gangolfswil und kaufte schliesslich am 5. September 1486 den Hof. Somit wurde das Gebiet zur zugerischen ''[[Vogtei Gangolfswil]]''.<ref>Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16–39.</ref>

Bis 1592 wechselte jährlich der in Zug lebende [[Liste der Gemeindepräsidenten von Risch#Obervögte|Obervogt von Gangolfswil]], ab 1592 bis 1789 zweijährlich, neben ihm stand der [[Liste der Gemeindepräsidenten von Risch#Untervögte|Untervogt von Gangolfswil]], der ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Verwaltung hatte.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 107–108.</ref> 1627 wurde die Kapelle St. Wendelin errichtet,<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406.</ref> 1709 das Schützen- und Gemeindehaus, die die Zentrumsfunktion von Holzhäusern verstärkten.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 114–115.</ref> Die Herrschaft Buonas sowie deren Kollatur Risch konnten nicht unter die Herrschaft der Stadt Zug unterworfen werden. Am 7. Februar 1798 richteten die Stabführer, die Ratsherren und die Bürger der Stadt Zug ein Schreiben an die Vogteien, in welchem diese aufgehoben werden sollten, so auch[FILLWORD?] die Vogtei Gangolfswil. An einer ausserordentlichen [[Landsgemeinde]] vom Sonntag, dem 11. Februar 1798, wurde allen «neu eingesessenen Bürgern» das Bürgerrecht verliehen und das Untertanenverhältnis in den Zuger Vogteien aufgehoben.<ref name="Josef Grünenfelder 2006" /><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 77–84, S. 106–118.</ref><ref>Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16–39.</ref>

==== Die Herrschaft Buonas in Mittelalter und Reformation ====
Die [[Herrschaft Buonas|Grundherrschaft Buonas]] kann bis ins 11. Jahrhundert nicht beschrieben werden, da viele lockere Bündnisse existierten. Als erster nach Buonas benannter Ritter wird ''Immo von Buonas'' in den [[Acta Murensia]] genannt. Er lebte im 12. Jahrhundert in der vermutlich zu dieser Zeit errichteten [[Schloss Buonas|Burg Buonas]]. Durch die einhundert Jahre spätere Heirat von Adelheid von Buonas mit Ulrich von Hertenstein gingen Schloss und Herrschaft um das Jahr 1250 für rund 400&nbsp;Jahre auf das Geschlecht der Hertenstein über, die erst durch den Tod von Erasmus von Hertenstein 1654 beendet wurde. Im Mittelalter hatte der Inhaber des Territoriums Buonas viele Hoheitsrechte, so die gerichtlichen Kompetenzen, Marktrecht, Wirtshausmonopol, Kirchenpatronatsrecht, Weisungsrechte über Masse und Gerichte, Fischenzen, Oberaufsicht über Waldungen sowie das Einsetzungsrecht auf Mühle und Schifffahrt. 1426 wurde die Gerichtsstätte, welche sich bis anhin vor der Kirche Risch befand, nach Buonas verlegt.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 398.</ref> 1494 bis 1498 wurde das 1478 abgebrannte Schloss wiedererrichtet. 1506 leitete der Buonaser [[Peter von Hertenstein]] auf Wunsch des [[Papst]]es die ersten [[Schweizergarde|Schweizergardisten]] nach Rom.<ref name="ReferenceB" /> Am 24. August 1570 bestieg [[Kardinal]] [[Karl Borromäus]] auf seiner Schweizer [[Visitation]]sreise in Buonas das Schiff, um nach Zug überzusetzen.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 398.</ref> Obwohl die Herrschaft 1656 durch das Abtreten von Katharina von Hertenstein an ihren Ehemann Johann Martin Schwytzer überging, blieben die Inhaber des [[Kirchenpatronat|Patronatsrechts]] der Kirche von Risch weiterhin bis 1798 Mitglieder der Familie von Hertenstein. Während der Machtausübung der Familie von Hertenstein kam es zu zahlreichen Konflikten mit der Stadt Zug, welche die um Buonas liegende Vogtei Gangolfswil beherrschte. Nach dem Tod von Johann Martin Schwytzer im Jahre 1713 ging die Herrschaft Buonas noch an diverse Familien über, 1782 an zwei Zuger Bürger. Infolge der Revolution 1798 gingen den letzten Besitzern Schloss und Rechte ohne Entschädigung verloren.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 85–94.</ref>

==== Weitere Besitzverhältnisse in Mittelalter und Reformation ====
Neben den beiden vorherrschenden Besitzverhältnissen gehörten [[Geschichte der Gemeinde Risch#Klosterbesitze (bis 1798)|kleinere Teilgebiete]] verschiedenen Klöstern. Das [[Kloster Engelberg]] verfügte über Streubesitze am Zugersee. Dem [[Kappel am Albis#Geschichte|Kloster Kappel]] gehörten Gebiete südlich des Territoriums Buonas bis Böschenrot. Dem [[Fraumünster|Stift Fraumünster]] gehörten Gebiete in Waldeten, die jedoch später an das [[Kloster Frauental]] verkauft wurden. Dieses besass zuvor bereits Gebiete in Waldeten. Zum [[St. Leodegar im Hof|Kloster St. Leodegar]] gehörten Gebiete in Ibikon und Breiten.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 85–94.</ref>

Des Weiteren galten die Weiler Küntwil, Ibikon, Stockeri und Rüti als stadtzugerische Besitzungen, waren aber[FILLWORD?] nicht Teil der Vogtei Gangolfswil.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345.</ref>

=== Gemeinde Risch (ab 1798) ===
Durch die [[Französische Revolution]] und die dabei propagierten Werte der [[Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit|Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit]] unter den Menschen wurden die Vogteien und Herrschaften 1798 aufgelöst. Lediglich die Pfarreigrenzen, welche in der Folge [[Kanton (Schweiz)|kantonsübergreifend]] waren, blieben bis ins 20. Jahrhundert bestehen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 98–100.</ref>

Die heutige Gemeinde Risch entstand 1798 aus der ehemaligen stadtzugerischen Vogtei Gangolfswil im Norden, welche die Ortsteile ''Berchtwil'', ''[[Holzhäusern ZG|Holzhäusern]]'', ''Waldeten'', ''Zweiern'' und ''Dersbach'' umfasste, aus der Gerichtsherrschaft Buonas im Süden mit den Ortsteilen ''[[Buonas]]'', ''[[Risch ZG|Risch]]'' (kirchliches Zentrum) und ''Oberrisch'' sowie aus den stadtzugerischen Besitzungen ''Küntwil'', ''Ibikon'', ''Rüti'' und ''Stockeri''.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345.</ref> Diese Besitzungen nannten sich auch die ''[[Weiler in der Gemeinde Risch#Die drei oberen Nachbarschaften|drei oberen Nachbarschaften]]'' und gehörten der Pfarrei Meierskappel an. Zentrum der neuen politischen Gemeinde wurde Buonas.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 150–151.</ref>

==== Helvetik, Mediation und Restauration (1798–1830) ====
In den ersten Märztagen 1798 mussten nacheinander [[Freiburg im Üechtland|Freiburg]], [[Solothurn]] und [[Bern]] vor den französischen Heeren kapitulieren. Die Bürger in den Landgemeinden ([[Unterägeri|Ägeri]], [[Menzingen ZG|Menzingen]] und [[Baar ZG]]) waren bereit, den Kampf mit den sich nähernden Franzosen aufzunehmen. Am 11. April 1798 forderte Frankreich alle noch nicht besetzten Orte auf, sich kampflos zu ergeben und die Einheitsverfassung anzunehmen. Da die Stadt Zug es nicht schaffte, die Landsgemeinde friedlich zusammenzurufen, scheiterte ein Angriff durch Zug. Erst als die Kantone [[Kanton Schwyz|Schwyz]], [[Kanton Uri|Uri]] und [[Unterwalden]] in den Kampf zogen, stimmte Zug um. Unter den Gefallenen befand sich ein Rischer. Nach den Kämpfen mussten Wagen in alle Kloster gebracht werden, um die Schätze nach [[Paris]] zu liefern.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 119.</ref>

Während der [[Helvetik]] (1798–1803) wurde die Bezeichnung ''Gemeinde'' durch das französische Fremdwort ''[[Munizipalität]]'' ersetzt. Die ''Munizipalität Risch'' zählte im Jahre 1798 793 Einwohner, davon 200 Aktivbürger. Risch gehörte zum [[Kanton Waldstätte]], dessen Hauptort seit Mai 1799 die Stadt [[Zug (Stadt)|Zug]] war. Das bis anhin für die Vogtei Gangolfswil geführte Herrschaftswappen wurde durch den Zuger Schild mit dem Querbalken und dem Anfangsbuchstaben der Gemeinde ersetzt. Später tauchte das Gemeindewappen in verschiedensten Varianten in Verbindung mit oder ohne Luchs auf.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 120.</ref>

Mit der [[Mediation (Geschichte)|Mediationsakte]] von 1803 erhielt die Schweiz wieder die staatspolitische Struktur eines [[Staatenbund]]es. Nun bestand der Kanton Zug aus neun Gemeinden, die Sonderstellung der Stadt Zug wurde aufgehoben. Die Landsgemeinde wurde als höchste kantonale Instanz eingesetzt. Munizipalitäten und Gemeindekammern wurden aufgelöst. Neue gesetzgebende Behörde wurde ein [[Kantonsrat]] (le conseil du canton), auch[FILLWORD?] ''Stadt- und Amtsrat'' genannt. Die Rischer bekannten sich am 28. August 1814 eindeutig zum neuen Grundgesetz, das als wesentliches Merkmal den Übergang von der direkten zur repräsentativen Demokratie brachte. Am 9. September 1814 kam es zur Annahme des schweizweiten neuen [[Bundesvertrag]]es beziehungsweise dessen Beschwörung am 7. August 1815, wodurch die Schweiz in die Epoche der [[Restauration (Schweiz)|Restauration]] eintrat. Zu dieser Zeit versammelte sich die Gemeinde in Buonas.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 9, S. 120–121.</ref> 1828 wurde das gemeindliche Armen- und Waisenhaus im «Bürgerhof» in Holzhäusern eröffnet.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406.</ref>

==== Regeneration und Sonderbundskrieg (1830–1848) ====
In den Republiken des eidgenössischen Staatenbundes prallten während der [[Regeneration (Schweizergeschichte)|Regeneration]] nach 1830 konservative und liberale Kräfte aufeinander. Sie rangen um die Macht in den einzelnen Kantonen und um die Gestaltung des Bundes. In den vierziger Jahren steuerten die politischen Gegensätze in der Schweiz auf eine Krise zu. Die Erbitterung der liberalen Minderheit war im Spätjahr 1844 bereits so stark angewachsen, dass diese in Luzern am 8. Dezember einen gewaltsamen Sturz der Regierung versuchte. Der erste Freischarenzug misslang, zahlreiche Liberale mussten in die Nachbarkantone fliehen, unter anderem nach Zug. Dabei stand das Wirtshaus ''Zum Rothen Kreuz'' bei der konservativen Regierung Luzerns im Ruf, Hort für Luzerner Freischaren und Regimegegner zu sein. Um gegen neue Angriffe geschützt zu sein, gründeten im Dezember 1845 die sieben katholisch-konservativen Kantone eine ''Schutzvereinigung'', den [[Sonderbund]]. Nach dem Fall von Freiburg am 14. November 1847 ordnete [[Guillaume-Henri Dufour|General Dufour]] seine Truppen für einen Angriff auf Luzern. Nachdem Zug am 21. November kampflos kapitulierte, kam es am 23. November in Gisikon und Meierskappel zu den entscheidenden [[Sonderbundskrieg|Kämpfen zwischen den Sonderbunds- und Tagsatzungstruppen]]. Das kupierte Gelände der Gemeinde Risch spielte dabei für den Aufmarsch der eidgenössischen Truppen eine entscheidende Rolle.

Beim Angriff auf die Gefechte auf dem Michaelskreuz gruppierten sich die Brigaden Egloff und König in Berchtwil. Um 11 Uhr und 12 Uhr folgte der Vorstoss der Brigade König, die über Rotkreuz und Küntwil angriff. Die Brigade Egloff sollte über Honau und Gisikon angreifen. Bei dem Gefecht von Meierskappel in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1847, bei dem nicht sicher war, wo das Gefecht stattfinden würde, und eine ''Schlacht von Rotkreuz'' vermutet wurde, blieb die Gemeinde Risch schlussendlich grösstenteils verschont. Denn die Brigade Bataillon schaffte es nicht, bis Rotkreuz vorzustossen, sie trafen schon in Meierskappel auf die Feinde. Durch die Kämpfe auf Rischer Boden wurden verschiedene Privatpersonen geschädigt. Der Gemeinderat erhielt von einem Hilfsverein des Kantons Zug 50 Franken, die er auf vier Geschädigte verteilte. Risch hatte dem Kanton Zug 3587 Franken (von 26.650 Franken für die Okkupationsschuld) zu bezahlen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 122–126.</ref>

==== Moderner Bundesstaat und Industrialisierung (ab 1848) ====
[[Datei:Bahnstrecke Zürich-Luzern.jpg|mini|Rotkreuz an der Bahnstrecke Zürich-Luzern, in grau sind die Gotthardbahn und die Aargauische Südbahn zu erkennen.]]
[[Datei:Buonas Dorf 5.JPG|mini|Die Dörfer Risch, Buonas (im Bild) und Holzhäusern konnten ihre Eigenständigkeit bewahren.]]
In der Zeit nach dem Sonderbundskrieg gab es in der Gemeinde noch einige Probleme. Die Rischer wehrten sich gegen die Kantonsverfassung, die schulischen Verhältnisse in der Gemeinde führten zu Zerreissproben und die Kapellenverantwortung musste nach dem Tode des alten Kapellenverantwortlichen, Heinrich Ludwig Anton Keiser, neu festgelegt werden. Im Steuerwesen hatten die [[Weiler in der Gemeinde Risch|drei oberen Nachbarschaften]] Ibikon, Küntwil und Stockeri ebenfalls Lasten zu tragen. Bis 1873 existierte die ''[[Einheitsgemeinde]]'', welche durch die Kantonsverfassung neu in die [[Einwohnergemeinde|Einwohner-]], [[Bürgergemeinde|Bürger-]] und [[Kirchengemeinde#Schweiz|Kirchengemeinde]] unterteilt wurde. Durch die [[Französische Revolution]] wurden Wegsteuern und andere Privilegien aufgehoben. Trotzdem sind bis ins 19. Jahrhundert Zollstellen im Kanton Zug zu finden. Bis zum Bau der Kantonsstrasse 1839/1840 lag die Rischer Zollstelle in Berchtwil, danach in dem 1810 neu erbauten Gasthof ''Zum Rothen Kreuz'', der bis 2011 bestand.<ref name="hls-risch" /><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 127.</ref>

Ende der 1850er Jahre wurden Pläne für Bahnlinien zwischen Zürich und Luzern ausgearbeitet. Durch das geplante Projekt der konkurs gegangenen [[Schweizerische Ostwestbahn|Ostwestbahn]] wurde 1864 der von [[Paul Adolphe Tièche]] und [[Jakob Friedrich Wanner]] entworfene ''[[Bahnhof Rotkreuz#Geschichte|Bahnhof Rothkreuz]]'' erbaut. Durch die Eröffnung der [[Gotthardbahn]] 1872, welche von der [[Schweizerische Centralbahn|Schweizerischen Centralbahn]] geleitet wurde, und der [[Aargauische Südbahn|Aargauischen Südbahn]] 1881 wurde Rotkreuz zum zentralen Umsteigepunkt der Reisenden aus dem Deutschen Reich in Richtung Tessin und Italien. Ab 1882 nahm die Bautätigkeit und die Bevölkerungszahl, vor allem im neu entstehenden Ort Rotkreuz, zu.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406.</ref> Neue Zufahrtslinien über Zürich und Zug bildeten Konkurrenz, wodurch die Gotthardbahn ihren Verkehr über Rotkreuz zum 1. Mai 1897 einstellte. Die Bevölkerungszahl wurde rückläufig.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 41–50.</ref>

Bis zum [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] blieb die Gemeinde lediglich Knotenpunkt im Bahn- und Strassenverkehr, [[Industrie]] entwickelte sich kaum. 1874 befand sich für kurze Zeit eine [[Ziegelei]] in Rotkreuz, ab 1895 eine [[Parkett|Parqueterie-Fabrik]], welche 1904 als erstes Gebäude der Gemeinde an das [[Centralschweizerische Kraftwerke|Elektrizitätswerk Rathausen]] angeschlossen wurde. 1906 wurde die [[Molkerei|Milchverwertungsgenossenschaft]] Risch gegründet, welche 1907 mit dem Bau des Käsereigebäudes begann. Ab den 1930er Jahren fanden sich in Rotkreuz eine Niederlassung der Sauer- und Wasserstoffwerke Luzern sowie des [[Tierfutter]]fabrikanten Utro. Erste grössere industrielle Ansiedlung war die (erste schweizerische) [[Erdölraffinerie]], welche von der [[IPSA (Industrie petrolifère SA)]] 1940 in Rotkreuz eröffnet wurde. Neben der Raffinerie wurde ein Extraktionswerk erbaut, das aus [[Kaffeesatz]] Öl und Heizmaterial gewann.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 60–61.</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg liessen sich mehr Firmen, hauptsächlich in Rotkreuz, nieder. 1959 wechselte die Gemeindekanzlei von Buonas nach Rotkreuz in das alte Schulhaus. 1962 ging das Areal der Erdölraffinerie, nachdem diese nach [[Ägypten]] verkauft wurde, in den Besitz des OKK ([[Armee 61|Oberkriegskommissariat]]) des Bundes und wurde um acht Grosstanks erweitert. In diesen Tanks ist heute Kerosin für Flugzeuge der [[Schweizer Armee]] gelagert. 1970 wurden durch die [[Ortsplanung]] die Grenzen des Ortes Rotkreuz festgelegt.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 20, S. 36–37, S. 47–50.</ref> Neue Wohngebiete in Nähe des Bahnhofes wurden geschaffen und ein neues Dorf entstand. 1969 wurde die erste Umfahrung des Ortskerns von Rotkreuz freigegeben, ab 1974 die [[Autobahn (Schweiz)|Autobahnen]] [[A4 (Schweiz)|N4]] und [[A14 (Schweiz)|N14]], wodurch die Gemeinde an das [[Nationalstrasse|Schweizer Nationalstrassennetz]] angeschlossen wurde<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 39–40.</ref> und weiter an wirtschaftlicher Attraktivität gewann.

==== Aufschwung zum Gewerbe- und Pharmastandort ====
[[Datei:Langweid Rotkreuz 2.JPG|mini|Viele neue Wohngebiete wurden in der Gemeinde geschaffen, im Bild sind Bauarbeiten in der Langweid in Rotkreuz.]]
[[Datei:Energiestadt-RischRotkreuz.jpg|mini|Energiestadt Risch Rotkreuz]]
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte der dynamische Ausbau der Region Zug zu einem nationalen und internationalen Finanz- und Handelsplatz, begünstigt durch die Nähe zu Zürich und eine wirtschaftlich attraktive [[Steuer]]politik. Die Arbeitsplätze nahmen rasant zu, die Einwohnerzahl stieg markant, der Bauboom brach fast explosionsartig aus. In Risch liess sich bald der erste Pharmakonzern, [[Roche Diagnostics]], mit seinem Schweizer Hauptsitz in Rotkreuz nieder und viele weitere [[Kleine und mittlere Unternehmen]] folgten. Zug stieg an die Spitze der finanzstarken [[Kanton (Schweiz)|Kantone]] auf. Zu den grossen Neubausiedlungen in Rotkreuz zählten ab 1970 Arealbebauungen in der ''Weid'' und an der Berchtwilerstrasse, 1972 wurde der neue, grössere Bahnhof eingeweiht, ab 1975 entwickelt sich das Gewerbegebiet Rotkreuz, zwischen Dorf und Autobahn. Die Dörfer Holzhäusern und Risch entwickelten sich nur langsam, Buonas erlebte durch die Erweiterung des Einfamilienhausviertels ab 1980 einen starken Bevölkerungsanstieg. Alle Dörfer behielten ihre Eigenständigkeit.

1986 wurde das neue Rathaus der Gemeinde in einem städtebaulichen Konzept mit Altersheim und zentralen Einrichtungen eröffnet; Rotkreuz wurde zum Zentrum der Gemeinde Risch. Die Schule Rotkreuz wurde in verschiedenen Etappen erweitert, neue Arealbebauungen nördlich des Bahnhofs (unter anderem ''Schöngrund'', ''Sonnmatt'', ''Grundstrasse'', ''Birkenmatt''), in der ''Halden'', in Waldegg und in Küntwil realisiert. Ab 1994 wurde der Golfplatz Holzhäusern angelegt, der grösste Golfplatz der Schweiz; das Projekt zum Bau des [[Legoland]]es Schweiz scheiterte. Ab 2000 folgten Arealbebauungen wie ''Am Sijentalwald'', ''Lindenmatt'' und ''Allrüti''.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 31–40.</ref> Roche Diagnostics erbaute im [[Schlosspark Buonas]] 2001 ein Fortbildungszentrum und verlegte bis 2008 seinen internationalen Hauptsitz nach Rotkreuz. Seit 2004 besteht ein Anschluss an die [[Stadtbahn Zug]] und die [[S-Bahn Luzern]]. 2008 wurde der Gemeinde Risch das Label der [[Energiestadt]] verliehen. Ab 2009 wurde der alte Ortskern Rotkreuz westlich des Rathauses neu gebaut und umgestaltet, ab 2011 mit dem Bau des [[Autofreies Wohnen|autofreien]] Quartiers Langweid begonnen. Hierbei handelt es sich um die grösste [[Holzbau]]siedlung der Zentralschweiz.<ref>[http://www.zugerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/zug/Groesste-Holzbausiedlung-der-Zentralschweiz;art93,290721 Neue Zuger Zeitung: ''Grösste Holzbausiedlung der Zentralschweiz''] vom 11. September 2013.</ref> 2011 wurde mit dem ''Roche-Tower'' das erste als Hochhaus klassifizierte Gebäude in Risch errichtet; es ist bis zur Vollendung des ''Park-Towers'' in der Stadt Zug das höchste Gebäude des Kantons. 2013 zentralisierte der Pharmakonzern [[Novartis]] seinen Schweizer Verwaltungshauptsitz der Novartis Pharma, [[Sandoz|Sandoz Pharmaceuticals]], [[Alcon]] und Consumer Health ebenfalls hierher.<ref name="neuelz130614">[http://www.zugerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/zug/Novartis-buendelt-Geschaeftseinheiten-in-Rotkreuz;art93,268968 ''Novartis bündelt Geschäftseinheiten in Rotkreuz''], Neue Luzerner Zeitung, 14. Juni 2013.</ref> Durch diese Entwicklungen verfünffachte sich die Bevölkerung in 50 Jahren. Seit 2016 ist Rotkreuz Hochschulstandort der [[Hochschule Luzern]].

2005 scheiterte die [[Gemeindefusionen in der Schweiz|Gemeindefusion]] mit der Luzerner Gemeinde Meierskappel. Seit 2007 nennt sich die Gemeinde inoffiziell Risch Rotkreuz, 2009 feierte der Ort Risch sein 850-jähriges Bestehen. Ende 2012 wurde die 10'000-Einwohnergrenze überschritten, jedoch will sich Risch weiterhin Gemeinde nennen.<ref name="gemeinderisch0113">[http://www.rischrotkreuz.ch/de/aktuelles/aktuellesinformationen/welcome.php?action=showinfo&info_id=199756&ls=0&sq=&kategorie_id=&date_from=&date_to= Medienmitteilung 1/2013 – Erste Marke von 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner überschritten]</ref>

=== Ortsnamen ===
In der am 28. März 1159 von Papst [[Hadrian IV.]] im Lateran in Rom ausgestellten Urkunde, worin das Kloster Muri unter den Schutz des Papstes gestellt wird, wird die Kirche in ''Rishe'' erstmals urkundlich erwähnt. Weitere, in Urkunden genannte Namen sind beispielsweise ''Riske'', ''Rixa'', ''Rysche'', ''Rischse'' oder ''Rischs''. Schon der älteste Beleg zeigt die Aussprache mit einem langen i, wie es auch heute noch ausgesprochen wird (in phonetischer Lautschrift [{{IPA|ˈriːʃ}}]). Nach dem Wörterbuch von Weigand bedeutet Risch eine [[Binse|Sumpfbinse]], ''scirpus lacustris'', welche in Ried, Sumpfland und Rodung übertragen werden kann. Diese sind am unteren Kirchberg wiederzufinden. Aufgrund der wichtigen Pfarrei Risch wurde dieser Name 1798 für die neu gebildete Gemeinde verwendet.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 9, S. 119.</ref>

Das Gebiet von Rotkreuz, das bis ins 17. Jahrhundert Rotrüti hiess, ist ebenfalls nach einer Pflanze benannt. Wie Böschenrot befindet sich im Wort Rotrüti das [[althochdeutsch]]e Wort ''riotto'', das so viel wie [[Röhricht|Schilfrohr]] bedeutet. Dieses Schilf geht zurück auf den ''See von Rotkreuz'', als der Zugersee in der Nacheiszeit bis Rotkreuz reichte.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 27.</ref> Da der Boden von Rotrüti oftmals stark bewaldet war, findet man das Teilwort -rüti im Namen. 1685 erwies sich die Rotrüti in zwei Teile aufgeteilt, was auch das Verschwinden des Flurnames erklärt. Auf dem südlichen Teil der Rotrüti stand ein urkundlich ab etwa 1610 nachweisbares Kreuz. Dies stand früher auf der Fortsetzung des [[Moräne]]nhügels, worauf sich heute die reformierte Kirche befindet. Nach diesem roten Kreuz wurde 1840 der Bauernhof ''Rotkreuzhof'' und 1864 der neue Bahnhof benannt. Anfang des 20. Jahrhunderts wird noch häufig von ''beim roten Kreuz'' gesprochen. Durch die Zonenplanung 1970 wurden Name und Grösse von Rotkreuz festgelegt.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 18–20.</ref>

Auch andere Orts- und [[Flurname]]n sind nach Pflanzen oder pflanzenähnlichen Dingen benannt. Die Namen ''Binzmühle'' und ''Binzrain'' entstanden nach den an diesem Ort auffindbare [[Binsen]], ''Bŏchunnaso'' ist nach der Landzunge (Nase) benannt, die von Buchen bewachsen ist (später entstand hieraus ''Buonas''). [[Rodung]]sflurnamen treten an ehemaligen bewaldeten Gebieten auf, wie beispielsweise in ''Rüti'', ''Allrüti'', ''Bannholz'', ''Schachen'' und ''Stockeri''. Hingegen ist ''Waldeten'', bei dem man einen Zusammenhang mit einem Wald vermuten könnte, nach dem [[Althochdeutsch|Altdeutschen]] Namen Waltrat benannt. Der Flurname ''Alznach'' ist auf den gallo-römischen Ortsnamen ''Alciniacum'' zurückzuführen. Anderer Flurnamen lassen auf eine spätere Besiedelung durch [[Alamannen]] schliessen, wie ''Berchtwil'', ''[[Gangolfswil]]'', ''Ibikon'' oder ''Küntwil''.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 16–18.</ref>

In der [[Acta Murensia]] von 1100 werden die Flurnamen ''Terisbak'' (heute Dersbach), ''Holzhäusern'' und ''Rishe'' (heute Risch) erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 18–20, S. 67–69.</ref> In [[Hans Conrad Gyger]]s ''Zürcher Kantonskarte'' von 1667 und in der ''Walserkarte'' von 1768 tauchen die Ortsnamen ''Büchenaß'', ''Fahr'', ''Hertenstein'', ''Rysch'', ''Holzhüsern'', ''Berchtwyl'' und ''Ybicken'' auf.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 16, S. 18.</ref>

=== Gemeindewappen ===
[[Datei:Wappen Risch Rotkreuz.svg|links|100px|Wappen von Risch]]

[[Blasonierung]] des Gemeindewappens von Risch: In Gold (Gelb) auf grünem Boden ein grüner Laubbaum mit roten Früchten, rechts am Baum ein linksgewendeter aufrechter roter Luchs.

Auf dem heutigen Gemeindewappen zeigt sich weder das Pfarreisiegel von Risch, noch das Rittergeschlecht von Buonas, noch das ihrer Nachfolger der Herren von [[Hertenstein LU|Hertenstein]]. 1597 galt die Darstellung der [[Verena (Heilige)|heiligen Verena]] als Wappen der [[Vogtei Gangolfswil]].<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 436.</ref> Es wird vermutet, dass die Vogtleute von Gangolfswil im 16. Jahrhundert zu einem eigenen und neuen Wappenschild gegriffen haben,<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 10–13.</ref> welches seit 1612 fassbar ist. Auf diesem ist der Luchs jedoch rechtsseitig ansteigend.<ref>Beat Dittli: ''Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten.'' 5 Bände und ein Kartenband. Zug 2007, ISBN 978-3-85548-058-6. Band 4: ''R-S.''</ref> Der Luchs, der ein sehr seltenes Wappentier ist, kann aufgrund der grossen Jagden von 1700 wiedergefunden werden, da zu dieser Zeit viele Tiere, unter anderem Luchse, getötet wurden. Eine weitere Überlieferung des Luchses auf dem Wappen ist die Luchsverehrung im 18. Jahrhundert. Der Baum und die Früchte stehen für das (früher) stark bewaldete, und oftmals fruchtbare, Gebiet.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 10–13.</ref>

Das Wappen der in der [[Helvetik]] gebildeten Munizipalität Risch war das zugerische Bindenschild, übderdeckt von der Initiale R, und war in Gebrauch von Gemeinde und Kirchgemeinde bis Ende des 19. Jahrhunderts. Die Herrschaft Buonas hatte, abgesehen während der Herrschaft der Hertensteiner, ein eigenes Wappen, welches heute noch im ''[[Buonas#Wappen|Banner von Buonas]]'' wiederzufinden ist.

== Bevölkerung ==
[[Datei:Langweid Rotkreuz 4.JPG|mini|Durch das starke Bevölkerungswachstum wurden viele neue Wohn- und Geschäftsgebiete geschaffen. Im Bild: Die Überbauung ''Suurstoffi'' in Rotkreuz.]]
=== Bevölkerungsentwicklung ===
Vor dem Bahnbau um 1860 wuchs die Gemeinde Risch nur langsam. Zur Zeit der alten Eidgenossenschaft betrug die Einwohnerzahl etwa 700 Einwohner in 150 Haushalten, was rund fünf Personen pro Haushalt entsprach. Ab der Zeit der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] nahm die Einwohnerzahl zu. Kurz vor 1850 stieg sie auf über 1'000 Einwohner in 167 Haushalten, was rund sechs Personen pro Haushalt entsprach. 1880 erreichte die Zahl ein Hoch von 1235 Einwohnern. Durch die Umlegung des Gotthardverkehrs auf die Bahnstrecke östlich des Zugersees nahm die Bevölkerung ab 1897 ab und erholte sich erst wieder um 1920. Ab 1930 setzte ein kontinuierliches Wachstum der Bevölkerung ein, welches sich ab 1970 verstärkte durch [[Ortsplanung]] im sich vom kleinen Eisenbahndörfchen zur [[Kleinstadt]] entwickelnden Rotkreuz. Ab 1960 stieg die Anzahl Haushalte an von 441 (1960) auf 806 (1970), 1321 (1980) und 1786 im Jahr 1985. Die Anzahl der Personen pro Haushalt sank gleichzeitig von 5,7 (1888) auf 4,8 (1950), 3,9 (1970) und schliesslich auf 2,9 Personen pro Haushalt im Jahr 1985.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 55, S. 61, S. 127.</ref> Durch die starke Bevölkerungszunahme von 1980 bis 2010 um mehr als 5000 Einwohnern (mehr als 50 %), war Risch eine der Gemeinden mit der grössten ([[prozent]]ualen und [[Absolute Häufigkeit|absoluten]]) Veränderung der Wohnbevölkerung von 1980 bis 2000 der Schweiz.<ref name="weltatlas" /> Seit 2008 waren deutlich mehr Zu- als Wegzüge zu verzeichnen. Teilweise lag der absolute Wert der Zuzüger höher als jener der [[Zug (Stadt)|Stadt Zug]]. 2012 wurden 992&nbsp;Zuzüge und 857&nbsp;Wegzüge verzeichnet. Ende 2011 lag die Einwohnerzahl von Personen mit wirtschaftlichem Wohnsitz bei 9'807 in 3’797 Haushalten,<ref name="statistik" /> Ende 2012 bei 10'005, Ende 2013 bei 10'195, Mitte 2015 bei 10'439. Durch weitere Bautätigkeit, vor allem in Langweid (''Suurstoffi'')<ref>Wolfgang Holz ''Rotkreuz wird zu einer Stadt'' in [[Neue Zuger Zeitung]], 8. Februar 2008, [http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/zg/zug/Rotkreuz-wird-zu-einer-Stadt;art93,17286 auszugsweise hier online], abgerufen am 17. Dezember 2013.</ref> und ''Lindenmatt'' ist weiterhin von einem starken Bevölkerungswachstum auszugehen. Die Einwohnerzahl verfünffachte sich in 50 Jahren.

In den Jahren 1850/1880 war eine jährliche Veränderung der Bevölkerung von 0,7 %, 1880/1910 von -0,4 % und 1910/1941 von 0,9 % zu verzeichnen; danach, in den Jahren 1941/1970 und 1970/2000, eine deutliche Veränderung von 2,7 % und 2,8 %.<ref name="bundesamt" /> Ende 2011 lag die jährliche Veränderung der Bevölkerung bei 5,44 % gegenüber 2010, was dem höchsten Wert im [[Kanton Zug]] entsprach.<ref name="amtsblatt">Wohnbevölkerung des Kantons Zug per 31. Dezember 2011 in: Amtsblatt des Kantons Zug, 17. Februar 2012, Amtlicher Teil, Eintrag 951, S. 11 / 719.</ref>

Ende 2011 lag die Bevölkerungsdichte bei 374,89 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Bevölkerungszahl 1743–2015:<ref name="bundesamt">Bundesamt für Statistik (Hrsg.): '' {{Webarchiv|text=Eidgenössische Volkszählung 2000 – Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden 1850–2000 |url=http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/news/publikationen.Document.69585.zip |wayback=20160314162950 |archiv-bot=2018-03-25 20:19:58 InternetArchiveBot }}.'' Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2002, ISBN 3-303-01154-0.</ref><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 55, S. 61.</ref>

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  text:Quelle BFS; Gemeindeverwaltung Risch

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=== Bevölkerungsstruktur ===
Am 31. Januar 2008 waren von den 8'714&nbsp;Einwohnern der Gemeinde 4'558&nbsp;Frauen und 4'156&nbsp;Männer, am 31. Januar 2012 von den 10'005&nbsp;Einwohnern 4'755&nbsp;Frauen und 5'250&nbsp;Männer.<ref name="gemeinderisch0113" /><ref name="gemeinderisch0513">Gemeinde Risch (Hrsg.): ''[http://www.rischrotkreuz.ch/de/portrait/datenfakten/ Daten und Fakten der Gemeinde Risch per 31. Dezember 2012].'' Risch 2012, abgerufen Mai 2013.</ref>

10 % der Bevölkerung Rischs ist [[Pension (Altersversorgung)|pensioniert]] – damit zählt Risch zu den jüngsten Gemeinden der Schweiz und belegt hier im Gemeinderanking der Zeitung ''[[Weltwoche]]'' 2013 den Platz 6.<ref name="weltwoche" />

Anfang 2008 lebten 2121 Ausländer in der Gemeinde, was mehr als 20 % der mittleren Wohnbevölkerung entsprach.<ref name="weltatlas" /> Somit war Risch eine der am meisten von Ausländern bevölkerten Gemeinden des [[Kanton Zug]]s. Der grösste Teil der 1302 Niedergelassenen Ausländer (551 Jahresaufenthalter) kam aus [[Deutschland]], [[Serbien]], dem [[Kosovo]], [[Albanien]], der [[Türkei]] und [[Italien]] (es besteht eine Partnerschaft mit dem italienischen Dorf [[Amaroni]]).<ref>Gemeinde Risch (Hrsg.): ''[http://www.rischrotkreuz.ch/de/portrait/datenfakten/ Daten und Fakten der Gemeinde Risch per 31. Januar 2008].'' Risch 2008, abgerufen Februar 2008.</ref> Am 31. Dezember 2012 lebten in der Gemeinde Risch 7'231&nbsp;Schweizer und 2'774&nbsp;Ausländer; Ende 2015 lag der Ausländeranteil bei 26,6 %.<ref name="gemeinderisch0513" />

Der Anteil der Rischer Bürger an den Einwohnern der Gemeinde Risch betrug 1860 45 %, mit dem Bahnbau 1880 sank der Anteil auf 28 % und stieg bis 1900 auf 43 %. Seit 1900 ist ein Abstieg zu verzeichnen, 1980 betrug der Anteil nur noch etwa neun Prozent der Gesamtbevölkerung.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 55, S. 61, S. 127.</ref>

Anfang 2013 waren knapp 55 % der Einwohner der Gemeinde Risch [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholisch]], etwa 13 % [[Reformierte Kirche|evangelisch-reformiert]], etwa 18 % konfessionslos und knapp 15 % gehörten einer anderen [[Religiosität|Glaubensgruppe]] an (die meisten davon dem [[Islam]]).<ref name="gemeinderisch0513" /> In der Gemeinde Risch sind die römisch-katholische Kirchgemeinde, die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde und die Freie Christliche Gemeinde (FCG) vertreten.

=== Erwerbssektoren und Pendler ===
In den linken Balkendiagrammen sind die Erwerbssektoren der letzten Jahrzehnte (jeder Balken zeigt links den [[Primärer Sektor|primären Sektor]], in der Mitte den [[Sekundärer Sektor|sekundären Sektor]] und rechts den [[Tertiärer Sektor|tertiären Sektor]]) zu sehen. Die Tabelle rechts listet die Anzahl der [[Pendler|Wegpendler]] bis 2000 auf. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb die [[Landwirtschaft]] wichtigster Arbeitssektor. 1850 arbeiteten rund 75 % der Rischer in der Agrarwirtschaft, 1950 über ein 35 %. Durch den [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|Wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde Risch]] sank diese Zahl auf 2,3 % in 2005, was weniger als dem Landesdurchschnitt von 5,4 % entsprach. Durch neue Arbeitsplätze stieg die Anzahl der Zupendler stark an und übertraf 2005 jene der Wegpendler um mehr als 25 %.<ref name="hls-risch" /> Aufgrund einer Änderung der Befragungsmodalitäten bei der Volkszählung 2010 lassen sich seit 2010 keine Aussagen mehr zum Pendlerverhalten auf Gemeindeebene ableiten.<ref>[http://www.zg.ch/behoerden/baudirektion/amt-fur-raumplanung/kantonalplanung-grundlagen/verkehrsplanung/langsamverkehr-pendler Amt für Raumplanung des Kantons Zug. Abgerufen Mai 2013].</ref>

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|-
! colspan="5"| Pendler<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 61.</ref><ref>Stefan Bürgler: ''Analyse der Pendlerbewegungen 2000 im Kanton Zug – Auswertungen der Pendlerstatistik 2000''. Zug 2004, Herausgegeben von der Direktion für Raumplanung Kanton Zug.</ref>
|-
! Jahr
! wohnhafte
! in der
! colspan="2"| Pendlerüberschuss
|-
!
! Erwerbspersonen
! Gemeinde tätig
! absolut
! %
|-
| 1950 || 695 || 647 || 48 || -6.9
|-
| 1960 || 831 || 617 || 214 || -25.8
|-
| 1970 || 1414 || 939 || 475 || -33.6
|-
| 1980 || 2013 || 1498 || 515 || -25.6
|-
| 2000 || 3831 || 1198 || 2633 || -68.7
|-
| 2010<ref>''Aufgrund einer Änderung der Befragungsmodalitäten bei der Volkszählung 2010 lassen sich seit 2010 keine Aussagen mehr zum Pendlerverhalten auf Gemeindeebene ableiten.'' [http://www.zg.ch/behoerden/baudirektion/amt-fur-raumplanung/kantonalplanung-grundlagen/verkehrsplanung/langsamverkehr-pendler Amt für Raumplanung des Kantons Zug. Abgerufen Mai 2013].</ref> || – || – || – || –
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</timeline> ''1980:'' ''Industriegemeinde''<ref name="hediger">Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 61.</ref>

== Politik ==
=== Legislative ===
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die [[Gemeindeversammlung]], übt die [[Legislative|Legislativgewalt]] aus. Sie tritt zusammen auf Einladung des [[Gemeinderat (Schweiz)|Gemeinderates]], auf Begehren eines Zwanzigstels der Stimmberechtigten oder auf Anordnung der Aufsichtsbehörde. Zu ihren Aufgaben gehören: Der Erlass der Gemeindeordnung; der Erlass von allgemein verbindlichen Gemeindereglementen; die Beschlussfassung über den Zusammenschluss mit einer anderen Gemeinde und über Änderung der Gemeindegrenzen, sofern es sich nicht um kleine Grenzbereinigungen handelt; die Beschlussfassung über den Voranschlag, den [[Steuer]]fuss und die übrigen Gemeindesteuern; die Genehmigung der Jahresrechnung und allfälliger Separatrechnungen; die Beschlussfassung über neue Ausgaben und Kredite, soweit nicht der Gemeinderat zuständig ist; die Beschlussfassung über die Errichtung öffentlich-rechtlicher Anstalten oder Beteiligung an solchen Beschlussfassung über die Gründung von oder Beteiligung an privaten Unternehmungen oder Organisationen sowie über die Gewährung von Darlehen an solche; die Bewilligung von Kauf und Verkauf von Grundstücken, soweit nicht der Gemeinderat durch Gemeindebeschluss zuständig erklärt wird; sowie die Aufsicht über die Tätigkeit des Gemeinderates und Oberaufsicht über die Gemeindeverwaltung. Die Gemeindeversammlung tritt Anfang Juni und Ende November zusammen.<ref name="gemeindeversammlung">[http://www.rischrotkreuz.ch/de/politik/sitzung/ Gemeindeversammlung der Gemeinde Risch, abgerufen am 17. Juni 2013]</ref>

=== Exekutive ===
{{Siehe auch|Liste der Gemeindepräsidenten von Risch}}

[[Exekutive|Ausführende]] Behörde ist der [[Gemeinderat (Schweiz)|Gemeinderat]]. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern und dem [[Gemeindeschreiber]] mit beratender Stimme. Der Rat führt und repräsentiert die [[Einwohnergemeinde]] nach aussen, besorgt die Gemeindeangelegenheiten, soweit sie nicht durch Gesetz oder Gemeindebeschluss einem andern Organ zugewiesen sind und Regelt im Rahmen des Gesetzes die Organisation der Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat vollzieht die Gemeindebeschlüsse, erlässt Benützungs- und Gebührenordnungen für öffentliche Gebäude, Anlagen und andere Einrichtungen der Gemeinde und vollzieht die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.<ref name="gemeinderatallgemein">[http://www.rischrotkreuz.ch/de/politik/exekutive/ Gemeinderat der Gemeinde Risch, abgerufen am 17. Juni 2013]</ref>

{| class="wikitable float-right" style="text-align:center;"
|-
! Partei !! Sitze<ref name="gemeinderat">[http://www.rischrotkreuz.ch/dl.php/de/4ca884fc62270/Ergebnisse_Gemeinderatswahl.pdf Protokoll über die Gemeinderatswahl Risch vom 3. Oktober 2010.] (PDF; 623&nbsp;kB)</ref><ref name="gemeinderat2">Protokoll der Gemeinderatssitzung der Gemeinde Risch 01/2011.</ref>
|-
| [[Christlichdemokratische Volkspartei|CVP]] || 2
|-
| [[Freisinnig-Demokratische Partei|FDP]] || 2
|-
| [[Schweizerische Volkspartei|SVP]] || 1
|}

Neben den im Kanton Zug präsenten Parteien [[Christlichdemokratische Volkspartei|CVP]], [[Freisinnig-Demokratische Partei|FDP]] und [[Schweizerische Volkspartei|SVP]] gibt es in Risch die linksalternative ''Gleis3 Risch-Rotkreuz'', welche auf Kantonsebene in die ''Alternative Kanton Zug'' eingebunden ist. Sie erhielt bei der Gesamterneuerungswahl 2015 keinen Sitzplatz im Gemeinderat.

Am 5. Oktober 2014 wurde der Gemeinderat Risch für die Periode 2015–2018 gewählt. Die CVP und die FDP sind mit jeweils[FILLWORD?] zwei Sitzen stärkste Parteien. Der seit 2009 als 24. Gemeindepräsident amtierende Peter Hausherr (CVP) ist weiterhin in seiner Funktion. Roland Zerr (FDP) wurde neue gewählt. Markus Scheidegger (CVP), Peter Hausherr (CVP), Ruedi Knüsel (FDP) und Francesco Zoppi (SVP) blieben im Amt. Ivo Krummenacher ist 15. [[Gemeindeschreiber]] [[Liste der Gemeindepräsidenten von Risch#Gemeindeschreiber|Rischs]].<ref name="gemeinderat" />

{| class="wikitable" style="text-align:center;"
|-
! colspan="4"| Gemeinderat Risch 2011–2014<ref name="gemeinderat" /><ref name="gemeinderat2" />
|-
! Name !! Partei !! Funktion !! Ressort
|-
| Peter Hausherr || CVP || Gemeindepräsident || Stabsstelle Präsidiales
|-
| Markus Scheidegger || CVP || Gemeinderat || Bildung/Kultur
|-
| Ruedi Knüsel || FDP.Die Liberalen || Gemeinderat || Planung/Bau/Sicherheit
|-
| Roland Zerr || FDP.Die Liberalen || Gemeinderat || Soziales/Gesundheit
|-
| Franz Zoppi || SVP || Gemeinderat || Finanzen/Controlling
|}

=== Judikative ===
Auf kommunaler Ebene verfügt die Gemeinde Risch über einen [[Friedensgericht|Friedensrichter]]. Der Friedensrichter versucht, alle Zivilstreitigkeiten vermittelnd zu erledigen. Wo dies nicht möglich ist und der im Gesetz vorgesehene Streitwert seine Zuständigkeit nicht übersteigt, hat er endgültig zu urteilen. In den anderen Fällen hat er den Weisungsschein auszustellen.<ref name="friedensrichter">[http://www.rischrotkreuz.ch/de/verwaltung/aemter/?amt_id=10079 Friedensrichter der Gemeinde Risch, abgerufen am 17. Juni 2013]</ref> Nächsthöhere Instanz ist das [[Politisches System der Schweiz#Judikative|Kantonsgericht]] Zug.<ref name="kantonsgericht">[http://www.zg.ch/behoerden/zivil-und-strafrechtspflege/kantonsgericht Kantonsgericht Zug, abgerufen am 17. Juni 2013]</ref>

=== Bürgergemeinde ===
Die ''[[Bürgergemeinde]] Risch'' vertritt die in Risch [[Bürgerort|heimatberechtigten]] Personen und ist eine von elf Bürgergemeinden im Kanton Zug. Die Bürgergemeinde erteilt das Gemeindebürgerrecht, ist verantwortlich für das Sozial- und Vormundschaftswesen für die an ihrem Heimatort wohnhaften Bürger, die Verwaltung des Bürgergutes sowie die Förderung der Heimatverbundenheit. Sie kann den im Kanton Zug lebenden Ortsbürgern Steuern erheben, muss seit Jahren jedoch nicht auf ihre Steuerhoheit zurückgreifen. An der Spitze steht der Bürgerrat, der monatlich tagt. Jährlich findet eine Bürgergemeindeversammlung statt. Zum Bürgergut der Bürgergemeinde Risch gehört der ''Bürgerhof Holzhäusern''.<ref>[http://rischrotkreuz.ch/de/politik/buergergemeinde/ Risch Rotkreuz: Bürgergemeinde Risch, abgerufen am 12. September 2013]</ref><ref>[http://www.buergergemeinde-risch.ch/de/ Bürgergemeinde Risch, abgerufen am 12. September 2013]</ref>

=== Logo und Stadtmarketing ''Risch Rotkreuz'' ===
[[Datei:Logo Risch-Rotkreuz.svg|mini|links|Logo Risch Rotkreuz (2007–2013)]]
Unter dem Gemeindeslogan ''«Risch Rotkreuz – Agil leben und arbeiten am Dreh- und Angelpunkt»'' tritt die Gemeinde ab dem 24. November 2007 auf. Grund für die Kombination der Ortsnamen Risch und Rotkreuz ist, die wirtschaftliche Kraft der Gemeinde, vor allem durch Rotkreuz, deutlicher zu machen. Oftmals wird unter dem Namen Risch nur der Ort Risch und nicht die gesamte Gemeinde verstanden. Bei dem neuen Erscheinungsbild handelt es sich um keine offizielle Umbenennung der Gemeinde. Das Logo besteht aus dem kombinierten Letter der Anfangsbuchstaben der Orte Risch und Rotkreuz. Die Namen ''Risch Rotkreuz'' und ''Risch-Rotkreuz'' werden nicht nur [[de facto]] von der Gemeindeverwaltung, sondern oftmals auch in Zeitungsartikeln und Texten verwendet.<ref name="ReferenceA" /><ref name="Alex Baumgartner 2002" /><ref name="Richard Hediger 1986" />
[[Datei:LogoGdeRisch2016.jpg|mini|links|Logo (seit 2013)]]
Da die Bezeichnung ''Risch Rotkreuz'' öfters zu Verständnisproblemen führte, änderte die Gemeindeverwaltung das Logo 2013 abermals. Anstelle von Risch Rotkreuz nennt sie sich nun wieder ''Gemeinde Risch'' – der Name ''Risch Rotkreuz'' steht hinter dem r anstelle des Punktes.
[[Datei:LogoRischalt.JPG|mini|Logo (bis 2007)]]
Das Logo der Gemeinde Risch, welches bis 2007 verwendet wurde, war eine moderne Anpassung des Gemeindewappens. Jeder Teilort wurde durch eine eigene Farbe im Wappen repräsentiert. Durch Gelb im Hintergrund wurde Risch repräsentiert, durch Hellgrün des Grases Rotkreuz, Dunkelgrün des Baumes Buonas und Rot des Luchses und der Früchte Holzhäusern. Neben dem Logo wurden diese Farben auch[FILLWORD?] nach der Umstellung auf «Gemeindepfeilern» verwendet, welche in allen vier Ortschaften vorzufinden sind.

=== Gemeindefusionen ===
2005 war eine [[Gemeindefusionen in der Schweiz|Gemeindefusion]] der [[Meierskappel|Gemeinden Meierskappel]] und Risch geplant, welche jedoch an der Abstimmung mit 56 % Nein-Stimmen in Risch und dem Widerstand der Kantonsverwaltung Luzern scheiterte. Das Besondere an dieser Fusion wäre der Kantonswechsel der in [[Kanton Luzern|Luzern]] liegenden Gemeinde Meierskappel in den Kanton Zug gewesen.

=== Partnerschaften ===
==== {{DEU|#}} Rothkreuz (Weißensberg, Bayern) ====
Die Gemeinde Risch unterhält wegen vieler Ähnlichkeiten eine Beziehung mit dem [[Schwaben (Bayern)|bayerisch schwäbischen]] Ort Rothkreuz in der Gemeinde [[Weißensberg]]. Der Kontakt besteht durch verschiedene Veranstaltungen mit Vereinen beider Gemeinden. Am 29. März 2009 waren die Musikgesellschaften Weißensberg und Risch-Rotkreuz gemeinsam am 850. Jubiläum der Gemeinde Risch präsent.

==== {{ITA|#}} Amaroni (Kalabrien) ====
Die Gemeinde Risch unterhält eine Partnerschaft mit [[Amaroni]] (Kalabrien, Italien). 2007 wurde für die Patenschaft ein Verein, Amici di Amaroni, gebildet, der den Kontakt zwischen den Einwohnern und den Gemeinden aufrechterhält. Es finden mehrmals jährlich verschiedene Aktivitäten zwischen den Gemeinden statt.

== Wirtschaft und Infrastruktur ==
=== Wirtschaft und Steuern ===
[[Datei:Roche Diagnostics Rotkreuz.jpg|600px|mini|Blick auf den Hauptsitz von [[Roche Diagnostics]] in [[Rotkreuz ZG|Rotkreuz]]. Links ist das Rezeptionsgebäude mit Cafeteria zu erkennen, in der Mitte der Roche-Tower, höchstes Gebäude im [[Kanton Zug]].]]
[[Datei:Langweid Rotkreuz 5.JPG|mini|[[Novartis]] zentralisierte seine Schweizer Standorte in Rotkreuz.]]

Der [[Geschichte der Gemeinde Risch#Der Wirtschaftliche Aufstieg|wirtschaftliche Aufstieg der Gemeinde Risch]] mit den grössten Wachstumsschüben des Gewerbes und der Industrie erfolgten in den 1980er Jahren und Anfang des 21. Jahrhunderts.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 59–61.</ref> Durch die starke Bevölkerungszunahme und die stetig sinkenden [[Steuer]]n im Kanton Zug liessen sich viele wichtige [[Unternehmen]] mit [[Hauptsitz]]en und [[Zweigniederlassung]]en in der Gemeinde nieder, vor allem in Rotkreuz. Grossunternehmen und [[Kleine und mittlere Unternehmen|Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)]] bilden zusammen mehr als 1'600 Unternehmungen mit über 1000 Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben (Stand 2007).<ref name="informationsbroschüre">Risch Rotkreuz: ''Agil leben und arbeiten am Dreh- und Angelpunkt.'' Informationsbroschüre. Herausgegeben von der Gemeinde Risch. 2012.</ref> Der Grossteil der Unternehmungen sind im nördlichen und östlichen Teil von Rotkreuz angesiedelt in Nähe zur Autobahn, im Ortszentrum Rotkreuz und im sich im Bau befindlichen Quartier Langweid. Risch war wichtiger Bestandteil des Aufstieg Zugs zum internationalen Finanz- und Handelsplatz. Die Region stellt heute laut britischem ''[[The Guardian|Guardian]]'' eine «Haupthimmelsrichtung der globalen Wirtschaft» dar.<ref>[https://www.theguardian.com/uk/business The Guardian] vom 31. Mai 2008.</ref>

Wichtigster Arbeitgeber der Gemeinde ist der Unternehmenssitz der [[Roche Diagnostics]] und der Schweizer Vertriebsgesellschaft von [[Hoffmann-La Roche]] in Rotkreuz. Roche Diagnostics hat ihren Standort zum ''Sitz der Geschäftseinheit Roche Professional Diagnostics'' stark ausgebaut und bot 2012 bis 1'700 Arbeitsplätze an, was einer Verdreifachung innerhalb sechs Jahren entspricht.<ref>[http://www.zugerzeitung.ch/zentralschweiz/kantone/zug/Nochmals-100-neue-Stellen-fuer-Rotkreuz;art93,160428 ''Nochmals 100 neue Stellen für Rotkreuz.''] In: ''Neue Zuger Zeitung.'' 28. Februar 2012.</ref> Mit dieser Beschäftigtenzahl ist Roche Diagnostics vor [[Siemens]] grösster Arbeitgeber im Kanton Zug (ohne öffentliche Verwaltungen).<ref name="statistik" /><ref name="informationsbroschüre-risch">Zuger Kantonalbank und Direktion des Innern des Kantons Zug: Der Kanton Zug in Zahlen. Ausgabe 2015.</ref> Hoffmann-La Roche betreibt zudem ein internationales Fortbildungszentrum auf [[Schloss Buonas]], welches dem Pharmakonzern seit 1997 gehört. 2013 hat sich als weiterer Pharmakonzern in der Gemeinde [[Novartis]] angesiedelt. Neben der Zentralisierung der Schweizer Standorte von Novartis Pharma, [[Sandoz|Sandoz Pharmaceuticals]], [[Alcon]] und Consumer Health<ref name="neuelz130614" /> in Rotkreuz war der Bau eines Fortbildungszentrums auf dem ''[[Gut Aabach]]'' geplant; das Projekt wurde 2014 aufgehoben. Novartis ist elftgrösster Arbeitgeber im Kanton Zug.<ref name="informationsbroschüre-risch">Zuger Kantonalbank und Direktion des Innern des Kantons Zug: Der Kanton Zug in Zahlen. Ausgabe 2015.</ref> Hierdurch entstand ein regional wichtiges Pharma-Cluster und Rotkreuz wurde zum wichtigen Schweizer Pharmastandort.<ref name="statistik" />

Weitere wichtige internationale Unternehmen haben ihren Unternehmenssitz in Risch wie [[AMC International AG]] oder [[Renggli Laboratory Systems]], wichtige Zweigniederlassungsstellen betreiben die Unternehmen [[3M]], [[Bulthaup (Unternehmen)|Bulthaup]], [[ESA-Einkaufsorganisation des Schweizerischen Auto- und Motorfahrzeuggewerbes]], [[Doppelmayr/Garaventa-Gruppe]], [[Komax Holding]], [[Müller (Handelskette)|Drogeriemarkt Müller]], [[Panasonic]], [[SFS Holding]] AG und weitere. Bereits im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] eröffnete die [[IPSA|IPSA (Industrie petrolifère SA)]] in Rotkreuz die erste schweizerische [[Erdölraffinerie]] sowie ein [[Extraktion (Verfahrenstechnik)|Extraktionswerk]], das aus Kaffeesatz Öl und Heizmaterial gewann. Als erstes grösseres Unternehmen in Rotkreuz galt die Futtermühle [[Utro]], welche 2000 stillgelegt wurde. Der Verlagssitz der Schweizer Jugendzeitschrift [[4-Teens]] befindet sich in Rotkreuz. In Planung ist der Bau eines Verkaufszentrum des deutschen Autobauers [[Porsche]]. Die Gemeinde Risch zählt als [[Energiestadt]]. 2008 waren in Risch 7’783 Personen beschäftigt, diese Zahl wird für 2013 weit höher eingeschätzt.<ref name="statistik" /> Risch ist Teil der Wirtschaftsregion Zug-West und profitiert durch die Lage in der [[Metropolregion Zürich]] und der Mitgliedschaft im [[Verein Metropolitanraum Zürich]].

Durch eine wirtschaftsfreundliche [[Kanton Zug#Steuern|Steuerpolitik des Kantons Zug]] im 20. Jahrhundert profitierte auch[FILLWORD?] Risch und weist heute aufgrund des niedrigen [[Steuer]]fusses eine der schweizweit höchsten Standortqualitäten für Firmen auf.<ref name="creditsuisse" /> Die Steuerbelastung beträgt rund die Hälfte des Schweizer Durchschnitts, das Volkseinkommen pro Kopf zählt zu den höchsten in der Schweiz. 2010 lag das [[Bruttoinlandsprodukt]] pro Kopf im Kanton Zug bei schätzungsweise 100'000&nbsp;[[Schweizer Franken|CHF]]. Die Steuerbelastung der Einwohnergemeinde Risch lag 2015 bei 63 % der einfachen Steuer, jene des Kantons Zug bei 82 %. Im Jahr zuvor hatte die Gemeinde Risch Steuereinnahmen in Höhe von 33'615'942&nbsp;CHF.<ref name="statistik" /> Im Gemeinderanking der Zeitung ''[[Weltwoche]]'' belegte die Gemeinde Risch 2010 schweizweit den Platz neun, 2013 den Platz drei hinter den Nachbargemeinden Zug und Hünenberg, 2014 Platz vier.<ref name="weltwoche" />

=== Verkehr ===
[[Datei:Verkehrsnetz in Risch Rotkreuz.tif|mini|Verkehrsnetz in Risch Rotkreuz]]
In der [[Geschichte der Gemeinde Risch#Verkehrsentwicklung|Geschichte der Gemeinde Risch]] war das Gebiet ein regionaler Kreuzungspunkt zwischen [[Zürich]], [[Zug (Stadt)|Zug]] und [[Luzern]] und entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zum wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen den [[Schweizer Alpen|Alpen]], dem [[aargau]]ischen [[Mittelland (Schweiz)|Mittelland]] sowie [[Deutschland]] und [[Italien]].<ref name="Grünenfelder347">Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' In: ''Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug.'' Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 347.</ref>

==== Strassenverkehr ====
Bis zum Bau der Nationalstrassen in den 1970/80er Jahren galt Holzhäusern als zentraler Ort, in welchem sich die Strassen von [[Hauptstrasse 368|Basel in Richtung Gotthard]] und Italien sowie [[Hauptstrasse 4|Zürich und Zug nach Luzern]] kreuzten.<ref name="Grünenfelder347" /> Mit dem Bau des [[Nationalstrasse|Schweizer Nationalstrassenetzes]] wurde die Gemeinde Risch an das [[Autobahn (Schweiz)|Autobahnnetz]] angebunden. Im Herbst 1974 wurde die [[A4 (Schweiz)|N4]] von Cham nach Holzhäusern sowie die [[A14 (Schweiz)|N14]] von Holzhäusern bis Root mit der 415&nbsp;m hohen Reussbrücke eröffnet. Das zweite Teilstück der [[A4 (Schweiz)|N4]] Rotkreuz–[[Schwyz (Gemeinde)|Schwyz]] konnte 1981 dem Verkehr freigegeben werden. Die drei Autobahnabschnitte kreuzen sich in der Autobahnverzweigung ''Rütihof''. Anschluss an die Autobahn besteht in der Ausfahrt ''35 – Rotkreuz''.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 39–40.</ref> Durch diese Bauten liess der Verkehr auf den Kantonsstrassen nach.

Neben der Autobahn ist die Gemeinde durch die [[Hauptstrasse 4]] über [[Luzern]], [[Zug (Stadt)|Zug]], [[Zürich]], [[Schaffhausen]] und die [[Hauptstrasse 368]] von [[Sins AG]] nach [[Küssnacht SZ]] erschlossen. Im Ortszentrum von Rotkreuz zweigt die Nebenstrasse nach [[Meierskappel]] ab, ebenso die historisch wichtige Strasse nach Berchtwil und [[Hünenberg ZG|Hünenberg]]. Buonas ist durch die historische, heute als Veloweg genutzte, Landstrasse nach Cham erschlossen sowie durch die gemeindliche Strassenverbindung nach Rotkreuz.<ref name="Grünenfelder347" /> 1969 wurde die westliche Ortsumfahrung Rotkreuz (Hauptstrasse 4) eröffnet, 1982 wurden die Pläne einer Ostumfahrung gestrichen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 36–37.</ref> Der Bau einer, weiter ausserhalb liegenden, Ostumfahrung von Rotkreuz ist als Kantonsstrasse X geplant. Die Idee einer Ortsumfahrung von Risch wurde verworfen. Alle Teilorte sind mit dem Auto erreichbar.

==== Öffentlicher Verkehr (Bahn, Bus und Schiff) ====
[[Datei:Bootshafen Risch.JPG|mini|Der Bootshafen in Risch am Zugersee, im Vordergrund ein Wegweiser für Wanderwege]]
Im Schienenverkehr nimmt die Gemeinde Risch eine wichtige Position ein. Die [[Geschichte der Gemeinde Risch#Bahnbau|Geschichte des Bahnbaus in Risch]] beginnt mit dem Bau des [[Bahnhof Rotkreuz|Bahnhofs Rotkreuz]] durch [[Jakob Friedrich Wanner]] 1864, an welchem sich bis heute die [[Aargauische Südbahn]], die [[Gotthardbahn]] und die [[Bahnstrecke Zug–Luzern]] kreuzen. 1972 wurde ein grösserer Bahnhof in Rotkreuz eröffnet.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 47–50.</ref> Durch ihn und den angrenzenden [[Rangierbahnhof]] ist Rotkreuz als Sammel- und Verteilstelle der Zentralschweiz ein wichtiger Knotenpunkt und verfügt über direkte Verkehrsverbindungen zu den bedeutendsten Rangierbahnhöfen der deutschsprachigen Schweiz und des [[Tessin]]s. Im Bau befindet sich der Ausbau der Strecken nach Cham und [[Rotsee]] im Zuge der [[Bahn 2000]]. Ab 2017 soll der Bahnhof durch den Fernverkehr nach siebenjähriger Pause wieder mit [[Mailand]] verbunden werden. Ob die ursprünglichen Pläne der [[NEAT]] jemals realisiert werden, Rotkreuz als unterirdischen Bahnhof an der Bahnstrecke [[Zürich HB|Zürich]] – [[Gotthard-Basistunnel]] anzuschliessen, ist fraglich. Im Nahverkehr spielt der Bahnhof durch seine Kreuzungsfunktion der [[Stadtbahn Zug]], [[S-Bahn Luzern]] und [[S-Bahn Aargau]] eine wichtige Rolle. Auf dem Korridor Rotkreuz – Cham – Zug verkehrten 2014 3’665’000 Reisende, auf dem Korridor Oberrüti – Rotkreuz – Immensee 1'038’000.<ref name="statistik" /> Durch die Gemeinde verkehren vier Busverkehrslinien der [[Zugerland Verkehrsbetriebe|Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB)]] und zwei [[Postauto]]linien. Am Hub Rotkreuz stiegen 2014 insgesamt 1'016’000 Fahrgäste in Busse ein- oder aus.<ref name="statistik" /> 1925 wurde der Bahnhof Risch/Meierskappel an der Gotthardbahn eröffnet, welcher 2003 stillgelegt wurde.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 47–50.</ref>

Die Gemeinde Risch ist seit 1992 Teil des [[Tarifverbund Zug|Tarifverbundes Zug (TVZG)]], einer der ersten [[Tarifverbund|Tarifverbünde]] der Schweiz. Seit der Neuordnung der Tarifzonen 2012 liegt die Gemeinde Risch in der Zone 621 des TVZG und des [[Tarifverbund Wirtschaftsraum Zürich|Dachtarifverbundes Wirtschaftsraum Zürich (TVWZ)]] des erweiterten [[Zürcher Verkehrsverbund]]es. Durch die südwestliche Lage in TVZG und TVWZ grenzt die Gemeinde Risch an Zonen des [[Tarifverbund Schwyz|Tarifverbundes Schwyz (TVSZ)]] (Zone 676) und des [[Tarifverbund A-Welle|Tarifverbundes A-Welle (TVA)]] (Zone 535), beide ebenfalls Teil des TVWZ. Des Weiteren liegt Rotkreuz im Schnittpunkt mit dem [[Tarifverbund Luzern/Obwalden/Nidwalden|Tarifverbund Passepartout (TVLU)]] in dessen Zone 402. Zum Tarifbereich des TVZG und TVWZ zählen alle Bahnverbindungen der [[Schweizerische Bundesbahnen|SBB]], alle Busverbindungen der ZVB sowie die [[Postauto]]linie 78 bis Breitfeld, zum TVLU die Postautolinien 78 und 110.

Bereits 1423 wurde mit dem [[Geschichte der Gemeinde Risch#Das Fahr von Buonas|Fahr von Buonas]] der Schiffsverkehr auf dem [[Zugersee]] nachgewiesen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 51.</ref> Durch die Eröffnung der [[Dampfschiff]]fahrt auf dem Zugersee am 13. Juni 1852 wurden in Buonas und Risch Schiffsanlegestellen eröffnet. Heute betreibt die [[Zugerland Verkehrsbetriebe|Zugersee Schifffahrt AG]] Verbindungen nach [[Zug (Stadt)|Zug]], [[Cham ZG|Cham]] und [[Arth SZ|Arth]]. Die Schiffe verkehren von Frühling bis Herbst; an Wochenenden werden Spezialkurse für Weindegustationen, Hochzeiten und andere Attraktionen durchgeführt. Der Schiffsverkehr auf dem Zugersee ist nicht Teil des Tarifverbundes Zug TVZG. In Risch gibt es einen öffentlichen Bootshafen. Der Plan zum Bau eines [[Kanal (Wasserbau)|Kanals]] von Immensee nach [[Küssnacht SZ]] zum [[Vierwaldstättersee]] wurde in den 1980er Jahren verworfen.

In der Vogtei Gangolfswil und der späteren Gemeinde Risch gab es bis zum 5. Mai 1905 ein Fahr ([[Fähre]]) über die [[Reuss (Fluss)|Reuss]] bei Berchtwil nach Eien bei [[Oberrüti]].<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 51.</ref>

==== Langsamverkehr ====
Durch die Gründung von [[SchweizMobil]] verläuft neben der ''Schweizer Fahrradroute&nbsp;9 ([[Seen-Route]])'' seit 2008 auch die ''Fahrradroute&nbsp;77 ([[Rigi-Reuss-Klettgau]])'' durch die Gemeinde. Die Route&nbsp;9 verläuft von Honau über die Hauptstrasse nach Rotkreuz und Buonas, weiter über die alte Landstrasse nach Cham und Zug. Die Route&nbsp;77 verläuft von Meierskappel über Ibikon und Küntwil nach Rotkreuz und weiter nach Berchtwil und an die [[Reuss (Fluss)|Reuss]]. Des Weiteren verläuft die Veloroute um dem Zugersee von Arth über Risch, Buonas und Cham. Nördlich von Berchtwil entlang der Gemeindegrenze verläuft die ''Fahrradroute&nbsp;99 ([[Herzroute]])'' von Lausanne und Willisau nach Zug. Neben den Hauptrouten ist ein dichtes Radnetz vorhanden und ausgebaut auf einer Länge von 24,5&nbsp;Kilometern.<ref name="informationsbroschüre" />

Spazieren und Wandern ist auf vielen Wegen der Gemeinde möglich; zu den [[Wanderland Schweiz|Fernwanderwegen]] zählen der ''[[Alpenpanorama-Weg]] (nationaler Wanderweg Nr. 3)'', die ''[[Wanderland Schweiz#Weitere Wanderwege|Sternenwege]] Vindonissa'' und ''Rheinfall'' sowie der [[Kulturwege Schweiz|Kulturwanderweg]] ''[[Kulturwege Schweiz#Die zwölf Via-Routen|ViaGottardo]]''. Neben diesen ist ein dichtes Netz von Spazier- und Nahwanderwegen vorhanden auf einer Länge von 38,8&nbsp;Kilometern.<ref name="informationsbroschüre" />

=== Bildung ===
Die neuere [[Geschichte der Gemeinde Risch#Schulgeschichte|Geschichte des Schulsystems in der Gemeinde Risch]] begann durch den Bau eines Schulzimmers in Risch 1852.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 181–183.</ref> Zu dieser Zeit wurde das Schulhaus Holzhäusern erbaut, in dem heute noch unterrichtet wird.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 183.</ref> Am 27. Oktober 1879 begann Josef Anton Nier im Rotkreuzhof mit 51 Kindern den Schulunterricht. 1883 wurde in Rotkreuz das erste Schulhaus eröffnet. Dieses Gebäude wurde von 1959 bis 1986 als Gemeindekanzlei genutzt, später bis 2005 als Rektorat der Rischer Schulen und heute als [[Ludothek]]. Von 1933 bis 2007 wurde die Schulanlage Rotkreuz/Waldegg um insgesamt neun Gebäude erweitert.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 186–191.</ref> 2011 besuchten 570 Primarschüler die öffentlichen ''Schulen Risch Rotkreuz''.<ref name="statistik" />

Somit verfügt die Gemeinde Risch heute über eine (öffentliche) grosse [[Primarschule]] in Rotkreuz, zwei weitere in Holzhäusern und Risch sowie eine [[Realschule|Real-]] und [[Sekundarschule]] in der Schulanlage Waldegg in Rotkreuz. Seit 2007 existiert ein Mittagstisch.

Seit Sommer 2012 beherbergt die ''Suurstoffi'' im Quartier Langweid die [[SIS Swiss International School]].

Rotkreuz verfügt über drei öffentliche [[Kindergarten|Kindergärten]] in der Waldegg, Langmatt und in der Binzmühle.

Gymnasiasten können entweder in die [[Kantonsschule Zug]], das Kantonale Gymnasium Menzingen oder in das (private) Gymnasium Immensee besuchen. Es ist der Bau einer neuen Kantonsschule im [[Ennetsee]] geplant. Weitere private Bildungseinrichtungen in der Umgebung sind die [[International School of Zug]] und das Privatgymnasium Montana auf dem [[Zugerberg]]. Die Schulanlage Rotkreuz verfügt über eine [[Bibliothek|Schul- und Gemeindebibliothek]], eine [[Musikschule]] und eine [[Ludothek]].

Seit dem Herbstsemester 2016 befindet sich das Informatikdepartement der [[Hochschule Luzern]] in Rotkreuz auf dem Suurstoffi-Areal. 2019 soll ein neues Studienzentrum am westlichen Ende des Areals in einem Neubau eröffnet werden. Daneben sind Wohnungen für Studierende geplant.<ref>[http://www.zugerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/zg/zug/Informatik-Abteilung-kommt-nach-Rotkreuz;art93,437922 Zuger Zeitung Online: Informatik-Abteilung kommt nach Rotkreuz] vom 29. Oktober 2014, abgerufen am 24. November 2014.</ref>

=== Gesundheit und Soziales ===
In der Gemeinde Risch befinden sich mehrere Allgemeine, Zahn- und Tierärzte. Nächste Krankenhäuser sind die [[Privatklinikgruppe Hirslanden|Hirslanden St. Andreasklinik]] in [[Cham ZG]], das [[Kantonsspital Zug]] und das [[Luzerner Kantonsspital]]. In Rotkreuz gibt es eine [[Drogerie]] sowie eine [[Apotheke]]. Im 19. Jahrhundert verfügte die Gemeinde über ein [[Geschichte der Gemeinde Risch#Armenwesen|Armen- und Waisenhaus in Holzhäusern]].

1809 wurde die [[Geschichte der Gemeinde Risch#Feuerwehr|Feuerwehr Risch]] gegründet.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 134.</ref> Seit 1998 ist sie im Feuerwehrhauptgebäude an der Birkenstrasse beherbergt.

Seit dem Bau des neuen Rathauses im Zentrum Dorfmatt 1986 verfügt Risch über eine Polizeistation, welche sich seit 2000 in der Gössimatte am Lindenplatz befindet.

Durch den Bau des [[Bahnhof Rotkreuz|Bahnhofs]] wurde das [[Geschichte der Gemeinde Risch#Postwesen|Postwesen in der Gemeinde Risch]] immer wichtiger.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 53.</ref> Heute befindet sich in der Gemeinde Risch die Poststelle in Rotkreuz. Die Postleitzahl lautet für alle vier Ortschaften 6343. Eine Unterstelle der Poststelle Rotkreuz ist die Poststelle in 6344 Meierskappel.

=== Radio, Fernsehen und Printmedien ===
[[Radio Sunshine]] wird von Rotkreuz aus ausgestrahlt und ist einer der wichtigsten Radiosender der Zentralschweiz. Empfangbar ist er in Rotkreuz und Umgebung auf 88,0&nbsp;MHz. Die Sendestation befindet sich im Industriegebiet Rotkreuz West. Das Jugendwebradio ''Radio Looping'' in Rotkreuz ermöglichte Jugendlichen die Produktion von Radioprogrammen. Sein Betrieb wurde im September 2013 eingestellt.

Empfangen werden in der Gemeinde können alle Sender der [[Wasserwerke Zug]], über Kabel oder Satellit.

Der Zentralschweizer Sender [[Tele Tell]] wurde 1992 in Rotkreuz gegründet, wird jedoch seit 1994 in Luzern ausgestrahlt.

In Rotkreuz befindet sich der Verlagssitz der Schweizer Jugendzeitschrift [[4-Teens]].

== Sehenswürdigkeiten und Kultur ==
{{Siehe auch|Liste der Kulturgüter in Risch}}

=== Architektur und Ortsbild ===
==== Orts- und Landschaftsbild ====
Das Dorf ''Risch'' ist historisch gesehen ein typischer Kirchweiler. Bis heute besteht der Ortskern aus der Pfarrkirche [[St. Verena (Risch)#Kirche St. Verena|St. Verena Risch]], vier [[Pfründe|Pfrundbauten]] und einem [[Kaplan]]enhaus (später zum Schulhaus umgebaut). Der ehemalige Hof des Pfarrpfrunds wurde ab Beginn des 20. Jahrhunderts zum ''Kurhaus'' und später ''Hotel Waldheim'' umgebaut.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 371–372.</ref> Der restliche Ort entwickelte sich durch moderne Neubauten zur [[Streusiedlung]], welche sich bis nach Oberrisch und zum [[Gut Aabach]] zieht. Auch ''Holzhäusern'' galt als Kirchweiler und bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur aus der Kapelle ''St. Wendelin'', einem Gemeinde- und Schützenhaus (abgebrochen), einem Armen- und Waisenhaus (heute «Bürgerhof») sowie Einzelhöfen. Durch den Bau der Hauptstrassen Zug–Luzern und Sins–Küssnacht setzte eine vermehrte Bautätigkeit ein. Heute ist das Ortsbild durch moderne Strassen- und Hochbauten unkenntlich geworden.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406.</ref> Der Dorfkern ''Buonas'' wird gebildet aus einem Wirtshaus («Zum Wilden Mann») nahe der Schiffsstation, der Kapelle ''St. Germanus'' mit dem stattlichen «Luthigerhaus» sowie dem «Dienstbotenhaus» und weiteren Bauernhäusern entlang der Strasse nach Dersbach. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich oberhalb des alten Ensembles ein modernes Einfamilienhausquartier zum Ort Buonas.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 398.</ref> In ''Rotkreuz'' setzte die Bautätigkeit erst mit der Eröffnung des Bahnhofs 1864 ein, wodurch die Häuser des neuen Dorfes durchwegs traufbetonte, zweigeschossige Bauten unter Rafendächern mit klassizistischer, flacherer Neigung waren. Diese Bauten wurden später meist stark verändert und sind in den letzten Jahrzehnten, zuletzt durch den Umbau des Ortskerns Rotkeuz 2009–2013, durch grossformatige Neubauten ersetzt worden.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 412.</ref> Südlich des Dorfkerns befinden sich die Kirche ''Unsere Liebe Frau vom Rosenkranze'' und die ''Reformierte Kirche''. Durch die Verlegung des Bahnhofs hat sich südlich der Bahnlinie ab den 1980er Jahren ein modernes, städtisches Zentrum entwickelt. Der historische Baubestand ist, auch[FILLWORD?] in den anderen Teilen der heutigen Kleinstadt Rotkreuz, beinahe gänzlich verschwunden.<ref name="Grünenfelder347" /> Nördlich der Bahnlinie beherrschen Neubauquartiere und Hochhausbauten das Bild. Vereinzelt sind noch Bauernhöfe und historische Einzelbauten zu finden.

Das Ufer des Zugersees in der Gemeinde Risch ist Teil des [[Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung|BLN]]-Objektes 1309 Landschaft «Zugersee».<ref name="bln1">Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung: Verzeichnis der Objekte nach Gebieten und Kantonen. 1998.</ref><ref name="bln2">[http://www.rischrotkreuz.ch/dl.php/de/4eb3b5ddf3794/4._Bericht_nach_Art._47_RPV.pdf Gemeinde Risch: Gut Aabach. Bericht nach Art. 47 RPV. Gemeinde Risch, Rotkreuz, 20. September 2011] (PDF; 6,2&nbsp;MB)</ref> An der Strasse von Rotkreuz nach Meierskappel befinden sich die Weinreben des ''Rischer Weines''.

==== Sakralbauten ====
[[Datei:St Verena Risch 2.JPG|mini|[[St. Verena (Risch)#Kirche St. Verena|''St. Verena'']] mit Friedhof und Pfarrhaus in Risch]]
[[Datei:St German Buonas.JPG|mini|''St. Germanus'' in Buonas]]
[[Datei:Kirche Rotkreuz.JPG|mini|''Unserer lieben Frau vom Rosenkranz'' mit Friedhof, Garten und Grabhaus in Rotkreuz]]
Die ''Pfarrkirche [[St. Verena (Risch)#Kirche St. Verena|St. Verena]]'' in Risch ist die älteste Kirche der Gemeinde und eine der Ältesten im Kanton Zug. Sie steht auf einem Hügelvorsprung über dem Zugersee und bildet den Ortskern vom Dorfes Risch. Sie gehört zur Pfarrei Risch und wurde erstmals 1159 urkundlich in der [[Acta Murensia]] als Kirche von ''Rische'' erwähnt.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 155–162.</ref> Eine erste Kirche lässt sich auf das 8./9. Jh. zurückführen, eine zweite ([[Karolinger|Karolingische Kirche]]) ebenfalls. Im 12./13. Jh. ist eine [[Römisches Reich|Römische Kirche]] nachgewiesen. Weitere Veränderungen folgten. Die heutige Kirche datiert auf den Baujahren 1680–1684. Sie wurde am 22. Oktober 1684 zu Ehren der [[Verena (Heilige)|heiligen Verena]] geweiht. 1815 fasste der Maler [[Niklaus Bütler]] den Orgelprospekt. Weitere Restaurierungen folgten. Der Turm datiert auf das Jahr 1310. Neben der Kirche befindet sich ein [[Beinhaus]], welches heute als Friedhofskapelle genutzt wird und erstmals 1598 erwähnt wurde. Der Friedhof umfasst die barocke Kirche und übernimmt ihren Grundriss in vergrösserter Form. Auf der Ostseite steht in der Kirchenachse das weissmarmorne, [[Neugotik|neugotische]] Grab der Familie ''von Kleist-von Gonzenbach'' aus dem Jahr 1918. Auf der Nordseite des Friedhofs liegt an der Kirchenmauer das Bronzegrabmal [[Ernst Göhner]]s aus dem Jahr 1972 nach [[Otto Münch]].<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 347–370.</ref>

Die ''Kapelle St. Germanus'' in Buonas steht oberhalb von Schiffstation und Gasthaus am sanften Uferhang. Anstelle ihrer standen 1553 und 1598 Wegkapellen, bevor der heutige Bau um 1635 weitestgehend vollendet wurde. Durch Johann Martin Schwytzer, [[Herrschaft Buonas|Gerichtsherr von Buonas]], wurden ab 1658 diverse Neuanschaffungen vorgenommen und die Kapelle am 5. Oktober 1662 geweiht. 1889 erfolgte eine grosse Renovation durch [[Dagobert Keiser|Dagobert Keiser sen.]], 1939 wurde der Dachstuhl repariert und der Innenraum renoviert. 1992/93 wurde die Kapelle restauriert.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 398–404.</ref><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 164–166.</ref>

Die ''Kapelle St. Wendelin'' in Holzhäusern bildet das Zentrum des Dorfes, liegt an der Kreuzung der Strassen nach Luzern, Zürich, Buonas und Hünenberg und bildet eine Baugruppe mit den Bauten des Wendelinhofes (bis 1980 auch[FILLWORD?] des Gasthauses Engel, welches abgebrochen wurde). Es handelt sich um eine einfache klassizistische Kapelle. Die Kirche wurde 1647 vollendet, 1648 eingesegnet und erst am 22. Oktober 1684, am selben Tag wie die Pfarrkirche St. Verena, geweiht zu Ehren des [[Wendelin|heiligen Wendelin]]. Auf dem Grundstück wurde 1771 ein Schul- und Pfrundhaus errichtet. 1823 wurde die alte Kapelle abgebrochen, um, nach einigen Baukomplikationen, eine neue zu errichten, welche 1824 geweiht wurde. Der heutige Turm datiert auf das Jahr 1871. 1904 und 1939 wurde die Kirche renoviert. 1970 drohte der Abbruch aufgrund des geplanten Ausbaus der Strassenkreuzung. 1986 wurde die Kapelle restauriert und 1996, aufgrund von Schäden des [[Echter Hausschwamm|Echten Hausschwammes]], saniert.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 406–411.</ref>

Die ''Pfarrkirche Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz'' in Rotkreuz ist ein geschlossener Baukörper, welcher, mit flachem Satteldach und kleinen Granitquadern versehen, an [[Neuromanik|neuromanische]] Bauformen erinnert. Die Kirche steht auf einem Hügel und ist, im Gegensatz zu den Kirchen in Risch, Buonas und Holzhäusern, nach Westen gerichtet. Auf der Nordseite ist ein Turm mit rundbogigen Schallfenstern und flach geneigtem Pyramidendach angefügt. Seit der 1981 durchgeführten Innenrenovation prägen Bilder von [[Franz Bucher]] den Innenraum. 1926 wurde der «Katholische Kultusverein Rotkreuz», mit dem Ziel des Baus einer Kirche in der neu gewachsenen Siedlung, gegründet.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 412–416.</ref> 1935/36 wurden Friedhof und [[Leichenhaus|Leichenhalle]] errichtet. Baubeginn der Kirche war im Herbst 1937, Glockenweihe am 17. Juli 1938. Die Kirchweihe erfolgte am 25. September 1938 durch [[Bischof]] [[Franziskus von Streng]] zu Ehren [[Rosenkranzfest|Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz]] sowie des [[Josef von Nazaret|heiligen Joseph]] und des seligen [[Burkard von Beinwil]].<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 171–175.</ref> 2007 wurde eine neue Leichenhalle errichtet.

Westlich der katholischen Kirche liegt die ''Reformierte Kirche'', welche 1968–1970 nach Entwürfen von [[Benedikt Huber]] ausgeführt wurde. Die Weihung der Kirche erfolgte am 16. Mai 1971.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 176–177.</ref>

In ''Berchtwil'' und ''Ibikon'' befinden sich Wegkapellen.<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 169–170.</ref> Des Weiteren sind einige [[Flurkreuz|Wegkreuze]] und [[Bildstock|Bildstöcke]] zu finden.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 431–433.</ref>

==== Burgen, Schlösser und Landsitze ====
[[Datei:Altes Schloss Buonas.JPG|mini|Altes Schloss Buonas mit Zugerhaus im Vordergrund]]
[[Datei:Schloss Freudenberg.JPG|mini|Das Schloss Freudenberg]]

Das ''[[Schloss Buonas|(Alte) Schloss Buonas]]'' liegt auf der Schlosshalbinsel zwischen Buonas und Risch, unter dem Chilchberg. Schloss und Park sind in Privatbesitz des Unternehmens [[Hoffmann-La Roche|F. Hoffmann-La Roche AG]]. Auf dem Gelände stand ursprünglich eine Burg, deren Bau ins 11. Jahrhundert zurückdatiert wird. Im 17. Jahrhundert wurden Graben und Mauern entfernt und die Burg zum Schloss. Vor dem Schloss befindet sich der Schlossplatz mit einem Bauernhaus und einem Brunnen. Durch Carl August von Gonzenbach-Escher erfolgte nach den Plänen von [[William Wilkinson (Architekt)|William Wilkinson]] und Adolf Nabholz von 1873 bis 1877 das Anlegen des grosszügigen ''Schlossparks'' mit zahlreichen Gebäuden, einer gestalteten Landschaft rund um das Neue Schloss, dem historischen Wegenetz und Baum- und Pflanzengärten. Die Pförtnerhäuser wurden ebenfalls zu dieser Zeit errichtet.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II'' (108. Band des Gesamtwerkes). Bern 2006, S. 373–391.</ref><ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde.'' Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz. Prestel, Rotkreuz 1986, S. 95–98.</ref> 2001 wurde im Schlosspark ein Fortbildungszentrum der Firma Hoffmann-La Roche erbaut. Zweimal im Jahr ist der Park für Besucher geöffnet.<ref>Gemeinde Risch: ''d’Gmeind.'' Gemeinderat Risch, Rotkreuz</ref>

Das ''Neue Schloss Buonas'' wurde durch das Anlegen des Schlossparks durch William Wilkinson errichtet. Die «Villa» wurde im Stil der [[Neugotik]] erbaut. Vor- und Rücksprünge der Fassaden, unterschiedliche Giebel und Dachformen, angefügte Erker und Veranden, hohe Kamine und verschiedene Fensterformen bewirkten ein malerisches Gesamtbild. 1970 wurde das Neue Schloss, welches als Hauptwerk profaner Neugotik in der Schweiz galt, abgebrochen und durch eine Villa im modernen Stil ersetzt. Die [[Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege]] und insbesondere [[Paul Hofer (Kunsthistoriker)|Paul Hofer]] von der [[ETH Zürich]] zeigen noch bis heute grossen Widerstand. Originalpläne des Neuen Schlosses gelten als verschollen. Viele Bauteile des Neuen Schlosses wurden 1978 im Neuen Schloss [[Freienstein-Teufen|Teufen]] wieder eingebaut.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II'' (108. Band des Gesamtwerkes). Bern 2006, S. 373–391, S. 543.</ref>

Das ''[[Schloss Freudenberg (Rotkreuz)|Schloss Freudenberg]]'', ursprünglich als Landhaus geplant, entstand zwischen 1929 und 1933 nach den Plänen des englischen Architekten [[Howard Robertson (Architekt)|Howard Robertson]].<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II'' (108. Band des Gesamtwerkes). Bern 2006, S. 424–425.</ref> Es steht bei Dersbach auf einer Kuppe hinter einem Wald mit freier Sicht auf den [[Zugersee]]. Das Schloss ist dem französischen [[Schloss Versailles]] nachempfunden und heute in Privatbesitz. Um das Schloss herum befinden sich ein Park und eine Gartenanlage. Das Schloss ist vom Seebad Zweiern aus sichtbar. [[Margaret Thatcher]] verbrachte als Gast von Lady Glover einen Sommerurlaub auf dem Anwesen und pflanzte hier mit Hilfe von Russell Page einen Baum.<ref>Marina Schinz, Gabrielle van Zuylen: ''The Gardens of Russell Page.'' Francis Lincoln, London 2008, S. 50.</ref> Im Gartenhaus betrieb der deutsche Architekt [[Hans Kollhoff]] ein Atelier.

Im Süden der Gemeinde befindet sich das ''[[Gut Aabach]].'' Der frühere grossbürgerliche Landsitz wurde 1929 von Dr. [NBSP]Karl Langer erworben. Er liess eine Villa mit Nebenbauten errichten und einen grosszügigen, landschaftsnahen Park anlegen. 1950 wurde das Anwesen durch [[Ernst Göhner]] erworben und erweitert. Das [[barock]]isierende Herrschaftshaus mit [[Mansarddach]] war nach Plänen von [[Karl Koller (Architekt)|Karl Koller]] auf dem höchsten Punkt des Anwesens erbaut worden. Das Haus wurde 1960 und 1968 umgebaut. Eine schlossartige axialsymmetrische Eingangsfront mit Ehrenhof prägt die Front. Hinter dem Gebäude, vor den Fenstern der Bibliothek, befindet sich ein [[Rosarium|Rosengarten]]. Ein Badehaus und ein Angestelltenhaus wurden 1931 im Sinne des [[Neues Bauen|Neuen Bauens]] errichtet. Zum Anwesen zählen weitere Gebäude, unter anderem ein Gärtner-, ein Boots- und ein Bauernhaus.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II'' (108. Band des Gesamtwerkes). Bern 2006, S. 427–428.</ref> Es ist geplant, auf dem Gutsgelände die alte Villa abzubrechen und ein Fortbildungszentrum von [[Novartis]] zu errichten.

==== Privatbauten und öffentliche Bauten ====
Neben Kirchen, Kapellen, Schlössern und Landsitzen gehören einige regionaltypische [[Bauernhaus|Bauernhäuser]] zur [[Liste der Kulturgüter in Risch]].<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 419–430.</ref> Als wichtige historische Profanbauten sind in Risch das ''Kaplanen- und Schulhaus'', das ''Sigristen-Pfrundhaus'' sowie das ''Hotel Waldheim'' zu nennen, in Oberrisch ''Das neue Haus'', in Buonas das ''Wirtshaus zum Wilden Mann'', das ''Luthigerhaus'', das ''Dienstbotenhaus'', das ''Haus Rössli'', der ''Seehof'' mit Käserei sowie das ''Ortsmuseum''.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 404–406.</ref> In Holzhäusern zählen zur Liste das ''Pfrund- und Kaplanenhaus.'' das ''Schulhaus'' und der ''Bürgerhof'' als öffentliche Bauten sowie der ''Wendelinhof'' und der ''Schlumpfenhof'' als private Bauten. Das ''Schützenhaus'' wurde 1962, das ''Gasthaus Engel'' 1980 aufgrund des Strassenbaus abgebrochen.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 411–412.</ref> In Rotkreuz gelten folgende Privatbauten als historisch wertvoll: Die Chalets im [[Heimatstil]] ''Binzmühlestrasse 2 & 4''; die ''Milchverwertungsgenossenschaft'', heute Landi, deren Bau durch Zubauten entstellt ist; der ''Waldhof''; der ''Rotkreuzhof''; sowie die Bauten des ehemaligen ''Zweigwerkes der Sauer- und Wasserstoffwerke Luzern'', von denen durch den Bau des Quartieres Suurstoffi das Magazin I und das Magazin II renoviert, das Wohnhaus, die Halle, der Holzschopf und der Kompressor 2008 abgebrochen wurden.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 418–419.</ref> Das 1810 eröffnete ''Gasthaus Kreuz'' (1989 niedergebrannt und wiederaufgebaut), wurde 2012 zum Bürogebäude umgebaut und entstellt. In Küntwil zählt das Wohnhaus mit ''Sägehütte'' als historisch wertvoll, in Waldeten ein Bauernhof mit Doppelhaus und Wohnhaus.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 426, S. 429–430.</ref>

Ausserhalb der Dörfer bilden verschiedene Hofgruppen und Einzelhöfe historische Ensemble: Das [[Gehöft]] in der Alznach; ein Wohnhaus in Auleten; ein [[Kantholz]]-[[Ständerbauweise|Ständerbau]] in Obere Bachtalen; unter anderem ''Stuberhof, Schultheissenhof, Wagnerhof'' ein Doppelhaus und ein Wohnhaus in Berchtwil; Mühlewerk, Haupthaus und Südanbau der Binzmühle, der Abbruch der Remise ist geplant; Wohnhaus im Bodenhof; ''Oberbreiten''; ein Wohnhaus in Breitfeld; ein Wohnhaus und ''Stuberhof'' in Dersbach; Wohnhaus als spätmittelalterlicher Blockbau auf dem Feldhof; ein Wohnhaus in Ober Freudenberg; Dichte Baugruppe mit Wohnhäusern in Unter Freudenberg; ein Wohnhaus auf dem Haldenhof; unter anderem ''Oberhof'', ''Kapelle'', ''Unterhof'' in Ibikon; Katrinenhof (zum Klubhaus des Golfplatzes umgebaut); ein Wohnhaus in Moos; ein Wohnhaus in Neuhaus; ein Wohnhaus auf dem Rütihof; Schlumpfenhof; ein Wohnhaus in Steintobel; drei Wohnhäuser in der Stockeri; ein Wohnhaus in Walshüsli; und eine malerische Gebäudegruppe, unter anderem ''Jesuitenhof'' in Zweiern.<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 419–430.</ref>

Das 1986 eröffnete ''Zentrum Dorfmatt'' bildet den Kern der neuen Gemeinde Risch. Der ursprüngliche Plan einen geschlossenen Innenstadtkomplexes mit Anbau des Bahnhofs und des Altersheims wurde nie verwirklicht.<ref>Rudolf Barmettler, Richard Hediger, Karl Zenklusen: ''Gemeinde Risch.'' Anderhub, Risch 1992.</ref> Im ''Saal Dorfmatt'' treten immer wieder nationale und internationale Persönlichkeiten auf, so zum Beispiel die amerikanische Gospelgruppe [[Golden Gate Quartett]], die Schweizer Popband [[Plüsch (Band)|Plüsch]] und der Schweizer Rapper [[Stress (Musiker)|Stress]].

Erweiterungen der Schulanlage Rotkreuz erfolgte in verschiedenen Etappen 1987, 1998, 2002 und 2005 durch Architekten wie [[Ammann und Baumann]] und [[Jauch-Stolz]].<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 417.</ref>

2011 wurde das Hochhaus ''Roche-Tower'' am Firmenhauptsitz der Roche Diagnostics eröffnet. Es gilt bis zur Vollendung des ''Park-Towers'' in Zug als höchstes Gebäude des [[Kanton Zug|Kantons Zug]]. Die restlichen Gebäude des Roche-Areals, im Stil der [[Moderne]] errichtet, gelten ebenfalls als architektonisch sehenswert.

==== Weitere Bauten ====
Als Naturbau wurde 2000 der ''Erlebnisbaum'' im Sijentalwald in Rotkreuz eröffnet. Er bestand aus einem Gerüst aus Holz, welches um eine Tanne aufgebaut wurde. Auf jedem Stockwerk des Erlebnisbaumes existierten Informationstafeln zu verschiedenen Baumabschnitten. Vom obersten Stockwerk aus wurde die Sicht ins [[Kanton Zug|Zugerland]] und auf den [[Zugersee]] ermöglicht. Aufgrund von morschem Holz wurde er abgebrochen, jedoch ist ein Wiederaufbau geplant.

Der Weiler Breiten verfügt über eine ''[[Modelleisenbahn]]anlage'', die unter anderem die Landschaft um Rotkreuz und Teile der Strecken der [[Rhätische Bahn|Rhätischen Bahn]] darstellt und jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet ist.

=== Kunst, Musik und Tradition ===
[[Datei:Ortsmuseum Buonas.JPG|mini|Ortsmuseum Buonas]]

In Buonas befindet sich das Ortsmuseum der Gemeinde Risch, in dem die Rischer Geschichte erklärt sowie Fundstücke der Archäologischen Ausgrabungen und Bilder ausgestellt sind. Das Ortsmuseum ist nur zeitweise im Sommer geöffnet.

In der Gemeinde Risch gibt eine Musikschule, in der regionale Instrumente wie [[Flügelhorn]] oder [[Schwyzerörgeli]] erlernt werden können. Bekannt ist die Musikschule Risch-Rotkreuz für seine sieben verschiedene Chöre für Kinder und Erwachsene, die ein breites Publikum ansprechen. Die Chöre der Musikschule sind teilweise an grösseren Festen in der Schweiz, wie zum Beispiel der [[Sechseläuten]], [[Karneval, Fastnacht und Fasching|Fasnacht]] Luzern und Zürich oder dem [[Luzerner Altstadtfest]] vertreten. Auf privater Seite gibt es Musik- und Tanzvereine. 2012 gab es insgesamt 102 traditionelle Vereine in der Gemeinde.<ref name="informationsbroschüre" />

=== Feste und Bräuche ===
Die Gemeinde Risch weist einige regionaltypische Feste und Bräuche unterschiedlicher Grösse auf, welche hier im Jahresablauf beschrieben werden.

==== Fasnacht (Februar) ====
Die alljährlich im Februar stattfindende Fasnacht gilt als das grösste Fest der Gemeinde. Jedes Jahr am ''Fasnachtssonntag'' gibt es einen Umzug durch Rotkreuz. Am Umzug nehmen meist Schulklassen und Vereine teil. Das Wahrzeichen der Fasnacht – wie auf dem Wappen – ist der Luchs. Während der Fasnachtszeit wird das Rotkreuzer Ortszentrum geschmückt mit den vier Gemeindefarben Gelb, Rot, Hell- und Dunkelgrün sowie mit [[Puppe]]n, die vor Restaurants, auf Vordächern und in Gärten platziert werden.

Für Kinder gibt es die ''Chnöpflifasnacht''.

==== Pilgergang nach Einsiedeln (April/Mai) ====
Traditionell wird an [[Christi Himmelfahrt|Auffahrt]] ein [[Pilger]]gang nach Einsiedeln organisiert. Aufgrund der deutlich längeren Strecke als andere zuger Gemeinden, muss der Pilgergang bereits spät in der Nacht begonnen werden und verläuft entlang des [[Zugersee]]s nach Zug ins [[Unterägeri|Ägerital]] und weiter entlang des [[Ägerisee]]s auf den [[Raten]]. Auf dem Raten wird traditionell die erste Messe während des Sonnenaufgangs gehalten. Die weitere Strecke verläuft über [[Altmatt]] und den Katzenstrick nach [[Einsiedeln]] zur Wallfahrtskirche.

==== Risch Rotkreuz for you (Mai/Juni) ====
Ein gemeindliches Fest ist das alljährlich im Frühling oder Sommer stattfindende ''Risch Rotkreuz for you'', an dem auf dem Dorfplatz gefeiert wird. Gleichzeitig gibt es Kinderattraktionen sowie einen Dorfmarkt und Bands, die auf einer grossen Bühne spielen.

==== Chilbi Rotkreuz, Buonas und Risch (September / Oktober) ====
In der Gemeinde Risch gibt es im Herbst zum einen die [[Jahrmarkt|Chilbi]] Rotkreuz, an der im ganzen Ortszentrum Stände und Attraktionen verteilt sind, zum anderen die Chilbi Buonas, welche mehr musikalisch orientiert ist. Als dritte Chilbi in der Gemeinde gibt es die Rischer-Chilbi, eine Familienchilbi die jeden ersten Sonntag im September auf dem Schulhausplatz in Risch stattfindet.

==== Räbeliechtliumzug (Dezember) ====
Am [[Martinstag]] gibt es den ''Räbeliechtliumzug'' mit Kindern aller Schulklassen. Die Kinder laufen abends durch die Strassen von Rotkreuz mit ausgehöhlten Zuckerrüben, in welchen sich kleine Kerzen befinden.

==== Chlausenzeit (Dezember bis Februar) ====
Es entspricht einem Brauch, dass im Vorfeld – ab 1. November – und während der Chlausenzeit – bis zum Chlausenumzug – ''[[Trycheln|Geislechlöpfer und Trychler]]'' unterwegs sind. Diese vertreiben mit ihren Geiseln die bösen Geister. Dieser Brauch wird teilweise bis zur Fasnacht fortgeführt.

In der Adventszeit findet der sogenannte ''Chlausenumzug'' statt.

=== Sport und Freizeit ===
Der ''Sportpark Rotkreuz'' ist bestimmt durch ein Großspielfeld an zentraler Position, um den in Form eines Ovals eine [[Leichtathletikanlage|Laufbahn]] für [[Leichtathletik]]sportarten angelegt ist. Ergänzt wird die Anlage durch Wurf- und Sprunganlagen. Des Weiteren existieren mehrere [[Fussball]]felder, Sprinteranlagen und Gymnastikräume. In Rotkreuz befinden sich zwei Doppelturnhallen, eine Gymnastikhalle und eine normale Turnhalle. In unmittelbarer Umgebung zum Sportpark gibt es ein ''Schwimmbad''. Seebäder gibt es in Buonas und Zweiern. Zwischen Holzhäusern und Rotkreuz befindet sich der ''Golfpark Rotkreuz-Holzhäusern'' des Golfclubs Ennetsee. Der Golfpark hat eine 6-, 9- und 18-Loch-Anlage. Er ist der grösste Golfplatz der [[Schweiz]]. Im Weiler Breitfeld befindet sich eine ''Minigolfanlage''. Im Sijentalwald ist ein [[Vitaparcours]] eingerichtet. Zu den meisten Sportarten gibt es einen Sportclub, wie zum Beispiel im [[Fußball|Fussball]] (FCR), [[Tennis]], [[Tischtennis]], [[Badminton]], [[Unihockey]] ([[UHC Astros Rotkreuz]]) oder [[Basketball]]. 2012 gab es in der Gemeinde 17 Sportvereine.<ref name="informationsbroschüre" />

Durch die Gemeinde führen die ''Fahrradroute&nbsp;9 ([[Seen-Route]])'' sowie die ''Fahrradroute&nbsp;77 ([[Rigi-Reuss-Klettgau]])''. Es existiert ein dichtes Netz an Radwegen von 24,5&nbsp;Kilometern und ein Netz von Wanderwegen mit einer Länge von 38,8&nbsp;Kilometern (→ ''Siehe Abschnitt [[#Langsamverkehr|Langsamverkehr]]'').<ref name="informationsbroschüre" />

Für die Jugend gibt es die Jugendanimation mit dem ''Red-X Aktionshaus'' in Rotkreuz, sowie die katholischen Pfadfindervereine Jungwacht (Jungs) und Blauring (Mädchen).

== Persönlichkeiten ==
[[Datei:Grab Gonzenbach-Escher 1.JPG|mini|Das Grab der Familie von Gonzenbach-Escher in Risch<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370, S. 373.</ref> ]]
[[Datei:Grab Goehner.JPG|mini|Das Grab der Familie [[Ernst Göhner|Göhner]] in Risch<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370.</ref> ]]
* [[Peter von Hertenstein]] (* nach 1450; † vor 8. August 1522), leitete die [[Päpstliche Schweizergarde|Schweizergarde]] in die Wege und geleitete die ersten Schweizergardisten nach Rom;<ref name="ReferenceB" />
* [[Albert Kuhn]] (* 1839; † 1929), Kunsthistoriker, Kapitular des Stiftes Maria-Einsiedeln und Professor für Kunstgeschichte, geboren in Risch;
* [[Karl von Gonzenbach]] (* 1841; † 1905), war Erbauer des [[Schloss Buonas|neuen Schlosses Buonas]] und ist in Risch begraben;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370, S. 373.</ref>
* [[Josef Knüsel]] (* 1868; † 1943), [[Kantonsregierung|Regierungsrat]] von 1899 bis 1940 (längste Amtsdauer eines Regierungsrates);<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 136–138.</ref>
* [[Vera von Gonzenbach]] (* 1873; † 1918), Tochter von Karl von Gonzenbach und Olga Escher, begraben in Risch;
* [[Erwin Hürlimann]] (* 1880; † 1968) war [[Generaldirektor]] der [[Swiss Re|Schweizerischen Rückversicherungsanstalt]] und liess das [[Schloss Freudenberg (Rotkreuz)|Schloss Freudenberg]] errichten;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 424–425.</ref>
* [[Eleanor Hürlimann]], geb. Ridge (* 1880; † 1968), war die Gemahlin von Erwin Hürlimann;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 424–425.</ref>
* [[Ernst Göhner]] (* 1900; † 1971) war ein [[schweiz]]erischer Bauunternehmer und ist in Risch begraben;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370.</ref>
* [[Mary Olga Vera von Kleist]] (* 1903; † 1969), Tochter von Vera von Gonzenbach und [http://www.v-kleist.com/FG/fgn093.htm Frhr Ewald Karl Heinrich von Kleist] und ist begraben in Risch;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370, S. 373.</ref>
* [[Ernst Graf von Pourtalés]], Ehemann von Mary Olga Vera von Kleist und ebenfalls begraben in Risch;<ref>Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe Band II, 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 370, S. 373.</ref>
* Joe Miller († 2000), Piano World Champion, «Weltmeister der Improvisation»;
* Anton Scherer (* 1925), [[Nationalrat (Schweiz)|Nationalrat]] der CVP von 1979 bis 1983;<ref>Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 139.</ref>
* [[Hans Kollhoff]] (* 1946), deutscher Architekt;
* [[Daniel Vasella]] (* 1953), ehemaliger [[Chief Executive Officer]] (CEO) und [[Verwaltungsrat (Schweiz)|Verwaltungsratspräsident]] von [[Novartis]], lebte auf dem [[Gut Aabach]] in Oberrisch;
* [[Sean Simpson]] (* 1960), National[[trainer]] der [[Schweizer Eishockeynationalmannschaft]] und ehemaliger [[Kanada|kanadischer]] [[Eishockey]]spieler.

== Literatur ==
* [[Linus Birchler]]: ''Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Band I: Einleitung und Zug-Land.'' (= ''Kunstdenkmäler der Schweiz.'' Band 5). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1934.
* Richard Hediger: ''Risch – Geschichte der Gemeinde''. Herausgegeben vom Gemeinderat Risch. Prestel, Rotkreuz 1986.
* Rudolf Barmettler, Richard Hediger, Karl Zenklusen: ''Gemeinde Risch.'' Anderhub, Rotkreuz 1992.
* Alex Baumgartner: ''Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz.'' In: ''Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen.'' Jubiläumsband 650 Jahre[NBSP] eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9.
* Josef Grünenfelder: ''Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug.'' (= ''Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug – Neue Ausgabe.'' Band II, 108. Band des Gesamtwerkes). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006, ISBN 3-906131-83-1.

Des Weiteren befasst sich folgende Literatur mit der Gemeinde Risch bzw. mit der Geschichte oder Bauwerken Rischs:
* Eugen Gruber: ''Geschichtliche Tatsachen aus den mittelalterlichen Urkunden und Dokumenten von Stadt und Land Zug''. Zürcher, Zug 1951.
* Eugen Gruber: ''Grundfragen zugerischer Geschichte''. Dossenbach, Baar 1952.
* Eugen Gruber: ''Geschichte des Kantons Zug''. Francke, Bern 1968.
* Josef Grünenfelder, Richard Hediger: ''Pfarrkirche St. Verena in Risch ZG''. (= Schweizerischer Kunstführer. Nr. 346). Rotkreuz 1984.
* Direktion für Bildung und Kultur des Kantons Zug (Hrsg.): ''ZG – Ein Heimatbuch''. Balmer, Zug 1999, ISBN 3-85548-052-4.
* Sibylle Omlin, Christian Raschle, Sonja Stauffer, Josef Wüest: ''Zug – Stadt und Kanton''. Balmer, Zug 2002, ISBN 3-85548-048-6.
* Beat Dittli: ''Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten.'' 5 Bände und ein Kartenband. Zug 2007, ISBN 978-3-85548-058-6.

== Weblinks ==
{{Commonscat|Risch-Rotkreuz}}
* [http://www.rischrotkreuz.ch/ Website der Gemeinde Risch]
* [http://www.buergergemeinde-risch.ch/de/ Website der Bürgergemeinde Risch]
* {{HLS|793|Risch|Autor=Renato Morosoli}}

== Einzelnachweise ==
<references />

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|Navigationsleiste Kanton Zug
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{{Lesenswert|9. Februar 2014|127195421}}

[[Kategorie:Risch (Gemeinde)| ]]
[[Kategorie:Ort im Kanton Zug|Risch Rotkreuz]]
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde]]

Erläuterungen

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